Langsam keine Lust mehr

    • (1) 18.10.18 - 20:28

      Hallo Ihr Lieben,

      ich weiß mal wieder nicht so recht, warum ich hier schreibe, aber Momentan geht es mir nicht so gut. Bin so langsam am Ende.
      Habe ja jetzt das Haus verkauft, weil ich das alleine einfach nicht halten könnte, ohne Pleite zu gehen. Mein Mann ist ja letztes Jahr gestorben.

      Wie der Zufall nun will, habe ich dieses Jahr eine schöne Wohnung zum Kauf gesehen und mich dazu entschlossen das Haus direkt zu verkaufen und davon dann die Wohnung zu kaufen. Da meine Tochter Miterbin ist und Minderjährig, stellt es sich als sehr schwierig und langwierig heraus. Aber auf lange Sicht ist die Wohnung für uns wesentlich erschwinglicher und meine Tochter hat schneller ein sichereres Zuhause, ohne Schulden drauf.

      Nächste Woche Freitag werden wir umziehen und kurz danach wird dann auch die Übergabe sein. Wir wohnen dann im Neben Ort.
      Ich habe Angst vor der Übergabe, weil ich genau weiß das dies noch ein sehr schwerer Schritt sein wird. Am liebsten wäre mir, es würde jemand anders machen, aber es gibt keinen Anderen hier. Ich bin die Einzige die das Haus gut kennt. Ich habe das Haus nicht über einen Makler vermitteln lassen, sondern es selber verkauft.
      Jetzt muss ich also da durch.
      Viele Erinnerungen prasseln jetzt auf mich ein und die letzten Monate haben mich viel Kraft gekostet. Ich weiß das es der richtige Weg ist, aber ich kann langsam nicht mehr.

      Jeder will was von mir, dauernd muss ich allen hinterher telefonieren, Zeitgleich Sozialpraktikumsplatz für meine Tochter suchen (das ist zwar erst nächstes Jahr, aber da muss man immer schnell sein um einen zu bekommen),
      Umzugsvorbereitungen treffen, überschüssige Möbel loswerden (ich verkleinere mich ja radikal und kann nicht alles mitnehmen) usw. Es läuft alles gleichzeitig und dann muss ich noch Arbeiten. Urlaub habe ich erst ende nächster Woche.

      Diesen Sonntag hoffe ich auf die Übergabe der Wohnung (muss da aber auch Arbeiten).
      Dann kann ich anfangen zu renovieren. Alles schaffe ich nicht in 2 Tagen, aber etwas sollte dann schon fertig sein. Da muss ich einfach schauen was nötig ist und was Zeit hat. Helfen kann mir da keiner, muss ich also auch alleine machen. Umzugsunternehmen leiste ich mir aber, da ich manche Dinge einfach nicht alleine aufhängen kann. Schwere Hängeschränke tu ich mir mit meiner, nicht ganz so starken Tochter nicht an. Früher habe ich mir meinem Mann Möbel auseinander und zusammengebaut und auch alles auf gehangen.

      Meine Tochter freut sich auf ihr neues Zimmer. Sie bekommt endlich ihr Jugendzimmer, aber andererseits ist sie auch traurig das wir hier weg gehen. Ich weiß das alles besser wird, aber trotzdem tut es weh. Wir haben hier viel selber gemacht und wollten hier noch soviel machen.
      Jetzt werden das andere Leute tun. Immer wieder kommt mir der Gedanke das sie das Haus ja nur kaufen können, weil mein Mann gestorben ist...…..im Grunde ist es ja auch so. Aber eben auch nicht fair den Käufern gegenüber.

      Sie wollten jetzt am Samstag gerne noch mit einem Maler hierher kommen und schon manche Sachen besprechen. Also wären sie wieder durch die Bude gelaufen, in jedes Zimmer...wie schon oft zuvor.....Ich wollte das nicht mehr. Ich habe einfach keine Lust mehr hier irgendjemanden vor dem Umzug zu haben. Mich nervt das begaffen des Hauses nur noch. Und ich will auch nicht wissen wie sie was machen wollen.....

      Ich habe also höflich abgesagt.
      Sie haben das verstanden und verschieben das dann auf später, wenn wir draußen sind. Unter normalen Umständen wäre das für mich auch kein Problem gewesen, aber im Moment kotzt mich das alles nur noch an. Es ist Zuviel für mich und auch meine Tochter mag das nicht mehr.
      Daher werde ich auch schnell die Übergabe machen wollen. Möchte denen ja auch nicht im Weg stehen, da sie auch Zeitdruck haben.

      Ich kann kaum noch schlafen, weil mir alles gleichzeitig durch den Kopf geht. Somit leide ich auch etwas unter Schlafmangel. Immer wieder kommt ein neuer Stein, den ich irgendwie wegräumen muss.
      Alles wird einem so schwer gemacht. Ich mag nicht mehr, ich habe langsam keine Lust mehr auf das ganze Theater. Aber es gibt nun mal keinen, der das machen könnte. Immer wieder nur ich.
      Ich vermisse meinen Mann so sehr, mit ihm war alles leichter. Zusammen waren wir Stark gewesen. Zusammen konnte uns keiner was.

      Wir müssen jetzt nur noch die nächste Woche irgendwie überstehen und dann hoffe ich sehr, das alles leichter wird.
      Vielleicht geht es ja jemanden ähnlich und hat ein paar Tipps für mich.

      LG Sonja

      Hallo,

      räume die Steine, die man dir vor die Füße legt nicht beiseite sondern lege sie zusammen, zu einem neuen Weg für dich und deine Tochter und ändere dadurch deine Denkweise zum Positiven.
      Wenn das Haus übergeben wurde dann beginnt für euch ein neuer Lebensabschnitt und auf dem "neu gelegten" Steinweg lauft ihr dann direkt in die neue Wohnung und ins neue , andere Leben.
      Als mein Mann verstarb wollte ich auch erst das Haus verkaufen aber ich habe es komplett von oben nach unten und von links nach schräg renoviert und es mir so eingerichtet wie ICH es haben wollte. Und das war für MICH der richtige Weg (auch aus vielen "Steinen" zusammengelegt).
      Ich wünsche euch viel Kraft und noch mehr Freude in der neuen Wohnung!

      LG

      • Hallo,

        naja das mache ich ja irgendwie auch. Aber so schnell wie die Steine fallen kann ich sie gar nicht neu legen. Immer wieder muss ich mir was Neues einfallen lassen, weil es nicht so klappt wie geplant.

        Ja gut, das Haus hätte ich auch gerne irgendwie behalten, aber finanziell einfach nicht möglich. Ich will auch einen kompletten Schnitt machen. Mich finanziell anpassen und Sicherheit haben. Im Haus hätte ich das nicht. Da geht jetzt so langsam einiges kaputt.
        So finde ich passt alles, aber der Weg ist sooo schwer....


        Danke für deine Worte


        LG Sonja

    Hallo du.

    Ich habe damals eure Geschichte hier verfolgt und so für euch gehofft, aber oft läuft es im Leben halt anders.

    Du warst seit dem Tod deines Mannes so stark, hast so viel geschafft für dich und deine Tochter, sei stolz auf dich!

    Bald beginnt für euch beide ein ganz neuer Lebensabschnitt und nachdem du alle diese Steine, die euch im Weg lagen, zur Seite geräumt hast, wird es jetzt auch mal leichter für euch beide.

    Hast du mal mit eurem Hausarzt über eine Kur gesprochen, zusammen mit deiner Tochter?

    Da müsste sich doch bestimmt was machen lassen in eurer Situation.

    Lg waldfee

    • Hallo,

      danke für deine Worte.

      Nein, eine Kur kann ich gar nicht machen. Beruflich starte ich jetzt erst durch und wir haben Hund und Katze, die sonst keiner Versorgen kann. Familie wohnt ja hier nicht. Meine jetzige Liebe Nachbarin kann sich nicht um die Katze kümmern, da es für sie dann einfach zu weit weg ist. Hund in die Pension zu geben, ist für mich im Moment einfach zu teuer.

      Ich glaube auch nicht das wir das so brauchen. Wichtig wäre jetzt wirklich einfach nur ein normales Leben zu haben. Es geht einfach schon seit Monaten so und ich merke halt das ich langsam nicht mehr kann und es einfach auch dann ein Ende haben muss. Mal wieder durchschlafen, aufwachen ohne sich viele Gedanken machen zu müssen.....das wärs....

      Ich weiß das ich das irgendwie hinbekomme, aber meine Nerven liegen blank. Bin leicht reizbar und gestern hat meine Tochter von mir einen richtigen Anschiss bekommen, weil sie nicht aus dem Quark kommt. Da wurde ich auch unfair und habe mich dafür dann auch entschuldigt. Sowas ist mir vorher nie passiert.

      Die nächste Woche wird echt hart für mich, weil alles so knapp und vollgestopft ist.
      Morgen zieht der Mann aus der Wohnung aus und Übermorgen wollte er die Übergabe machen. Da bange ich wieder, ob das auch so klappt. Muss also da warten bis er sich Meldet. Sonntag muss ich Arbeiten, kann aber mal kurz verschwinden wegen der Übergabe.
      Ich mag es einfach nicht von anderen Abhängig zu sein und zu warten das die Aktiv werden. Das nervt mich dann noch zusätzlich.


      LG Sonja

Liebe Sonja,

es tut mir sehr leid, was bei Euch gerade los ist. Ich habe mich nur von meinem Mann getrennt, war aber ansonsten in einer ähnlichen Situation.

Ich habe funktioniert. Einfach nur funktioniert. Einen Schritt nach dem anderen und ab und an mal umdrehen und gucken, wie weit man schon gekommen ist. Du hast schon so viel geschafft und wirst auch den Rest noch schaffen.

Versuche, die Gedanken an die Übergabe u.ä. beiseite zu schieben. Wenn ich daran dachte, unser Haus übergeben zu müssen bzw. unsere Sachen dort rauszuräumen, hätte ich auch jedes Mal weinen können. Also habe ich mir diese Gedanken einfach verboten. Der Umzug und die Übergabe kamen trotzdem und waren irgendwie auch traurig, aber es ging.

Zu Deinem Gedankenkarrussell in der Nacht kann ich Dir nur raten, Dir einen Stift und Block neben das Bett zu legen und direkt die Dinge aufzuschreiben, die Du nicht vergessen darfst. Dann hast Du sie aus dem Kopf, läufst aber nicht Gefahr, sie zu vergessen.

Du hast schon so viel geschafft und kannst sehr stolz auf Dich sein!

Dass Du die Käufer nicht noch einmal in das Haus gelassen hast, ist Dein gutes Recht und war doch letztendlich auch kein Problem für irgendwen. Das hast Du ganz richtig gemacht.

Ich wünsche Dir und Deiner Tochter weiterhin ganz viel Kraft!

Alles Liebe
Steffie

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