Ziemlich traurig und fühle mich "alleine"

Hallo zusammen,

Ich bin 36 Jahre alt und gerade das 3 mal schwanger.
Ich bin verheiratet und habe eine 12,und knapp 18 Monate Töchter.

Ich weiß nicht wie ich anfangen soll, da es doch etwas umfangreicher ist.

Als ich 3 Jahre alt war ist mein Vater an Krebs verstorben. Meine Schwester war damals 1,5 Jahre alt.
Meine Mutter war ziemlich überfordert mit der Situation.
Bald darauf hat sie zum Alkohol gegriffen.
Als ich das bewusst wahr genommen habe, war ich ca 11 Jahre schätze ich.
Ab da fing der Horror an.
Unzählige schlaflose Nächte, ständig eine betrunkene Mutter und Angst, Angst einfach vor allem....
Ich war hwillos überfordert mit der Situation.
Zumal mejne Mutter sich größtenteils auf mich gestützt und verlassen hat.
Wir haben schon als Kinder versucht alle szu vertuschen, was bei uns so abgelaufen ist.
Ein paar Jahre später....
Meine Mutter war schon sehr gekennzeichnet vom Alkohol, hat sie uns erzählt sie wäre krank, hätte Krebs und müsste bald sterben. (das war eine erfundene Geschichte)
Wir hatten so geweint und ich hatte solch eine Angst, das kann man sich nicht vorstellen.
Sie sagte uns, daß wir noch ejnen "letzten" Urlaub zusammen machen sollen.
Ok, der Sommer kam und sind mit dem Auto zur Ostsee gefahren.... Katastrophe!!!!!
Kurz vor dem Ziel wurden wir von der Polizei gestoppt.
Ein anderer Autofahrer hatte bemerkt wie schrecklich meine Mutter gefahren ist..
Sie wurde mit 4, Noch was, Promille angehalten....
Seitdem war alles noch viel schlimmer...
Alkoholentzug, Klinik, Rückfall usw.
Lange Rede, kurzer Sinn.
Ich bin von zu Hause weg, war alt genug.

Als ich 21 Jahre alt war, erhielt ich dann morgens die Nachricht, dass sich unsere Mutter das Leben genommen hatte.
Danach ist alles zusammen gebrochen.
Ich war mitten in der Ausbildung, hatte angefangen mein Leben in den Griff zu bekommen und dann das.
Seit dem funktioniere ich eigentlich nur noch.

Habe seit kind panikattacken, seit dem erwachsenenalter auch aus dem Schlaf raus.
Jetzt versuche ich gerade einen guten psychologen zu bekommen, der mir helfen kann das alles zu verarbeiten.
Ich bin aus meiner Heimat weg gezogen und zu meinem Mann gezogen.. Und vermisse Freunde schon sehr.
Auch das ich so keinen Verwandten in der Nähe habe ist so sche****...

Sorry für den ewig langen Text.
Musste mich jetzt gerade mitteilen.

Danke
Und eine gute Nacht

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Hallo Sarah,


ich kann verstehen das du dich traurig und allein fühlst. Deine Kindheit war nicht das was man sich unter einer guten Kindheit vorstellt. Dein Vater ist sehr früh verstorben. Dann kommen noch die Probleme mit deiner Mutter dazu. Für dich muss es als Kind sehr schwer gewesen sein mit der Situation klarzukommen. Ich denke ihr musstet viel entbehren und hattet auch bestimmt Probleme im gesellschaftlichem Leben. Oft führt es zu einer Ausgrenzung.

Du leidest noch heute unter den Erlebnissen in deiner Kindheit. Die Panikattacken deuten auf unverarbeitete Erlebnisse hin. Es ist gut das du bereit bist eine Therapie zu beginnen. Oft dauert es leider bis man einen passenden Therapeuten gefunden hat. Vielleicht hilft es dir in der Zeit hier alles zuschreiben was dich belastet. Wenn es dir zu persönlich ist und du nicht öffentlich darüber schreiben möchtest kannst du mir auch gern über VK schreiben.

Viele Grüße

blaue-Rose

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Liebe Blue - Rose,

Vielen Dank für deine Antwort und für dein Angebot.
Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht so richtig wie ich den passenden finden kann.
Ich weiß aber das ich gerne mit einer Frau sprechen möchte, ich denke da habe ich es etwas leichter.
Ich habe aber Angst das sich das alles danach noch mehr verschlimmert, oder das mir eingeredet wird das ich Antidepressiva brauche oder so, die ich aber nicht nehmen möchte.


Wenn ich schreiben würde, Ohje, da würde ein Buch draus werden.
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll
Wie gesagt alles begann mit dem Tod unseres Vaters.
Meine Mutter ist damit nie zurecht gekommen, irgendwann bestimmte der Alkohol ihr Leben.
Ich habe viele schlaflose Nächte hinter mir.
Bin mit jungen Jahren schon oft von zu Hause weg gelaufen.
Es war alles so unerträglich.
Als ich älter wurde habe ich mich sogar 2x an das Jugendamt gewandt, aber statt mir bzw uns zu helfen, würde alles einfach abgetan und ich bekam natürlich den schlimmsten Ärger zu Hause den Mann sich vorstellen kann.
Schläge, Hausarrest, ignorieren und nicht aus dem Zimmer raus dürfen waren noch die harmlosen Dinge.
Das alles hat mich geprägt und ich merke je älter ich werde, je mehr Wünsche ich mir einfach ein freies Leben.
Ich fühle mich in mir selbst gefangen...
Sorry, genug geschrieben.

Ich wünsche noch einen schönen Abend

Liebe Grüße

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Trotz allem, gab es auch gute Zeiten!!
Die, als es noch nicht so wurde, und das vermisse ich sehr und auch meine Mutter.
Auch wenn es jahrelang nicht mehr schön war.
Durch ihren Suizid blieb vieles unausgesprochen... Und das tut bis heute weh

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