PDA - Fluch oder Segen?

Hallo,

vielleicht beschäftigt sich die eine oder andere Schwangere ja mit dem Thema. Mich hat es vor der zweiten Geburt sehr beschäftigt.

Ich habe kürzlich zum zweiten Mal entbunden. Beide Male wünschte ich mir eine Wassergeburt.

Beim ersten Mal landete ich rückblickend zu schnell bei der PDA. Ab da heißt es erstmal nur warten bis zur Austreibungsphase. Was ich vorher nicht wusste, die PDA kann die Austreibung erschweren, ein höheres KS Risiko besteht. So kam es dann auch, die Wehenstärke reichte trotz Tropf nicht aus, eine lange, schwere und kritische Austreibung folgte, die fast im KS geendet wäre. Es war schrecklich, auch wenn ich das alles erst später erfahren habe.

Das alles führte auch dazu, dass ich mein Kind für 12 std nicht versorgen konnte.

Zur zweiten Geburt dauerte es länger, aber auch dort ging es nicht mehr ohne PDA. Die Angst war groß, dass es diesmal ein KS werden würde oder wieder eine so schlimme Geburt.

Es kam ganz anders. Diesmals war die Austreibung leicht, harmonisch und durch die ausbleibenden Schmerzen wunderschön. Ich war topfit, konnte alles ungetrübt miterleben, das Köpfchen austreten sehen, mein Baby selbst empfangen... Das schönste Erlebnis meines Lebens<3

Vielleicht kann das Einigen die Angst nehmen. Ich hätte gern ohne Schmerzmittel entbunden, habe es aber einfach nicht geschafft.

LG und alles Gute!

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Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir ein komplettes Rätsel ist, warum man meint man müsse oder solle eine Geburt ohne Schmerzmittel "schaffen". Gibt es dafür einen Tapferkeitsorden oder ein Sternchen ins Muttiheft?
Mein erster Sohn kam per KS, meine Tochter spontan mit PDA. Die bekam ich hauptsächlich um meine Kräfte zu schonen weil ich extrem erkältet war. Trotzdem war es schön, dass ich weniger Schmerzen hatte. Bis zu den Presswehen jedenfalls, da hab ich alles an Geburtsverletzungen mitgenommen was man mitnehmen kann - ohne Schmerzmittel.
Jetzt in der dritten Schwangerschaft habe ich meiner Hebamme (die mich während der Geburt betreuen wird) direkt gesagt, dass ich Schmerzmittel will. Und nicht zu knapp. Wenn ich meine, dass ich welche brauche, dann will ich welche haben. Sie trug dann ein: "großzügig Schmerzmittel verabreichen".
Ich nehme ja schon eine Betäubung wenn ich zum Zahnarzt gehe, also wieso sollte ich eine Geburt, ausgerechnet eine Geburt, ohne Schmerzmittel durchziehen? Näää, echt nicht.
LG,
Sandra

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Wo da hier "der Orden" verliehen wird verstehe ich auch nicht!

Ich halte die Verfechter dieser :nur spontan und nur ohne Schmerzmittel" für total schräg.

Gibt's da nen Preis zu gewinnen?

Scheinbar ist der Lohn dann hier die anderen immer fein mit dem Zeigefinger belehren zu können

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Es geht nicht darum nen Preis zu gewinnen, aber man sollte immer im Hinterkopf behalten dass auch eine PDA nicht ohne Nebenwirkungen und Risiken zu bekommen ist. Wer die eingehen will, schön, soll er machen. Ich verzichte lieber drauf nachdem ich einmal bei der ersten Geburt miterleben musste wie sich eine PDA negativ auswirken kann.
In der SS versuchen die meisten alles zu vermeiden was potentiell schädlich ist. Ganz egal wie absurd es ist. Unter der Geburt wird dann aber gern alles genommen ohne "Rücksicht auf Verluste". DAS finde ich schräg.

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Ich war auch immer der Meinung, dass ich mein Baby auf jeden Fall ohne PDA bekommen wollte. Eigentlich gar nicht, weil ich die PDA als solches so sehr abgelehnt hätte, aber ich hatte immer totale Angst vor dem Legen - mit der Nadel in den Rücken etc.

Als es dann soweit war - ich weiß nicht, lag es an der Einleitung, die ja heftigere Wehen verursachen sollte oder daran, dass das Köpfchen im Becken verkeilt war und somit gegen den Knochen drückte oder vielleicht war ich auch nur zu empfindlich. Ohne PDA hätte ich es jedenfalls nicht mehr länger ausgehalten... Ich konnte nicht mehr.

Auch wenn es dann letztendlich im Kaiserschnitt endete (Herztöne wurden nach der PDA sehr schlecht => Nabelschnur um Hals und Kopf verkeilt), würde ich es jederzeit wieder tun und bin froh, dass ich auch bei der nächsten Geburt irgendwann wieder die Möglichkeit dazu habe.

Aber das ganze an der ganzen PDA-Geschichte ist doch: Jede werdende Mami kann das für sich selbst entscheiden. Der eine will, der andere nicht - dann soll er doch :-) Keiner sollte verurteilt werden und eine Geburt läuft eh immer anders, als man denkt...

LG,
tinara mit Theresa, 14 Wochen

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Hallo

Ich habe zwei meiner drei Kinder mit PDA entbunden. Das dritte war ein KS unter Vollnarkose.

Ursprünglich wollte ich es so schaffen. Bis zum Blasensprung war auch alles super. Aber dann..... Ich konnte den Schmerz nicht verarbeiten, habe verkrampft und auch zwischen den Wehen nicht locker gelassen. Es ging über mehrere Stunden nicht weiter. Der MuMu wurde fester und fester, die Schmerzen immer schlimmer. Ich habe dann die PDA bekommen und der Rest der Geburt war total toll. Ich hatte noch Druck, aber keine Schmerzen. Die Wehen blieben kräftig und regelmäßig. Von 4 cm auf Geburt nur 2,5 Stunden. Lediglich eine kleine Abschürfung.

Geburt 3, 2. vaginale, war mit einer PDA, weil ich Angst vor einem erneuten Not-KS unter Vollnarkose hatte. Bei 6 cm wurde sie gelegt, allerdings saß sie nicht richtig. Mein Rücken war betäubt, aber untenrum, Beine etc waren voll da. Es sollte dann ein anderer Anästhesist das in Ordnung bringen. Als der jedoch kam (eine gute halbe Stunde später) war ich voll eröffnet. Lediglich den Durchtritt des Köpfchens habe ich als sehr schmerzhaft in Erinnerung. Der Rest ging dank Hypnobirthingtechniken ganz gut. Diese PDA war im Anschluss irgendwie überflüssig. Ich brauchte sie, genau wie das Dauer-CTG, um mit den Ängsten die aus der zweiten Geburt entstanden waren umzugehen. Diese Geburt kam ebenfalls ohne Folgeeingriffe aus. Ich blieb völlig unverletzt, trotz Rückenlage....

Für mich war die PDA somit zweimal ein Segen. Ich musste mich aber davon frei machen mich mit anderen zu messen. Es waren meine Geburten und letztendlich ist es kein Wettbewerb.

LG

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Ich dachte eigentlich auch immer dass ich eine möchte. Mit jeder Wehe dachte ich aber: ich kann noch. Jetzt noch nicht

Und dann war der Muttermund vollständig eröffnet... (endete dann leider im KS)

Auch fürs zweite (wenn nicht sowieso wieder KS) möchte ich generell eine Pda, aber erst dann wenn ich denke, dass es jetzt sein muss. Wenn es wieder nicht dazu kommt ists auch gut.

Was soll daran falsch sein? Niemals käme ich auf die Idee in irgendeine Richtung zu Urteilen #gruebel

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Also als Fazit zu deiner Frage ; ich finde die Pda einSegen, zu wissen dass man die Möglichkeit hat. ;-)

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Huhu..

ich hatte auch zweimal ne PDA, und Wehentropf.

Nach der PDA schrie ich erst NACH dem Wehentropf, weil ich die Wehen daurch als höllisch und nicht auszuhalten empfand.

Die PDA wirkte aber nur bis zur Eröffnung des Mumu, dann wurde sie abgedreht.

Ich sage mir immer, heutzutage lässt man sich einen Zahn ja auch mit Betäubung ziehen, gab es früher auch nicht. Keiner würde drauf verzichten, um dann als "Held" dazustehen:-)

Heute ist man halt soweit, daß es möglich ist...

LG

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Hallo,
Ich nutze einfach mal den Thread. Hatte gar nicht gelesen, dass du es geschafft hast. Was ist denn dein Ü-Ei geworden?

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Eine Jule:-)

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Herzlichen Glückwunsch. :-) Ich bin auch eine Jule. ;-) Allerdings abgekürzt.

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Hallo,
Es ist zwar meine erste Geburt, gebe trotzdem meinen Senf dazu :).
Ich finde auch, man muss eine Geburt nicht unter Schmerzen aushalten. Aber gerade ich bin ein Schisser, was rückenmarksnahe Betäubung angeht. Hatte mal für eine Knie-Op eine Spinalanästhesie und bin während dessen der Arzt die Kanüle geschoben hat vor Schmerzen vom Vorbereitungstisch geknallt und mitn Kopf gegen die Wand. Hatte eine fette Gehirnerschütterung und wurde vom Anästhesisten noch dumm angemacht. Seitdem sage ich mir, nix mehr in Rückenmarksnähe.

Aber wir waren gestern zur Kreißsaalbesichtigung und die Hebammen meinten, es muss nicht gleich die PDA sein, sie hätten noch andere Schmerzmittel, bevor die PDA kommt. Da war ich echt beruhigt.

Im Endeffekt muss das ja jede Frau wissen, aber wenn ich von mir ausgehe, ich muss mich ja schon bei jeder Zahnbehandlung betäuben lassen, weil ich sonst dem Arzt vor Schmerz ins Gesicht springen würde, werde ich wohl auf Schmerzmedikation zurückgreifen.
Trotz allem bin ich froh, dass es Schmerzmedikation auch für die Geburt gibt :). Ein Hoch auf die moderne Medizin.
Liebe Grüße

Baldmami mit Sternchen im Herzen und Bauchbubi 30+5

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Hallo,

muss jetzt mal was zu dem Vergleich Zahnarzt sagen, denn ich finde, das sind 2 Dinge, die man schlicht und einfach nicht vergleichen kann.

Ich lasse mir beim Zahnarzt bei jedem Pups eine Betäubung geben, weil das einfach eine Art von Schmerz ist, die ich in keinsger Weise aushalten kann und will.

Ich habe aber auch bisher 3 Kinder entbunden, ohne PDA oder sonstige Schmerzmittel (ging aber auch immer alles sehr flott, hätte also auch nicht wirklich Zeit dafür gehabt), und man darf nichts schön reden, rein von der Stärke her sind die Schmerzen bei einer Geburt sicher 100 mal so stark wie die beim Zahnarzt, aber ich fand die Art des Schmerzes anders....es war hart, keine Frage, aber ich habe es ausgehalten. Vielleicht liegt es daran, dass man beim ZA ja bei vollem Bewusstsein ist, aber in den Wehen teilweise nicht mehr wirklich Herr seiner Sinne und auch vollgepumpt mit Hormonen...keine Ahnung.

Zum Thema PDA, Fluch oder Segen, ich denke, sie ist beides! Auf der einen Seite erlebe ich mittlerweile realtiv oft, dass sich Frauen schon mal eine geben lassen, weil sie einfach keine Lust auf Schmerzen haben...und das finde ich absolut der falsche Weg, denn wie oben schon erwähnt wurde, es ist ein Eingriff der nicht komplett ohne Risiko von statten geht, und ich persönlich wil kein zusätzliches Risiko eingehen, wenn ich nicht muss. Wenn ich aber dann Frauen sehen, die sich schon Stunden um Stunden durch die Geburt quälen und die teilweise keine Kraft mehr haben, oder es auch einfach nicht voran geht, dann finde ich die PDA eine tolle Sache, kenne einige Frauen, die dann noch normal entbinden konnten. Oder auch welche die aufgrund einer PDA dann bei einem ungeplanten KS nicht gleich in Vollnarkose gelegt werden mussten.

würde also sagen, es kommt immer auf die Situation an, und die ist natürlich bei jeder Frau individuell... :-)

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Da hast du vollkommen recht. Ich will es auch ohne probieren, aber ich bin froh zu wissen, dass es die Möglichkeit gibt, wenn es gar nicht mehr geht, etwas zu bekommen.

Der Vergleich mit dem Zahnarzt hinkt wirklich ein bisschen, aber wenn man weiß, dass man ein Angsthase in Bezug auf Schmerzen ist, dann ist der Gedanke an Schmerzlinderung Gold wert :).

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Bei der Geburt meines Sohnes habe ich es einfach auf mich zukommen lassen. Ich war der meinung, dass ich irgendwann merken würde, wenn es ohne PDA nicht mehr ginge.
Tatsächlich habe ich dann auf Anraten der Hebamme, nach 12 Stunden im Kreißsaal und vorhergehenden 14 Stunden mit Wehen daheim, die PDA genommen. Von da an bis zur Geburt meines Sohnes dauerte es dann "nur" noch weitere 3 Stunden.

Insofern war die PDA für mich ein Segen.

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Ich berichte aus konkretem Anlass.
Ich hab mega Schmerzen bei den Wehen und hab noch nicht mal die Eroeffnungswehen. Irgendwas ist diesmal, beim dritten Kind anders. Also von wegen, beim dritten gehts schnell und schmerzloser. Ich hatte eine PDA bei meinem KS, eine bei der zweiten spontanen Geburt und wuenschte, ich haette jetzt schon eine gelegt. Warum sollte man aus irgendeinem stolzgefuehl heraus, das alles ertragen muessen?
Tapfer ist das nicht. Es stimmt bei meiner spontanen Geburt hatte ich ebenfalls Probleme bei der Austreibung, doch hab dann alles gegeben und konnte den angedrohten KS entkommen.

Jede Geburt ist anders, bei jedem ist das Schmerzempfinden anders. Da kann ich doch nicht ueber die Massnahmen einer anderen urteilen!
LG
Ewi

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Ich bin auch gegen eine PDA. Aber nicht, weil ich stolz darauf sein will, es ohne zu schaffen, sondern weil ich einfach die Nebenwirkungen fürchte. Ich bin sehr Kopfschmerzanfällig (in der Schwangerschaft durch die Hormone zum Glück weniger) und ich hab einfach Angst nach der Geburt dermaßen unter Kopfschmerzen zu leiden. Außerdem kann es auch passieren, dass sich an der Einstichstelle ein Blutgerinnsel bildet und man tagelang unter Rückenschmerzen leidet. Das Risiko will ich einfach nicht eingehen. Die Geburtsschmerzen sind nach der Geburt vorbei. Diese Tatsache alleine gibt mir schon die Kraft den Schmerz auszuhalten. Aber jeder soll das natürlich für sich selber entscheiden.

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Kann jemand nen Vergleich ziehen zwischen dem Legen der PDA und einer Lumbalpunktion hinsichtlich Schmerzen/Risiken/Nebenwirkungen? Sind ja beides Einstiche in Rückenmarksnähe...