Nabelschnurblut spenden- hat das Nachteile?

Beim Frauenarzttermim habe ich heute einen Flyer im Wartezimmer gesehen, wo über Nabelschnurblutspende in unserer Region (Nürnberg) informiert wurde. Ich hatte darüber schon gelesen und fand die Idee immer gut, aber nachdem ich etwas recherchiert hatte und festgestellt hatte, dass die DKMS das in meiner Geburtsklinik nicht anbietet, habe ich das Ganze irgendwie aus den Augen verloren. Jetzt habe ich im Internet erfahren, dass eine andere Organisation mit meinem Klinikum zusammenarbeitet. Mein Mann und ich haben uns besprochen und sind von der Idee beide angetan.

Wer von euch hat das schon gemacht oder ebenfalls im Auge? Gibt es irgendwelche Nachteile, vor allem auch für unser Baby? Hat man als Nabelschnurblutspender viele Scherereien wie Bürokratie? Gibt es versteckte Kosten? Wird das Baby irgendwie anders behandelt als andere Babys? Läuft die Geburt anders?

Danke an alle. : )

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#winke

Wir wollten auch zunächst spenden, haben uns aber doch dagegen entschieden.

Grund: Die Nabelschnur darf für die Spende nicht auspulsieren, was wir aber auf jeden Fall wollen.

Hier mal ein Auszug aus dem Hebammenblog.

"In der Medizin wird von einem späten Abnabeln bereits bei 30-120 Sekunden nach der Geburt gesprochen. Statt von einem späten Abnabeln, ist es passender, von einem normalen Abnabeln zu sprechen. Wird also gewartet, bis die Nabelschnur auspulsiert ist bevor sie abgeklemmt und durchtrennt wird, gibt es folgende Vorteile (die ja eigentlich der von Natur aus vorgesehene Normalfall sind):

30% mehr Blut und bis zu 60% mehr rote Blutzellen kommen dahin, wo sie hingehören: ins Baby.

Mehr Eisen: ein erhöhter Eisenvorrat, eine um durchschnittlich 45 % höhere Ferritinkonzentration und seltener Eisenmangel. Das bezieht sich nicht nur auf die Geburt, sondern hält in den ersten 6 Lebensmonaten an.

Vermindertes Risiko einer Anämie.

Höheres Geburtsgewicht: Erhält ein Baby sein volles Blutvolumen, so hat es auch ein höheres Geburtsgewicht im Gegensatz zum Gewicht beim frühen Abnabeln. Das ist als gut und gesund anzusehen und insbesondere wertvoll bei Frühgeborenen oder kleinen Babys.

Erhöhte Eisenvorräte können die neurologische Entwicklung des Kindes verbessern.

Mehr Sauerstoff.

Mehr Stammzellen.

Vermindertes Risiko (insbesondere bei Frühgeborenen) einer Ventrikelblutung, einer späten Neugeboreneninfektion (late onset Sepsis) sowie einer nekrotisierenden Enterokolitis.

Weniger Bluttransfusionen.

Weniger Lösungsprobleme bei der Plazenta.

Wird die Nabelschnur durchtrennt, noch bevor sie aufgehört hat zu pulsieren, wird das Baby vollständig von seiner zusätzlichen Sauerstoffquelle getrennt und es beginnt sein Leben mit viel weniger Blut im Kreislauf, als es normal wäre. Auf ungefähr 100 ml Blut muss das Baby dabei verzichten, nur 300 ml hat es im Körper. Das erhöht sein Risiko für Anämie, Hypothermie und andere Probleme. Mit dem Blut fehlt aber nicht nur die Flüssigkeit, sondern auch äußerst wichtige Stammzellen und Immunfaktoren."

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Wir haben es gespendet und würden es auch wieder tun. Sie wurde natürlich nicht anders behandelt :-)

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Huhu,
ja, es gibt Nachteile für dein Baby. Die Blutmenge, die dein Baby durch das Auspulsieren erhält, erhält es nicht, wenn du das Nabelschnurblut spendest.

Es ist zudem mit einigem Bürokratismus verbunden und du musst dich bei einer aspende rechtzeitig darum kümmern, weil wohl vorher Tests gemacht werden müssen bzw. ihr irgendwie erfasst werden müsst. Genau kenne ich mich aber nicht aus, was da tatsächlich auf euch zukommt. Ansonsten hatte ich aber gelesen, dass trotz Spende, deine Spende nicht unbedingt auch wirklich später zu Hilfszwecken eingesetzt wird. Es sind, glaube ich mich zu erinnern, letztendlich nur ca. 40 % der Nabelblutspenden, die wirklich als Spende vorbehalten werden. Alle anderen werden nach diversen Untersuchungen und Tests wohl vernichtet, weil sie letztendlich irgendeinen Standart nicht erfüllen. Leider kann ich es dir nicht näher erklären, weil ich mich nur kurz mit dem Thema beschäftigt habe und dann zu dem Entschluss grkommen bin, dass ich das Blut lieber meinem Baby gönne, schließlich ist es ja "seines". Deshalb kann ich dir auch nicht sagen, was letztendlich an den oben beschriebenen Punkten wahr ist und was ggf. nicht. Aber vielleicht ist es für,dich ein guter Ansatzpunkt um dich in diese Richtung weiter zu informieren.

LG
Yvonne

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Huhu, ich möchte auch spenden und wollte demnächst an einem Info-Abend meines Krankenhauses teilnehmen, da ich auch noch nicht so ganz verstanden habe, was ich dafür tun muss. Guck doch mal im Internet, ob dein Krankenhaus sowas ähnliches anbietet.

Ich finde es aber schön, dass auch andere darüber nachdenken und sich dafür entscheiden! :) Es gibt keinen einfacheren Weg Leben zu retten.

Liebste Grüße,
Tiger 27+4

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Hallo. Wir haben das Nabelschnurblut auch gespendet. Im Vorfeld mussten wir einen Fragebogen ausfüllen und eigentlich bei der Geburt mit zum Kreißsaal bringen. Das wäre es dann gewesen. Da ich aber einen vorzeitigen Blasensprung bei 36+ hatte, haben wir das Formular aber in der Aufregung vergessen. War kein Problem, denn die Hebamme hat mit uns ein neues ausgefüllt. Hat meiner Meinung nach gar nicht lange gedauert. Das war es auch schon. So war es 2013. Weiß nicht ob sich heutzutage was geändert hat. Dieses Mal entbinde ich in einer anderen Klinik und wenn diese es auch anbietet, kann es gut sein das wir es wieder Spenden.
Lg

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Guten Morgen!
Wir haben uns auch dazu entschlossen das Blut zu spenden. Bei dem Infoabend in unserem KH wurde auch kurz auf die Thematik einlagern/spenden eingegangen.

Wir haben uns letztendlich dafür entschieden es zu spenden da JEDER Mensch in die Lage kommen kann genau "Spenden" zu benötigen. Und selbst wenn nur 40% weitergegeben werden können halte ich das für eine gute und wichtige Sache. Wir müssen nur einen Fragebogen ausfüllen den wir mit in das Krankenhaus nehmen werden. Nach 6 Monaten wird mir wohl noch einmal Blut abgenommen und die Spenderbank erkundigt sich nach der Entwicklung des Babys. Das soll es wohl gewesen sein an Aufwand. Ich denke für die gute Sache ist das zu verkraften. :-)

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Ich antworte jetzt einfach mal auf den letzten Beitrag, aber möchte mich an alle wenden, die geantwortet haben : )

Danke für eure Infos und Meinungen. Ich habe jetzt auf jeden Fall einiges, worüber ich mehr recherchieren und nachdenken muss. Das mit dem Auspulsieren war mir zum Beispiel nicht klar. Die Idee, zu helfen, begeistert mich schon. Aber gleichzeitig möchte ich natürlich das Beste für mein Baby und ihm den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen.

Ich bin jetzt auf jeden Fall einen Schritt weiter und kann mich informierter entscheiden. Also danke nochmal und alles Gute euch : )