Meine Oma hat Krebs

    • (1) 26.03.18 - 21:49

      Meine Oma hat vor 2 Jahren erfahren das die Gebärmutterhalzkrebs hat, aber sie glaubt es nicht und denkt das die Ärzte sie anlügen würden da sie Schizophrenie hat.
      Wir alle haben versucht ihr zu sagen das die einfach zur Kontrolle zum Arzt gehen soll, meine Mutter hat die mit zu sich ins Ausland genommen so das die sich um die kümmern kann.
      Meine Oma hat Blutungen seit 2 Jahren non stop und gestern hatte die so schlimme Schmerzen gehabt das die endlich zum Krankenhaus ging die haben ihr Morphium gegeben 4 mal.
      Der Arzt meinte zu meiner Mutter das meine Oma ihre Organe aufgeben und sie so schnell wie möglich nach Deutschland bringen soll um da ihre Behandlung zu machen .
      Die sind heute nach DE geflogen so bald die ankamen fing meine Oma sich an zu übergeben, mein Onkel Wolte die direkt ins Krankenhaus bringen aber die weigert sich alle haben mit ihr geredet aber am Ende ist die zu meiner Tante gegangen und meinte die geht zum Hausarzt anstatt zum Krankenhaus.

      Kann man jemand dazu zwingen zum Krankenhaus zu gehen ?
      Meine Oma hat Schizophrenie und will nicht glauben das irgendwas mit ihr nicht stimmt und denkt das Ärzte ihr nur weh tun wollen.
      Wir machen uns Sorgen und wissen nicht mehr weiter .

      • Es gibt eine palliative (=schmerzlindernde) ambulante Versorgung, allerdings muss man dazu einen spezialisierten Arzt finden, der sich bereit erklärt die Patientin zu begleiten. Meistens ist es ein Team aus einem Arzt für die Dosierung und einer Palliativschwester, die die notwendigen Medikamente zu Hause verabreicht.
        Du kannst nach Ärzten suchen die eine Ausbildung in Palliativmedizin haben. Evtl. könnte dir auch ein Ansprechpartner aus einem Hospiz helfen, einfach weil die Hospize mit dem Thema Schmerzbehandlung bei Krebs im Endstadium vertraut sind und vermutlich geeignete Ärzte nennen können.
        Ich verstehe, dass deine Oma nicht in ein Krankenhaus will und hoffe, dass Ihr schnell eine kompetente palliative Versorgung für sie findet, damit sie ihre letzte Zeit schmerzarm und sicher zuhause in vertrauter Umgebung leben darf.
        Auch kranken und sterbenden Menschen steht es zu, eigene Entscheidungen zu treffen.
        Alles Gute, das ist eine schwere Zeit für Euch alle.

        Hallo,

        Meine Oma bekam um ihren 70. Geburtstag die Diagnose magenkrebs. Sie hat es keinen gesagt, nicht mal meinen Opa. Uns wunderte nur dass sie schlagartig mit rauchen aufhörte obwohl sie die klimmstängel wie Kaugummi konsumierte. Zwei Schachteln und mehr waren keine Seltenheit.
        In dem Sommer vor ihrem 77. Geburstag ging es ihr zunehmend schlechter, meinem Großvater auch. Da meine Großeltern noch andere Erkrankungen hatten waren sie regelmäßig beim Arzt und wir alle machten uns keine Gedanken. Meine Oma ging dann auf drängen meiner Tante kurz vor ihrem Geburtstag ins Krankenhaus und sollte danach mit einem sauerstoffgerät nach Hause entlassen werden. Weder mein Opa noch der Rest der Familie wusste bis dahin dass der Krebs auf die Lunge gestreut hatte und sie bereits starke Schmerzmittel bekam. Sie starb mit genau 77 Jahren an ihrem Geburtstag. Meine Oma hatte keine Demenz oder ähnliches. Sie hatte nur für sich entschlossen diesen Weg zu gehen. Mein Opa starb im selben Jahr an Leber und Darmkrebs den er auch nicht behandeln ließ.

        Auch wenn deine oma geistig in einer anderen Welt lebt, es ist ihre Entscheidung. Mein Gyn ist selbst Onkologie und ich sehe dort auch Patienten mit dem Beschwerdebild deiner Oma. Der Spagat zwischen aggressiver krebstherapie oder sehr guter palliativer Behandlung ist nicht ohne. Manchmal ist eine gute palliative Behandlung für den Körper besser als die agressive Chemo, sofern sie in dem Alter überhaupt noch gemacht würde. Es gibt genügend Fälle da sterben Leute nicht an dem Krebs sondern an der krebsbehandlung.

        Wäre es meine omi - ich würde mit dem Arzt reden dass sie keine Schmerzen leidet und noch eine schöne Zeit hat.

        Schaut dass ihr sie Palliativ gut eingestellt bekommt. Bei der Oma von meinem Mann kommt mehrfach am Tag der Pflegedienst und sie bekommt vitsminpillen. Das das nicht nur vitsminpillen sind muss omi nicht wissen

        Viele Grüße geli

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