Motzkuhs Nachttheorie

    • (1) 18.01.11 - 13:26

      Liebe Kugelrunde.

      Ich und meine innere Motzkuh haben heute Nacht schwer miteinander philosophiert. Für alle, die mich noch nicht kennen: Seit ich schwanger bin, also etwa seit sieben Wochen, teile ich mein Leben mit einer inneren Motzkuh. Sprich: Die Hormone haben mir dieses nicht so nette Wesen angehängt, das mich alle zwei Tage unausstehlich macht. Ab und an berichte ich – wie heute – von meiner Motzkuh.

      Aber nun zu unserer philosophischen Nacht, die um 1.30 Uhr anfing, als der Schlaf plötzlich und unerwartet endete. Grundlos quasi. Ich wachte auf - da war einfach nix. Außer die Motzkuh, die blöd ins Dunkle glotzte. Hatte mein Mann geschnarcht und mich deshalb geweckt? Ein Lauschen...Nein. Gefühlt liegt er 200 Meter von mir entfernt, in Wahrheit nur ein paar Zentimeter. Atmung: Ruhig und gleichmäßig. Meine Große kann es auch nicht gewesen sein, die schlummert friedlich in ihrem Zimmer.

      Liege ich bequem? Ja. Eigentlich schon.

      Aber mir ist so warm. Ist die Heizung an? Ich tappe im Quasi-Dunkeln zur Heizung, stoße mir den Zeh am Bettbein an und fummele am Thermostat herum. Stand die ganze Zeit auf Null. Zurück ins Bett gewankt - wo ist meine Decke?

      Mir ist auf einmal so schrecklich kalt! So kalt, dass unbedingt die Heizung angestellt werden muss. Also: Wieder aufstehen, Zeh anschlagen, Fummeln und zurück ins Bett wanken.

      Die Heizungsluft mache dann aber meinen Mund so trocken. Wieder Fummeln im Dunkeln, diesmal nach der Flasche neben dem Bett. Zwei Schluck trinken – ahhhh! Tut echt gut.

      Aber dann meldet sich die Blase. Also: Aufstehen, Zeh anschlagen, an der Wand entlang im Dunkeln auf den Flur schleichen, ins Bad tappsen, aufs Klo hocken. Und warten, bis die drei, vier Tröpfchen ihren Weg ins Nirvana des Schüsselschlunds gefunden haben. Kurz vor zwei Uhr.

      Habe ich Hunger? Motzkuh schüttelt den Kopf, aber ich freue mich schon jetzt auf die Reste vom gestrigen Wurstsalat zum Frühstück. Im Bett wieder angelangt, finde ich es unmöglich, dass mein Mann von all meinen Strapazen in der Nacht nix merkt. Ich leide schlaflos vor mich hin - er seufzt im Schlaf zufrieden. So was Egoistisches…Er nimmt überhaupt nicht an der Schwangerschaft teil!!!

      Und dann juckt es mich. Erst am Ohr. Dann am Zeh. Dann am Rücken. Dann am Bauch. „Sind das auch Schwangerschaftsbeschwerden?“, frage ich mich. Ich muss nachdenken. Irgendwie müssen all die Zipperlein ja einen Sinn haben, die man mehr oder weniger neun Monate mit sich rumschleppt. Ich und Motzkuh überlegen:

      Der dicken Bauch (bei mir sehr früh), damit man sich so schnell wie möglich daran gewöhnt, dass die Lieblingsklamotten mal für längere Zeit tabu sind. Der Gedanke an meine schwarze Lederkombi fürs Motorradfahren, in die ich schon seit meinem „Glückszyklus“ nicht mehr passe, treibt mir Wehmutstropfen in die Augen.

      Das Ziehen und Zupfen im Unterleib, weil man sich ja als Gebär-Mutter so früh wie möglich auf das Schlüpfen des Kükens einstellen soll.

      Die permanente Müdigkeit am Tag (und weniger in der Nacht) dient Spekulationen zufolge dazu, den Mutter-Körper ruhig zu stellen, um in den heiklen ersten drei Monaten keine unnötigen Gefahren für das im Bauch frisch gepflanzte Pflänzchen herbeizuführen.

      Die plötzlich blühende Pickellandschaft in Gesicht und auf Decolleté soll uns daran erinnern, dass jetzt „Schluss mit lustig“ und Schluss mit Flirtereien ist – jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Und welcher Kerl flirtet schon an der Kasse mit einer Frau, die einen riesigen Pickel auf der Nase (so wie ich) hat?

      Die Brecherei haben wir wahrscheinlich deshalb, weil wir uns ganz früh daran gewöhnen sollen, dass wir künftig als Resteverwerter agieren werden: Wir essen die Restchen von den Tellerchen, wir machen die Gläschen schön sauber, wir essen ein angenagtes Würstchen auf, lecken auf den Boden gefallene Schnullis ab und vertilgen die von Babyhändchen zerknautschten Brotscheiben. Mit dem Brechen härten wir uns nur ab.

      Und die Schlaflosigkeit – nun, die bereitet uns schon früh auf das vor, was uns nach Geburt unserer Wonneproppen erwartet: Durchwachte Nächte, wenig Schlaf, Herumgeistern im Halbdunkeln. Und Hin und Wieder das Anschlagen des Zehs irgendwo.

      Somit ergibt doch alles einen Sinn.

      In diesem Sinne.

      Liebe Grüße.

      Eure Motzkuh

      • #rofl#rofl#rofl haben wir sie nicht alle unsere motzkuh? schreibst du deine einfälle eigentlich auf? nach der ss wirst du dich darüber mehr als amüsieren #rofl

        DAS ist SOOOO GEIL #rofl#rofl Hör blos nicht während der SS auf hier zu schreiben #pro Den ersten bericht von "Motzkuh" las ich aber jetzt musste ich auch mal dazu schreiben .

        Echt genial, und du solltest wirklich überlegen daraus was zu machen #freu

        In freudiger Erwartung auf deinen nächsten bericht.. :-p

        Lg sorceres

        Hallo,
        ich glaube das eine oder andere erkennen wir bei uns wieder...
        Ich für meinen Teil dieses Schnarcht der Mann und dann das das er davon nichts mitbekommt einfach unbegreiflich;)

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