Kircheneintritt

    • (1) 15.05.06 - 13:56

      Hallo Ihr #schwanger-en!

      Ich möchte gern wieder in Kirche eintreten, um meine kleine Maus dort taufen zu lassen. Um nicht falsch verstanden zu werden - ich glaube sehr an Gott, muss mir aber nicht von Pfarrern erzählen lassen, wie es wirklich ist.

      Meine Maus soll in Gottes Haus augenommen werden und die Werte und Normen kennenlernen. Wie sie danach entscheidet, bleibt ihr selbst überlassen.

      Meine Fragen:

      Wie funktioniert das mit dem Kircheneintritt?

      Wie wird jetzt die Kirchensteuer berechnet, wenn ich Studentin, kein Einkommen, verheiratet mit meinem Mann, der aus der Kirche ausgetreten ist?

      Ich hoffe, Ihr könnt mir die beiden Fragen beantworten!

      Viele Grüße

      TinTin & Babymaus (27.SSW)

      • (2) 15.05.06 - 14:02

        Hallo,
        wenn Du kein Einkommen hast, ist es meines Wissens so, dass abhängig vom Geld deines ausgetretenen Ehemannes eine Ersatzabgabe gezahlt werden muss.
        Um wieder einzutreten musst Du dich an dein zuständiges Pfarramt wenden.

        • (3) 15.05.06 - 14:05

          Meine natürlich nicht GELD sondern GEHALT.
          Erkundige Dich bitte ganau, Deine 2. Antwort besagt das Du nichts zahlen musst, doch das glaube ich nicht.
          Denn mein Mann ist auch aus der katholischen Kirche ausgetreten, und ich bin aber bei meinem evangelischem Glauben geblieben, um auch mal unsere Kinder taufen lassen zu können. Solange wie ich arbeite geht die Steuer halt von meinem Gehalt ab, sobald ich jedoch zu Hause wäre, müsste mein Mann für mich die Ersatzabgabe zahlen.
          Ich empfehle Dir mal zu googlen. Wir haben uns sehr genau informiert vor dem Austritte meines Mannes...

          • (4) 15.05.06 - 14:14

            Danke!

            Ich habe auch schon gegoogelt und auch etwas von einer Ersatzabgabe gelesen, habe aber noch nicht rausfinden können, wie hoch die ist. Ist irgenwie doof den Pfarrer danach zu fragen "ich möchte gern in die Kirche eintreten, hoffentlich muss ich nicht so viel zahlen..." #kratz

            Du hast mir sehr weitergeholfen!

            TinTin

      (5) 15.05.06 - 14:02

      also, Du wirst Dich bei Deiner zuständigen Gemeinde melden, ein Anruf genügt, dann kommt der Pfarrer zu Dir nach Hause oder Du machst Termin für ein Gespräch dort, dann wirst Du eine Unterschrift leisten müssen, und das war es dann, Du bekommst keine Vorwürfe oder sontige seltsame Ritule zu hören, das ist ganz easy going.
      Da Du kein Einkommen hast, somit keine Einkommenssteuererklärung machst, brauchst Du auch keine Kirchensteuer bezahlen.
      Liebe Grüße
      Diana+#baby38.Woche

      (6) 15.05.06 - 14:03

      Zum Wiedereintritt wendest Du Dich an Deinen Gemeindepfarrer, in manchen Städten gibt es auch zusätzlich eine besondere Kircheneintrittsstelle.

      Was die Kirchensteuer angeht, bin ich nicht ganz sicher - ich glaube, wenn Dein Mann viel verdient, kann es sein, daß er für Dich mit Kirchensteuer zahlen muß. Die Kirche will eben gerade nicht, daß Paare da strategisch sagen: Verdiener tritt aus, Nichtverdiener bleibt drin, damit getauft / kirchlich geheiratet etc. werden kann.

      Ohne Kirchensteuer können die nun mal weder das Kirchengebäude erhalten noch den Pfarrer anstellen, der Eure Maus taufen soll.

      • (7) 15.05.06 - 14:29

        Hallo,

        einfach an den Gemeindepfarrer wenden. Kirchensteuer muß Dein Mann dann quasi für Dich bezahlen (ist bei meinen Schwiegereltern auch so- sie hat kein Einkommen ist aber in der Kirche, er ist ausgetreten muß aber für seine Frau Kirchensteuer zahlen)


        Anmerkung zu anyca...

        ...hat zwar nix mit dem Ursprungsposting zu tun aber... schon mal überlegt, daß Deutschland das einzige Land mit Kirchensteuer ist??? Wie machen das andere Länder mit der Erhaltung der Kirchengebäude und den Pfarrern?????? Also, unsere Bekannten aus England und Amerika wundert das immer wieder... Selbst in Italien gibt es keine derartige Steuer - und das mit dem Vatikan direkt vor der Nase! Egal! Wer hierzulande kirchl. heiraten, zur Taufe, christl. beerdigt möchte zahlt eben dafür.

        • (8) 15.05.06 - 14:45

          Die zahlen dann abermeistens mehr in Kollekten und spenden am rande mehr. Freunde von uns sind in einer freien Evangelischen Gemeinde und die zaheln eben auch keine Kirchensteuer. Dafür geben die unglaublich viel auf "freiwilliger Basis", wobei die Richtlinie ist: der zehnte Teil des Einkommens. Das ist ungleich mehr als der Prozentsatz, den mein Mann und ich an Kirchensteuer zahlen.

          Von der Kirchensteuer werden auch Kindergärten, Gemeindedienste, Seelsorge, Ausstattung der Kirchen, Jugendclubs und -Angebote, Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Alte, Konfirmandenunterricht, etc. und die allgemeinen Dienstleistungen der Kirche bezahlt. Für Hochzeiten, beerdigungen und Taufen bezahlen wir auch nichts "extra", es sei denn wir wollen das mit einer "Überweisung" in einer bestimmten Kirche machen, weil uns die Location soooo wichtig ist. Da ist man dann auch angehalten, eine "freiwillige" Spende zu leisten. ich muß ehrlich sagen, ich habe kein Problem mit der Kirchensteuer und mir würde nie einfallen, aus der Kirche auszutreten, nur weil ich die zahlen muß.


          Frag' mal Deine Freunde in Italien, wie viel die so der Kirche spenden und vergleich das mal mit Deinem Gehaltszettel... wird bestimmt spannend.

          Lieben Gruß,
          Kali.

          • (9) 15.05.06 - 15:08

            Hallo Kali

            tja, ich glaube an Gott, aber deshalb muß ich trotzdem nicht in die Kirche... Da hat wohl jeder so seine Ansichten. Und klar, wer in der Kirche ist, zahlt ja auch nicht für Hochzeit, Taufe und Beerdigung (ausser über Spenden). Deshalb sagte ich ja: wer kirchlich heiraten will, Taufe, christl. Beerdigung muß Kirchensteuer zahlen. Leute die nicht in der Kirche sind können nicht kirchl. heiraten usw.

            Die Diskussion könnte man hier natürlich noch weiter ausführen. Aber ich glaube, die gehört hier nicht unbedingt her, oder?!

            Gruß
            Bea

            PS.: Wenn ich die Spenden meiner Bekannten mit meinem Gehaltszettel vergleiche kommen mir wirklich die Tränen. Ich zahl nix und die spenden im Höchstfall ob Du es glaubst oder nicht 10 Euro im Monat (in Italien! Ok, meine Bekannten stehen ja auch nicht für ganz Italien. In England z.B. gar nicht!!!!!!!!!!)

            • (10) 15.05.06 - 16:18

              Du, ich wollte gar keine Diskussion über Kirche oder nicht Kirche anzetteln, ich denke, das muß wirklich jeder für sich entscheiden. Auch, ob man glaubt oder nicht, wie man glauben will und ob man Kirchensteuer zahlen will. An sich denke ich, daß in der evangelischen Kirche (über die Katholische kann ich nix sagen, als Norddeutsche) die Gelder schon eher da landen, wo sie notwendig sind. Und ich fände es schön, wenn man sich bewußt wäre, daß mit dem Geld eben nicht nur die schönen Häuser und die Popen bezahlt werden.

              Ich wüsste gerne, wie diese Leistungen im Ausland finanziert werden (vielleicht aus Steuergeldern? dan gäbe es ja eine indirekte Kirchensteuer auch für die, die gar nicht in der Kirche sind?). Ich kenne halt nur den Vergleich mit der freien Gemeinde und da landen dann bei jedem Kirchgang (und die gehen wirklich jeden Sonntag) die Zwanziger und Fünfziger im Klingelbeutel (Das Dankopfer) und es gibt zusätzliche, freiwillige Spenden. Und als Richtwert gelten eben die 10% des Nettoeinkommens. Das finde ich ganz schön üppig.

              Wie gesagt, ich finde, jeder muß das für sich selber entscheiden, aber wenn ich mich für oder gegen etwas entscheide, sollte ich mich vorher informieren (und dabei klammere ich Dich ausdrücklich aus, ich meine diejenigen, die sich auf der Basis von Halbwahrheiten und Klischees für oder gegen etwas entscheiden). Und ich fühle mich mit der Kirche und in der Kirche ganz wohl.

              Lieben Gruß,
              Kali.

              • (11) 15.05.06 - 16:29

                10% Richtwert für eine freiwillige Spende? Na, das ist wirklich happig...
                Die Mitte der Antwort klammern wir hier mal aus (melde mich da mal kurz über die VK)

                Aber beim letzten Abschnitt stimme ich dir wirklich zu! Jeder sollte selbst entscheiden - unabhängig von Halbwahrheiten und Klischees. Information ist alles! Auch wenn ich mich in der (kath.) Kirche nicht wohlgefühlt habe.

                LG
                Bea

    Hallo!

    Also ich habe am 28.10.2005 kirchlich geheiratet und mein Mann ist dafür wieder in die Kirche eingetreten.

    Um einzutreten mußte mein Mann beim Pastor ein Schriftstück unterschrieben... mehr nicht! Alles andere hat der Pastor erledigt!

    Da mein Mann z.Z. kein Einkommen hat, mußte er bis jetzt auch keine Kichensteuer bezahlen! Ich bin nicht in der Kirche und habe aber Gehalt. Ich bezahle nichts an die Kirche, obwohl mein Mann ja eingetreten ist!!! Nichts mit irgendso einem Ausgleichsbetrag oder so ähnlich!

    Lieben Gruß
    Nadine

    • Ah, danke!

      Ist wahrscheinlich von Ort zu Ort unterschiedlich. Ich habe auf der Kirchenseite von Krefeld gegoogelt:

      "Von Kirchenmitgliedern, die mit einem aus der Kirche ausgetretenen Partner verheiratet sind und über kein eigenes Einkommen verfügen, wird ein besonderes Kirchgeld erhoben."

      Das ist irgenwie mal so und mal so, alles sehr eigenartig! Ich hoffe, dass das mit dem "Ausgleichsbetrag" nicht zutrifft, sonst greifen wir tief in die Tasche...

      Lieben Dank für Deine Antwort!

      TinTin

(14) 15.05.06 - 16:52

Hallo,

der Wiedereintritt ist relativ unproblematisch, in der Regel ist es mit einer Unterschrift beim Pfarramt getan.

Mit der Kirchensteuer ist es komplizierter.

Bei glaubenverschiedener Ehe (dazu zählt auch, daß einer konfessionslos ist), wird Kirchensteuer für den konfessionsgebundenen Ehegatten nur nach dem Verhältnis der auf ihn entfallenden Kirchensteuer festgesetzt. Wenn Du nichts verdienst, zahlst Du demnach auch nichts.

In einigen Bundesländern (meines Wissens Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, M-V, RLP, Sachsen, Sachsen-Anhalt, S-H und Thüringen) wird bei glaubensverschiedener Ehe auch noch zusätzliches Kirchgeld erhoben. Das ist auch dann zu zahlen, wenn der konfessionsgebundene Ehegatte gar nichts verdient. Es wird nach dem gemeinsamen Einkommen berechnet.

Aus diesem Grund bin ich (mein Mann ist nicht getauft) auch aus der Kirche ausgetreten. Ich brauche keine Kirchenmitgliedschaft, um gläubig zu sein und denke, es ist wichtig, was man den Kindern vermittelt. Ich kenne viele, deren Kinder sind getauft und haben noch nie eine Kirche von innen gesehen. Meine Tochter ist nicht getauft, geht aber in einen ev. Kindergarten und ab und an gehen wir auch mit ihr in die Kirche, dafür spenden wir dann etwas großzügiger. Wenn sie größer ist, soll sie selbst entscheiden, ob sie sich in der Kirche wohlfühlt oder nicht.

VG
Susi

  • (15) 15.05.06 - 19:36

    Vielen Dank für die Infos!

    Ich wohne in Bremen, da ist es wohl am Besten, wenn ich einfach mal ins Pfarramt gehe und mal nachfrage. Dafür sind Deine Infos total super, dass ich da nicht so ganz dastehe, wie der Ochse vor dem Tor!

    Übrigens Danke an ALLE!

    TinTin & leider immernoch namenloses #baby (27.SSW)

(16) 15.05.06 - 21:43

Halli Hallo,

mein Mann und ich sind beide seit 1990 nicht mehr in der Kirche.

Trotzdem sind unsere beiden Jungs getauft worden!!

Ich habe ein Gespräch mit dem Pfarrer der Nachbargemeinde geführt und er hat sich bereit erklärt, mit katholischen Paten, die Taufen durchzuführen.

Der Pfarrer unserer Gemeinde hätte es nicht gemacht.

Mittlerweile haben wir einen neuen Pfarrer und der ist jung und modern und wird unsere zukünftige Tochter dann taufen.

Ich habe auch nicht vor wieder in die Kirche einzutreten!!

Liebe Grüße

annalina 18. SSW


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