Stirbt der Mutterinstinkt langsam aus und wird von der Panikmache abgelöst?

    • (1) 12.06.18 - 08:51

      Hallo zusammen,

      ich bin jetzt in der 38. Ssw mit unserem Sohn schwanger. 38. aufregende Wochen liegen hinter uns, in denen ich mich und meinen Körper nochmal neu kennengelernt habe. Ergebnis des Neukennenlernens ist, dass ich furchtbar stolz auf ihn bin, dass er es schafft -ganz alleine- ein neues Lebewesen zu entwickeln...unser Baby!!! Genau dieser Stolz führt dazu, dass ich meinem Körper die ganze Zeit vertraut habe, dass er alles richtig macht! Das er mein Kind versorgt und gleichzeitig zusieht, dass es mir gut geht. Ich habe in der Zeit zusätzlich gespürt, wie mein Mutterinstinkt entfacht. Neben Sorgen, Ängsten und Fragen die eine Schwangerschaft und vorallem meine Risikoschwangerschaft nun mal so mit sich bringt, habe ich es bei immer geschafft genau auf diesen Mutterinstinkt und das Vertrauen zurückgreifen zu können.

      Ich wundere mich immer mehr, wieso es so viele werdende Mamas nicht schaffen, alltägliche Situationen über Themen wie z.B., darf ich ein heißes Bad nehmen? Darf ich dies und jenes Essen? Darf ich fliegen? Darf ich dies und jenes tun?, für sich selber zu entscheiden und auf ihren Mutterinstinkt zu hören?

      Natürlich ist es wichtig sich über gewisse Dinge zu informieren, aber aus dem ganzen Informationsfluss, ist es doch umso wichtiger sich für sich selber die richtige Info zu holen und eine Entscheidung zu treffen! Egal wie diese ausfällt.

      Warum ich diesen Post schreibe ist, dass ich gerade die werdenden Mamas, die zum ersten Mal schwanger sind und vllt die Schwangerschaft noch weitestgehend vor sich haben, mal auf den Boden holen möchte. Gerade in diesem Forum wird so oft Panik gemacht, Mütter beleidigt die gewisse Dinge anders machen und einschätzen und nur noch mit Studien um sich werfen. Der Mutterinstinkt wird dabei völlig ausgeschlatet! 🤷🏽‍♀️ Warum?
      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mit Einsatz des Mutterinstinkts ich mich viel wohler gefühlt habe und die Schwangerschaft zu einer Zeit geworden ist, die ich genießen konnte 😉

      Wie ergeht es euch in der Schwangerschaft?

      Bin gespannt😉

      Liebe Grüße
      Julia

      P.S.: Schaut euch mal den Film „Babys“ an. Das ist eine Dokumentation über das Aufwachsen von Babys im 1. Lebensjahr in unterschiedlichen Kulturen und Ländern der Welt.

      https://youtu.be/5bHGeTyfiF8

      • Hallo, echt schön geschrieben. Ich gebe dir vollkommen Recht. Durch diesen großen Information'süberschuss entsteht viel Panik. Ich hab lange gebraucht und die ein oder andere Behandlung um schwanger zu werden. Dadurch war ich am Anfang sehr ängstlich. Die Angst etwas falsch zu machen. Doch mit jeder Woche wurde es besser. Ich lernte meinem Körper und meinem Baby zu vertrauen. Nun bin ich in der 19. Ssw und genieße meine Schwangerschaft. Es zwickt und zwackt überall mal, mein Baby spühren ich auch noch nicht wirklich. Aber dafür ist ja auch noch Zeit.

        LG

        Superbeitrag. Ich frag mich täglich, ob man das Gehirn ausschalten muss, um schwanger zu werden. Klar, es gibt viele inform3und das überfordert. Noch unsere Mütter und Großmütter waren deutlich entspannter. Ich freu mich sehr, in einem Umfeld zu leben, in dem ich "nur" schwanger bin und kein alien, das auf eierschalen geht. Zwei Regeln beim Essen, kein alkohol und einen Gang runter schalten, wenn ich merk, es wird zu viel. Mehr braucht es nicht.
        Und ich bin sicher, dass es so auch besser für die Kinder ist.
        Eine Entspannte Schwangerschaft noch

        • Unsere Mütter und Großmütter sind aber auch schwanger geworden, teilweise ohne wirksame Empfängniskontrolle, und haben nicht x "Übungszyklen" auf "ein Wunder" "gehibbelt".

          Das Verkopfte fängt doch schon viel früher an. Kinderkriegen ist ein sehr bewusster Vorgang geworden, und bei vielen klappt es ja leider nicht ohne Unterstützung, wenn sie als Paar festgelegt haben, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen sei, eine Familie zu gründen. Ist doch klar, dass der Bauchprinz oder die Bauchprinzessin einen ganz anderen Stellenwert hat, ebenso die Schwangerschaft an sich. Ich weiß genau, dass ich keine weitere Schwangerschaft erleben werde, und allein das macht mich manchmal wirklich traurig.

      Danke für diesen Text!

      Schön geschrieben u ich gebe dir so recht..
      finde es einfach nur noch beängstigend wie unentspannt die meisten hier sind..

      Liebe Grüße,
      Brishit die morgen in die 39 ssw rutscht,
      keine Angst vor der Geburt hat,
      im Geburtshaus entbindet,
      Bisher noch keine Kliniktasche gepackt hat (fahre ich 3 Tage auf wellness packe ich schließlich auch erst 30 Minuten vorher)
      die in der ss sogar mettbrötchen gegessen und alkoholfreies Bier getrunken hat und eine absolut komplikationslose, entspannte Traumschwangerschaft wie aus dem Lehrbuch hatte..
      Achso, und ich komme gerade aus dem Italien Urlaub in der 38 ssw

      Ich bin mir sicher dass mein Mäuschen genau so entspannt wird

      • Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Erlebnis!
        Nicht jedem gehts so! Finds schon anmaßend sich hier so zu äußern und mit anderen zu vergleichen! Wenns bei dir so wunderbar läuft ist ws doch schön, aber nicht jedem geht es, aus verschiedenen Gründen, so!!!

    Ich denke wirklich dass der Mutterinstinkt durch die ganzen Medien bei vielen unterdrückt wird. Eigentlich wäre er vorhanden, aber wenn man dann ständig mit anderen Meinungen konfrontiert wird, dann hinterfragen viele Menschen ihre Meinung.
    Dass in einem Forum gefragt wird ist ja normal, es sieht nur so aus als wenn alle Fragen auf einmal kommen. Dabei sind es ja jeweils eher wenige Fragen die auf eine Mutter kommen.
    Sicher wirst du auch die ein oder andere Frage habe bei denen andere sich denken "Hä? Blöde Frage!" ;)

    Manchmal ist es doch auch besser einfach Mal zu fragen.
    Der Instinkt muss allerdings weniger werden wenn man sieht wie viele Mütter zum Beispiel das Rauchen in Gegenwart von Kindern verharmlosen .

    Bin Mal gespannt wie das wird wenn meine Kinder Mütter werden :)

    super beitrag. ich bin gerade zum zweiten mal schwanger, in der 39.ssw und musste gerade in dieser schwangerschaft feststellen, dass hier ängste und panik immer mehr zunehmen. und das schon ab oder sogar vor positivem test. ich denke das ist oft kein natürlicher umgang mehr, mit der doch natürlichsten sache der welt.
    vertrau weiter auf deinen mutterinstinkt, denn auch in der baby- und kleinkindzeit wirst du gut fahren, darauf zu vetrauen und schalte alle übervorsichtigen und ängstlichen mütter aus. die schönste zeit im leben, so ein kleines wunder aufwachsen zu sehen, sollte nicht von unnötigen sorgen getrübt werden.

    Ich bin da ganz bei Dir. Und es wäre schön, wenn sich das viele Mütter zu Herzen nehmen würden. Auch dass viele nicht auf ihr Gefühl vertrauen, wann sie zum Arzt gehen sollen. Zumal hier und da ein Ziehen ja völlig angemessen sind, wenn man mal überlegt, was da alles vonstatten geht. Oder immer dieses Infragestellen der Einschätzungen unserer Ärzte, oft werden ja die Ärzte beim Termin auch gar nicht erst gefragt, sondern das geschieht dann erst hier.

    Ich denke, viel beruht darauf, dass die Frauen zwar viele Fachinformationen nutzen könnten, aber die wissenschaftliche Denkweise und das Vokabular ihnen völlig fremd sind.
    So lesen sie lieber schlechte Verallgemeinerungen als gute Fachtexte. Wo Statistiken auftauchen, können sie nicht mit den Werten umgehen. Sie kennen oft nicht einmal den Unterschied zwischen Einzelfall und statistischer Wahrscheinlichkeit.
    So bildet sich ein kollektives Un- und Falschverständnis, das viel schlimmer ist als das süße Nichtwissen unserer Vorfahren.

    • Genau das! Da gibt es eine kleine Studie in Finnland über den Zusammenhang von starkem Lakritz Konsum und erhöhten Cholesterol Werten und plötzlich darf man in der Schwangerschaft keine Haribo mehr essen 🙈

grundsätzlich hast du bestimmt recht mit deinem Post! Ich hatte auch, besonders zu Anfang, viele Fragen bei denen ich mir jetzt denke dass die ziemlich unnötig waren. Ich konnte die Finger nicht von google lassen, was mich einige Male beruhigt, aber zwischendurch auch noch mehr verunsichert hat.

Wenn man aber, so wie ich, durch eine ICSI schwanger wird, verliert man einfach auch ein Stück weit das Vertrauen in seinen Körper, dass er es „von selbst“ schafft.
Durch die Behandlung ist eine Schwangerschaft alles andere als „natürlich“, die Behandlung zieht sich oft über Monate hinweg, mit vielen Enttäuschungen, Rückschlägen und dem einen oder anderen negativen Ausgang.
Man nimmt Unmengen an Medikamenten. (was war das für ein Horror für mich als ich diese absetzen sollte/durfte, weil ich mir sicher war, dass mein Körper das ohne die Medikamente gar nicht schafft, ich kam mir vor wie ein Junkie und hab meinen Gyn um ein einziges weiteres Rezept angefleht).

Wenn man dann doch dieses Glück erfährt, schwanger zu sein, möchte man dieses Glück um jeden Preis festhalten und unter keinen Umständen irgendwas falsch machen.
Da geht dann das Kopfkino erst richtig los.
Ich hatte, besonders zu Anfang immer wieder den Gedanken, dass ich nicht wie andere die Chance hab im nächsten Zyklus wieder schwanger zu werden wenn ich eine FG habe.

Für mich hätte das bedeutet, dass ich erstmal 3 Monate mindestens hätte Pause machen müssen, weil der Arzt letztendlich entscheidet wann es weitergeht und nicht ich. Es hätte bedeutet, dass ich wieder über einen längeren Zeitraum auf der Arbeit nach Ausreden suchen muss um die ganzen Termine in der KiWu wahrnehmen zu können plus die Fahrerei zur KiWu von 45km pro Strecke. Die ganzen Medikamente, sein Leben für 2 Wochen nach Spritzen auszurichten die zu bestimmten Uhrzeiten gesetzt werden müssen. Die Angst vor der Eizellenpunktion und die Schmerzen danach (ich lag 3 Tage im KKH).

Ich glaube, wenn man diese Gedanken hat/haben muss, ist es normal, dass man einfach nichts falsch machen möchte. Auch wenn die Sorgen, rational gesehn, bestimmt übertrieben und nicht notwendig sind, für uns sind sie real!

Mittlerweile bin ich in der 19. SSW und endlich etwas entspannter. Richtig durchatmen werd ich erst nach dem Organscreening, vielleicht auch erst noch später.

  • Danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich kann das natürlich auch vollkommen verstehen. Das ist nochmal eine andere Situation. Alles Gute ❤️

    • Dankeschön, dir auch alles Gute!🍀

      Und bedenke bitte, dass sich hier im Forum besonders viele ehemalige Kinderwunschpatientinnen rumtummeln! Im Zuge der Behandlung hat man einfach das Bedürfnis sich auszutauschen, Fragen zu stellen etc. Ich war damals auf der Suche nach anderen Patientinnen aus genau meiner Klinik (die Abläufe sind von Klinik zu Klinik so unterschiedlich dass es teilweise Sinn macht jemandes aus der gleichen Klinik zu fragen) und da es hier bei Urbia einen Club dazu gibt, hab ich mich hier angemeldet.
      Ohne diese Behandlung würd ich mich garantiert nicht in so nem Forum rumtreiben, sondern wahrscheinlich den ganzen Tag glücklich meinen Bauch streicheln und der Natur vertrauen!
      Auch jetzt noch lese ich viel im Unterstützer Kinderwunsch Forum mit und teilweise ist es echt traurig, was man da so liest von Mädels bei denen auch der 9. Embryotransfer in 3 oder mehr Jahren nichts gebracht hat.

Kann ich genauso unterschreiben.
Und man sollte immer bedenken dass eine Schwangerschaft die nach Jahren des hoffen und bangens entstanden ist etwas anderes ist als schwanger im 2. ÜZ

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