Trauernder Familie helfen

Hallo, ich habe schon sehr lange nicht mehr hier im Forum gelesen oder geschrieben, da meine Kinder fast gross sind und der Alltag uns mit kleinen und grossen Herausforderungen einnimmt. Nun aber habe ich etwas auf dem Herzen und kenne niemand, der mir da helfen könnte und an wen ich mich wende...
In meiner Umgebung ist ein junger Mann bei einem Unfall ums Leben gekommen. Ich kannte ihn persönlich nicht, mein Sohn kannte ihn flüchtig und die Eltern kenne ich leider auch nicht persönlich. Sodass ein persönlicher Kontakt schon mal wegfällt. Aber wenn ich wüsste, wie ich helfen kann...
Ich denke seit Wochen ununterbrochen an diese Familie und weine viel, weil mir das so unglaublich leid tut. Ich geh einkaufen, sehe Mütter mit Söhnen und fange an zu weinen. Ich geh zum Dönermann, sehe die Jugendlichen dort und weine. Es tut mir so unfassbar leid und ich würde so gerne helfen...

Kennt ihr jemanden, der ein ähnliches Schicksal hat und weiss, wie man dieser Familie helfen kann?

Schon morgens beim Aufstehen denke ich an die Mutter des jungen Mannes, wie es ihr wohl geht. Steht sie auf, isst sie etwas? Es tut mir so unfassbar leid und ich weiss nicht, wohin mit meiner Trauer...

Ich weiss nicht, ob mir jemand helfen kann, aber ich musste es mir einfach von der Seele schreiben. Es tut einfach weh.

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Ich denke Du steigerst Dich zu sehr rein.
Ich habe selber junge Männer als Söhne und hier kam vor 1 Jahr auch ein 17 jähriger dramatisch um, es wurde medial bekannt. Natürlich tat mir das leid, auch das Leid der Eltern wird einem bewusst, aber deswegen dauernd zu weinen?

Bitte mache ihr Drama nicht zu Deinem. Das steht Dir nicht zu.

Erfreue Dich bitte an schönen Dingen.

Was Du tun kannst? Der Familie zb einen Brief schreiben oder/und ein kleines Geschenk mit Dingen die Freude bereiten.

Du musst Abstand gewinnen, ich wie gesagt habe exakt gleichaltrige Söhne wie der Umgekommene und trotzdem weine ich nicht dauernd oder sehe in jedem Mann ein Opfer und dessen Familie.

Natürlich ist der Tod eines jungen Menschens schlimm, aber es nützt keinem, wenn Nichtangehörige nun auch dadurch massiv leiden.

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Hallo,

ich kann Dich verstehen. Als im Frühjahr der kleine spanische Junge in den Schacht fiel und nach zwei Wochen Baggerei nur noch tot geborgen werden konnte, habe ich so geweint! Wochenlang ging es mir schlecht, ich hatte das Gefühl, mein eigener Sohn wär da reingefallen. Normalerweise triggert mich sowas nicht so stark aber für den kleinen Julén mußte ich für mich richtig Trauerbewältigung leisten. Jetzt, acht Monate später, gibt es keine Woche, an dem ich nicht an diesen Jungen und seine Eltern denke. Heute Morgen habe ich gelesen, daß sie ein Kind erwarten. Einen Sohn. Und schon heule ich wieder. 😢😊

Ich denke, sowas passiert. Plötzlich geht uns ein Schicksal sehr nahe und wir verstehen nicht, weshalb genau. Das sind die Spiegelneuronen, die arbeiten. Das macht und menschlich und es ist okay. Aber dennoch, wie eine Vorrednerin schon richtig bemerkte, laß die Familie in Ruhe. Mach die Trauer mit Dir und/oder einem Vertrauten von Dir aus.

Alles Gute!