Wie geht es euch, Jahre nach einem Verlust?

    • (1) 08.07.18 - 23:30

      Hallo ihr Lieben,

      mich interessiert es, wie ihr nach einem schweren Verlust weiter gekommen seit. Bald jährt sich wieder der Todestag meines Vaters. 6 Jahre ist es dann her. Und ich habe immer noch das Gefühl, dass alles seit dem viel schwerer ist. Ich habe meine Lebensfreude nie wieder so zurück erlebt, wie es vorher war. Oder denkt man das nur?

      Wie ist es euch ergangen? Wurde euer Leben irgendwann wieder "ganz normal"?

      Mich würde das wirklich sehr interessieren.

      Lg

      • (2) 09.07.18 - 06:10

        Hm, die erste Zeit nach dem Tod meiner Eltern (innerhalb eines Jahres) war etwas strange, es gab halt viel zu regeln. Als endlich alles vom Tisch (besonders die Erbauseinandersetzung) war konnte ich durchatmen.
        Ja, mein Leben hat sich danach komplett geändert. Der Tod meiner Eltern hat mir einfach noch mal ganz klar gemacht, das ich nur dieses eine Leben habe. Ich genieße es in vollen Zügen, habe Entscheidungen getroffen, die ich sonst noch weiter vor mir hergeschoben hätte. Aber diese Schwermut kenne ich nicht. Klar fehlen die Eltern, aber es war doch klar, das dieser Tag irgendwann kommen wird. Gerade bei meiner Mutter war der Tod einfach pure Erlösung.
        Die Spuren, die meine Eltern in meinem Leben hinterlassen haben, sind immer präsent.....verpackt in liebevolle Erinnerungen. Denke ich an sie, dann sitze ich oft verträumt/lächelnd da.
        Vielleicht habe ich da eine andere Grundeinstellung, Trübsal blasen würde sie mir auch nicht wieder bringen. Letzte Woche dachte ich gerade (lachend): "Mama, siehste....ich kann doch kochen/nähen,:-p!" oder auch mal:"Oha, meine Eltern würden mir dafür den Vogel zeigen!".
        Sie sind nun mal gestorben, mein Leben geht weiter und es liegt an mir, was ich mit dem Rest davon anstelle.

        • (3) 09.07.18 - 13:48

          Es kommt doch aber auch immer auf das "Wie" an.
          Waren deine Eltern schon sehr krank oder sehr alt und war es daher eine Erlösung?
          Wenn man jemanden durch Unfall oder anderweitig plötzlichen Tot verliert, hat man, finde ich, eine andere Einstellung und andere Art Trauer damit umzugehen und es zu akzeptieren. Es nicht durchaus nicht weniger einfach wenn ein Mensch durch's Alter stirbt, aber unvorhergesehene Todesfälle sind schon um einiges heftiger zu realisieren.

          • (4) 09.07.18 - 17:38

            Ist das "wie" wirklich wichtig?
            Meine Mutter ist mit 68 elendig an Krebs zugrunde gegangen. Mein Vater (70) 11 Monate später an plötzlichem Organversagen quasi über nacht verstorben, ach halt wir mussten noch entscheiden ob er als Schwerstpflegefall körperlich(!) weiter existieren durfte.

            Ja, der Schock ist am Anfang bei einem plötzlichen Tod schlimmer, aber ich denke wirklich das es eine Grundeinstellung ist, wie man dann später damit umgeht.

            Ich habe schon viele Menschen auf den Friedhof gebracht, junge Menschen, alte Menschen, nach langer Krankheit, nach sofotigem Tod durch Unfälle, Leichtsinn. Die Reihe ist lang udn unterschiedlich wie das Leben selber. Kein einziger hätte gewollt, das die Hinterbliebenden auf ewig Trübsal blasen....im Gegenteil. Einzig die Trauer um ein Kind male ich mir wie die Hölle auf Erden aus. Und auch da habe ich erlebt, das die Eltern irgendwann wieder das Leben in Angriff nehmen.

            Es ist immer unvorstellbar, das ein Mensch aus dem nahen Umfeld nicht mehr da ist, aber es passiert nun mal.

            Die TE hat explizit gefragt, wie andere danach weiter leben, ich habe ihr geantwortet. Im Umgang mit Trauer hat niemand hat einen Weg in Frage zu stellen, genauso wenig wie ich den Weg der TE in Frage stelle. Das wie, wann, warum ist im Grunde völlig egal, ein Lieblingsmensch ist nicht mehr da....aber die Spuren seines Lebens werden einen für den Rest des Lebens begleiten.

      Vor fast vier Jahren starb meine beste Freundin, ein halbes Jahr später mein Mann. Und ja, ich vermisse beide noch - aber - der Schmerz wird ruhiger, auch wenn er immer wieder mal kommt, besonders, wenn man Fotos anschaut. Filme, auf denen mein Mann lebendig und fröhlich zu sehen ist, kann ich immer noch nicht anschauen.
      Aber noch schlimmer finde ich persönlich, wenn man jemanden aus der engsten Familie verloren hat, der einem viele Jahre wichtig war und der noch lebt - aber keinen Kontakt mehr will. Das "heilt" garnicht. Da wird das Leben nie wieder "normal und glücklich".
      Ich bin aber sicher, dass Dein Vater sich für Dich wünschen würde, dass Du Deine Lebensfreude wieder erlangen kannst - Du bist doch noch jung und hast Familie?
      Meinem Mann habe ich auf den Grabstein schreiben lassen "was bleibt ist ein Lächeln in der Seele" - vielleicht schaffst Du das ja auch bei Deinem Vater.
      LG Moni

      (6) 09.07.18 - 11:27

      Hallo.

      Meine Mutter verstarb im Januar 2013 im Schlaf mit gerade mal 49 Jahren. Niemand hätte damit gerechnet.
      Jetzt, 5 Jahre später, kann ich sagen ich hab's verarbeitet. Mein Leben ist toll und ich fühl mich wohl in meiner Haut.
      Sie fehlt mir dennoch. Nicht täglich, aber die Wehmut ist präsent wenn ich an sie denke.
      Es tut nicht mehr so weh, worüber ich ehrlich froh bin. Denn das Gefühl kann einen
      zermürben.
      Ganz normal wird es nie wieder, dieses Gefühl ist normal. Man lernt aber damit umzugehen und sein Glück eben nur anders weiterhin zu erleben.

      Solltest du auch nach 6 Jahren noch das Gefühl haben, es fühlt sich alles schwerer an, hast du evtl seinen Tot nicht richtig verarbeitet. Aber dafür gibt's Hilfe. Erkundige dich mal bei der Krankenkasse, die wissen Anlaufstellen.

    • (7) 09.07.18 - 13:54

      Was heißt hier normal? Jeder Mensch ist anders, jeder erlebt Veränderungen anders.
      So wie es mal war, wird es nie wieder, aber, und so habe ich es meinen Töchtern immer gesagt, anders heißt nicht schlechter!
      Natürlich gibt es Situationen, in denen mir meine Eltern extrem fehlen und zwar beide, obwohl meine Mutter noch lebt. Aufgrund ihrer starken Demenz kann sie nur noch minimal an unserem Leben teilnehmen bzw. wirklich aufnehmen, was wir ihr erzählen. Mein Vater starb im letzten Herbst. Beide waren wirkliche Familienmenschen, haben immer soooo Anteil genommen an ihren Enkelkindern, sie über alles geliebt und wenn jetzt solche Feste kommen wie Weihnachten, Geburtstage, oder jetzt das Abitur unserer Großen...ja dann bin ich traurig, und dann kommen mir auch oft die Tränen, weil ich denke, wie sehr sie sich gewünscht hätten jetzt in diesem Moment dabei zu sein.
      Aber....und das weiß ich, sie haben lange, lange an allem teilhaben dürfen, wir haben wunderbare (auch schwere) Zeiten mit und in der Familie gehabt und das war für alle eine tolle Zeit, an die wir dankbar und glücklich, dass wir sie gehabt haben, zurück schauen können.
      Aber...und das ist das wichtigste, es geht weiter, es ist anders, es ist Zeit für neue Traditionen zu Weihnachten, Zeit sich weiter zu entwickeln, Zeit nach vorn zu schauen
      und das Schöne zu entdecken, was wir hier haben und noch haben werden!

      Schau nach vorne, setz dir Ziele und wenn du sie erreicht hast, schau rauf zum Himmel und sag deinem Papa, dass du weißt, er schaut runter und freut sich mit dir!
      LG

      (8) 09.07.18 - 19:54

      Ich bin nicht mehr die Alte und weine immer noch, wenn ich in einer traurigen, emotionalen Phase bin und Bilder der Vergangenheit hochkommen. Aber ich bin auch stärker geworden. Ich weiß, dass man "sowas" irgendwie übersteht. Liebe Menschen zu verlieren oder ihnen gar beim Sterben zusehen zu müssen, der Gedanke hat mich immer zutiefst geängstigt und ich war mir sicher, dass ich das nicht durchstehen könnte. Nun weiß ich, dass ich es kann... es tut weh, es ist brutal und gemein, alles ist unfair, aber doch geht das Leben weiter. Anders ja, aber trotz allem gibt es auch "danach" irgendwann wieder ein normales Leben - nur leider ohne die, die vorausgegangen sind.

      Alles Liebe wünscht dir
      malafide

      Bei mir sind die Großeltern verstorben, bei denen ich aufwuchs. Das war schon schlimm. Auch die Umstände. Da ich jedoch zuvor/zeitgleich und später nochmal ein Kind bekam, war und bin ich so beschäftigt, dass mich das nicht so sehr herunter ziehen kann. Wir wohnen sogar im Haus meiner Großeltern.
      Aber es ist nicht so, dass sie immer präsent wären. Wir wohnen ja nun auch anders und es sind nur noch wenige Möbel und Gegenstände von ihnen vorhanden.
      Man muss damit klar kommen, finde ich. Trauer, ja. Aber das Leben geht weiter. Unaufhaltsam. Aber dafür hat man ja auch Fotos, Erinnerungen, das Grab. Wenn ich allerdings alleine wäre ohne Kinder. Ich glaube, dann hätte mich das noch viel härter getroffen.

      (10) 09.07.18 - 22:00

      Hallo

      vor 8 bzw. 7 Jahren starben mein Vater und mein Bruder, beide an Krebs.
      Die ersten zwei Jahre war ich emotional sehr angeschlagen.Da reichte ein entgegenkommendes Auto der gleichen Marke und Farbe wie das meines Vaters und ich fing an zu heulen.Meine Mutter veränderte sich auch sehr.Den Tod meines Vaters hat sie gut überstanden, den Verlust des Sohnes nicht so.Sie lebt zunehmend in ihrer eigenen Welt, ist dabei aber nicht erkennbar traurig.
      Gerade kürzlich fiel mir auf, vergessen habe ich Vater und Bruder nicht.Aber es ist nicht mehr schmerzhaft oder nur traurig an sie zu denken.
      Manchmal denke ich sogar, gut das der Opa das nicht mehr erleben muss.
      Mein Vater lebt quasi in mir fort.....sagen jedenfalls meine Kinder manchmal.
      Wir waren uns schon immer ähnlich.
      Dankbarkeit und schöne Erinnerungen überwiegen.

      L.G.

      • (11) 11.07.18 - 22:27

        Ich bin auch manchmal froh, dass mein Mann manches nicht mehr erleben muss. Er wäre maßlos verletzt und enttäuscht von manchen Ereignissen - das würde er nicht verwinden, das haben auch andere schon gesagt. Da ist es wirklich besser so.
        Mein Vater und ich waren uns auch sehr ähnlich - wir dachten sogar oft das Gleiche, was meine Mutter immer wieder mal seeehr verärgerte ;-)
        LG

        • (12) 11.07.18 - 22:53

          Vor zwei Tagen habe ich noch geschrieben , ich werde nicht mehr traurig.
          Heute entdeckte ich im Bücherregal das Buch"Familienrezepte aus dem Sudentenland ".
          Das hat mir mein Vater mal geschenkt. Und schon wurde ich sehr traurig.:-(
          Dabei ist es in unserem Alter völlig normal , dass die Eltern nicht mehr da sind.
          Väter sterben nicht..........

          • (13) 11.07.18 - 23:14

            Nein Väter sterben nicht......denke ich sogar sehr oft daran, wenn ich Kartoffelpüree mache (heute sagt man ja eher Stampf#augen) sein absolutes Lieblingsessen in allen Variationen...mit Kraut und Kassler, mit Bratwurst, mit gebr. Leberkäs, mit...... #herzlich

    (14) 10.07.18 - 21:38

    Hallo,

    ich habe vor fast 15 Jahren meinen heiß und innig geliebten Bruder mit gerade einmal 27 Jahren nach einem tragischen Unglück verloren.

    Das erste Jahr ging es mir ganz schlecht. Ich bin mehrmals täglich (sogar nachts) zum Friedhof und habe an seinem Grab gesessen und fruchtbar geweint. Die Trauer und der Schmerz hat mich fast aufgefressen und mein Leben bestimmt. Ich habe mir dann Hilfte bei einer Psychologin geholt und mit ihrer Hilfe habe ich das ganze verarbeiten können.

    Inzwischen gehts mir gut. Ich habe 3 Kinder und bin (natürlich) so manchesmal immer noch traurig, dass mein Bruder schon verstorben ist.
    Wir gehen öfter zusammen zum Friedhof und die Kinder freuen sich immer, wenn wir wieder Onkel Sveni besuchen.

    Aber der Unfall war damals echt ein Schlag ins Kontor. Zumal mein Bruder auch noch 6 Wochen spurlos verschwunden war und erst später wieder auftauchte.

    Viele Grüße

    Melanie

    (15) 14.07.18 - 20:18

    Am 23.07.2013 verlor ich meinen Freund 2 Tage nach meinem 25. Geburtstag, nach 7 Jahren Beziehung, an Krebs. Relativ schnell lernte ich jemanden kennen. Der tat mir nicht gut, ich durfte nicht trauern.
    Heute bin ich 2 Jahre mit meinem jetzigen Freund zusammen und es geht mir wunderbar. Er hat viel Verständnis, wir sind füreinander da und planen Familie. 😍

    • (16) 26.08.18 - 20:38

      Hallo ich habe 2013 meinen Papa mit 52 Jahren verloren. Er starb sehr plötzlich an einem Herzinfarkt... Es gab keine Anzeichen oder Warnzeichen. Er wurde aus dem Leben gerissen und für mich war es wie ein Schock. Inzwischen bin ich verheiratet und habe meine Kinder und Familie. Ich bin glücklich mit meiner Familie und durch die Kinder auch oft abgelenkt. Aber mein Papa fehlt mir immer noch sehr und ich glaube ich habe es auch nicht genug verarbeitert. Ich habe schon hin und wieder Momente in denen ich diesen Schmerz fühle und verstehe es auch heute nicht..jeden Tag würde ich ihn gern zurück holen und es geht mir immer noch so dass ich oft das Gefühl hab er ist gerade im Urlaub und kommt wieder... Ich denk so ist es leichter es hinzunehmen.... oft habe ich die Bilder vor mir und denke daran, wie er gestorben ist und an die Beerdigung usw. Ich denke es ist normal noch darüber nach zu denken und auch traurig zu sein mal. Es sollte halt nicht dass Leben komplett einnehmen. Falls man immer manisch traurig ist ist es nicht gut denk ich. Lg

(17) 14.07.18 - 22:01

Mein Vater verstarb 2013. Er hatte mehrere krebstumoren. Einer dieser Tumore hat wohl ein Herzproblem ausgelöst und er ist friedlich eingeschlafen. In seiner lieblings Haltung er war zu dem Zeitpunkt im kh.

Und als ich diese paar Zeilen schreibe nimmt mich die Sache wieder so mit. Er war für mich alles. Er war wirklich für mich der beste Papa. Ich komme darauf heute insofern klar, daß ich weiß das er nicht leiden musste. Nicht mit Medis vollgestopft werden musste und dahin" gammelt " ich habe ihn in guter Erinnerung. Auch den gemeinsamen Urlaub im sept 2013. Er verstarb Anfang November 2013.

Wenn ich in die Zukunft sehe weiß ich ich nicht wie in den November rum bringen soll. Da mein et der 8.11 ist mit meinen dritten. Wenn er am 2.11 kommt weiß ich das es papa war der ihn da kommen lassen wollte als tag der frohlichkeit und nichts als tag der schrecklichkeit.

Mein problem an der ganzen sache ist leider, daß mein großer (geb anfang 2016) genauso aussieht wie mein vater. :( ich liebe ihm, bin dankbar das es ihn gibt. Das er jeden tag mich anlachelt. Doch er erinnert mich an das was ich nun nicht mehr habe. An manchen Tagen stört es mich nicht. Und an Tagen leide ich extrem drunter Aber es stimmt tode Leben in Kindern weiter.

Ansich komm ich mit den Tod klar. Habe ihm im kh besucht als er Tod war. Sind alle hingefahren. Ansich seelisch geht es mir nach all den Jahren gut. Aber es gibt eben diese f**King tage.. Zumal dann auch wieder was gegen Krebs gefunden etc.
Manchmal ist es unfair. Doch ich sage dann immer "es ist in Ordnung. Er hat sich entschieden. Er wollte uns leid ersparen"

Und ich trage diesen Tag immer bei mir :)

Nun ist es ja doch länger geworden sorry. :(

(18) 15.07.18 - 22:25

Hallo du.

Meine liebe Mama ist am 18. August 2000 mit 46 Jahren ihrem Krebsleiden erlegen.
Das war kurz nach meinem 13. Geburtstag.

"normal" wie vorher ist es nie wieder geworden. Aber das ganze Leben besteht aus Veränderung, auch wenn sie noch leben würde, wäre jetzt alles ganz anders als damals. Und ich wäre nicht der Mensch der ich heute bin. Ob das was gutes oder was schlechtes ist, weiß ich nicht.

Und ja, ich vermisse sie auch jetzt noch manchmal, so unfassbar dass ich alles was ich habe hergeben würde, nur um sie noch ein einziges Mal in den Arm nehmen zu können. Aber das sind Momente, die vergehen. Wenn ich mir anschaue, was und wen ich alles in meinem Leben habe, dann weiß ich wie reich ich bin und wie stolz sie darauf wäre, was ich alles ganz alleine geschafft habe. Ihr Tod hatte für mich, im. Nachhinein, bei aller Trauer und allem. Leid auch etwas positives. Ich habe das überlebt, was mein allerschlimmster Alptraum war. Das heißt ich bin stark, ich bin stark genug auch in der schlimmsten Krise wieder aufzustehen, mich selbst aus dem Sumpf zu ziehen und meinen Weg weiter zu gehen.
Im Großen und ganzen ist die Trauer zwar noch da, als ein Teil von mir, klein und leise, und manchmal will dieser kleine Teil Beachtung haben. Meistens überwiegen aber die schönen Erinnerungen an meine Mutter diese Trauer und ich denke mit einem Lächeln an die (wenigen) schönen Zeiten, die wir zusammen hatten.
Und nicht zuletzt bin ich ein gläubiger Mensch und fest davon überzeugt, dass ich meine Mama (und alle anderen, die mir auf dem Weg zu Gott vorausgegangen sind) irgendwann wieder sehen werde.

Ich kann also Guten Gewissens behaupten, ich habe ihren Tod verarbeitet und gelernt mit dem Schmerz zu leben, ihn von Zeit zu Zeit zuzulassen, aber trotz allem nicht die Freude am Leben verloren.

Wenn du nach all der Zeit noch immer das Gefühl hast, nicht klar zu kommen, dann hol dir bitte Hilfe. Es ist keine Schande, wenn du dir jemanden an deine Seite holst, der dir bei der Bewältigung eines solchen Verlustes besteht. Vielleicht hilft dir eine Therapie, vielleicht magst du mal eine trauer Gruppe besuchen.

Lg waldfee

Ich habe mein erstes Kind Ende August 2009 in der 14. SSW verloren, die Ursache ist bis heute ungeklärt.

Die erste Zeit war hart aber dann hab ich kaum noch an sie gedacht, weil die Ausbildung mich voll in Anspruch nahm.

Endes des ersten Ausbildungsjahres wurde ich wieder schwanger, ich hab alles getan um dieses Kind zu behalten, vergeblich. Im Juni 2011 kam meine zweite Tochter auf die Welt. Wieder in der 14. SSW.

Die Zeit danach hab ich in keiner guten Erinnerung und auch als 2014 meine Tochter lebend zur Welt kam war nicht alles wieder gut.

Im September 2015 brachte ich Zwillinge zur Welt, an der Lebensgrenze und musste mich bald von ihnen verabschieden. 💔

Ein Jahr später kam mein Sohn gesund auf die Welt und im November erwarte ich wieder Zwillinge, wieder ein Mädchen und ein Junge.

Viele Leute in meinem Umfeld reden davon, dass die Trauer doch jetzt aufhören kann und soll, schließlich habe ich vier gesunde Kinder. Aber sie hört eben nicht einfach auf nur weil ich jetzt lebende Kinder hab.

Im Gegenteil, es wird zum Teil immer schlimmer. Wenn meine beiden Großen etwas neues lernen denke ich daran was ihre Geschwister jetzt wohl alles könnten. Beim ersten Tag in der Krippe und im Kindergarten war das genauso präsent wie an Weihnachten oder anderen Feiertagen.

Es schmerzt und wird es immer aber ich versuche es so gut es geht zu unterdrücken damit ich für meine anderen Kinder da sein kann.

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