Jemand persönliche Erfahrung mit CMV-Primärinfektion in der SS?

Hallo ihr Liebe,
ich bin nun in der 23. SSW. Es ist meine 3. SS. Ich war immer cmv negativ, zuletzt in der 7. SSW.
Am Freitag habe ich die Werte kontrollieren lassen, leider nur das IgG, welches nun positiv ist.
Das bedeutet, dass ich eine Primärinfektion hatte/habe, irgendwann zwischen der 7.-23.SSW

Bin nun echt durcheinander, traurig, ärger mich über mich selbst, dass ich irgendwann dann doch das gleiche Geschirr wie meine Kinder genommen habe oder es doch Küsschen auf den Mund gab etc.
Man weiß ja, dass eigene Kleinkinder die größte Infektionsquelle darstellen.
Aber ich war jetzt 34 Jahre negativ, auch in den anderen SS. Und da habe ich jetzt irgendwie nicht mit gerechnet, mich doch nochmal damit zu infizieren.

Morgen geh ich nochmal in die Klinik zur erneuten Blutentnahme inklusive IgM und der Avidität um den ungefähren Ansteckungszeitraum rauszufinden. Und je nachdem was die Laborwerte zeigen, muss evtl. eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht werden um zu schauen, ob die Kleine sich infiziert hat.

Heute Mittag war ich total geschockt, mittlerweile bin ich wieder etwas optimistischer, da sich ja doch nur so 1/3 im Mutterleib infizieren, und von denen, die sich infizieren, haben nur ca. 10-30% bleibende Schäden.
Und ich hoffe einfach, dass es nicht in den ersten 14 Wochen war.
Hatte vor einigen Wochen mal ganz geschwollene Lymphknoten am Hals, dazu Erkältung und Halsschmerzen. Aber hab mir nichts dabei gedacht.

Bleibt jetzt also nur abwarten....
Wer von euch hatte denn eine Primärinfektion in der SS und wie ist es ausgegangen?

Liebe, traurige Grüße

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Hab dir privat geschrieben.

LG Nona mit einem Sohn 💙 an der Hand, einer Tochter ❤ im Herzen und Wuzerl ❤ im Bauch

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Das tut mir sehr leid für euch, dass ihr das durchmachen müsst! Ich wünsche euch alles alles gute, dass die Maus nichts abbekommen hat und gesund auf die Welt kommt !!!!!

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Hallo,

Ich hatte eine primärinfektion mit cmv in der 5ssw und wurde daraufhin mit Immunglobulinen behandelt.
Diese Behandlung ist noch nicht offiziell zugelassen wird aber meist auf Antrag von den kk übernommen . Da ich mich so früh infiziert habe, waren die Chancen einer Ansteckung im Mutterleib erhöht sowie auch die Gefahr von Schädigungen.
Ich wurde in der 7/12 und 16.Woche behandelt.
Es wurden mehrere fehlbildungs Ultraschalluntersuchungen durchgeführt in einer prädiagnostik Ambulanz der Uniklinik.
Ich wurde von einem auf cmv spezialisierten Arzt behandelt , der wirklich klasse war.
In der 18. Woche wurde dann eine Fruchtwasserpunktion durchgeführt.
Diese war absolut unauffällig.
Der Spezialist hat mir erklärt, dass es ab der 16.Woche nicht mehr schlimm sei sich zu infizieren, da alle wichtigen Entwicklungen abgeschlossen sind! Auch wenn du dich vorher schon infiziert hast, ist die Chance das dein Baby gesund ist aufjedenfall gegeben.
Ich habe leider die Erfahrung machen müssen, das sich nicht alle Ärzte auskennen.
Eine Ärztin hat eine 3/4 Stunde lang versucht mich zur Abtreibung aufgrund der Infektion zu überreden.
Du solltest dich auf jedenfall an eine pränatal Diagnostik Praxis wenden.
Die meisten Gynäkologen habe kaum bis keine Erfahrung mit cmv.
Ich war die erste Patientin in meiner gyn Praxis mit primärinfektion.
Meine Tochter wurde übrigens am 9.10.2017 Kerngesund geboren . Sie hat sich nicht einmal infiziert, alle Tests nach der Geburt waren negativ! Stillen geht auch bei cmv solange das Baby Termin gerecht geboren wird.

Ich wünsche dir viel Glück und bei fragen darfst du mich gerne anschreiben.
Sollten Fehler im Text sein, sorry schreibe mit nur einer Hand wegen der kleinen.

Lg Finirella

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Danke für deine Antwort!
Ich warte jetzt mal auf die Ergebnisse, hoffe, dass ich am Donnerstag mehr weiß!

Und dann weiß man evtl auch wann die Infektion ungefähr war und wie es weiter geht,

Lg

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Liebe Ratsuchende! Ich habe mich in meiner zweiten Schwangerschaft mit CMV infiziert. Es war wohl in der Frühschwangerschaft und wurde auch sehr früh erkannt und gleich mit Immunglobulinen behandelt. Jedoch brachte eine spätere Fruchtwasseruntersuchung zu Tage, dass der Virus trotzden im Fruchtwasser war und eine weitere Nabelschnurpunktion ergab, dass unser Sohn bereits sehr schlechte Blut- und Leberwerte hatte und SOFORT in einer Spezialklinik behandelt werden musste. So kam es, dass ich über Weihnachten 2012 für eine Woche ins Krankenhaus musste und auch danach noch über Monate immer wieder. Behandelt wurde weiterhin mit Immunglobulinen, einem starken (nicht offiziell zugelassen) Virustatikum und wöchentlichen Bluttransfusionen per Nabelschnurpunktionen, bis eines Tages die Werte stabil waren. Es war eine Horror Zeit für uns, voller Ängste, Sorgen und Traurigkeit, zumal wir bis zur Geburt nicht wussten mit welchen Krankheiten bzw Behinderungen der Kleine zur Welt kommen würde und und gleichzeitig auch noch um unseren Erstgeborenen, der auch erst etwas über ein Jahr war, kümmern mussten. Es war wirklich furchtbar. Die Ultraschalle zeigten zwar keine Schäden an, jedoch gibt es viele Fälle wo Schäden vorher nicht im Ultraschall zu erkennen waren.
Nun hatten wir aber ein riesen Glück im wohl best spezialisiertesten Krankenhaus Europas (zumindest für konnatale CMV und andere pränatale Probleme) gelandet zu sein, denn dem Kleinen konnte wirklich so gut geholfen werden, dass er nicht nur kerngesund zur Welt kam, was für ALLE Beteiligten, auch die Ärzte, an eine Sensation grenzte, sondern dass er, bis auf eine inzwischen hochgradige einseitige Schwerhörigkeit, keinerlei Behinderungen, Einschränkungen oder Entwicklungsverzögerungen entwickelt hat. Er ist geistig und motorisch top fit und kommt im Sommer in die Schule. Jedoch wird er in meinem Herzen wohl immer mein "Sorgenkind" bleiben, dafür war die ganze Phase einfach zuuu krass, wenn auch mit Happy End. Ich danke Gott immer noch so sehr für dieses geliebte, gesunde Kind! Wir hätten es auch geliebt, wäre es nicht gesund gewesen, haben uns ja bewusst trotz aller Risiken dafür entschieden die Schwangerschaft nicht vorzeitig zu beenden. Ach ja, die Behandlung mit dem virustatikum (= Chemotherapeutikum) lief noch 9 Monate weiter. Wir mussten es dem Kleinen täglich geben und wöchentlich zur Blutkontrolle. Nach 9 Monaten haben wir uns in Absprache mit den Ärzten dazu entschieden, die Behandlung einzustellen. Wir waren danach noch 3 Jahre lang jährlich zur Untersuchung im SPZ, aber da der Kleine ausser der Schwerhörigkeit wirklich keine Auffälligkeiten hat, haben wir auch das irgendwann eingestellt.
Ich kann dir gerne per PN, oder hier im Forum weitere Infos zu der Klinik usw geben.
Erst einmal wünsche ich dir viel, viel Kraft und alles Glück was man nur haben kann, damit alles gut ausgeht.

LG Nic