Beschäftigungsverbot

Ich habe eine Frage an euch: Eine Freundin von mir ist auch schwanger. Sie arbeitet im Behindertenpflegeheim. Dazu gehört das waschen, pflegen, Windeln wechseln usw...

Sie leidet so stark an Übelkeit, dass es nur wenige Tage ohne Erbrechen funktioniert. Teilweise muss sie sich sogar über 20 mal am Tag übergeben. Inerhalb der letzten 1 1/2 Wochen hat sie durch das Erbrechen wieder 10 KG abgenommen... Auf der Arbeit schafft sie es einfach nicht mehr. Sie war jetzt länger krank geschrieben von Hausarzt und FÄ, die FÄ hat sie zum Betriebsarzt geschickt wegen einem BV, der sagt aber es ist Sache der FÄ, die wiederum sagt jetzt aber wenn Sie eins ausstellt dann erst nach der ssw 20. Jetzt hat sie wieder nur ne Krankmeldung für 2 Wochen bekommen... Meine Frage: Ab wann kann grundsätzlich ein BV ausgestellt werden? Ich meine grad in diesem Beruf kann es doch nicht sein das man einer schwangeren so viel zumutet?

Vielen Dank für eure Hilfe!

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Also ich habe mein BV von meiner Frauenärztin in der 13 ssw ausgestellt bekommen.
Deswegen verstehe ich nicht ganz warum erst ab der 20ssw? ????

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Mal ne andere Frage... 10 kg in 1 1/2 Wochen findet keiner der Ärzte bedenklich? #kratz

Ist sie eher moppelig?

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Es gibt ein Mutterschutzgesetz und daran muss sich jeder Arbeitgeber halten. Es gibt schon einige sehr ausführliche Beiträge zu diesem Thema ...

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Halo,

ich hab mein BV in der 8.SSW bekommen.

Aber 10kg in so kurzer Zeit verlieren , das ist schon sehr bedenklich.

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Hey Du,

Ich denke hier muss man zwei Dinge unterscheiden. Zum einen ein mögliches BV wegen der Arbeitsbedingungen, dafür würde der Betriebsarzt ne Empfehlung an den AG geben und dieser müsste das BV ausstellen - das hat aber alles nichts mit der Übelkeit und dem Erbrechen zu tun. Und die Arbeitsbedingungen scheinen nicht für ein BV auszureichen.

Übelkeit und Erbrechen sind gesundheitliche Faktoren, die ein BV auslösen können, wenn Gefahr für Mutter und/oder Kind besteht. Dafür wäre dann die FÄ zuständig. Übelkeit und Erbrechen gehören zunächst einmal zu den üblichen Ss-Beschwerden. Erst wenn diese sehr schlimm werden (mit Notwendigkeit von Transfusionen und KH-Aufenthalt) und lange andauern, kann ein BV hierfür ausgesprochen werden. Meistens verschwinden diese Beschwerden aber, weshalb zunächst die Krankschreibung angezeigt ist. Vielleicht kommt die FÄ auch deswegen auf die 20. Ssw.

Eine Gewichtsabnahme von 10 kg ist natürlich schon deutlich, aber ansonsten scheint die FÄ erst einmal nichts besorgniserregendes festzustellen. Und dementsprechend stellt sie kein BV aus.

Ohne mehr über die Hintergründe zu wissen, würde ich jetzt sagen: soweit so richtig...

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"Sie leidet so stark an Übelkeit, dass es nur wenige Tage ohne Erbrechen funktioniert. Teilweise muss sie sich sogar über 20 mal am Tag übergeben. Inerhalb der letzten 1 1/2 Wochen hat sie durch das Erbrechen wieder 10 KG abgenommen.."

Unter solchen Umständen kann man einfach keine Arbeitsleistung erbringen, also ist man krank! Dafür gibt es eine AU, bis der Zustand sich wieder bessert. Es ist also soweit alles korrekt. Natürlich gibts die AU nur für begrenzte Zeit, denn Zustand sollte sich ja bessern.

Warum BV? Das macht nur dann Sinn, wenn man arbeitsfähig wäre, jedoch wegen der Arbeitsbedingungen (-> AG) oder wegen körperlicher Einschränkungen (-> Arzt) nicht weiterarbeiten soll.

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Also, ich will ja deiner Freundin nicht zu nahe treten, aber 10kg in 1,5 Wochen?

Das ist entweder übertrieben oder aber schon so bedenklich, dass sie unbedingt ärztliche Hilfe braucht, damit sie und das Kind mit Nährstoffen versorgt werden.

20 Mal am Tag erbrechen? Da würde ich auch mal gucken, ob das so stimmt, wenn nicht, gehört sie in ärztliche Behandlung!

zum BV: sie ist ja eher krank als beschäftigungsunfähig!

Der Chef muss ihren Arbeitsplatz gerecht gestalten oder ein BV ausstellen!

Sicherlich kann sie so nicht arbeiten, aber Erbrechen ist kein Grund für ein BV!
ich weiß, dass man mit dieser Übelkeit nicht arbeiten kann, aber dann gibt es eine AU!

Alles Gute für deine Freundin!

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Ich kann dir nur sagen,wie meine Arbeitsstelle es geregelt hat.
Denn ich arbeite auch mit Menschen mit Behinderungen. Allerdings in einer Werkstatt.
Vor ein paar Jahren war es bei uns scheinbar nicht die Regel die schwangeren sofort raus zu nehmen. Denn eine Kollegin hat gearbeitet. Sie dürfte allerdings nicht mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen (wie auch immer das damals gehen sollte....) sie dürfte nicht wickeln und nicht essen reichen.
Ich habe mich in SSW 8 zum Betriebsarzt begeben,der mir sofort ein BV ausgestellt hat,mit der Begründung :keine Körperflüssigkeiten, die Menschen haben potentielles aggressives Verhalten. Also gegen den MuSchu.
Der AG konnte mich nicht umsetzen. Der Betriebsarzt riet auch dem AG keinen "Heck meck" drum zu machen,denn alle profitieren letzten Endes davon,wenn ich nicht arbeiten gehen kann. Da ich nicht zu 100% einsatzfähig wäre. Das "einfachste" wäre dann eben sie finden Ersatz für mich! So sind die kollegen entlastet,die kosten holen sie sich von der Krankenkasse zurück.

Das soll natürlich nicht ein freilos für ein BV sein,aber in unserem Bereich zu arbeiten ist eben etwas gefährlicher.
Ich denke sie sollte dem Betriebsarzt nochmal auf die Gefährdungsbeurteilung ansprechen. Da muss sowas ja drin stehen,bzw.durchgegangen werden.
Wobei sie ja scheinbar erstmal wirklich eher "krank" ist und daher nicht arbeitsfähig. Aber generell sollte sie eben nochmal auf die gefährdungsbeurteilung mit dem Betriebsarzt zu sprechen kommen. Wenn es ihr etwas besser geht natürlich! Viel Erfolg!

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Habe mein BV in der 11. Ssw bekommen und das von meinem Arbeitgeber !

So wie das alles klingt ist doch da was faul ?! Ich würde mir einen anderen Arzt suchen!