Wie krebskranke Tante von weitem unterstützen - Auge musste entfernt werden

    • (1) 16.07.18 - 20:48

      Hallo alle zusammen,
      ich wende mich ein wenig hilflos an euch und bitte euch um Tipps und Ratschläge.
      Ich muss leider ein bisschen ausholen und hoffe trotzdem, dass jemand meinen Beitrag liest.
      In meiner Familie gibt es von mütterlicher wie von väterlicher Seite schwere Krebserkankungen, die bisher immer einen schweren und leidvollen, auch zum Teil sehr langen Weg immer mit dem Tod geendet haben. Mein Vater hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs und die Mutter meiner Mutter erst Brustkrebs, der dann explosionsartig Metastasen im ganzen Körper gestreut hatte. Das sind jetzt aber "nur" die wichtigsten Personen. Leider gibt es noch mehr Fälle.
      Meine Tante (Schwester meiner Mutter) hat immer gesund gelebt, ist so ein herzensguter Mensch und so ein tolles Vorbild - und die Patentante meines 9 Monate alten Sohnes. Und diese Aufgabe meistert sie mit so viel Liebe und Hingabe, dass ich nur bei dem Gedanken daran schon Tränen in den Augen habe. Und das trotz 400 km Entfernung! Jetzt hat man durch Zufall bei einer Augenkontrolle eine Zyste im Tränensack entdeckt und bei einer Biopsie festgestellt, dass es eine Metastase ist. In einer langwierigen Prozedur wurde sie mehrmals auf den Kopf gestellt, den Haupttumor jedoch konnte man bisher nicht finden. Letzte Woche Mittwoch gab es ein Ärztekonsilium und dort wurde einstimmig als einzige Behandlungsmöglichkeit die komplette Entfernung des Augen mit umliegenden Gewebe und Knochen gefunden. Nach einem weiteren Kontroll -CT hat sie sich dann tatsächlich am Freitag in den Zug gesetzt und ist so schnell wie möglich zu uns gefahren. Weil sie die Operation heute machen wollten und sie uns nochmals mit beiden Augen sehen wollte. Wir hatten somit ein relativ unbeschwertes Wochenende,, wenn man es so nennen kann. Sie hat auch meinem Sohn schon sein Geburtstagsgeschenk gekauft, weil sie nicht wusste, ob sie im Oktober zu uns kommen kann.
      Die OP selbst hat sie wohl körperlich gut überstanden und obwohl sie sich am Wochenende nichts hat anmerken lassen, bin ich der Überzeugung, dass es ihr psychisch nicht gut geht. Wie könnte es auch? Das haut die stärkste Person um.
      Deswegen meine Fragen:
      Hat jemand von euch so was oder ähnliches durchstehen müssen?
      Wie könnte ich sie denn Unterstützen? Trotz Entfernung?
      Oder eher in Ruhe lassen? erstmal`?
      Mit was könnte ich ihr eine "Freude" bereiten?
      Wie soll ich mit ihr "umgehen"? So wie immer? oder sie in Watte packen?
      Sie im Krankenhaus besuchen halte ich für sehr schwer - gerade wegen des Kindes.... im Moment ist auch noch nicht klar, wann sie entlassen wird.
      Ich habe ihr erzählt, dass ich für meinen Sohn gerne einen Traumfänger selbst basteln würde und sie war begeistert von der Idee. Wäre so etwas was für sie? Ich könnte es ihr zuschicken?
      Es ist schon schwer über die Entfernung und eigentlich bin ich schon sehr einfallsreich, aber im Moment habe ich echt kaum Ideen.
      Über eure Tipps und Ratschläge würde ich mich wirklich sehr freuen.
      Und wenn es jemand wirklich bis zum Schluss gelesen hat - vielen Dank auch dafür!
      Traurige Grüße

      • (2) 19.07.18 - 07:50

        Hallo,

        die Frage ist wohl eher: Hat sie jemanden vor Ort, der sie unterstützen kann? Ich finde es sehr wichtig das sie nicht dauernd alleine ist. Du selber kannst ehrlich gesagt nicht viel tun. Wenn sie aus dem KH raus ist, kannst du sie vielleicht eine Weile zu dir holen, falls Möglich. Sie zu besuchen ist die andere Möglichkeit, auch mit Kind, warum nicht?! Kinder sehen das einfach auch ganz anders als Erwachsene.
        Ich denke man sollte schauen welche Bedürfnisse sie hat. Wenn sie darüber sprechen will, redet offen. Ich würde mich nicht anders verhalten wie sonst auch. Es bringt den Erkrankten nichts wenn man sie in Watte packt.
        Was ich auch gut finde ist, das man viel Telefoniert. Also immer mal anruft und fragt wie es geht.


        LG Sonja

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