Ich brauche ein paar Meinungen

    • (1) 25.11.17 - 17:18

      Hallo ihr Lieben!

      Ich hoffe, dass ihr mir mit meinem Konflikt helfen könnt.
      Dazu muss ich euch kurz meine Geschichte erzählen.

      Vor zwei Jahren hat alles angefangen mit einem absoluten Wunschkind.Es hat auch alles schnell geklappt und mein Freund und ich haben uns sehr gefreut. Zur Feindiagnostik ( 22.ssw) kam dann der Schock.Unsere Tochter ist deutlich zu klein und zu leicht. Dann kam raus, dass ich an einer Schwangerschaftsvergiftung erkrankt bin und das schwer. Vier wochen weiter und ich war im Kh, nach weiteren vier Wochen musste ich entbunden werden, da meine Werte sehr, sehr schlecht geworden waren. Also bin ich mit Verdacht auf HELP Syndrom in den Op zum Notkaiserschnitt.

      Unsere Tochter kam mit 370 gramm und 21 cm zur Welt und sie lebte. Viele Auf´s und Ab´s begleiteten uns ständig. Nach vier wochen ist sie unter Op verstorben und ist zuvor an einer Blutvergiftung erkrankt gewesen.

      Ich habe das alles recht gut weg stecken können.....dachte ich.

      Vor drei Monaten habn wir einen gesunden jungen geschenkt bekommen. Alles ist schön und ich liebe ihn über alles.

      Jetzt habe ich ständig die Erinnerung und die Bilder im Kopf von unserer Tochter und bin eigentlich nur am weinen,wenn ich allein bin. Es ist alles wieder, als wenn es erst gesterm passiert ist.

      Wir haben sie zu uns geholt und bei uns beerdigen lassen. Ihr Grab ist für mich wie ihr Kinderzimmer.

      Mein neues Problem sind meine Schwiegereltern. Im Grunde weiß ich, dass sie es wirklich nur lieb meinen aber ich komm damit nicht klar und will das nicht. Sie verändern ständig das Grab. Nehmen die Dinge mit um sie zu reinigen und stellen es anders auf das Gab. Jetzt ist es so, dass mir das Grab meiner Tochter gar nicht gefällt und ich tottraurig darüber bin. Meine Schwiegereltern wollen oder könne das nicht verstehen und denken ich will denen was verbieten.

      Ich habe noch nie was auf das Grab gestellt, weil es mir einfach zu voll ist und es mir nicht gefällt. Eswird für mich immer schwerer das alles zu akzeptieren.

      Es ist doch unsere Tochter und unser Grab....

      Es kann jeder gern was rauf stellen aber man muss es doch nicht übertreiben,dass andere nichts mehr raus stellen...

      Seh ich das falsch? Brauch ich vielleicht doch professionelle Hilfe?? Ich bin am verzweifeln

      Entschuldigt, dass es doch so lang geworden ist. Ich würde mich über Meinungen sehr freuen.

      Herzlichen Dank eure Liselotte 2016

      • Hallo,

        meine "angeheiratete" Cousine war auch der Meinung sie könne UNSER Familiengrab verändern.... hat z.B. die kompl. Begrünung rausgerissen und das gesamte Grab bepflanzt. Genau DAS wollten wir aber nicht, weil da horrende Summen zusammen kamen wenn das Grab 3x im Jahr bepflanzt UND auch noch mit Tanne und Gestecken abgedeckt wurde. Da gab es eine kurze Ansage von meinem Vater der den Grabbrief besaß und gut war und das obwohl die Mutter von meinem Cousin (also die Schwiegermutter und Schwester mienes Vaters) dort auch begraben war, aber die war zu dem Zeitpunkt schon über 25 Jahre tot und mein Vater hat das Grab immer wieder neu nachgekauft und somit hatte kein anderer mehr über das Grab zu bestimmen.
        Ich würde es auch ansprechen wenn mir das Grab zu voll wäre. Allerdings würde ich das alles dann entsorgen und (ich bin da arg abergläubisch) würde NIE NIE NIE irgendwas vom Friedhof mit nach Hause nehmen.... auch nicht zum säubern. Das würde ich dann schon vor Ort machen.

        LG

        • Erstmal vielen lieben Dank,dass du die Zeit aufgebracht hast um den langen Text zulesen. Wir haben es schon mehrfach angesprochen und jetzt haben wir den Familienstreit. Ich habe das Gefühl,dass mir etwas weg genommen wird. Dazu kommt,dass wir uns anhören mussten,dass wir ja nicht so viel Erfahrung haben wie man was auf dem Friedhof macht.

          Ich möchte es so machen,wie ich es am besten finde und nicht wie man was macht oder wie etwas normalerweise ist. Normalerweise sollten auch keine Banys sterben. Ich finde es so schrecklich, dass glaubt mir keiner.

          • Ihr seid eigentlich auch noch nicht die Generation die sich um die Grabpflege kümmern sollte...... aber dadurch dass es euer Baby war müsst ihr es jetzt und genau aus dem Grund solltet ihr es so machen wie IHR es wollt bzw. die Friedhofsordnung (kann überall unterschiedlich sein) es zulässt. Da hat euch Niemand reinzureden bzw. einfach zu machen. Bei uns steht (noc) ein kleiner Engel mit drauf und es liegt eine kleiner Stein drauf mit: wir vermissen euch.... mehr nicht eben weil meine Mutter es auch nciht so mag. Irgendwann (dauert hoffentlich noch gaaaanz lange) bin ich alleine für unser Grab zuständig und dann gestalte ich das Grab auch um, aber noch nicht. Allerdings habe ich Mitspracherecht weil mein Mann dort auch mit begraben ist. Wenn dir am Grab irgendwas nicht passt dann entsorge es rigoros. Irgendwann versteht es auch der Letzte.

            LG und denke dran: der Schmerz wird weniger, anders, aber er wird nie vergehen!

      Sowas kenne ich leider auch. Bei uns geht's um das Grab unseres Vaters. Eine seiner Schwestern stellt immer Sachen drauf, die wir nicht haben wollen. Wenn man sie wegnimmt, dann ist sie beleidigt und ist jetzt "fertig" mit uns. Ist mir aber egal. Das Grab gehört uns und wir wollen es so gestalten, wie es uns gefällt.
      Allerdings ist der Tod von meinem Vater schon ein paar Jahre her und daher ist die psychische Belastung nicht die gleiche, wie bei dir.

      Ich wünsche dir, dass du Ruhe finden und deinem Sohn all das geben kannst, was du gerne deiner Tochter geben wolltest. #liebdrueck

    Du hast den Tod der Tochter damals nicht verarbeitet und jetzt wo du wieder ein Kind geboren hast, kommt alles hoch und will verarbeitet werden. Aber auch die Großeltern trauern um ihr Enkelkind und wollen mit ihrem Tun ihre Trauer verarbeiten.
    Da geht es eigentlich nicht drum, dass deine Schwiegereltern es gut meinen und doch falsch machen. Es geht um fehlgeschlagene Kommunikation.
    Ich denke, dass du dringend professionelle Hilfe brauchst. Dein Kind braucht dich und deswegen kannst du jetzt nicht endlos in dieser Situation verbleiben.

    Irgendwann wirst du merken, es ist nicht deine Tochter da drin - es ist nur ihr Grab, es sind nur Erinnerungen. Sie selbst ist da nicht drin. Sie ist jetzt woanders, wo es ihr gut geht. Wenn sie mitreden könnte, dann würde sie sich wohl wünschen, dass ihre Mama und ihre Großeltern sich vertragen, weil sie ihre ganze Familie liebt hat.

    • Danke für die Antwort. Mir ist bewusst,dass es "nur" ein Grab ist. Ich versuche auch die anderen zu verstehen und das sie auch ihre Trauer bewältigen müssen. Aber ist es so schwer, wenn jeder nur eine Kleinigkeit raur stellt. So haben doch alle etwas davon ubd diese umgestelle muss doch auch nicht sein.

      Vielleicht hast du recht und ich sollte mir Hilfe holen,bevor es sich erst richtig festsetzt.

      • Du hast einen Sohn von drei Monaten. Da hast du doch alle Hände voll zu tun und müßtest eigentlich vollauf beschäftigt sein. Wie wäre es, wenn du die Grabpflege einfach mal ein halbes Jahr lang ganz in die Hände der Schwiegereltern gibst? Außerdem ist ja Winter und da kann man eh nicht viel machen, zudem könnte es gefrieren und Schnee fallen.

        Das Grab ist das eine, deine Trauer das andere.
        Bitte such die professionelle Hilfe (Familientherapeutin, Psychotherapeutin).

        • Ja ich hab auch genug zu tun mit dem Kleinen und ich geh auch nicht oft hin. Für mich eigentlich zu wenig. Wir haben es jetzt auch winterfest gemacht. Abgeben kann und will ich das nicht. Das ist für mich besonders wichtig. Meine Schwiegereltern machen da ja nun schon alles,weil ich ebend nicht so oft hingeh. Aber es ist mir so wichtig,dass es grundlegend in unseren Händen bleibt und das ignorrieren sie. So ist zunindest mein Eindruck.


          Davon abgesehen macht es nicht viel Arbeit. Das hatten wir extra so gemacht gehabt.

          • Bitte mach es nicht so wie eine junge Frau aus meinem Bekanntenkreis. Da war das frühgeborene tote Kind wichtiger als das später geborene gesunde Kind. Ich kann Dich wirklich verstehen, dass es ein schlimmes Erlebnis war, welches man auch nicht vergisst. Aber Dein Kind ist in Deinem Herzen und ist nicht daran gebunden, was nun auf dem Grab steht oder auch nicht. Oma/Opa trauern sicher auch um ihr Enkelchen, muss man da streiten? Wie jemand anderes schon schrieb, Du hast doch sicher momentan genug um die Ohren, aber Dir geht es wohl eher ums Prinzip. Mein Kind, mein Grab, meine Trauer..... die Großeltern kommen da nicht vor. Schade. Bitte lass Dir wirklich professionell hefen, dass Du das verarbeiten kannst, damit nicht Dein Kind darunter leidet, wie gefangen Du noch in der Trauer bist. Ich mag keine Einzelheiten aufzählen, aber bei der o.a. jungen Frau wurde das immer schlimmer, bis ihr Mann die Notbremse zog und sie zu einem Psychologen brachte. LG Moni
            PS: In der Nähe vom Grab meines Mannes ist das Grab eines jungen Mannes, der sich vor 10 Jahren mit 19 im Drogenrausch totgefahren hat. Seine Mutter ist täglich um 8.00 dort. Am Grab stehen ein Dutzend Engel, regelmäßig neue Fotos aus seiner Kinderzeit, an die 6-8 brennende Kerzen und im Winter liegt nicht mal Schnee drauf. Keine Ahnung, wie sie den weg bekommt. Ihr zweiter Sohn ist schon vor der Volljährigkeit ausgezogen, weil er in ihren Augen sowieso niemals den älteren Bruder "ersetzen" konnte....einfach nur schlimm.

Hallo,

es tut mir sehr leid, was Euch widerfahren ist und ich freue mich, daß ihr ein gesundes Kind im Arm halten könnt. Ich würde einfach mit den Schwiegereltern sprechen, sie müssen respektieren, war Ihr möchtet und da würde ich auch energisch werden.

LG und alles Gute!

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