1. Todestag - wie habt ihr euch gefühlt?

    • (1) 07.05.18 - 20:39

      Hallo,

      Letztes Jahr ist meine liebe Mama sehr plötzlich gestorben. Meine Mama und ich standen uns sehr nah. Ich wusste immer das sie eines Tages sterben wird aber das es so plötzlich und schnell kommt, konnte ich mir nicht vorstellen. Das Jahr war so hart und meine Mama fehlt mir jeden Augenblick, aber komischerweise fühle ich mich recht ok (den Umständen entsprechend). Vor ein paar Monaten hätte ich niemals gedacht das es mir kurz vor dem ersten Todestag so gut ergeht.
      Wie habt ihr euch gefühlt bzw. Wie fühlt ihr euch? Habe ich meine Trauer nicht richtig verarbeitet bzw. Verdränge ich meine Gefühle?
      Ich versuche das beste aus der Situation zu machen und so zu handeln wie es sich meine Mama mit Sicherheit für mich gewünscht hätte. Ich kann es ja leider nicht ändern das sie so früh sterben musste. In meiner Vorstellung ist sie einfach immer bei mir und wird es immer sein.

      • (2) 08.05.18 - 09:50

        Hallo lilu

        Meine Mama ist vor zwei Jahren gestorben. Sie war krank und mit 58 Jahren von uns gegangen. Den ersten Todestag fühlte sich bisschen so an wie du es schilderst. Irgendwie ist es für mich ok. Ich kann es ja sowieso nicht ändern. Ich habe mich auch schon oft gefragt, ob ich die Trauer irgendwie verdränge. Frage mich, ob der Hammer irgendwann noch kommt. Aber am Schluss war es eine Erlösung für meine Mama, gehen zu dürfen. Sie hat 2,5 Jahre die Krankheit ertragen müssen. Und wir haben von Anfang an gewusst, dass diese unheilbar ist.
        Das ist der Unterschied. Deine Mama ist unerwartet verstorben, wenn ich es richtig verstanden habe?
        Hab kein schlechtes Gewissen, wenn du nicht so krass trauerst. Jeder tut das anders, alle Formen von Trauer sind ok. Du denkst ja deswegen nicht weniger an deine Mama.
        Ich habe den grossen Glauben-nein ich weiss es sogar-dass meine Mama bei uns ist. Dass sie ihre Enkel (mein Jüngster lernte sie nie kennen) beobachten darf, dass sie die Fortschritte von ihnen und von uns mitbekommt. Das ist ein grosser Trost für mich.

        Ich wünsche dir viel Kraft weiterhin!
        Liebe Grüsse fly

        • (3) 08.05.18 - 18:25

          Vielen lieben Dank für eure Antworten!
          Genau meine Mama ist relativ plötzlich gestorben bzw. Ging es sehr schnell. Sie hat einen Herzinfarkt bekommen und musste operiert werden und nach 1 Woche ist die im KH gestorben. Im Nachhinein bin ich "froh" für die kurze Leidenszeit für sie und auch für uns. Sie hätte auch eine Herzschwäche gehabt und wer weiß wofür alles so gut war?
          An diesem Trost wie du es beschreibst an den Halte ich mich auch fest. Und wünscht sich nicht jede Mana für ihr Kind das es ihm gut geht und nicht den Kopf in den Sand steckt? In Gewissermaßen sind unsere Mütter ja auch in uns/ein Teil von uns und so ist es bei den Enkelkindern ja auch, ein Teil von der Oma ist in ihnen auch wenn Sie sie leider nicht kennenlernen durften. Ich hab leider noch keine Kinder, zunächst hatte es mich auch sehr traurig gemacht das meine Mutter meine Kinder nie im Arm halten darf.
          Vielen Dank ich wünsche dir auch viel Kraft weiterhin.
          LG

      es gibt kein richtiges od. falsches Trauern. Jeder trauert auf seine Art.
      Es mag zwar Menschen geben, die anderen vor schreiben wollen, wie man "ordentlich" trauert, aber so was ist der größte Quatsch.
      >>Habe ich meine Trauer nicht richtig verarbeitet bzw. Verdränge ich meine Gefühle?<<

      weil es dir gut geht? Wo hast du diese Gedanken her? Jemanden vermissen, um ihn trauern bedeutet doch nicht, dass das eigene Leben vorbei ist od. von nun an freudlos und öde sein soll.

      >>In meiner Vorstellung ist sie einfach immer bei mir und wird es immer sein. <<
      das ist deine Art, mit ihrem Tod um zu gehen und ich empfinde es als wunder bar!
      Alles Gute dir

      • Vielen vielen Dank für deine tollen Worte!
        Ja das finde ich auch, die Umwelt/die anderen Leute verunsichern ein immer so sehr...
        Genau und die verstorbene Person wünscht sich mit Sicherheit nicht das man nie wieder Freude hat bzw "nur mit einem Lächeln" an die denkt.
        Danke für dich auch alles Gute!

    Meinem vor 3 Jahren verstorbenen Mann habe ich auf den Grabstein meißeln lassen: "was bleibt ist ein Lächeln in der Seele". Er war jemand, der sehr gerne lachte und viel Unsinn im Kopf hatte ;-)
    Ich glaube, Deiner Mama wäre es sehr recht, wenn Du über euer gemeinsames Leben lächelst - und nicht weinst, weil sie nicht mehr da ist. Mein Mann fehlt mir auch sehr - trotzdem lachen wir in der Familie und mit Freunden viel über ihn und das Leben mit ihm.
    Ist schon in Ordnung so.
    Liebe Grüße von Moni

    • Das ist ein wirklich sehr schöner Spruch und er ist so wahr!
      Da hast du recht, Fehlen werden die geliebten Personen immer, aber das ist auch gut so, denn dadurch leben sie in unseren Gedanken weiter.
      Ich finde es schön, Wenn man nach dem Tod über die Personen sprechen kann und über Erlebtes auch freut bzw. Lacht.
      Ganz liebe Grüße

(8) 09.05.18 - 07:58

Hallo,

der erste Todestag war für mich sehr schlimm und ich war schon wochenlang vorher neben der Spur.
Ab dem zweiten Jahr wurde es dann besser. Mir ging es nur noch einige Tage vorher nicht so gut.

Angst hatte ich vor dem 5. Todestag meiner Mama, aber auch dieser ging vorrüber.

Es fließen mittlerweile nur abends an besonderen Tagen ein paar Tränen, weil sie einfach in unserer Mitte fehlt.

Aber jeder geht mit Trauer anders um, verarbeitet und verkraftet sie anders. Da gibt es kein starres Schema und man muss sich auch nicht schlecht fühlen, wenn man anders fühlt als andere.

  • (9) 09.05.18 - 14:27

    Das ich ein bisschen neben der Spur bin und verwirrt bin das merke ich auch. Ich backe für den ersten Todestag den Lieblings Kuchen meiner Mama und ich freue mich diesen das erste Mal zu genießen und stell mir vor wie wir es zusammen genoßen hätten.
    Warum hattest du denn Angst vor dem 5. Todestag?
    Da hast du Recht, eine Mama fehlt auch immer in der Mitte. Ich kann dich sehr gut verstehen.
    Das stimmt, sowie jeder Mensch auch einfach anders ist so ist au h seine Trauer anders.

    • (10) 09.05.18 - 22:06

      Den Lieblingskuchen meiner Mama gibt es auch jedes Jahr zu ihrem Geburtstag und dabei hassen meine Schwester und ich ihn 😉

      Ich hatte Angst vor dem 5. Todestag, weil sie da dann schon ein halbes Jahrzenht tot wsr. Und das hört sich schon so wahnsinnig viel an. Ich denke so große Sachen werden mir in Zukunft immer wieder Angst machen. Aber ich weiß mittlerweile, dass ich diese Tage auch überstehe.

      Ja und ich finde in die Trauer hat sich keiner einzumischen. Jeder muss etwas finden um mit dem Verlust umgehen zu können.

(11) 15.05.18 - 12:55

Ok...das ist peinlich was ich gleich schreibe. Anonym geht hier nicht, aber ich möchte trotzdem gerne antworten. Mein Vater ist vor fast 5 Jahren verstorben. Ich hatte danach kaum Zeit zu trauern. Hatte ne 7 Tage Arbeitswoche....Prüfungsstress usw. Meinen Vater hab ich für mich gefühlt auch sehr schnell an Krebs verloren. Es War so schrecklich und mein Vater wäre nicht stolz darauf, wie ich danach weiter gemacht habe. Ich habe mich nur noch mit Arbeit betäubt und auch Drogen. (Hatte vorher mit Drogen nix zu tun) Auf jeden Fall habe ich genauso seinen ersten Todestag NICHT erlebt. Ich hab mich an dem Tag davor total zugeknallt. Und hab den Tag im halben Koma irgendwie überlebt. 😯
Drogen nehme ich jetzt schon lange nicht mehr. Aber ich versuche auch nach Jahren immer noch den Todestag zu überarbeiten. Ich gehe nicht an sein Grab und versuche mich an besagtem Tag abzulenken, um nicht daran zu denken.
Das alles ist vermutlich unklug. Aber anders bekomme ich es nicht hin.

Lg

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