fehlende Trauer

    • (1) 25.07.18 - 17:10

      Hallo ihr Lieben,

      meine Oma ist ganz plötzlich vor zwei Wochen gestorben.
      Wir standen uns schon immer sehr nahe und dementsprechend schlimm ist es für mich, dass sie auf einmal nicht mehr da ist. Meine Mutter und meine Oma sind meine einzige Familie gewesen und somit stehe ich nun ganz alleine da..
      Ich habe mich um die Beerdigung gekümmert, die Wohnung leer geräumt, alle Formalitäten erledigt und was halt sonst in so einem Fall alles gemacht werden muss - meine Mutter hat mich alles alleine machen lassen und sieht dies scheinbar auch als selbstverständlich an, denn ein Wort der Dankbarkeit oder sowas in der Art kam nie von ihr..

      Naja, die Beerdigung ist nun vorbei und es müssen jetzt nur noch ein paar wenige Dinge erledigt werden, es kehrt ganz langsam etwas Ruhe ein..
      Eigentlich müsste doch jetzt bei mir die große Trauer kommen, oder? Ich weiß zwar vom Kopf her, dass meine Oma nie wieder da sein wird, aber emotional stoße ich das alles irgendwie unbewusst von mir weg..
      Kommt irgendwann der große Zusammenbruch, wenn alle verdrängten Gefühle aus mir raus platzen, oder bin ich einfach nur gefühlskalt und irgendwas stimmt nicht mit mir? Wie kann/muss ich das alles richtig verarbeiten?

      Vielleicht ging es jemandem von Euch ähnlich und er oder sie mag mir davon berichten.. Ich fühle mich ganz komisch und kann das alles gar nicht einordnen..

      Viele Grüße,
      rote.kirschbluete

      • Schade, dass Du bisher keine Antworten bekommen hast.
        Es tut mir sehr leid, was Du durchgemacht hast und um den Verlusst Deiner Oma. Mein herzliches Beileid.
        Menschen trauern auf unterschiedliche Weise. Des gilt für Dich genauso wie für Deine Mutter. Vielleicht hat auch sie das Geschehene momentan nicht verkraftet und hat einfach den Blick nicht dafür, was Du schon alles getan hast. Das muss nicht unbedingt Undankbarkeit oder mangelndes Verständnis sein. Vielleicht steht sie noch etwas neben sich und braucht auch einfach nur Zeit.
        Ob bei Dir die große Trauer mnoch kommt (langsam schleichend oder mit einem großen Zusammenbruch), kann niemand vorhersagen.
        Es gibt kein "richtig" und "falsch". Auch wenn Du nie mehr die große Trauerwelle empfinden wirst, ist trotzdem alles "richtig" mit Dir. In Deinem Herzen und in der Erinnerung lebt Deine Oma für Dich weiter. Das ist die Hauptsache.
        Alles Gute!

        Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es mir ähnlich gegangen ist. Als mein Opa gestorben ist, mit dem ich ein sehr inniges Verhältnis hatte, habe ich in den ersten Wochen auch keine Trauer verspürt. Ich war in dem Moment noch in so einem Schockzustand und man hat wie du sagst so viele Sachen, um die man sich kümmern muss, dass man gar keine Zeit hat, um zu trauern. Bei mir kam das dann erst einige Wochen später, als ich den Verlust dann wirklich realisiert habe...ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit!

        Hallo,

        Mein herzliches Beileid.
        Meine Oma lebt noch, sie war immer meine Mutter für mich. Als mein Opa starb, ihr Mann, war ich für sie da bis heute. Ich kümmere mich um alles, so, wie wie es früher für mich getan hat. Meinen Opa vermisse ich sehr, die große Trauer kam nie, aber ab und an packt es mich und ich muss mir Bilder ansehen oder er fehlt einfach in bestimmten Situationen. Meine Mutter interessiert sich auch nicht für Ihre Mutter, ich habe bisher auch alles allein gemacht.
        Du warst bisher beschäftigt, in Momenten der Ruhe wirst auch Du trauern und das ist ganz normal #liebdrueck

        LG

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