papp-a Test was ist das?

    • (1) 20.04.06 - 15:23

      Hilfe hat jemand schon mal einen papp-a Test machen lassen?#kratz
      Hallo ihr lieben bin in der 12 ssw und muss zur nächsten Fa.
      Der Arzt meinte ich solle einen papp-a Test machen lassen der kostet mich ca. 100 Euro. Was passiert dabei und wie funktioniert das denn???? Weiß nur das es sich um erbkarnkheiten handeln soll.Danke und einen lieben Gruß

      • (2) 20.04.06 - 16:10

        ich glaub,das ist das firsttrimesterscreening...da wird dein blut untersucht...ansonsten google mal..
        lieben gruss!
        mailin 34+2#baby

        • (3) 20.04.06 - 16:20

          hallo,

          also so weit ich weis und mir das meine fa erklärt hat, ist das ein einfacher abstrich, da wird dir schleim aus der scheide entnommen und auf krebsrisiko untersucht, was auch mit erbkrankheit zu tun hat (wegen gebärmutterkrebs, usw.).

          normalerweise kostet das nicht und das muss jeder fa machen.

          also ich kann nur vor glück sprechen, dass ich so eine tolle fa habe, ich weiß alles und sie erklärt mir auch alles genau und bis jetzt musste ich nichts zahlen.

          alles gute

          jasmina

          (4) 20.04.06 - 16:29

          Danke für die schnelle hilfe#huepf#schwanger

      (5) 20.04.06 - 16:30

      Der PAPP-A-Wert („PAPP-A“ bedeutet pregnancy-accosiated plasma protein; es handelt sich um ein schwangerschaftsspezifisches Eiweiß) kann bei einer Untersuchung des Blutes der Schwangeren bestimmt werden. Oft passiert das im Rahmen des First-Trimester-Screenings. Dieses Screening ist eine Kombination aus einem Bluttest (Biochemie / untersucht wird die Konzentration von PAPP-A und Freiem ß-hCG im Blut der Schwangeren) und der Nackentransparenzmessung beim Ungeborenen.

      Der Test liefert Angaben dazu, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Kind eine körperliche oder chromosomale Besonderheit hat. Ein deutlich niedriger PAPP-A-Wert kann auf ein Edwards-Syndrom (Trisomie 18) oder eine Triploidie (Verdreifachung aller Chromosomen) beim Baby hinweisen. Bei manchen Schwangeren, die ein Kind mit Down-Syndrom (Trisomie 21) erwarten, ist der PAPP-A-Wert auffallend niedrig, während ein anderer Wert (der des freien ß-HCG) erhöht ist.

      Das First-Trimester-Screening ist KEINE diagnostische Untersuchung, sondern nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Man muss also mit dem Ergebnis gucken, ob einem das genügt oder ob man größtmögliche Sicherheit will. Dann müsste man weiterführende Untersuchungen (z.B. Amniozentese) in Anspruch nehmen, die teils nicht risikolos sind.

      Ich persönlich bin nicht so ein großer Freund der Nackentransparenzmessung bzw. des First-Trimester-Screenings (Bluttest + Nackentransparenzmessung).

      Diese Untersuchung(en) werden sehr häufig deshalb gemacht, weil man sich davon eine gewisse Sicherheit verspricht. Im Grund möchte man danach hören: "Alles ok mit Ihrem Kind." Das ist so aber nicht möglich. Man bekommt nur zu hören, mit welcher Wahrsheinlichkeit bestimmte Dinge vermutlich ok sind beim Kind. Keine Diagnose, kein Ausschluss einer Diagnose, keine Garantie für irgendetwas.

      Viel zu oft für meinen Geschmack gehen Schwangere die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening mit dem Gedanken an, dass ja "nur mal schnell geguckt wird, dass es dem Baby auch gut geht."

      Und viele stehen dann plötzlich tief verunsichert da durch vermeintlich schlechte Ergebnisse, lassen nach bangen Tagen oder sogar Wochen des Wartens weitere Untersuchungen machen (auch oft mit viel Angst) und nach weiteren stressreichen Wochen, in denen sich manche werdende Mami die Freude an der Schwangerschaft und die Vorfreude auf das Baby ziemlich verleidet durch die Angst, stellt sich die ganze Aufregung als falscher Alarm heraus. Viele schwören sich dann, diese Untersuchung in einer Folgeschwangerschaft nicht nochmal machen zu lassen, denn sie haben letztlich nur viel Geld für Sorge, Verunsicherung und Stress bezahlt ;-)

      Dann gibt es diejenigen werdenden Mütter, die gute, unauffällige Werte bescheinigt bekommen, durch die Ergebnisse beruhigt sind, keine weiteren Untersuchungen machen lassen und ein Regelkind bekommen.

      Bei anderen kommen ähnlich tolle Ergebnisse dabei heraus, die Beruhigung verschaffen, aber ihr Kind ist kein Regelkind. Ein Beispiel ist Eric:

      Die Nackentransparenz von Eric, dem Sohn einer Freundin, war vorbildlich im Normbereich, ebenso wie die Blutwerte seiner Mama. Im Sommer 2004 kam der kleine Fratz #liebe mit Freier Trisomie 21, einer der vier Formen von Down-Syndrom, zur Welt ( http://www.ericmagnus.de / bis zum 18.04.06 schon mehr als 11.800 Mal besucht #blume). Soviel zur Zuverlässigkeit; die ist nicht absolut, denn Eric ist nicht die eine große Ausnahme. Zur anderen Seite hin ist es ebenso möglich, dass die Blut- und / oder Nackentransparenzwerte auffällig sind und das Kind trotzdem ein Regelkind ist.

      Wer größtmögliche Sicherheit möchte über bestimmte körperliche Besonderheiten sollte sich meiner Meinung nach besser für den Feinultraschall entscheiden, wer größtmögliche Sicherheit bezüglich bestimmter Chromosomenbesonderheiten will, muss sich wohl oder übel in den Bauch pieksen lassen und die damit verbundenen Risiken (u.a. eventuell das einer Fehlgeburt) in Kauf nehmen. Auch weil es ohne eine anständige Diagnose, deren individuelle Tragweite es dann abzuwägen gilt, nicht erlaubt ist, eine Schwangerschaft abzubrechen.

      Und eine Diagnose bekommt man weder bei der Blutuntersuchung noch bei der Nackentransparenzmessung und auch nicht bei der Kombination aus beidem (= First-Trimester-Screening), sondern insbesondere was Chromosomenbesonderheiten angeht eben nur eine statistische Wahrscheinlichkeitsangabe. Sonst nichts, denn Chromosomen sind numal schlicht und einfach nicht im Ultraschall zu sehen und im Blut der Mutter sind sie (noch) nicht nachweisbar bzw. untersuchbar.

      Alles, was bei der Nackentransparenzmessung bzw. beim First-Trimester-Screening herausgefunden wird, müsste im Grunde durch weitere Untersuchungen auf seine Richtigkeit hin überprüft werden. Und – wie das Beispiel von Eric zeigt – eben eigentlich auch, wenn die Werte unauffällig sind. Denn es sind halt nur Wahrscheinlichkeiten und keine Diagnosen oder Ausschlüsse von möglichen Diagnosen ;-)

      Auf meiner Website (erreichbar über meine Visitenkarte / Klick auf den Nicknamen s_a_m) habe ich u.a. ausführliche Texte zum Thema Pränataldiagnostik zusammengestellt. Eingegangen wird unter anderem auf einige der gängigsten derzeit möglichen Untersuchungen (Was wird gemacht? Was sind die Vorteile, wo liegen Risiken? Welche Konsequenzen könnten sich durch das Ergebnis ergeben?), die Untersuchungszeitpunkte sowie auf die Erkennbarkeit verschiedener Formen von Behinderung und Fehlbildungen. Die Texte sind auch für medizinische Laien gut verständlich; schwierige Begriffe werden z.B. erläutert. Die Texte geben nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern es sind Sachinfos, die allgemeine Informationen bieten, nach denen man selbst entscheiden kann, was für einen persönlich sinnvoll und langfristig tragfähig erscheint.

      Liebe Grüße
      Sabine (Mail- & Homepage-Kontakt über die Visitenkarte)

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