Ängste

    • (1) 21.03.18 - 22:16

      Hallo zusammen,

      seit längerem habe ich eine Sache die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Langsam finde ich das es immer mehr überhand nimmt und will mich gerne mit jemanden austauschen

      In den letzten Jahren gab es mehrere Sterbefälle in meiner Umgebung. Teilweise waren es Leute in meinem Alter.( mitte 30) Auch ein Freund meines Sohnes ist mit 8 Jahren verstorben.

      Es hört sich vielleicht komisch an, obwohl es ja bekannt ist das das Leben begrenzt ist, aber mir ist das erst mit diesen Sterbefällen ins Bewusstsein gerückt worden, dass auch mein Leben und das Leben meiner Kinder, meiner Eltern irgendwann zu Ende sein wird. Das hat so bei mir eingeschlagen, das ich mir manchmal richtig dumm vorkomme, so als hätte ich vorher nichts davon gewusst, dass man sterben könnte..

      Diese Erkenntnis ist seither sehr erdrückend für mich. Täglich habe ich Gedanken wie: vielleicht sehe ich mein Kind heute zum letzten Mal? Was wenn ich einen Unfall habe und meine Kinder nie wieder sehe und sie ohne mich aufwachsen müssen? Was wäre wenn ich krank werde und sterbe? usw

      Diese Gedanken lasse ich in keinster Weise nach Außen dringen, ich habe auch niemanden mit dem ich wirklich darüber reden kann.

      Wie geht es euch mit dem Thema? Wie geht ihr mit solchen Gedanken um?

      Auf der einen Seite bin ich sehr dankbar für diese Erkenntnis, da ich jetzt viel bewusster mit allem umgehe. Aber mich quälen diese Gedanken auch. Bislang hab ich aber auch noch keine Taktik sie ausschalten zu können.

      Ich weine auch oft heimlich wegen solcher Gedankengänge.

      Ist das noch normal? Oder sehe ich das nur so als verrückt an, weil das Thema in unserer Gesellschaft ein Tabu ist? Und keiner darüber redet? Ist es ein Zeichen dafür, dass ich die Trauerfälle noch nicht richtig verarbeitet habe? Lasst mich eure Gedanken wissen.

      lg rockisdead

      • Hallo!

        Das ist doch schon ein guter Anfang, dass es dir bewusst geworden ist und dass du das nicht einfach wieder verdrängen willst. Wir sind alle von unserer eigenen Unentbehrlichkeit überzeugt. Wenn man dann allerdings bedenkt, wie lange die Erde vorher ohne uns funktioniert hat, muss uns klar werden, dass sie auch wieder ohne uns zurecht kommen wird. Was sich zunächst etwas hart anhört, lässt mich entspannt zurück. Eigentlich ist alles gar nicht so wichtig, wie wir immer denken. Deshalb kann ich gar nicht so viel falsch machen. Es erleichtert mich, dass es sehr wohl auch ohne mich weitergehen wird.

        Man kann sich jetzt tausend Szenarien vorstellen, wie das eigene Sterben und der eigene Tod aussehen werden. Es wird aber nur eine Version stimmen und wahrscheinlich eine, an die wir vorher gar nicht gedacht haben. Man kann jetzt voller Angst durchs Leben gehen, man kann aber auch einfach abwarten und sich immer wieder auf das einstellen, was gerade real ist.

        Ich finde diesen Blog ganz gut. Schonungslos und tröstlich:
        https://www.sterbenueben.de/

        "Ist das noch normal? Oder sehe ich das nur so als verrückt an, weil das Thema in unserer Gesellschaft ein Tabu ist? Und keiner darüber redet"

        Dann fang du doch an, darüber zu reden und zu fragen. Wenn du ganz mutig bist, macht du so einen Kurs für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter mit. Selbst, wenn du hinterher nicht ehrenamtlich arbeiten möchtest, kannst du eine Menge lernen, darüber reden und dem Tod in Begleitung begegnen. Er ist normal. Er ist sogar sinnvoll, wenn einige sich auch Unsterblichkeit wünschen.

        LG

        (3) 22.03.18 - 17:14

        Hiho, ich bin schon sehr früh damit in Kontakt gekommen, als ich 3 war hab ich das erste Mal eine Leiche gesehen, es zog sich durch mein ganzes Leben, es ist hart sich mit dem Thema zu befassen, da man keine Antwort findet.
        Das was mir aber immer wichtig ist, ist nie im Streit auseinander gehen. Denn es gibt nichts schlimmeres als etwas was man NIE wieder klären kann. Der Tod kann plötzlich und unerwartet kommen oder auch nach langer Krankheit. Ich hab beides miterlebt und muss sagen das es für Angehörige schöner ist sich zu verabschieden.
        Aber so spielt das Leben nun mal. Ich habe vor 6 Jahren auch gesagt bekommen, das ich vermutlich nicht mehr lange lebe und siehe da ich bin gesund geworden und hab sogar noch 2 Kinder bekommen. Was ich damit sagen will, das Leben kommt wie es kommt. Du hast es nicht in der Hand. Du kannst aber das beste daraus machen. Geniesse es. Geh eine Runde durch den Wald und schau mal richtig hin. Wir nehmen in unsere Gesellschaft so viele schöne Dinge nicht mehr war, weil wir uns einfach stressen lassen. Die Kleinigkeiten machen das Leben erst Lebenswert.
        Meine Mama hat IMMER gesagt das an dem Tag wo man das Licht der Welt erblickt auch der Tag feststeht an dem man gehen muss.
        Und ich glaube fest daran das es meine Mama sein wird die mich irgendwann holt.
        Ich habe mittlerweile die Angst vorm Tod verloren, aber bei mir ist das auch was anderes. Entscheident ist für mich nicht wann sondern wie.
        Natürlich würden Freunde und Familie um mich trauern, aber es würde für alle weiter gehen. Die Sonne geht nunmal jeden Tag wieder auf. Klar braucht es Zeit um zu trauern, aber irgendwann kann man wieder Lachen, Freude empfinden weil man feststellt, das das Leben hier weiter geht.
        LG

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