Stiefvater gestorben

    • (1) 29.11.17 - 08:06

      Hallo zusammen.
      Ich weiß gar nicht recht wie ich anfangen soll...
      Anfang des Jahres wurde bei meinen Stiefvater( zu dem ich ein wirklich enges Verhältnis hatte) , Leukämie diagnostiziert.
      Er kam darauf hin sofort nach Stuttgart wo auch direkt mit der Chemo angefangen wurde. Schnell hat sich auch ein passender Stammzellenspender gefunden. Alles verlief überraschend gut so das er zum 1.7 schon nach Hause entlassen werden konnte. 1x die Woche musste er zur Kontrolle ins KH. Natürlich war er danach nicht topfit. Er war oft müde und schnell erschöpft, was aber wohl alles im normalen Rahmen war.
      Vor 2 Wochen bei seinem Kontrolltermin, waren die Ärzte nicht ganz zufrieden und behielten ihn zur Beobachtung da. Er bekam eine Lungenentzündung. In dieser Woche konnte ich ihn leider nicht im KH besuchen , da meine beiden Töchter Geburtstag hatten und wir etwas im Stress waren. Am 18.11 hat meine Mutter und meine Schwester ihn besucht. Es ging ihm soweit gut. Letzten Mittwoch bekam meine Mutter dann ein Anruf vom Arzt, das die Lungenentzündung sich auf den 2. Flügel ausgebreitet hat und die Medikamente nicht anschlagen. Sein Imunsystem sei zu geschwächt und die Leukämie sei wieder ausgebrochen! Sie könnten nichts mehr für ihn tun, er solle seine letzten Tage zu Hause verbringen. Wir waren so geschockt, damit hat keiner gerechnet!...am Donnerstag wurde er dann entlassen. Da er allerdings durch die Lungenentzündung nachts kaum Luft bekam haben wir ihn Freitag früh bei uns ins KH gebracht. Ich bin nachmittags noch mit meiner Familie zu ihm weil er nochmal alle sehen wollte. Meine Mutter durfte bei ihm im Zimmer schlafen. Ich war den ganzen Nachmittag bei ihm und bin Samstag morgen gleich wieder zu ihm. Sein Zustand hat sich über Nacht sehr verschlechtert. Er hat Fieber bekommen und hat den ganzen Tag geschlafen bis er um 23.10uhr ganz aufgehört hat zu atmen!
      Seit dem Anruf vom Arzt stehe ich wie neben mir. Ich kann es alles gar nicht glauben. Ich habe ihn geliebt wie mein eigenen Vater und jetzt so plötzlich ist er nicht mehr da. Ich funktioniere wenn ich mit meiner Mutter alles regeln muss, und im nächsten Moment brech ich in Tränen aus und hoffe es war alles nur ein Traum und er kommt gleich wieder...ich weiß nicht wie ich damit klar kommen soll

      Sorry für den langen Text

      Liebe Grüße

      Mein herzliches Beileid!!!

      Musste dieses Jahr einen ähnlichen Schicksal ertragen, mein Beitrag steht weiter unten...

      Ich weiß wie Du Dich fühlst...

      Wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

      Izzy

        • Hab bei dem Beitrag von "paulsmama" geantwortet...

          Und auch schon früher... irgendwo inzwischen weiter unten ...

          Mein Papa starb auch an einer Lungenentzündung! Er hatte zwar auch eine Vorerkrankungen, die irgendwann zum Tod geführt hätte... mit der Betonung IRGENDWANN ! Ihm ging es gut... 1 Woche vor der LE war er noch auf Geburtstagen und in Möbelhäusern unterwegs ... so fühlt sich kein Mensch der wenige Wochen später sterben wird. Er wurde ins künstliche Koma gelegt aus dem er nicht mehr aufwachte. Sein Immunsystem gab auf.

          Ich komme damit auch nicht klar ... noch nicht. Die Bilder verfolgen mich ...
          Ich funktioniere einfach nur... bin Weltmeister im Verdrängen... auch wenn ich weiß, dass es keine Lösung ist... dass man sich dem besser stellen sollte.

          Irgendwie zieht mich der Gedanke zu sehr runter.
          Und jetzt noch die Feiertage.
          Ich wünsche, es wäre schon Januar... 😥

          Ich hoffe dir gelingt es schneller, das wünsche ich Dir vom Herzen !

          Lieb gedrückt
          Izzy

          • Oh das tut mir sehr leid für dich!
            Ich hoffe sehr das es dir bald wieder besser geht!

            Ich denke die Gefahr ist einfach groß das man weil man funktionieren muss, schnell anfängt es zu verdrängen als sich der Situation zu stellen.
            Ich muss drüber reden, sonst frisst mich das auf!

            Am Dienstag ist die Beerdigung, davor habe ich Angst😢.

            Drück dich

            • Danke 🙏

              Ja, die Beerdigung ist noch so eine Hürde... Der Tag wurde von mir in das hinterste Teil meiner Erinnerung vergraben ... verdrängt...

              Aber Manchen hilft es um abzuschließen... zumindest für den ersten Teil der Trauer.

              Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft ...
              irgendwie, irgendwann wird es schon....

              Muss... Schon alleine für unsere Kinder.

              Gglg
              Izzy

    Hallo Angie,

    mein herzliches Beileid.
    Die Absurdität des Todes wird dich vermutlich noch eine Weile begleiten.
    Meine beste Freundin starb mit 26 auch an den Folgen der Leukämie.
    Sie galt als geheilt aber das Immunsystem war so weit runter gefahren das eine Kinderkrankheit voll zugeschlagen hat. Sie phantasierte und stürzte dabei so unglücklich das sie eine Hirnblutung bekam. Durch den schechten Gerinnungsfaktor (auch von der Chemo) konnte die Blutung nicht gestoppt werden.
    Sie starb in unserem Beisein.
    Das Ganze ist nun auch schon etwas her.
    Und ich erwische mich immer noch dabei das ich denke: Mensch könntest auch mal wieder Coco besuchen.
    Dann kommt die Erinnerung und ich bin erneut traurig.

    Ich hoffe ihr haltet in der Familie gut zusammen. Seit für einander da.
    Ganz liebe Grüße
    Anja

    • Hallo Anja.

      Sorry hab deine Nachricht erst jetzt gesehen.
      Das mit deiner Freundin tut mir sehr leid. Sie war ja noch soo jung 😢

      Ja ich denke auch das es noch sehr lange dauern wird bis der Schmerz über den Verlust nachlässt.
      Ich vermisse ihn einfach sooo sehr und will es einfach nicht wahrhaben😭

      Die Beerdigung war heute vor einer Woche, das war sehr schlimm für mich 😖. Man muss eben lernen damit umzugehen so traurig es auch ist, aber in unserer Erinnerung und in unsren Herzen ist er immer bei uns! ❤

      Viele liebe Grüße Angelika🙋

Top Diskussionen anzeigen