Interessanter Beitrag auf 3 Sat

    • (1) 24.01.11 - 20:22

      Wen es interessiert:

      "Kleine Eroberer"

      Englisch für Säuglinge, Schach-Training im Buggy, Rhetorik-Kurse für Zweijährige, die Lebenswelt von Kleinkindern hat sich in Deutschland seit dem Pisa-Schock drastisch verändert. Die Beschleunigung des Lebens und der Wettbewerb um die besten Startbedingungen machen auch vor dem Kinderzimmer nicht mehr halt. Je früher, desto besser, nur keine "Zeitfenster" verpassen, das ist der neue Bildungsimperativ für Eltern. Der Zwang zur Frühförderung setzt Eltern und Kinder gleichermaßen unter Druck und führt sie in eine Sackgasse. Kinder sind von Natur aus neugierig und lernen beinahe wie von selbst, vorausgesetzt sie wachsen in einer Umgebung auf, die sie dazu anregt und in der sie sich sicher fühlen. Dazu zählen vor allem Bezugspersonen, die sich für sie und ihre Lern-Fortschritte auch wirklich interessieren. Ohne solche persönliche Zuwendung kein Lernen. Darin sind sich Neurobiologen, Entwicklungspsychologen und Bildungsforscher einig. Lernen kommt durch Liebe. Doch ein Drittel der deutschen Kinder bekommt nicht mehr das, was sie eigentlich bräuchten, eine "sichere Bindung". Ihnen fehlen emotionale Nähe, Zuwendung und stabile soziale Beziehungen. Sie wollen die Welt erkunden und erobern, sie wollen in Kontakt treten mit ihrem Gegenüber und zwar vom ersten Atemzug an. Lange dachte man, dass bewusstes Kommunizieren erst mit der Sprache beginnt. Doch die vorsprachliche Kontaktaufnahme zur Welt ist der Anfang aller Kommunikation und allen Lernens. Bereits mit wenigen Monaten weiß ein Säugling sein herzzerreißendes Weinen gezielt einzusetzen. Er hat den Zusammenhang von Ursache und Wirkung verstanden. Der Film zeigt, welch ungeheure Lernleistungen Kinder in ihren ersten drei bis vier Lebensjahren vollbringen können. Er erläutert in Alltagsbeobachtungen und kleinen Versuchsanordnungen die wichtigsten Stadien der kommunikativen Entwicklung hin zum Ich.
      Bild: 3Sat

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