Angst vor dem Tod?

    • (1) 02.04.18 - 21:01

      Hallöchen

      Ich habe seit einiger Zeit immer wieder solche Gedanken....

      Wie ist es wenn man Tod ist? Was ist mit meinen Kindern?

      Ich habe regelrecht Angst davor. Diese Gedanken treffen mich immer wieder aus heiterem Himmel. Einfach so.

      Zb wenn mein Mann mich küsst oder ich meine Tochter umarme.

      Ist das in meinem Alter normal das man solche Angst vor dem Tod hat? Ich will nicht alt werden. Weil ich weiß das es dann auch irgendwann zu ende ist.

      Ich bin jetzt 25 Jahre alt und alle sagen das ich noch so wahnsinnig jung bin. Aber wenn ich mir so überlege das ich im besten fall nur noch 50-60 Jahre zum leben habe kommt mir das so kurz vor.

      Was kann man dagegen tun?

      Liebe Grüße Focus

      • (2) 03.04.18 - 09:34

        Mit 25 hatte ich diese Gedanken noch nicht . Da hatte ich aber auch noch keine Kinder. Mit 25 war ich quasi unsterblich . Und alle meine Liebsten um mich herum auch . Jetzt mit 40 habe ich dieselben Gedanken wie du . Aktuell auch weil mein Vater schwer krank ist und unsere Familie gerade Kopf steht . Ich versuche für mich Literatur zu bekommen wie ich damit lerne umzugehen . Habe auch schon einiges gutes gefunden . Vielleicht ist das auch ein Mittel für dich

        Hallo!

        "Was kann man dagegen tun?"

        Man sich mit dem Thema beschäftigen. Eine Angst wird nicht kleiner, wenn man sie verdrängt. Du hast Angst vor dem Unbekannten. Einiges wird unbekannt bleiben, aber über vieles kann man sich informieren, darüber reden oder lesen. Dann wird das Thema weniger abstrakt.

        Dann kann man zu gegebener Zeit auch in Ruhe darüber nachdenken, was einem selber wichtig ist und was nicht. Man darüber nachdenken, wie man selber sterben will und wie lieber nicht. Man kann nicht alles planen, aber ein bisschen vorbereiten kann man sich durchaus.

        "Ich will nicht alt werden."
        Die Alternative dazu wäre jung zu sterben, aber das willst du mit Sicherheit auch nicht. Stagnation wirst du sicher auch nicht wollen. Du würdest dich zu Tode (!) langweilen.

        Ich denke aber, du darfst unbeschwert 25 sein und 26, 27, 28..........83 werden. Der Gedanke an die eigenen Endlichkeit wird irgendwann ein bisschen selbstverständlicher. Wenn du dich traust, dir vorher auch mal ernsthafte und natürlich auch traurige Gedanken darüber zu machen, dann wird das Ganze sogar leichter.

        Meine kluge Kollegin sagte neulich zu mir: "Ich bin jetzt einfach gespannt, wie das Sterben bei mir sein wird. In die Geburten meiner Kinder bin ich doch auch völlig unerfahren und vertrauensvoll gegangen. Ich wusste vorher nicht, wie es hinterher sein würde. Es war schmerzhaft und am Ende wurde alles gut!"

        LG

        • "Ich bin jetzt einfach gespannt, wie das Sterben bei mir sein wird."

          Ich habe noch nie jemanden kennengelernt, der sowas gesagt hat - und ich weiß gerade nicht, in welches Fach ich so eine vieldeutige Äußerung dieser klugen Kollegin legen sollte.....Selbsttäuschung? Sarkasmus? Philosophie? Schwarzer Humor? Keine Ahnung.
          Ich für meinen Teil bin ganz sicher nicht aufs Sterben gespannt - ich habe es schon ein paarmal miterlebt - und ich würde es nie und nimmer mit der Geburt meiner Kinder vergleichen, weil "alles gut wurde".
          Für solche Darstellungsweisen fehlt mir wohl das Verständnis.
          Gruß Moni

          • Ach, die Kollegin und ich haben schon viele Menschen beim Sterben "erlebt". Da gibt es nicht nur tragische Geschichten und mit Gelassenheit kommt man immer weiter.

            Sie ist weder sarkastisch noch der Selbsttäuschung erlegen. Sie ist im Gegenteil sehr empathisch, sensibel, fürsorglich und humorvoll. Patienten mögen sie sehr. Ich auch.

            Du willst hier selten verstehen, was ich sage und meine. Wenn man beinahe täglich mit Tod und Sterben zu tun hat, dann bekommt man einfach eine andere Haltung dazu. Es ist ein Teil unseres Lebens und es wird so oder so passieren. Man kann sich die ganze Zeit davor fürchten, man kann es aber auch lassen. Besagte Kollegin und ich auch, wie ich hoffe, werden versuchen, dem Ganzen mit Gelassenheit und "Haltung" entgegen zu gehen. Man muss sich ins Unbekannte begeben, wie z.B. unter der Geburt. Da kannst du auch nicht weglaufen und musst dich irgendwie fügen. und die Kontrolle abgeben. Man kann vorher überlegen, an wen man sie abgibt.

            Ich denke, es ist wirklich eine Frage der inneren Haltung. Du hast eine ganz andere.

            • (6) 03.04.18 - 17:36

              Deine Einstellung / Haltung mit dem Tod in allen Ehren, du kannst nicht von vielen verlangen jemals an so einen Punkt zu kommen so über das Sterben zu denken . Du gibst damit auch oft das Gefühl das man darüber falsch denkt oder eine kranke Einstellung hat . Das hat aber niemand und auch das solltest du akzeptieren . Jeder geht anders damit um und egal wie , es ist immer richtig und gut so. Natürlich sollte man etwas unternehmen wenn aus traurigen Gedanken permanente Angst wird . Aber so zu denken wie kluge Kolllegin oder auch du selbst das ist weder erstrebenswert ( zumindest nicht für mich ) noch wirklich zu verstehen für die meisten Menschen .

              Kulo#winke

              • (7) 03.04.18 - 18:21

                "Deine Einstellung / Haltung mit dem Tod in allen Ehren, du kannst nicht von vielen verlangen jemals an so einen Punkt zu kommen so über das Sterben zu denken "

                Weißt du, was mit total auf den Keks geht?

                Sobald du anders denkst, gehst du (und andere) in die Offensive.

                Du musst nicht denken wie ich. Du musst auch nicht an den Punkt kommen.

                "Jeder geht anders damit um und egal wie , es ist immer richtig und gut so"
                Ach was?!

                Wo genau schrieb ich, dass meine Sichtweise die einzig Wahre ist? Die Ausgangsfrage war, wie andere mit dem Thema umgehen und nicht, wer die einzig richtige Wahrheit kennt. Ich sah schon viele, viele sterben und jeder starb seinen eigenen Tod. Da gibt es in der Tat keine Regeln.
                Ich kann für mich aber einen Weg suchen und finden, wie ich damit umgehe, wie ich das aushalte. Mir helfen durchaus Bilder wie die von der Geburt. Man kann sich auch was anders ausdenken oder es ganz lassen. Das ist mir herzlich egal. Es war ein Vorschlag, es ist eine Denkweise, die man für sich annehmen kann oder nicht.

                Ich glaube allerdings, dass du eine Riesenangst hast, überhaupt darüber nachzudenken. Auch das sei dir freigestellt, aber hör auf mich hier anzuzicken. Ich weiß nichts besser, und habe das niemals behauptet. Erfahrungen habe ich in dem Bereich aber sehr viel mehr als du.

                • (8) 03.04.18 - 20:38

                  Wann habe ich dich angezickt? Warum fühlst du dich so angegriffen wenn jemand seine Meinung schreibt ? Ja du hast definitiv mehr Erfahrung mit dem Thema. Worauf ich nicht neidisch bin . Den Hut ziehe ich vor dir das du mit deiner Stärke unheimlich viel Gutes den kranken Menschen tust . Aber deine Art gegenüber anderen die diese Haltung sich nur schwer vorstellen können gefällt mir leider nicht so . Und das ist jetzt kein gezicke.

          Deine Worte unterstreiche ich . Und ich kenne viele Menschen die eine "gesunde " Eisntellung zum Tod haben. Jedoch ist niemand auf den eigenen Tod gespannt #kratz

          Kulo#winke

      Hallo,

      gerade dem ersten Absatz kann ich mich voll anschließen.
      Meine Oma hat sich sehr viel mit dem eigenen Tod auseinandergesetzt. Als Kind fand ich es schrecklich, dass sie Bücher zu diesem Thema hatte, alles geregelt hat und oft davon gesprochen hat, was sie sich für uns wünscht, wenn sie nicht mehr da ist.

      Sie hatte von Geburt an Herz und Lungenprobleme, sie stand sehr oft an der Schwelle des Todes. Es hätte damals wohl kein Arzt geglaubt, dass sie 86 Jahre alt wird. Sie selbst wohl am wenigsten.

      Sie hätte theoretisch noch älter werden können aber hat ihr Leben dann "selbst" beendet. Eines Tages wollte sie nicht mehr aufstehen. Ohne besonderen Anlass. Nachmittags habe ich sie noch besucht, wollte ihr zureden, dass es ihr bestimmt bald besser gehen würde. Aber sie meinte, sie wolle das gar nicht.Es ginge ihr nicht schlecht, aber sie würde das Leben jetzt loslassen. Es sei alles gesagt und getan worden, ihre Existenz auf Erden würde nun zu Ende gehen. Am Abend ist sie dann eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Es hat noch über eine Woche gedauert bis sie gestorben ist. Aber ohne Qual und Kampf. Die Schwestern haben gesagt sie hätten selten einen Menschen so ruhig sterben sehen.

      Laut meiner Eltern ist ihr Vater genau so gestorben.

      Das andere extrem habe ich bei meiner Großmutter erlebt. Sie hat sich nie wirklich mit dem eigenen Ende beschäftigt und bis zur letzten Sekunde ans Leben geklammert...obwohl es eigentlich nicht mehr wirklich lebenswert war ( laut ihrer Aussage).

      Ich hoffe wirklich, ich kann eines Tages so selbstbestimmt und angstfrei sterben wie meine Oma. Und ich denke, die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist ein sehr wichtiger Aspekt.

Als meine Kinder noch klein waren, hatte ich die Angst auch immer wieder mal, was wird aus ihnen, wenn ich sterben sollte - aber das hat sich von alleine wieder gegeben. Ich habe "gelebt" und das Beste aus allem gemacht. Grübeln hilft nie - in keiner einzigen Lebenssituation. Ich bin mittlerweile alt genug, um das so behaupten zu können.
Ich hoffe mittlerweile nur, dass ich noch einigermaßen gesund vielleicht 15 Jahre leben darf - es liegt sowieso, wie man so schön sagt, nicht in meinen Händen. Wenn diese Gedanken bei Dir nicht verschwinden, solltest Du vielleicht mal mit einem Psychologen darüber sprechen - muss keine umfangreiche Therapie sein, vielleicht reichen Dir ein paar wenige gute Gespräche.
LG Moni

Hallo, das geht mir genauso. Ich bin auch erst 25, habe eine Tochter und ihren Papa als Partner. Durch meine Gedanken an den Tod, habe ich das Gefühl, bewusster zu leben. Für jeden Tag, für jeden schönen Moment mit meinem Freund und unserer wundervollen Tochter bin dankbar. Ja, wirklich. Im Falle meines vorzeitigen Todes werde ich demnächst einen Brief an meine Tochter verfassen. Ich möchte im Fall meines Todes, dass sie etwas von mir in ihren Händen halten kann, wenn sie größer ist und weiß, wie sehr ich sie liebe und wie viel sie mir bedeutet.
Mich plagt manchmal auch die Vorstellung, dass mein Partner frühzeitig stirbt. Selbst wenn es so sein sollte, so kann ich es doch höchstwahrscheinlich nicht beeinflussen und mir bleibt daher nichts anderes übrig, als die Zeit, die wir haben, zu nutzen. Uns zu lieben, das auch zu zeigen, einander achten und schätzen. Ich lass meine Angst vor dem Tod, die mal mehr und mal weniger vorhanden ist, zu. Ich denke das ist wichtig, um nicht vollkommen abzudrehen, denn wir können den Tod niemals abwenden, wir können ihn nur annehmen, wenn es soweit ist.
Ich wünsche Dir alles Liebe und dass du dich auf die schönen Seiten des Lebens besinnen kannst :-)

Hiho, ich würde dir einfach mal raten zu einer Trauerberatung zu gehen, die gibt es in jeder Stadt und sie können dir bestimmt bei einigem eine Hilfreiche Antwort geben.
Das du diese Gedanken ab und zu mal hast, ist normal, aber da sie bei dir ja doch sehr häufig hast, solltest du dagegen was tun, das Leben ist nämlich tatsächlich zu kurz....man sollte jeden Tag geniessen.
Aber eine Frage kann ich dir beantworten. Deine Angehörigen Leben weiter. Sie werden ihren weg gehen, egal wann du stirbst. Sie werden natürlich trauern, aber sie werden auch wieder Lachen, freuen, älter werden. Du wirst immer in ihren Herzen sein, aber für sie dreht sich die Erde einfach weiter.
Mich interessiert das wann zb überhaupt nicht, das wie dafür umso mehr.
Ich glaube ab dem Zeitpunkt der Geburt ist der Todeszeitpunkt mitbestimmt.
Mit 29 hat man mir gesagt, dass ich vermutlich sterbe( 8cm Tumor in der Brust). 1Jahr später sagte man mir ich wäre der 6er im Lotto, da ich soo großes Glück gehabt habe und den Krebs besiegt habe.
Seit dem, lebe ich ganz anders, ich nehme Kleinigkeiten war, die andere gar nicht sehen. Ich geniesse es jeden Tag aufzustehen und Zeit mit meinen Kindern ( die kamen tatsächlich nach der Erkrankung obwohl ich ja angeblich unfruchtbar durch die Chemo war) zu verbringen.
Das Leben geht immer seinen weg, wichtig ist was wir daraus machen. Der Tod gehört dazu, aber er sollte dich nicht ängstigen. Du musst lernen zu akzeptieren das der Tod dazu gehört.
Ich habe für beide Kinder ein , wenn mir von heute auf morgen was passieren sollte, haben sie eine schöne Erinnerung.

Du bist noch so jung, Versuch dein Leben zu geniessen.!!!!
Lg

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