Angst

    • (1) 24.08.18 - 10:32

      Hallo ihr lieben,

      Ich möchte hier einfach mal meine Geschichte los werden.
      2013 ist mein Papa im Alter von 52 Jahren sehr plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben. Er ist einfach umgefallen und war tot - ohne irgendwelche Anzeichen oder Warnzeichen. Mein Bruder wollte ihm noch helfen und hat den Notarzt gerufen, ihn versucht wieder zu beleben, auch der Notarzt war fast eine Stunde da und hat versucht ihn wieder zu holen. Leider ohne Erfolg. Ich hab ihn noch gesehen danach. Es ist immer noch so schwer für mich, vor allem wenn ich an all die Bilder denke und wenn ich daran denke, wie es für meinen Bruder war... Mein Papa war ein sehr lebenslustiger, eigentlich fiter und zufriedener Mann. Er hat das Leben geliebt und wollte es genießen.
      Ich bin mittlerweile verheiratet und habe 2 Kinder (3 Jahre und 7 Monate, beide gewünscht). Ich bin auch glücklich mit meinem Mann und den Kindern. Ich bin stark, jedoch gibt es immer noch Momente wo ich manchmal merke dass ich das nicht so ganz verarbeitet habe und in mir drinnen noch verborgene Gedanken liegen oder unverarbeitete Momente... Ich merke dann einfach, dass ich leicht reizbar bin und einfach dann auch nicht gut drauf. Ich möchte aber mein Leben genießen, denn ich liebe meine Kinder und meinen Mann und möchte fröhlich sein und glücklich. Es gibt auch tage da ist alles super , aber dann kommen tage da bin ich einfach wie ein Drache habe ich das Gefühl.
      Letzte Woche ist nun mein Mann im Bad gewesen und auch einfach umgefallen, ich hatte extreme Angst und dachte schon er geht... er war auch bewußtlos...und hat gezittert... ich habe sofort den Notarzt gerufen, er war 2 Tage im KH aber man konnte nicht feststellen woran es lag. Nun denke ich immerzu daran und mache mir auch sorgen. Ich kann das Bild auch nicht vergessen wie er dort lag und gezittert hat und zugleich kommen mir dann immer die Bilder von meinem Papa. Wenn meine Kinder da sind bin ich abgelenkt, ich weine auch nicht vor meinen Kindern... da kann ich stark sein, ich bin auch lieb zu ihnen und behandle sie gut und liebevoll... ich würde nie was gewaltvolles tun, soweit kann ich mich definitiv zusammen reißen. Es ist nur manchmal dass ich dann nicht so geduldig bin oder wenn mein Große schreit vor Trotz oder ihr etwas nicht passt, ich dann auch schnell gereizt bin und manchmal auch laut werde, wenn es dann zu viel wird. Klar kann passierten, aber ich möchte eigentlich nicht so sein und erkenne mich dann auch nicht wieder. Und ich merke dass das eigentlich nur passiert wenn ich eh schon gereizt bin oder mir unverarbeitete Gedanken in mir vorgehen. Geht es euch ähnlich? Wer kann mir helfen oder was dazu schreiben was mir hilft? Ich kann mit meinem Mann schon über all das reden, auch habe ich mit Freundinnen oft darüber geredet, gerade als mein Papa gestorben ist, habe ich viel geredet darüber, aber dann als der erste Schock vorbei war, nie mehr so viel, ich glaube dass ich es selbst zu oft verdrängt habe, intensiv darüber zu reden, so dass keiner mehr glaubt dass ich da so großen Redebedarf habe oder mich es so belastet... oft ist auch nicht die Zeit denn vor meinen Kindern ist es nicht der richtige Zeitpunkt

      • Hey,

        kann dich sehr gut verstehen. Hab meinen Papa vor 4 Jahren verloren, er hatte ebenfalls nen Herzinfarkt, einen Tag nachdem ich von meiner (ungeplanten) Schwangerschaft erfahren hatte. Vermutlich hab ich meine Trauer über seinen Tod verdrängt, weil ich zum einen damals das Gefühl hatte, für meine Mutter und meine Oma stark sein zu müssen (wir reden bis heute kaum darüber), zum anderen natürlich weil ich ein Kind bekommen habe und alleinerziehend bin. Das mit den Trotzanfällen kenne ich sehr gut, ist bei meiner Tochter im Moment auch extrem und sehr kräftezehrend. Und wenn einen was unterschwellig belastet, kann man auch nicht so gelassen reagieren, wie man gerne würde.
        Und es fehlt die Zeit, in Ruhe darüber zu reflektieren, zu reden, zu verarbeiten.
        Die Sorge um deinen Mann ist nachdem was du erleben musstest absolut nachvollziehbar. Vielleicht hilft es dir, wenn du deine Freund*innen aktiv ansprichst und sagst dass du Redebedarf hast? Oder du versuchst es mit psychologischer Beratung / Hilfe?
        Hast du Unterstützung (Familie / enge Freunde) die deine Kinder mal betreuen können, damit du mal Zeit für dich hast, zum klar werden?
        Denke, das was du fühlst und was dich beschäftigt, muss irgendwie raus.
        Wünsche dir alles Gute <3

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