Nackenfaltenmessung


Wer von Euch hat die Nackenfaltenmessung bereits machen lassen bzw. wird sie machen?
Bin in der 13.Woche, körperlich gesund und 30 Jahre alt.
Meine Frauenärztin meint, ich soll mich nicht verrückt machen- und diese ganze Nackenfaltensache seit momentan einfach "in". Auserdem hört man ja auch so viel von ungenauen und falschen Prognosen. Hab irgendwie Angst vor nem schlechten Ergebnis und mein Schatz und ich sind uns über die evt. Konsequenz dann auch nicht im Klaren.
Würdet ihr die Untersuchung wieder machen lassen (an die erfahreren Hasen unter Euch?). Gibt es hier viele Fälle von falschen Diagnosen?

Freu mich über Eure Erfahrungen und Gedanken!


Hi

Ich bin auch 30 und in der 13 SSW, ich habe es machen lassen da ich doch schon 30 bin und es mir ein gewisse sicherheit gibt, ES wird per Ultraschal gemessen und mir wurde Blut abgenommen.

Lg Sylvia

Hallo,

ich habe die Nackenfaltenmessung schon hinter mir:-) Würde sie immer wieder machen lassen. Bei uns ist alles in bester Ordnung.
Die Untersuchung ist wie ganz normaler Ultraschall. Du merkst also garnichts.

Musst dich echt nicht verrückt machen. Schau ich bin schon 37 Jahre#schein und seh das ganze echt nicht so eng.

LG und noch eine schöne SS
sonja

Ach ja hab ich auch noch vergessen. Blut wurde mir auch abgenommen.
LG sonja

Huhu,

also hier wird die Nfm immer gemacht, da wird man gar nicht gefragt. Ist hier eine normale Untersuchung.
Bei der letzten ss war alles in Ordnung und alles stimmte.

Jetzt gehe ich wieder nächste Woche für die neue SS und freue mich schon meine Maus ganz lange im US zu sehen:)

Habe keine Bedenken! Dann muss ich noch den Trisonomie Test machen wegen diesem Daun Syndrom und dann habe ich bis zur Feindiagnostik erst mal die Untersuchungen hinter mir.

Bei der letzten SS habe ich den Trisonomie Test nicht gemacht und mich geweigert. Dieses Mal bin ich bei einem anderen Arzt, der meinte es wäre doch auch für mich von Vorteil somit bin ich mir dann ganz sicher das alles ok ist.

Ich habe nur gesagt, dass manchmal die Werte nicht stimmen und ich auf keinen Fall eine Fruchtwasseruntersuchung machen will. Aber er meinte in meinem Alter müßte ich mir keine Sorgen machen, dass das Kind behindert sein könnte und meine Erste wäre ja auch gesund.

Hallo
gerade heute morgen um 8.15 Uhr hatte ich Termin zu dieser NFM....

gibt halt doch etwas Sicherheit, also die Nackenfalte selber liegt im Normal bereich bei mir..muß nur noch mit dem Blut zusammen ausgewertet werden..aber selbst die aussage "Normalen Bereich" hat mich sehr beruhigt.

Habe ich auch schon drüber nachgedacht, was wäre wenn..ich wüßte es echt nicht...jetzt im Moment..kommt dann gewiß auch drauf an was mir die Ärztin rät und so weiter..die Folge wäre ja dann eine fruchtwasseruntersucheng,die von der Krankenkasse getragen wird...wenn diese NFM negativ ausfällt.

aber am besten nicht verrückt machen.....(leichter gesagt, was);-)


Grüße

Und wie hätter ihr bei einer schlechten Prognose oder der Wahrscheinlichkeit auf Behinderung nach der NFM gehandelt? Es gibt ja doch oft Berichte,in denen Schwangere beinahe ein nachher kerngesundes Kind (trotz mieser Werte) abgetrieben hätten!
Und die Fruchtwasseruntersuchung stellt dann ja doch ein Risiko (wenn auch gering) für den Embryo dar!
Oh man, schwierige Entscheidung...#kratz

Hi,

nur eine Anmerkung zum "geringen" Risiko bei der Fruchrwasseruntersuchung: Je nach Quelle gehen dadurch 1:100 bis 1:200 Schwangerschaften den Bach runter. Das sind Wahrscheinlichkeiten, da springen viele Frauen im Fünfeck, wenn sie die nach der Nackenfaltenmessung genannt bekommen.

LG Helga

Hallo,

wir haben die Messung nicht machen lassen. Einfach aus dem Grund, dass die Untersuchung eben nur eine Wahrscheinlichkeit liefert und kein sicheres Ergebnis.

Liebe grüße
qrupa

Hallo,
ich bin sicher kein alter Hase, das ist meine 1. SS. Aber da ich 36 J. alt bin, zähle ich zumindest statistisch in die Gruppe der Risikoschwangeren.
Nach vielem Abwägen haben wir uns für die NF-Messung entschieden, einfach weil ich beruhigter sein wollte. Hätte natürlich auch nach hinten losgehen können. Jedenfalls ist bei mir alles i.O. und ich bin vollends beruhigt.
Was Du aber über die ungenauen und falschen Prognosen schreibst, ist sicher richtig. Du bekommst nur eine Wahrscheinlichkeitsaussage. Bei mir stand die Wahrscheinlichkeit für Trisomie21 vor dem Test bei 1:194 (wg. älter als 35) und jetzt danach bei 1:1940.

LG und alles Gute,
Katja (14. SSW)

genau aus dem grund haben wir sie nicht messen lassen. ja, es gibt auch hier viele falsche diagnosen - such mal bisschen im archiv rum!
wir hätten den entscheid für eine abtreibung nie treffen wollen - also mussten wir auch nix wissen. es kommt, wie es kommt. wer garantiert denn, dass das kind nicht im skilager verunfallt und eine schlimmere krankeit hat als down? wer garantiert, dass es nicht sonst was hat? es ist unser kind.

Hallo,
Deine Aussage kann ich nur unterschreiben. Ich finde diese Untersuchung sehr schlecht, eben wegen dieser häufigen falschen Diagnosen. Es ist nur eine Wahrscheinlichkeitsberechnung. Gruss Leah

Hi
Ich werde das Erstrimester Screening auch nicht machen lassen.;-)
Mein FA hat letzte Woche bei der Untersuchung mal so auf die NF geschaut und meinte das sie im Normalbereich ist.#freu
Das mit den Bluttest ist auch nur eine Warscheimlichkeits berechnung und früher gab es diese Untersuchungen auch nicht.#schein
Auserdem würde ich mich verrückt machen wenn was nicht in ordnung wäre.#augen
LG Diana 12 SSW

Hi,

du bekommst eine Wahrscheinlichkeit genannt, wie hoch oder gering das Risiko ist, dass dein Kind eine Trisomie 21 (oder 13 oder 18) hat. Ob du mit solchen Angaben etwas anzufangen weißt, solltest du dir am besten vorher überlegen.
Da es keine Diagnose gibt, kann diese auch nicht falsch sein. Auch falsche Prognosen sind nicht wirklich zu erwarten. Selbst wenn dir ein Risiko von 1:32 für Trisomie 21 genannt wird, was ein ziehmlich schlechtes Ergebnis ist, und du dann ein Regelkind bekommst, heißt das nicht, dass die Untersuchung versagt hat, sondern dass du eben zu den 32 gehörst und nicht die eine betroffene aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung bist.

Ich habe die Untersuchung machen lassen, da ich wegen meines Alters ein Risiko von 1:64 in der 12. SSW gehabt habe. So wollte ich entweder einen Hinweis, dass ich mich besser mit dem Gedanken vertraut mache, ein behindertes Kind zu bekommen oder das Gefühl, ein Restrisiko wie alle anderen auch zu haben. Eine Fruchtwasseruntersuchung wäre für mich nicht in Frage gekommen, da eine Fehlgeburt aus meiner Sicht das größere Unglück gewesen wäre.

Ich wünsche euch eine gute Entscheidung
Helga

Hallo Du,

mein Mann und ich haben uns auch entschieden diese Untersuchung NICHT machen zu lassen!

Mein FA sagt auch, dass er bei mir keine Notwendigkeit sieht! Am Dienstag hatte ich meinen ersten großen US und der Arzt sagte, dass alles ok ist! #herzlich

Ich persönlich finde, dass das ganze etwas übertrieben wird. Natürlich verstehe ich die Menschen, die erblich vorbelastet sind, oder schon einige Fehlgeburten hatten.

Aber überlege mal:

Es ist ja keine Kassenleistung! Und ich bin mir sicher, wenn es soooo notwendig wäre, würde die Kasse das bezahlen!
Als wenn die Kasse dann ein Leben lang für ein krankes Kind aufkommen muss...

So sehen wir das!

Ach ja, außerdem ist mein Krümi am Dienstag so sehr ausgemessen worden. Der Arzt hätte mir mit sicherheit gesagt, wenn was nicht ok wäre. Dann hätten wir uns immer noch für die NFM entscheiden können.

Alles Liebe
schmigi 14. Woche

Allgemein ist immer folgendes sehr wichtig: Um vorgeburtliche Untersuchungsverfahren (diagnostische ebenso wie nicht-diagnostische) dahingehend zu hinterfragen, ob sie für einen selbst und das Ungeborene nützlich sein können, sollte man sich mit jeder einzelnen Untersuchung genau beschäftigen. Es sollte immer geprüft werden, ob sich die eigene Erwartungshaltung an die Untersuchung realistisch betrachtet mit den tatsächlichen Möglichkeiten des Verfahrens deckt und ob die eigene Entschlossenheit ausreicht, um mögliche (negative) Konsequenzen langfristig zu (er)tragen. Nicht zuletzt beinhaltet die Entscheidungsfindung zu pränatalen Untersuchungen auch das Einholen von aktuellen und zeitgemäßen Informationen über mindestens die häufigsten Behinderungen und Erkrankungen, um die es bei den in Frage kommenden Verfahren geht. Das wären beispielsweise die drei häufigsten Formen der Trisomie (Trisomie 13, 18 und 21).


Ich habe in Bezug auf die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening den Eindruck, es kommt hier sehr darauf an, was sich die einzelne von dieser Untersuchung verspricht. In Deutschland ist diese Untersuchung eine Wunschleistung, die selbst gezahlt werden muss und im Zeitrahmen der 11.+0 und der 13.+6 Schwangerschaftswoche vorgenommen werden kann. Es ist KEINE diagnostische Untersuchung, sondern eine Wahrscheinlichkeitsberechnung, ausgedrückt in einer individuellen Risikoziffer (1:x). Man muss mit diesem Ergebnis gucken, ob einem das genügt oder ob man größtmögliche Sicherheit will. Dann müsste man weiterführende Untersuchungen in Anspruch nehmen, die teils nicht risikolos sind (z.B. die Amniozentese / Fruchtwasseruntersuchung).

Es hängt viel vom persönlichen Umgang mit dem Ergebnis und der individuellen Einstellung ab, ob Nackentransparenzmessung bzw. First-Trimester-Screening als hilfreich eingestuft werden oder nicht.

Ich persönlich bin nicht so ein großer Freund der Nackentransparenzmessung bzw. des First-Trimester-Screenings (Combined Test / Bluttest + Nackentransparenzmessung mit Ultraschall).

Diese Untersuchung(en) werden sehr häufig deshalb gemacht, weil man sich davon eine gewisse Sicherheit verspricht. Im Grunde möchte man danach hören: „Alles ok mit Ihrem Kind.“ Das ist so aber nicht möglich. Man bekommt nur zu hören, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Dinge vermutlich ok sind beim Kind. Keine Diagnose, kein Ausschluss einer Diagnose, keine Garantie für irgendetwas.

Viel zu oft für meinen Geschmack gehen Schwangere bzw. Elternpaare die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening mit dem Gedanken an, dass ja „nur mal schnell geguckt wird, dass es dem Baby auch gut geht“ und man ja außerdem so schönes Baby-TV geboten bekommt. Die Untersuchung wird oft als harmlos eingestuft. Meist wird dies darauf bezogen, dass ein Ultraschall und eine Blutabnahme bei der Schwangeren ja keine Gefahr für das Ungeborene darstellt.

Vergessen wird dabei allerdings die Möglichkeit, dass die Untersuchung möglicherweise Auffälligkeiten zeigen wird, die dann jedoch nicht diagnostisch bewertet werden können. Dadurch bringt eine „harmlose“ Untersuchung die Schwangere bzw. das Elternpaar in eine Situation extremer Beunruhigung und psychischer Belastung. Denn verlangt werden nun durch ein „auffälliges“ Ergebnis Entscheidungen über die Inanspruchnahme oder Ablehnung zwar diagnostisch sehr sicherer, aber teils für das Baby risikobehaftete Folgeuntersuchungen (z.B. Amniozentese, Feinultraschall). Und der Gedanke, dass das Kind behindert sein könnte, ist nun sehr nah, obwohl man sich eigentlich eine „Entwarnung“ gewünscht hatte.

So stehen viele Schwangere nach der Inanspruchnahme der „harmlosen“ Nackentransparenzmessung bzw. dem „harmlosen“ Erst-Trimester-Screening plötzlich tief verunsichert da durch vermeintlich schlechte Ergebnisse, lassen nach bangen Tagen oder sogar Wochen des Wartens diagnostische Folgeuntersuchungen machen (auch oft mit viel Angst) und nach weiteren stressreichen Tagen oder Wochen, in denen sich manche werdende Mami die Freude an der Schwangerschaft und die Vorfreude auf das Baby verleidet durch die Angst, stellt sich die ganze Aufregung in vielen Fällen als falscher Alarm heraus. Viele nehmen sich dann vor, diese Untersuchung in einer Folgeschwangerschaft nicht nochmal machen zu lassen, weil sie den Eindruck gewonnen haben, nur relativ viel Geld für Sorgen, Verunsicherung und Stress bezahlt zu haben und sich darüber im Nachhinein doch ärgern (z.B. http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=1337394).

Es ist tendenziell so, dass Schwangere, die unauffällige Werte bescheinigt bekommen haben, die Untersuchung häufig weiterempfehlen und solche, die auffällige Werte hatten und dadurch an die Grenzen der Aussagekraft und in den Entscheidungszwang über Folgeuntersuchungen geraten sind, eher von der Inanspruchnahme abraten. Aber auch hier gilt wie bereits geschrieben: Es hängt viel vom persönlichen Umgang mit dem Ergebnis und der individuellen Einstellung ab, was als hilfreich eingestuft wird und was nicht.

Es gibt Fallbeispiele, in denen die Nackentransparenz- bzw. First-Trimester-Screening-Werte auffällig sind, aus diesem Grund diagnostische Folgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden und sich dadurch nach einigen Tagen oder auch erst Wochen herausstellt, dass das Kind eine körperliche Fehlbildung (z.B. einen Herzfehler) oder eine chromosomal bedingte Behinderung hat (z.B. eine Form der Trisomie). Diese Diagnosen sind jedoch erst durch weitere Untersuchungen möglich und nicht (!) durch die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening. Deren Werte können lediglich Anlass für die Entscheidung der Schwangeren zu weiteren Untersuchungen mit hoher diagnostischer Sicherheit sein, diese Verfahren jedoch nicht (!) ersetzen.

Dann gibt es diejenigen Schwangeren, die unauffällige Werte bescheinigt bekommen, durch die Ergebnisse beruhigt sind, sich gegen diagnostische Untersuchungen entscheiden und ein Regelkind bekommen. Wichtig hierbei ist, dass Nackentransparenzmessung bzw. First-Trimester-Screening KEINE Vorsorgeuntersuchungen sind. Eine Prävention von Behinderungen und Fehlbildungen ist dadurch NICHT möglich, sodass es für den Zustand des Kindes keinen Unterschied macht, ob das Untersuchungsangebot wahrgenommen wird oder nicht.

Bei anderen Schwangeren, die sich für die Untersuchung entschieden haben, kommen ebenfalls statistisch gesehen unauffällige Ergebnisse heraus, die Beruhigung verschaffen und die Entscheidung gegen diagnostische Untersuchungen bestärken oder begründen. Aber ihre Kinder sind keine Regelkinder, sondern Beispiele für die Möglichkeit einer sogenannten „falsch-negativen“ Prognose. Zwei Beispiele sind Eric und Louis:

Die Nackentransparenz von Eric, dem Sohn einer Freundin, war vorbildlich im Normbereich, ebenso wie die Blutwerte seiner Mutter. Im August 2004 kam der kleine Fratz #liebe mit Freier Trisomie 21, einer der vier Formen von Down-Syndrom, zur Welt ( http://www.ericmagnus.de #blume). Ähnlich lief es bei Louis #sonne , der im März 2006 geboren wurde und im First-Trimester-Screening ebenfalls unauffällige Werte hatte (http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=2&tid=1322965 / http://www.louisgrossewelt.de). Soviel zur Zuverlässigkeit dieser Untersuchung(en), die die Möglichkeit falscher Prognosen einschließt. Sicherheit, hohe Aussagekraft und vor allem Diagnostik sind einfach was anderes, denn Eric und Louis sind nicht die großen Ausnahmen.

Ein weiterer Punkt ist die Ausbildung der ÄrztInnen: Sie können je nach erworbener Lizenz nach Methode und Qualitätsstandard der deutschen oder der englischen FMF (Fetal Medicine Foundation) arbeiten. Entsprechend hat das Labor, das beim First-Trimester-Screening die Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Behinderung für eine Schwangere errechnet, zwei verschiedene Auswertungsprogramme. Und leider unterscheiden sich beide insofern, als das die errechneten Wahrscheinlichkeiten bei ein und der selben Schwangeren mitunter ganz erheblich voneinander abweichen. Eben je nach Programm: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=1052808

Wer größtmögliche Sicherheit über bestimmte körperliche Besonderheiten möchte, sollte sich meiner Meinung nach besser für den Feinultraschall entscheiden, wer größtmögliche Sicherheit bezüglich bestimmter Chromosomenbesonderheiten will, muss sich wohl oder übel in den Bauch pieksen lassen und die damit verbundenen Risiken (u.a. eventuell das einer Fehlgeburt) in Kauf nehmen. Auch weil es ohne eine anständige Diagnose, deren individuelle Tragweite es dann im konkreten Fall abzuwägen gilt, nicht erlaubt wäre, eine Schwangerschaft abzubrechen (http://www.regenbogenzeiten.de/abbruch.html).
Diese Entscheidung könnte dann auf einen zukommen, wenn man diagnostische Untersuchungen in Anspruch nimmt. Ob man es sich und seiner Familie zutraut, es psychisch unbeschadet zu überstehen, sich gegebenenfalls für den Tod des eigenen Kindes zu entscheiden, sollte man bei seinen Überlegungen zur Untersuchungswahl nicht außeracht lassen. Ebenso wie allgemein die Tatsache, dass es durch kein Verfahren möglich ist, die tatsächliche Schwere einer (geistigen) Behinderung festzustellen. Auch die Auswirkungen körperlicher Beeinträchtigungen sind vorgeburtlich oft nicht sicher einzuschätzen.

Ein Schwangerschaftsabbruch wäre jedenfalls erst nach einer richtigen Diagnose erlaubt (dann aber prinzipiell bis zum Einsetzen der natürlichen Eröffnungswehen). Und eine richtige Diagnose bekommt man weder bei der Blutuntersuchung noch bei der Nackentransparenzmessung und auch nicht bei der Kombination aus beidem (= First-Trimester-Screening), sondern insbesondere was die häufigsten (aber längst nicht alle!) Chromosomenbesonderheiten angeht eben nur eine statistische Wahrscheinlichkeitsangabe. Sonst nichts, denn Chromosomen sind nunmal schlicht und einfach nicht im Ultraschall zu sehen und im Blut der Mutter sind sie (noch) nicht nachweisbar bzw. untersuchbar.

Alles, was bei der Nackentransparenzmessung bzw. beim First-Trimester-Screening herausgefunden wird, müsste daher im Grunde durch weitere Untersuchungen auf seine Richtigkeit hin überprüft werden. Und – wie die Beispiele von Eric und Louis zeigen – eben eigentlich auch, wenn die Werte unauffällig sind. Denn es sind eben nur Wahrscheinlichkeiten, die auf Statistiken basieren und keine Diagnosen oder Ausschlüsse von möglichen Diagnosen.


Mehr dazu kann man z.B. hier nachlesen:
http://www.regenbogenzeiten.de/nt.html


Meinungen / Erfahrungen von Schwangeren:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=615362

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=646810

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=977737


„Glücksspiel mit hohem Einsatz“ - Blut- und/oder Nackentransparenzwerte auffällig:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=609251

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=1052808


Pränataldiagnostik (Video)
http://www.lexi-tv.de/lexikon/thema.asp?InhaltID=3302
Ein netter kleiner Film. Am Ende steht hier zwar ein auf Hilfsmöglichkeiten gerichteter Ausblick auf den tieferen Sinn der Sache, der in der Praxis jedoch mittlerweile echten Seltenheitswert hat. Weitaus häufiger ist der Abbruch der Schwangerschaft.


Auf der Website http://www.regenbogenzeiten.de sind u.a. ausführliche Texte zum Thema Pränataldiagnostik zusammengestellt. Eingegangen wird unter anderem auf einige der gängigsten derzeit möglichen Untersuchungen (Was wird gemacht? Was sind die Vorteile, wo liegen Risiken? Welche Konsequenzen könnten sich durch das Ergebnis ergeben?), die Untersuchungszeitpunkte sowie auf die Erkennbarkeit verschiedener Formen von Behinderungen und Fehlbildungen. Die Texte sind auch für medizinische Laien gut verständlich; schwierige Begriffe werden z.B. erläutert. Die Texte geben keine persönliche Meinung wieder, sondern es sind Sachinfos, die allgemeine Informationen bieten, nach denen man selbst entscheiden kann, was für einen persönlich sinnvoll und langfristig tragfähig erscheint.

Liebe Grüße
Sabine

P.S. Für Interessierte hier ein paar Bilder von Nackentransparenzmessungen:

unauffällige Nackentransparenz
http://www.praenatal.de/cms/uploads/pics/ersttrimester.jpg
http://www.iwan-thein.de/images/leistungen/normale-nackentransparenz.jpg

Nackentransparenz 5mm
http://9monate.qualimedic.de/bilder/9monate/nackenfalte_5mm.gif

Nackentransparenz 8mm
http://www.thieme.de/fz/ultraschall/images/titel995.jpg

...und weil es um Wahrscheinlichkeiten geht, hier mal noch eine: Es ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% anzunehmen, dass es von dem Kind mit der 8mm-Nackentransparenz nicht viele andere Bilder gibt. Bei ihm wurde durch eine invasive Folgeuntersuchung (wahrscheinlich Amniozentese) ein Down-Syndrom (Trisomie 21) diagnostiziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass es danach immer noch erwünscht war und es von ihm Bilder gibt, wie es mit Mama schmust, von Papa gefüttert wird, sitzen, krabbeln, stehen und laufen lernt, wie es lacht, wie es in den Kindergarten und in die Schule kommt...., liegt bei 5%.

Auch viele Mütter bzw. Elternpaare, die die Untersuchung eigentlich nur machen lassen wollten, „um es vorher zu wissen um bessere Vorbereitungen zu treffen“ entscheiden sich im Falle einer tatsächlichen Diagnose gegen ihr Kind, weil es auf einmal ganz viel Druck von allen Seiten gab und es dann „plötzlich doch anders war in der Situation.“ Schade auch, dass so viele sofort und pauschal meinen „es“ nicht zu schaffen :-( Aber mal ehrlich: Woher will man seine Grenzen kennen, wenn man sich nichtmal zutraut, sie überhaupt zu suchen? Eltern von Kindern mit Behinderung sind auch keine Übermenschen sondern genauso normal wie alle anderen Mamis und Papis auch :-)