Trauer um verstorbene Großeltern -lang-

    • (1) 21.11.17 - 18:24

      Hallo,


      ich habe hier im Forum gelesen, dass einige von euch auch einen geliebten Menschen verloren haben. Deswegen möchte ich meine Geschichte erzählen.

      Mein Vater hat 8 Geschwister und er ist das 6. Kind von allen. Also hatte ich leider nicht so viel Glück sehr viel Zeit mit meinen Großeltern zu verbringen.

      Aber wir waren jeden Tag bei Oma und Opa. Es war toll als Kind. Sie hatten großes Haus, Hund, Katzen, Enten, Gänse usw...Also ein kleiner Bauernhof.
      Ich habe es geliebt bei meinen Großeltern zu sein. Sie hatten zwar nicht viel Geld, aber sie haben alle Enkel gleich behandelt. Sie gaben mir auch so viel bedingungslose liebe. Es war eine sehr traumhafte Kindheit.
      Aber, Oma und Opa waren sehr dolle krank.
      Oma meinte 2007 sie möchte ihren 70. Geburtstag und die Goldene Hochzeit erleben. Dies tat sie auch. Seit September 2007 bis Februar 2008 war sie nur noch im Krankenhaus.
      Es ging ihr immer schlechter. Sie lag zum Schluss auf der ITS. Sonntag den 24.02.2007 waren wir im Krankenhaus bei ihr. Als wir auf dem weg zur Station waren, kam und meine Tante entgegen und weinte. Sie meinte Oma sei ins Koma gefallen.
      Und so war es auch. Da ich erst 10 War, durfte ich nicht auf die ITS, aber die Schwester hat mal eine Ausnahme gemacht. Ich war dann mit meiner Mutti im Zimmer. Ich habe meine Hand auf ihren arm gelegt und gestreichelt. In diesem Moment macht sie die Augen auf. Man hat ihre himmelblauen Augen erkannt, aber es war schon ein weißer Schleier drüber. Ich habe bitter geweint und bin rausgerannt. Am selben Abend um 22:35 Uhr haben wir den Anruf erhalten, dass sie gestorben ist. Ich weiß alles noch wie heute.
      Und seitdem ging es mit meinem Opa bergab. Er bekam Demenz und hat nur noch von meiner Oma erzählt, dass sie ihn besuchen kommt und bald mit nach Hause nehmen würde.
      Am 22.07.2010 abends kam ein Anruf, dass es bald zu Ende gehen würde und wir jede Stunde damit rechnen können.
      Es war wieder sehr schwer für mich. Und am 23.07.2010 kam dann der Anruf, dass er eingeschlafen ist. Es war am 45. Geburtstag von meinem Papa. Für ihn war es schwerer, da sein eigener Vater an seinem Geburtstag verstorben ist.

      Ich kann diese beiden "Erlebnisse kann ich immer noch nicht verarbeiten.

      Seit längerer Zeit Träume ich wieder von ihnen und weine im Schlaf, morgens sind die Augen rot und Gesicht Nass.

      Also ich verstehe alle, die einen geliebten Menschen verloren haben.
      Für mich war es als Kind sehr schwer meine geliebten Großeltern gehen zulassen. Aber am schlimmsten war es, das man zusehen konnte wie es zu Ende ging.


      Ps: ich musste während ich den Text geschrieben habe weinen, weil es mir immer noch sehr nahe geht.

      • Bitte suche Hilfe bei einem Trauertherapeuten, damit Du das nach nunmehr sieben Jahren verarbeiten kannst. Du bist so sehr in der Trauer gefangen, dass Du da alleine kaum rauskommst. Es ist keine Schande, das einzuräumen und den Hausarzt um entsprechende Adressen zu bitten. Du sollst wirklich weiterhin liebevoll an Deine Großeltern denken, aber ihnen auch ihre Ruhe gönnen können. Da kann Dir ein Trauertherapeut dabei helfen. Alles Gute.
        LG Moni

        (3) 25.11.17 - 11:22

        Hm, auch ich denke, das du zu sehr in deiner Trauer gefangen bist. Du warst sehr jung und hattest vielleicht nie die Chance, die Trauer vernünftig zu verarbeiten. Das solltest du mit professioneller Unterstützung nachholen.

        Jeder Mensch trauert anders, das ist verständlich. Nur eigentlich kommt man nach gewisser Zeit an einen Punkt, nämlich das die Traurigkeit einem ganz warmen Gefühl weicht. Einer Mischung aus Dankbarkeit, diese Menschen an seiner Seite gehabt zu haben und einem Haufen liebevoller Erinnerungen. Denn sie haben uns geprägt, uns begleitet. Gerade wenn die alte Generation wegstirbt, denn das nun mal der Lauf des Lebens.

        Ich träume auch von denen, die nicht mehr da sind. Gerade letztens habe ich von meiner Mutter geträumt, sehr realistisch....ich bin aufgewacht habe gegrinst, mich gefreut ihr Gesicht im Traum gesehen zu haben und den Kopf geschüttelt, weil es einfach so realistisch war. Oder es kommen plötzlich Erinnerungen hoch, ausgelöst durch Düfte. Zuletzt war es die Kombi Kuhstall und Bratkartoffeln, ich stand auf diesem Hof und habe verträumt in mich rein gegrinst. Ich habe tief Luft geholt, glücklich die Augen geschlossen und dachte nur: "Oh, wie bei Oma." Ein wunderbarer Moment.

        Hol dir Hilfe, diese tiefe Trauer frisst dich auf.

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