1. Todestag meiner Mutter

    • (1) 06.09.18 - 09:23

      Hallo!
      Meine Mutter ist im letzten September vollkommen überraschend an einem Herzinfarkt gestorben.
      Sie ist nur 66 Jahre alt geworden. Ich bin jetzt 40.
      Nun jährt sich der 1. Todestag und plötzlich trifft mich die Trauer wieder mit solch einer Kraft..
      Ich bin unsagbar traurig..

      • Ich kann mir nur annähernd vorstellen, wie furchtbar das sein muss.
        Meine Mutter ist deutlich älter und hat verschiedene Krankheiten und natürlich weiß ich, dass sie nicht ewig leben wird. Allein der Gedanke daran zerreißt mich schon jetzt.

        Ich glaube, dass man Trauer nicht verdrängen soll, sondern zulassen muss. Es ist ein über alles geliebter Mensch gestorben und er fehlt einfach. Das tut weh und ist sehr, sehr traurig. Hast Du jemanden, mit dem Du darüber sprechen kannst? Erinnert euch an sie gemeinsam, besucht ihr Grab, stellt eine Kerze für sie auf. Sei am Todestag nicht allein, verbringe ihn gemeinsam mit anderen, die sie auch vermissen. Tröstet euch gemeinsam und erinnert euch an sie. Erzählt euch gegenseitig, welche schönen Erinnerungen ihr an sie habt, schaut Fotos an und besucht einen Platz/Ort, der ihr etwas bedeutet hat.
        Dass Du so trauerst, ist eigentlich auch ein schönes Zeichen - es zeigt, dass Deine Mama ein besonderer Mensch war, der viel Liebe hinterlassen hat.
        Fühl Dich unbekannter Weise fest gedrückt. #liebdrueck

        • Ich danke dir von Herzen für deine liebe Antwort...
          Ich drücke dich zurück.. es ist ein tolles Gefühl, dass du dir so viel Zeit und Mühe gemacht hast, mir zu antworten.
          Vielen Dank!

      Die Trauer wird Dich immer wieder mal einholen - hätte ich nie gedacht, aber es ist so.
      Der 4. Todestag meiner besten Freundin ist nächste Woche am 12.9., mein Mann ist nun dreieinhalb Jahre tot - und die Trauer ist nicht mehr so furchtbar schmerzhaft wie am Anfang, aber sie ist noch da.
      Du darfst traurig sein, Du hast sie ja geliebt.Am Todestag brennt eine Kerze für meine Lieben und ich denke vorwiegend an das Schöne, was wir zusammen erlebten - nicht nur an das schlimme Ende. Meine Freundin und ich haben soooo gerne und soviel zusammen gelacht, sie möchte nicht, dass ich nur traurig bin - so ist es mit Deiner Mama sicher auch.
      Liebe Grüße von Moni

    Hiho, wir haben Sonntag das Jahresseelenamt von meiner Mutter😥. Bei mir ist es gerade auch sehr schlimm. Die ganzen Erinnerungen vom letzten Jahr sind so präsent, als wäre es erst gestern passiert.
    Ich hoffe, das es nächste Woche wieder besser wird. Ich wünsche dir viel Kraft und Stärke 😔.
    Lg

Hallo Liebes,
Ich kann zwar noch nicht aus Erfahrung sprechen, wollte dir aber viel Kraft wünschen.
Meine Mutter ist dieses Jahr am 22.2. mit 55 Jahren an Krebs verstorben.
Am 25.08. hatten wir einen Gedenkgottesdienst im Hospiz. Dort wurde an alle dort Verstorbenen des ersten Halbjahres gedacht. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Von freudiger Erinnerung bis hin zu den schlimmen Erinnerungen der 6 letzten Tage als sie im Sterben lag.

Wünsche dir alles Liebe und Gute und ganz viel Kraft

LG Daniela

(10) 11.09.18 - 21:03

Hallo,
geteiltes Leid ist halbes Leid. Schade so einfach ist das nicht.
Meine Mama ist letztes Jahr plötzlich im September mit 61 an einem Herzinfakt gestorben.
Sie hatte am 4. den Herzinfakt und am 5. ist sie gestorben.
Ich fand den 1. Todestag auch heftig. Ich wollte diesen Tagen keine Besonderheit geben. Ich wollte sie eigentlich ignorieren, aber die Zeit 1 Jahr macht das automatisch. Ich bin froh das diese Tage rum sind. Ganz schlimm fand ich den 4. Sie war morgens zur pediküre und da nach ist sie zum Arzt zur reinen Kontrolle. Zu meinem Vater hat sie nur bis gleich gerufen. Dann hat sie keiner mehr gesprochen. Beim Arzt hatte sie den Herzinfakt und war ab dann nicht mehr ansprechbar. Das war alles wieder so present.
In denke täglich mehrmals an sie, aber viel auch schöne Erinnerungen. Am Todestag drehte sich alles um den Tod. Wie sie da lag....
Ich bin froh das wir das geschafft haben. In der Familie helfen wir uns sehr. Besonders meine Geschwister.
Was soll ich tröstendes schreiben. Es ist und bleibt einfach sche... Deine Mutter war eigentlich auch noch viel zu jung.....
Da müssen wir durch. Das schaffen wir. Das hätten sie auch so gewollt. Versuche an schöne Erinnerungen zu denken die gemeinsamen Weihnachtsfeste, Urlaube, Grillfeste, Witzige Geschichten, ..... Dann fällt es einem auch leichter mal zu schmunzeln.
Fühl dich gedrückt
Ich weiß sehr gut wie es dir geht

Dein Post ist jetzt zwar schon paar Tage her, aber ich möchte dir trotzdem noch antworten. Mich hat berührt, dass unsere Mamas gleichalt waren, als wir sie gehen lassen mussten.

Meine Mama hatte Krebs. Da lebt man natürlich immer etwas mit der Angst, dass es schief gehen könnte, aber ihr Tod kam dann doch auch sehr überraschend zu diesem Zeitpunkt für uns. Sie durfte auch nur 66 Jahre alt werden. Ich war damals 37.

Das war 2005. Bedeutet: Sie ist dieses Jahr schon unglaubliche 13 Jahre tot.

Und sie fehlt uns immer noch so entsetzlich. Inzwischen ist 2010 auch mein Papa verstorben. Beide sind komplett präsent in unserem Leben. Mein Sohn, der damals 16 war, hat eine unglaublich feste Verbindung zu seinen Großeltern. Wir sprechen viel über die Beiden und oft, wenn ich mit meiner Schwester telefoniere, weinen wir auch zusammen.

Sie fehlen uns und wir sind immer noch sehr sehr traurig, dass wir beide so früh verloren haben.

Die Trauer ist natürlich überlagert von Alltag und Erlebnissen. Aber sie ist immer da.

Inzwischen sehe ich das so: Ich hab beide so geliebt. Wir waren eine sehr harmonische liebevolle Familie. Natürlich werden sie mir fehlen, bis ans Ende meines Lebens. Aber das ist in Orndung. Ich werde immer traurig sein. Natürlich ist das heute eine andere Trauer, als ganz am Anfang.

Bildlich sage ich immer, dass meine Trauer ganz tief in mir abgelegt ist. Inzwischen haben sich neue Erlebnisse drüber gelegt. Aber sie ist immer da. Und das darf auch so sein. Sie sind ganz tief in mir drin. Und obwohl ich früher nie wie meine Eltern werden wollte, hab ich inzwischen festgestellt, dass ich viel von ihnen übernommen habe. Ich werde ihnen immer ähnlicher. In Denk- und Handlungsweise. Sie haben mich so geprägt und darum darf ich sie auch auf ewig vermissen.

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