Meine Mutter --> nach Tod des Vaters

    • (1) 12.03.18 - 13:26

      Hallo Ihr!

      Ich weiß gerade garnicht wie ich anfangen soll und habe bedauerlicherweise auch die Befürchtung das es ein langer Text wird und nicht immer nett klingt.

      Mein Vater ist vor 1 1/2 Monaten gestorben. Seit knapp 10 Jahren litt er an einer Herzschwäche. Die letzten Jahre hatte er unter 20% Herzleistung, zuletzt nicht mal mehr 15%. Dazu kommt seit Jahren eine Niereninsuffizenz Stadium 4 also ganz schlecht. Mein Vater hatte seit einigen Jahren einen eingebauten Defibrilator und seit 1/2 Jahr noch ein anderes "Einbaugerät", was das Herz unterstützen sollte.
      Jedenfalls hatte er vor einem Jahr schon mal eine sehr schlimme Zeit, war auf der Intensivstation weil er soviel Wasser eingelagert hatte und es nur noch stationär wegging. Danach war er erneut im Krankenhaus, da er ne Treppe runtergestürzt ist. Es ging ihm so schlecht nach den KH-Aufenthalten, dass er kaum 5 Meter gehen konnte ohne erschöpft zu sein.
      Übers letzte Jahr dann wurde sein Zustand nicht besser, sagen wir er war gleichbleibend schlecht. Stand er 9 Uhr auf, lag er bereits 10 Uhr wieder und hat geschlafen. So ging es tagein-/tagaus bis auf wenige Ausnahmen. Meine Mutter war genervt davon, dauernd das Gerede über Krankheiten, da kann es ja nicht besser werden. Sie hat einfach nicht begriffen, wenn Organe kaputt sind, sind sie kaputt.
      Anfang des Jahres hatte er wieder soviel Wasser und ist dann ins KH gekommen, wo er schließlich eine Woche später verstarb, nachdem man ihm fast 10 Liter Wasser "abgepumpt" hatte und auch noch die Leber versagte. Einen Tag vorher habe ich mich von ihm verabschiedet, er bat mich darum also hat er es wohl geahnt. Er hat kaum noch Luft bekommen, seine Haut war total dünn, er tat mir einfach so leid. Das kann man doch niemandem antun.

      Meine Mutter war dabei als er eingeschlafen ist, war jedoch davon völlig überrascht?! Die Ärzte haben ihr nichts gesagt, bemängelt sie noch heute... . Auch hätte sie ihn lieber als Pflegefall zu Hause als eben tot, was ich für meinen Teil sehr egoistisch finde.

      Ich für meinen Teil habe schon lange damit gerechnet, dass es so nicht mehr lange geht. Ich meine wie schlecht muss es einem Menschen noch gehen. Für meine Mutter kam es völlig plötzlich entspechend ist jetzt alles aus. Sie wollten doch noch in den Urlaub fahren und neue Stühle kaufen usw.

      Ich muss ein wenig ausholen. Meine Eltern waren knapp 50 Jahre zusammen und auch fast so lange verheiratet. Sie waren immer Eigenbrötler, haben keine Freunde bzw. den ein oder anderen Anwärter immer erfolgreich vergrault, weil die ANDEREN ja so komisch waren. Hobbys hatten sie so gesehen auch keine. Mein Vater wußte sich immer zu beschäftigen, meine Mutter saß entweder stundenlang am PC oder buddelte stundenlang im Garten. Früher als sie noch arbeiten war meinte sie immer freitags schon "zum Glück ist bald wieder Montag". Um die Enkel haben sie sich nur gekümmert, wenn wir sie dazu aufgefordert haben, von selbst kam da kaum etwas. Auch war es immer so, dass alles was sie gemacht haben SO toll war und man musste sich damit präsentieren. Gut wir haben es tolleriert. In der Ehe ansich kriselte es seit Jahren. Im letzten Jahr hat mein Vater beispielsweise im Garten übernachtet, weil er es laut eigener Aussage mit ihr nicht mehr aushält. Er trug keinen Ehering mehr, machte auch keinen Hehl daraus zu sagen, würde es ihm besser gehen, wäre er schon lange weg.
      Meine Mutter hat mich u. A. auf Arbeit angerufen um von mir zu fordern, dass ich sofort komme, weil sie mit ihm nicht mehr ein und aus weiß. Ihre Nachbarin hat jetzt erst kürzlich meinem Mann erzählt, wie cholerisch sie täglich war usw.
      Selbst meine Kinder sind nicht mehr gern hin, weil sie schon früh am Frühstückstisch gestritten haben beispielsweise über einen fehlenden Salzstreuer.
      Wörter wie "die hat doch ne Meise" wahlweise "Schaden", "die kotzt mich an", "der wird auch immer Blöder", "der Tag der wo ich dich kennenlernte war der Fehler meines Lebens" usw. war quasi Standard.

      Nun weiter im Jetzt ;-). Seit Papa tot ist, tut meine Mutter so als ob es 50 Jahre die große Liebe war, alles war so toll, liebvoll usw. Ganz ehrlich als wir mit dem Trauerredner saßen wegen der Vorbereitung der Rede kam ich mir vor als ob sie von jemandem anders redet. Auf der Schleife des Gestecks war ein ellenlanger Text von wegen wie sehr sie ihn geliebt hat usw. #schock...

      Jedenfalls seit er nun nicht mehr da ist, ist sie total mit den Nerven am Ende, hat ein schlechtes Gewissen, bereut alles, heult nur noch, ist der Meinung es ist am Besten sie stirbt auch, alles ist ihr egal usw. Ich versuche sie wirklich aufzubauen aber alles was kommt ist kann ich nicht, will ich nicht usw. Meine Tante die direkt unter ihr wohnt, schleppt sie jeden Tag mit vor die Tür um sie abzulenken.
      Mutter geht auch wöchentlich zur Psychotherapeutin habe ich zum Glück noch vor Vaters Tod eingerührt, weil sie da schon nicht mehr klar kam. Tabletten nimmt sie auch seit ein paar Tagen aber alles hilft nicht, sie wäre am liebsten tod. Auch hat sie mir unterstellt ich hätte Papa garnicht gern gehabt, weil ich nicht weiter weine. Sorry jeder geht damit anders um und ich muss ja nicht mit Mama gemeinsam weinen. Ich habe eine eigene Familie wo ich das lasse bzw. es auch so sehe, er war sehr krank und hat nun seine Ruhe, es wäre nie wieder geworden und ja ich hätte ihn gern behalten aber nicht in so einem Zustand.

      Mich überfordert die ganze Situation. Ich habe wirklich alles um sie rum gemacht. Sie hat ja keinerlei Ahnung von Finanzen, Versicherungen usw.. Habe ich alles erledigt, gekündigt, umschreiben lassen, Termine gemacht, sie hingefahren, überall hin mitgegangen usw. . Sie hat keine Perspektive, für wen auch ... ist sie der Meinung. Ihre Enkel sind ihr auch zu viel...

      Was würdet ihr machen? Auf der einen Art tut sie mir leid aber auf der anderen Art werde ich auch so langsam unglaublich wütend.
      Sie haben mich jahreslang mit ihren Streitereien genervt, keine Geburtstagsfeier war schön. An meinem Mann haben sie auch kein gutes Haar gelassen obwohl er im Rahmen seiner Möglichkeiten immer gemacht und getan hat und auch heute noch macht. In die Kindererziehung wurde mir auch immer reingeredet, weil man meinte es ja nur gut usw.
      Selbst vorletztes Jahr zu Weihnachten haben sie sich bei mir zu Hause gestritten, natürlich nur über Nichtigkeiten. Selbst meine Große hätte sie am liebsten vor die Tür gesetzt.
      Was meint ihr, muss ich ihr Zeit geben, ist so ein Verhalten normal, muss ich es einfach ertragen, manchmal würde ich einfach gern nur abhauen.
      Ich wollte dieses Jahr zum Geburtstag verreisen endlich mal das machen, was ich will. Da habe ich auch schon wieder ein schlechtes Gewissen sie hier mit der Tante alleine hocken zu lassen. Ach man...

      #winke

      • Hallo,

        Ich habe mich nicht durch den Trefft gekämpft- mein Patenonkel sagte immer "nirgendwo wird so viel gelogen wie auf Beerdigungen und in Traueranzeigen"

        Fall 1: es ging um die Außenwirkung
        Fall 2: deiner Mutter wurde bewusst, wss sie doch ann ihm hatte. Pflege ist anstrengend. Krank sein auch. Da bleiben die Emotionen nicht aus. Leute verändern sich im Alter. Einige werden stur und streitsüchtig. Und nach 50 Jahren sagt man vielleicht so einiges, was einem später doch leid tut.

        Für Deine Mutter war der Tod Deines Vaters vieleicht tatsächlich ein plötzliches Ereignis, die hat die Anzeichen verdrängt. Entsprechend groß ist der Schock.

        Du musst aber auch an Dich denken. Trauere wie Du es für richtig hältst. Fahre am Geburtstag weg. Sei für Deine Mutter da, aber lass Dir kein schlechtes Gewissen einreden.

        Mein Vater starb nach langer Krankheit - man sah es ihm die Tage vorher an. Wir haben uns alle verabschiedet und trotzdem war ich total geschockt als er wenige Stunden später starb.

        Alles Gute

        Mein Mann starb vor 3 Jahren, nach 35 Jahren Ehe und kurzer schwerer Krankheit. Ja ich wusste, dass er sterben würde, aber gesichert nur wenige Tage.
        Ich hätte ihm ein solches Leben wie in den Wochen vor seinem Tod nicht mehr länger gewünscht -als Vollpflegefall.
        Deine Mutter kann mit sich selber nichts anfangen, musste es wohl nie und sie wütet nun herum, weil sie alleine ist, ihr fehlt das Zielobjekt für ihre, wenn auch negative Beschäftigung. Ich habe es sehr oft erlebt, dass Frauen, die teils schlimme Ehen führten, am lautesten jammerten und dauernd zum Grab rannten - und plötzlich waren die Männer Engel in ihren Erzählungen. Manche müssen sich wohl selber belügen, um ihre Schuldgefühle zuzuschütten. Lass sie einfach mal eine Weile in Ruhe, sie MUSS einfach lernen, nun alleine zu leben, sie hat ja eine Therapeutin. Lass Dich in den Strudel nicht mit reinziehen, das kannst Du garnicht leisten. Schlechtes Gewissen musst Du nicht haben, Du hast ihr ja bei allen Formaliäten geholfen, aber ihren Gemütszustand kannst Du nicht ändern, da muss sie alleine zurechtkommen lernen. LG Moni

        • Hallo Moni!

          Danke für deine Worte, wenn gleich ich auch etwas schockiert war, dass du deinen Weg nun auch allein gehen musst. Ich bin ja quasi ein oller Dino hier, war aber längere Zeit nicht im Forum.
          Für mich ist das Leben mit anderen ja vergleichbar mit einer Leihgabe, man bekommt etwas für eine gewisse Zeit und irgendwann muss man es wieder hergeben. Folglich sollte man es pfleglich behandeln.

          Du hast vermutlich Recht, meine Mutter kann mit sich selbst nichts anfangen. Sie hat nie alleine gelebt, war es doch die Generation, welche zu Hause wohnte, einen Mann (meist den ersten und einzigen) heiratete und fortan zusammen war. Ja über die Jahre ändert sich viel, eine Beziehung bedeutet auch immer Arbeit und irgendwann eben auch Alltag, ich bin selbst schon 15 Jahre verheiratet und es ist nicht immer leicht. Aber bevor ich so ungerecht werde und meinen Partner so verachtend behandeln würde, würde ich lieber gehen. Naja.... Letztendlich haben meinen Eltern schon vor Jahren den Respekt voreinander verloren.

          Meine Mutter ist nach wie vor so drauf. Erst heute hat sie mir erzählt, dass sich Vater doch immer so sehr gewünscht hat, dass wir im Garten mit helfen und wir ihm diesen Wunsch nicht erfüllt haben. Ich habe mir glaube ich halb die Zunge abgebissen sonst wäre ich explodiert. Beispiel Hecke schneiden. Könnt ihr helfen, wir ja, er an dem Tag um die Uhrzeit und nur dann. Diskussion oder Verhandlung zwecklos ansonsten wurde einem Unwilligkeit, Respektlosigkeit vorm Alter usw. vorgeworfen.
          Wie konnten wir auch als 2fache, vollberuftätige Eltern mit eigenem Leben und Garten.
          --> Sie versucht mir nicht ernsthaft jetzt ein schlechtes Gewissen auf dem Rücken meines toten Vaters zu machen oder irre ich da gerade?! Das trifft mich schon, zumal ich überlege, dass wir nach dem Vollzeitjob bis abends ALLEINE die ganze blöde Hecke gemäht und die Überreste weggeschleppt haben.

          Ganz ehrlich mir fehlen die Worte...

          Ihre Tabletten hat sie abgesetzt, sie helfen nichts und sie bekommt davon Ausschlag #schock, außerdem setzt sie nun vermehrt darauf sich mit Leuten zu umgeben die seinen Tod auch für ein plötzliches, unvorhersehbares Ereignis hielten (wahlweise Leute die sie max. 3x im Jahr gesehen hat) und nun in ihr Rohr mit hinblasen und sie natürlich noch mehr runterziehen. Eins ist für sie klar ich verstehe sie nicht und kann das auch gar nicht, weil mein Mann ist ja noch nicht so lange da und tot eben auch nicht. Ich glaube ich kann schon so eine Situation einschätzen. Meiner Freundin ihr Mann verstarb plötzlich an einem Herzinfakt und hat damals 2 Grundschulkinder ihr hinterlassen. Ich glaube sehr wohl, zu wissen was das heißt und er war 20 Jahre jünger wie mein Vater.

          Naja ich will dich auch nicht weiter zutexten. Die Situation wird auch immer absurder...manchmal denke ich dreht sie irgendwann durch?!

          Ich habe übrigens den Urlaub zu meinem Geburtstag gebucht ;-).

          Liebe Grüße

      Wir hatten das vor 2 Jahren mit den Schwiegereltern. Meine Schwiegermutter starb leider an Krebs, das zog sich über viele Jahre und in den letzten Monate war mehr als klar das es bald zu Ende geht. Als sie starb tat Schwiegervater ganz überrascht. Er hatte kaum Kontakte zu Außenwelt weil er alle Menschen für dumm hält. Mein Mann hat ihn mir zu uns genommen, das klappte nicht da er immer nur von Selbstmord sprach und alle Hilfen ablehnte. Alle die ihm helfen wollten hat er vor den Kopf gestossen, hat einigen sogar verboten zur Beerdigung zu kommen ( den Geschwistern und Familien seiner Frau). Uns wurde immerwieder zum Vorwurf gemacht das wir uns nicht kümmern aber 1. lehnte er alle Hilfe ab und 2. wohnte er fast 800 km entfernt und wir arbeiten beide, da fährt man nicht ständig hin. Mein Sohn hat dann den Kontakt verweigert weil er nur noch gejammert hat und uns beleidigt hat. Mein Mann hat täglich mit ihm telefoniert um zu helfen, dabei wurde er meist beschimpft. Als mein Mann ihn dann besuchte hat er sich kurz vorher umgebracht, so daß mein Mann ihn so vorgefunden hat. Ich fand das damals unmöglich von ihm und werde ihm das niemals verzeihen. Auf der einen Seite waren wir aber auch froh das der Terror endlich vorbei war. Meine Kollegin hat im Moment das gleiche erlebt, Schwiegermutter starb, Schwiegervater kapseln sich ab und will nicht mehr leben. Ich denke mehr wie helfen kann man nicht, wenn die Betroffene keine Hilfe wollen dann dränge ich mich auch nicht auf, vor allem lasse ich mir kein schlechtes Gewissen einreden.
      Jeder ist für sein eigenes Glück verantwortlich, man muss es nur wollen und nicht immer anderen die Schuld geben für sein eigenes Versagen.

      Ich wünsche dir starke Nerven und vor allem einen tollen Urlaub😎

      LG
      Visilo

      Hallo
      Ich denke es ist Zeit an dich selbst zu denken.
      Deine Mutter wird sich sicher nicht mehr ändern egal ob du dir auf die Zunge beißt, schreist, weinst oder einfach nur einfühlsam „da“ bist.
      Du musst dein Leben ändern wenn du willst dass sich etwas verändert.
      Engagiere einen Gärtner der ihr hilft wenn sie jemand für den Garten braucht. Da brauchst du auch kein schlechtes Gewissen haben.
      Nutze die Zeit die du mit ihr hast für andere Dinge Als dich um „ ihre „ Angelegenheiten zu kümmern. Stell den Kontakt zu tauergruppe, Bank, Gärtner und co her. Hilf ihr beim organisieren aber lebe nicht ihr Leben oder ersetzte deinen Papa.
      Genieße DEIN Leben !!! Fahr in den Urlaub. Unternimm etwas mit deinem Mann oder deinen Kindern und besuche deine Mutter auf einen Kaffee.
      Lass dich nich5 irritieren von ihrer Trauer. Es ist ihre Trauer und es sind ihre Gefühle auch wenn sie dir seltsam vorkommen.
      Sich um seine Mutter kümmern heißt nicht sie zu bemuttern, all ihre Wünsche zu erfüllen oder kein eigenes Leben zu haben.
      Finde einen Mittelweg!!
      Liebe Grüße
      Faxl

    • Mein Beileid zum Verlust deines Vaters

      so viel Verständnis man auch haben mag für den Hinterbliebenen Partner aber so viel Abgrenzung muss man durchziehen wenn die Person anfängt zum Energie Räuber zu werden.

      Würde das meine Mutter sein ich glaube ich hätte inzwischen mal meinen ganzen Frust / Wut und Enttäuschung an ihr direkt abgeladen und ihr ins Gesicht gesagt sie solle von ihrer heuchlerischen, zerstörerischen Art ablassen. Das der Vater durch den Tod quasi die nie durchgezogene Scheidung nun hat und das du als Kind und deine Familie es satt habt ihr gejammere , geheuchle, und ungefragte Verplanung sich an zu tun.
      Sich darf sich gerne melden wenn sie von dem Tripp mal runter gekommen ist.

      Und dann würde ich konsequent erst mal mein eigenes Leben mit der Familie leben die Zeit ist zu schade und zu Kostbar um sie mit solchen Menschen zu verschwenden zumal ihr es eh schon zu lange mitgemacht habt.

      Seit dem plötzlichen Tod eines Freundes und Kollegen meines Mannes 1 Woche vor Ostern im alter von 39 Jahren sieht mein Mann aktuell auch gewisse Dinge anders.

      • Hallo!

        Ich habe erst heute deine Antwort gelesen. Im Grunde hätte ich manchmal gewaltig Lust ihr mal meinen ganzen Frust an den Kopf zu knallen aber ich bin mittlerweile 40 Jahre alt und denke nicht, dass mir das was bringt. Auch vertrete ich die Meinung, wer brüllt dem gehen die Argumente aus. Da steh ich nicht so drauf.

        Aktuell geht mir die ganze Sache sehr an die Substanz und ich überlege mit ihr noch einmal in Ruhe zu reden. Erst heute waren wir Hinterbliebenenrente beantragen und sie heulte da wieder und meinte eigentlich braucht sie die eh nicht mehr. Da wurde mein Ton schon schärfer und ich habe sie gefragt was das eigentlich soll.
        Auch war sie am Samtag in ihrem Garten obwohl sie ja niemanden da sehen will #schock, was ja bei 20 Grad und strahlendem Sonnenschein auch so unwahrscheinlich ist. Und wie erwartet kamen viele und waren laut ihren Aussagen wieder so geschockt, haben sie bedauert usw.. ... Im Normalfall lag mein Vater wenn überhaupt auf der Gartenliege und hatte zu keinem seiner Gartennachbarn ein gutes Verhältnis also wie bitte sollten diese Menschen realistisch etwas einschätzen. Meiner Meinung nach hascht sie nahezu nach Mitleid.

        Mittlerweile hat meine Mutter über 10 Kilo abgenommen, ist fahrig, zittrig, vergisst viel, ist beratungsresistent. Ich kann und will mich darauf nicht mehr einlassen. Was will man machen, wenn ein Mensch nicht will?
        Jetzt sollen wir sie zum Wandern mitnehmen und radfahren #schock, sie war sonst nie wandern und auch kaum radfahren. Wir haben auch unseren Freundeskreis und da haben wir echt keine Lust drauf.
        Ja sie hat niemanden außer ihre Schwester, die nun auch noch an Brustkrebs erkrankt ist (zum Glück im Anfangsstadium mit guten Heilungschancen) aber dafür kann ich doch nichts.

        Es ist gruselig, manchmal wünschte ich mir es wäre Ruhe für immer.
        Übrigens die Ausstellung einer Bankvollmacht für den Sterbefall für mich hat sie noch immer nicht ausgefüllt und als ich ihr es heute nochmal hinlegte, hat sie gemeint sie muss erstmal sehen. Toll bin ich der Arsch der dann den Arsch gemacht hat oder was?!

        #winke

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