Ich will doch nur mein Baby im Arm halten!

Vor drei Monaten kam unsere erste Tochter im 7. Monat tot zur Welt. Sie war so klein und so perfekt. Ich vermisse sie so sehr! Ich möchte sie im Arm halten und ihr all meine Liebe geben. Der Schmerz hat sich seit unserem Verlust natürlich ein wenig geändert, aber an Tagen wie heute ist es unerträglich. Wir versuchen nach vorne zu schauen und basteln sogar an einem Geschwisterchen. Aber die Angst ist (auch aus medizinischen Gründen) so groß, dass wir für immer kinderlos bleiben und sich Muttersein für mich immer so anfühlen wird. Ich will das einfach nicht und frage mich ständig, warum uns sowas passiert. Wir sind keine schlechten Menschen und führen eine sehr liebevolle Ehe. Wir haben uns so sehr auf unsere Tochter gefreut und lieben sie unendlich. Jetzt ist da diese Leere und die Angst vor der Zukunft.
Ich will mein Baby zurück!

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du solltest dir eventuell HIlfe suchen, es gibt Trauergruppen mit anderen betroffenen.
Leider kann man Schicksalschläge nicht rückgängig machen, und dir deswegen Vorwürfe zu machen, hilft nicht. Du solltest versuchen nach vorne zu schauen

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Danke für deinen Beitrag. Habe bereits Hilfe durch einen Seelsorger und eine Heilpraktikerin. Aber an manchen Tagen hilft das auch nicht. Morgen wäre der eigentliche Entbindungstermin meiner Tochter gewesen, wenn sie gesund gewesen wäre. Ich musste meine Gedanken gerade mal rauslassen und hoffe, dass es hier Menschen gibt, die mich verstehen.

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Wie unsensibel ist dieser Beitrag bitte ?
Manchmal sollte man dann doch seine Gedanken einfach für sich behalten.

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Ich möchte dir mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen, fühl dich von Herzen gedrückt. Vor 5 Jahren musste ich selbst unseren kleinen Sohn tot zur Welt bringen, ebenfalls im 7. Monat. Anders als du habe ich damals niemanden außer meinem Mann an mich ran gelassen, weil ich einfach nicht mit den lieblosen Sprüchen oder der Ignoranz meiner Mitmenschen umgehen konnte. Nun bin ich seit 1 Jahr in Therapie um unter anderem dieses Erlebnis aufzuarbeiten. Es ist richtig und wichtig das du dir Hilfe suchst und auch ein forum zum Austausch ist so wichtig. Ich hab damals angefangen kleine Dinge oder Gestecke für sein Grab zu basteln weil ich immer das Bedürfnis hatte noch irgendwas für ihn tun zu können. Und das gab mir das Gefühl das meine liebe so bei ihm ankommt. 3 Jahre und noch 1 🌟 später durften wir dann unseren gesunden, lebenden Sohn im Arm halten, ich wünsche es euch ebenfalls von Herzen ❤

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Was ich noch schreiben wollte, bis heute sind manche Tage und Daten fürchterlich schlimm, wo alles wieder hochkommt. Das sollte man für sich akzeptieren und die Trauer zulassen, an solchen Tagen wenn möglich auch nichts vornehmen.💫

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Vielen Dank für deine lieben Worte! Ich merke auch wie sehr ich mich von Menschen distanziere, die mir vorher sehr nah standen. Zum Beispiel kann ich gerade die Nähe meiner Eltern überhaupt nicht ertragen.
Wir wollen dieses Jahr auch keine Feste feiern. Geburtstage, Hochzeitstage und Weihnachten werden von uns so gut es geht ignoriert. Aber die meisten Leute haben dafür kein Verständnis. Ich durfte mir auch schon nette Sprüche anhören wie „Geh lieber wieder arbeiten, dann denkst du nicht mehr dran!“ oder „Du wirst bestimmt auch irgendwann Mutter sein.“ oder „Du kannst doch noch viele andere Kinder bekommen.“

Wir bringen unserer Tochter mindestens einmal pro Woche etwas mit zum Grab und es fühlt sich sehr gut an so für sie da zu sein. Auch wenn wir noch viel mehr zu geben hätten. Ich hoffe sehr, dass wir unsere Liebe auch irgendwann einem gesunden lebenden Kind schenken dürfen. Ich freue mich sehr für euch, dass ihr euer Glück im Arm halten dürft!

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Es tut mir unendlich leid, wenn ich das lese erkenne ich mich selbst sehr gut darin.
Unsere Tochter kam 2019 in der 40ssw nach einer unerkannt plazentalösung still zur Welt.
Ich möchte dir auf den Weg geben, dass Trauer in Wellen kommt. Mal ist es besser und dann ist es wieder wahnsinnig schlimm. Es ändert sich immerwieder.
Eure kleine Maus hätte ein Wunderbares leben verdient... und es ust grausam das unseren Kindern das verwehrt wurde. Und auch uns als Eltern.
Du darfst wahnsinnig traurig sein und du darfst auch irgendwann wieder glücklich sein. Das eine schließt das andere nicht aus. Die Frage warum uns das passieren musste stellen wir uns alle. Und das schlimmste ist das wir darauf niemals eine Antwort bekommen werden. Das Wir mit dieser Frage immer leben müssen.
Der Schmerz, die Trauer... Sie werden sich immerwieder verändern. 3 Monate sind noch überhaupt keine Zeit nach einem solchen Verlust.
Das man sich Vorwürfe macht ist auch ganz normal. Ich hsbe mich regelrecht gehasst. Mich selbst bestraft. Bis ich mir irgendwann etwas vergeben konnte. Auch wenn es nicht meine Schuld war.

Hör bitte nicht auf so blöde Sätze wie "du musst nach vorne schauen". Was das angeht muss man sich ein dickes Fell wachsen lassen... denn solche Sprüche kommen immerwieder.

Du und dein Mann ihr werdet das durchstehen. Auch wenn es wahnsinnig schwer ist und man manchmal denkt man kann und will einfach nicht mehr.

Vielleicht kannst du eine theraphie machen ? Ich bin jetzt seit 1 1/2 Jahren in theraphie und mir tut es wahnsinnig gut

Und vergiss nicht, deine Trauer, deine Sehnsucht und der Schmerz sind alle ein Ausdruck für die unendliche Liebe zu deiner Tochter. Es ist schwer zu ertragen, aber wenn man es so sieht dann ist es vielleicht ein klein bisschen leichter.

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute !
Und übrigens, obwohl ich auch wahnsinnig Angst hatte, vorallem da das Risiko einer erneuten vorzeitigen Ablösung sehr erhöht war, halte ich sehr 6 Monaten meinen regenbogen jungen im Arm. Und ich kann dir sagen alles was ich in dieser Schwangerschaft durchstehen musste hat sich absolut gelohnt 💕

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Vielen Dank für deine verständnisvollen und aufbauenden Worte! Du hilfst mir sehr damit.
Ich bin schon seit zwei Monaten auf der Warteliste bei einer Therapeutin. Das dauert ja leider sehr lange bis man da einen Platz bekommt. Falls ich nochmal schwanger werde, benötige ich spätestens dann eine begleitende Therapie, damit ich nicht völlig durchdrehe vor Angst. Bei uns ist aber das schwanger werden leider nicht so einfach. Unsere Tochter war unser kleines Wunder und lange herbeigesehnt.
Ich freue mich für euch, dass sich die Ängste und Sorgen ausgezahlt haben und ihr euren Regenbogenjungen geschenkt bekommen habt!