Unglaublich Traurig

    • (1) 18.06.18 - 21:03

      Hallo.

      Mein Vater ist gestern in meinen Beisein gestorben. Er war etwas länger krank. Hatte Krebs. Habe ihn seinen letzten Wunsch erfüllt. Er wollte mich nochmal sehen. Ich habe ihm Hospiz besucht, wo er lebte. Es war richtig komisch. Er hat auf mich gewartet. Der Kontakt ist seit meiner Kindheit schwierig gewesen. Er hat ein Alkoholproblem. Habe ihn auch als Erwachsene oft Chance gegeben. Leider hat es nicht so mit Kontakt geklappt. Habe mich gestern mit ihm versöhnt. Sagte ihm unter Tränen zwei oder dreimal es ist Ok, er kann gehen, bin nicht mehr sauer. Ich habe ihm verziehen. Das ist er wirklich gegangen, als ich ihm das sagte. Weiß seit letzten Sommer das er krank ist und habe ihn nur zweimal besucht. Der Abschied gestern und im Mai diesen Jahres. Ich bereue das ich nicht öfters gekommen bin. Habe es irgendwie nicht geschafft. Vor mir her geschoben. Bin froh das mich verabschiedet habe. Es unglaublich schwer für mich. Damit habe ich nicht gerechnet.

      Danke für Lesen.

      • (2) 18.06.18 - 23:43

        Hallo,

        Ja, bestimmt hat er auf dich gewartet und du bist gekommen, so daß er erlöst einschlafen konnte..
        Mehr konnte er nicht von dir erwarten und das hat er bestimmt auch nicht, sonst hätte er nicht so entspannt loslassen können. Er hat dir nichts vorzuwerfen.
        Dann tu du das auch nicht!

        Es ist nicht deine Schuld, dass euer Verältnis so schwierig war und du hast deinem Vater am Ende soviel gegeben wie du konntest.
        Und das war sehr viel.

        Einem Sterbenden Frieden zu schenken, indem man sich versöhnt und verzeiht, ist etwas sehr heilendes, für beide Seiten.

        Auch du wirst deinen Frieden mit dem Geschehenen machen, irgendwann,
        aber jetzt darfst und mußt du trauern!

        Unterdrücke nichts, lass den Schmerz, Verzweiflung, Wut, Einsamkeit, Sehnsucht ....
        alles zu,
        es hilft dir, dich deinem Vater näher zu fühlen und wird dir langfristig bei deinem Verlust helfen.

        alles Gute,
        ich schicke dir von unbekannter Seite mein aufrichtiges Beileid!

      Für mich hört es sich so an, als hätte dein Vater auf dich gewartet und jetzt, da er dich nochmal gesehen hat und du ihm verziehen hast, konnte er beruhigt und friedlich gehen. Es geht ihm gut, da wo er jetzt ist und ich würde mir an deiner Stelle keine Vorwürfe machen, dein Vater hat es auch nicht getan. Natürlich macht man sich im Nachhinein immer viele Gedanken, was man hätte anders machen können. Aber sei froh, dass du dich von ihm verabschiedet hast, er war es auch.
      Wenn ein Familienangehöriger von uns geht, dann ist das immer extrem schwierig, egal wie der Kontakt war. Man steht dieser Person sehr nahe und es schmerzt immer, wenn so eine Person uns verlässt. Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit! Mache dir selbst nicht zu große Vorwürfe. Es gibt auch pflanzliche Mittel, die dir zusätzlich dazu Kraft spenden und dir helfen, das Gedankenkreisen zu beenden. Ich zB habe Sedariston für mich entdeckt. Das besteht aus Johanniskraut und Baldrian und gibt mir in schwierigen Situationen immer den nötigen Halt. Alles Gute!

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