Ich glaube, ich werde langsam merkwürdig

    • (1) 10.08.18 - 14:41

      Hallo zusammen,

      Ich melde mich zum ersten Mal in diesem Forum zu Wort-
      Am 27.06. ist unser 3. Kind aufgrund eines Nabelschnur-Vorfalls in der 22. Ssw (entsprechend der 15./16.Ssw) still zur Welt gekommen.
      Obwohl meine Hebamme mich auf diesem Weg und auch die Wochen danach fantastisch begleitet hat und mein Mann das Ganze wirklich toll mitträgt, habe ich heute (6 Wochen später) das Gefühl ich habe ein Problem-
      Ich musste schnell wieder "funktionieren", natürlich in erster Linie wegen der 2 großen Schätze, die ihre Mutter brauchen, aber auch durch die ganzen Begleiterscheinungen (Elterngeld-Bezugsmonate schon geändert, da aktuell noch in Elternzeit von Kind 2, ergo plötzlich kein "Einkommen" mehr, also zurück in den Job; Mein AG kann oder will mich aber vor Ende der Elternzeit nicht vorzeitig zurücknehmen, also bewerben, Vorstellungsgespräche, etc...Zum arbeiten aber nicht genügend Betreuungsstunden in der Kita für Mini, aber auch keinen OGS Platz für die Große...)

      Hab ich trotzdem alles irgendwie hinbekommen und ich kann ab Ende dieses Monats Teilzeit in Elternzeit bei einem anderen Arbeitgeber arbeiten.
      Im Grunde war ich der Meinung, dass ich trotz allem Raum zum trauern hatte-
      Jetzt habe ich aber das Gefühl, dem war nicht so-
      Auf der anderen Seite geht es mir mitunter phasenweise ziemlich schlecht, denn die Zeit läuft weiter...
      Freundinnen die mit mir schwanger wurden/waren entbinden bald oder haben es bereits... Andere werden schwanger, man sieht Neugeborene an jeder Ecke...
      Obwohl dieses mit ansehen schrecklich weh tut und ich mich am liebsten im Bett verkriechen möchte, gratuliere ich, "freue" mich, denn im Grunde kann niemand etwas dafür und mein Gewissen lässt das ignorieren nicht zu-
      Ich habe schreckliche Angst vor November, vor seinem eigentlichen Geburtstermin, und würde mir eigentlich wünschen um diese Zeit wieder schwanger zu sein...
      Mein Mann sagt, ich würde damit irgendwas ausgleichen wollen und eigentlich möchte er keine weiteren Kinder mehr...

      Das alles führt dazu, dass ich mich schrecklich leer fühle, irgendwie manisch.
      Ich muss oft weinen, in den unterschiedlichsten Situationen. Ich schlafe schlecht bis gar nicht, bin psychisch belastbar und habe das Gefühl mein ganz normaler Alltag ist mir zuviel.

      Ich entschuldige mich hiermit für diesen endlos langen Text, aber ich wusste nicht wohin damit...

      I

      • Hi,
        Du hast soviel mitgemacht, Du darfst merkwürdig sein.

        Du hattest keine Zeit zum ordentlich trauern. In der nächsten Zeit vermutlich auch nicht, muss Dich ja zusammenreißen, um die Einarbeitung in der neuen Firma hinzubekommen.

        Hol Dir mal bei der Caritas Termine, dort sind gute Therapeuten, die hören zu, dort kannst Du dich fallen lassen. Und die Termine sind zeitnaher, als bei anderen.

        Um den Geburtstermin würde ich mir Urlaub holen, die Kinder weg organisieren und mit dem Mann 2 bis 3 Nächte wegfahren.

        Ich Wünsch Dir alles alles Gute und viel Kraft für die nächste Zeit!

        Gönne Dir auch ein Hobby, ohne Familie, das Du auch wieder zu Dir findest.

        Alles gute
        Claudia

        Hi
        Es tut mir sehr leid dass du dein Baby hast gehen lassen müssen. Ich bin überzeugt davon dass es ihm jetzt gut geht.
        Aber nun zu dir: es muss schrecklich weh tun und du trauerst sicher auch um die Zukunft die du dir vorgestellt hast. Aber es ist nicht an uns so weit voraus zu träumen denn das Leben verläuft oft anders. Du musst dich von deinen Träumen verabschieden, denn es waren nur Träume. Träume wie du dein Kind haltest, stillst, gehen lernst,....
        Es gibt sicher unterschiedliche Arten sich von seinen Träumen zu verabschieden ( Therapie, Luftballon steigen lassen, so tun als wäre nichts,..,,) welcher Weg deiner ist musst du für dich herausfinden.
        Ich bin da sehr ähnlich wie du.....mit hat es sehr geholfen neuerlich schwanger zu sein. Die komplette Schwangerschaft hatte ich zwar riesig Angst aber es war trotzdem richtig für mich. Ich bin froh dass mein Mann mir keinen Strich durch die Rechnung gemacht hat sondern gemerkt hat dass es unglaublich wichtig für mich ist.
        Ich denke du solltest vielleicht auch nochmal mit deinem Mann reden. Er hat sicher auch ganz furchtbare Ängste, auch Angst um dich falls soetwas neuerlich passieren würde.
        Ich lebe nach dem Motto: gib jeden Tag die Chance der schönste deines Lebens zu sein!! Ich denke das ist wichtig um nicht im Loch zu bleiben.
        Ich drücke dich ganz fest!! Gib dir ein bisschen Zeit!!
        Lg faxl

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