Vorzeitig aufhören zu arbeiten wegen Stress?

Hallo zusammen!

Ich bin in der 24 ssw und habe schon einen recht kugligen Bauch.
Ich arbeite in einem kleinen Büro (einzige Mitarbeiterin) Meine Chefin ist auch schwanger und ist bereits im Mutterschutz obwohl sie trotzdem die ganze Zeit arbeitet.

Nun zu mir; ich muss nun da sie nicht mehr da ist ein Projekt komplett alleine stemmen. Es handelt sich um Bauleitung.....Termine koordinieren, Baustellenbesuche circa 2-3 x die Woche, Termin und Kostendruck. Handwerker die einen morgens ab 7 schon anrufen, eine Bauherrin die auch ständig etwas will. Alle reißen und zerren an einem, man muss sehr konzentriert arbeiten und sich viel merken.

Meine Chefin ist selbstsändig und muss deswegen sowieso länger arbeiten, aber sie ist auch ein richtiger workaholic und lebt für ihren Beruf. Sie ist finanziell gut abgesichert, somit passiert ihr nicht viel wenn sie ihr Unternehmen an die wand fahren würde, aber sie will einfach nicht aufhören zu arbeiten. Dabei macht sie aber einen sehr gestressten Eindruck und baut extrem viel Druck auch mir gegenüber auf. Neulich hat sie sogar vor mir geweint.

So sagt sie z.B. das es fatal wäre wenn ich krank werden würde und ich sowieso das volle Budget schon erschöpfe. Gleichzeitig gibt es aber auch keinen richtigen Ersatz der im Falle einer Krankschreibung meinerseits einspringen könnte. Es gibt nur Ihren Vater der aus dem gleichen Berufsfeld ist, aber nicht mit Computern umgehen kann und auch nur alle 2 Wochen 4 Tage vor Ort ist.

Dementsprechend lastet auf mir eine enormer Druck. Nachts kann ich teilweise nicht schlafen weil sich alles nur um die Arbeit dreht, wie ich es schaffe, dass ich noch hier noch da einen Termin wahrnehmen muss. gedankenkreisel halt....Dazu kommen Schwangerschaftsbeschwerden wie starke Wassereinlagerungen in den Füßen (es sind gerade 32grad) Rückenschmerzen und sehr oft ein harter Bauch bei der Arbeit.
Und oben drauf ist mein Freund sauer weil er nicht versteht warum ich nicht einfach aufhöre zu arbeiten.

Meine FA wollte mir letzte Woche schon ein BV gaben, weil sie der Auffassung ist das der Druck und Stress nicht gut für mich und das Kind ist. Ich habe es erstmal noch nicht angenommen. Aber würde es sehr gerne tun, weil ich mich einfach gerne auch mein eigens Leben und schwangerschaft konzentrieren möchte und nicht mehr pausenlos gestresst von der arbeit sein will.

Nun hat sich die Situation zugespitzt. Letzte Woche war ich drei Tage krank, meine chefin hat nicht gerade nett reagiert. Im Gegenteil, sie hat jetzt noch mehr "angezogen". Sie sagt sie hätte mehr von mir erwartet, dass ich stressresistenter wäre und auch fachlich nicht fit genug sei um komplett eigenständig zu arbeiten (hatte immer mal wieder rückfragen bei entscheidungen auf der Baustelle) Nun soll ich mich morgens und abend an- und abmelden, Stempelkartenmässig, obwohl das auch vertraglich nicht vereinbart ist. Also noch mehr druck.

Eigentlich haben wir uns immer gut verstanden und hatten ein recht freundschaftliches Verhältnis, aber nun da die nerven bei beiden blank liegen, verkrachen wir uns.

Wenn ich nun ausfallen würde, müsste ihr vater übernehmen. Ich würde vorher zusehen dass er mit meinen Unetrlagen arbeiten kann. Ich denke das es nicht ideal ist für das Projekt, aber bin der meinung dass er es schaffen könnte, bzw hoffe ich das.

Was meint ihr? Muss ich ein schlechtes Gewissen haben oder denken ich sei rücksichtslos, wenn ich 1, 5 monate vor ET in den Mutterschutz gehe? Sie bekommt in 1-2 wochen ihr Kind.....

Ich bin im Zwiespalt und würde mich über andere Meinungen freuen.

Danke und Grüße!

1

Ich vertrete die Meinung...

es wird dir niemand danken wenn du dich (und auch dein Kind) kaputt machst.

Ich würde nur noch das an Arbeit erledigen was du wirklich leisten kannst und darum bitte das schnellstmöglich ein Zweiter eingearbeitet wird (brauchen doch eh eine Vertretung für dich).

Wenn du völlig auf taube Ohren stößt würde ich das Angebot der Ärztin annehmen. Es kann aber natürlich sein, dass du nach deiner Elternzeit nicht mehr gerne dort gesehen wirst.

Alles Gute für dich!

2

Hallo,

Solange deine Schwangerschaft nicht in Gefahr ist würde ich die 1,5 Monate bis zum Mutterschutz weiter arbeiten.

Ich könnte ihr so kurz vor de Geburt nicht alles liegen lassen.

Ich würde ihr aber auch klar machen dass du auf deine Gesundheit achten musst und den Stress rausnimmst.

Alles Gute

3

Hallo,
ich kann Dich schon verstehen, daß Du gestresst bist. Das Arbeitspensum Deiner Chefin, sollte aber für Dich nicht relevant sein. Nimm Dir das nicht als Maßstab.
Trotzdem kann sie natürlich erwarten, daß Du die Dir übertragenen Arbeiten erledigst, sofern Du nicht krank oder im Mutterschutz bist. Wie war das denn vorher dort? Ist das erst jetzt so, oder schon immer?

Ich würde versuchen eine Strategie zu entwickeln mich besser abzugrenzen und dieses Projekt noch abschließen.
Sollte das nicht funktionieren und der Stress geht in der Form weiter, dann besprich Dich nochmal mit Deinem Arzt und akzeptiere ggfls. das BV.
Es muss doch nun ohnehin bald jemand neues für Dich kommen, oder wie soll das da weitergehen?
In 8-10 Wochen bist Du doch raus.

4

Das hört sich sehr massiv an und Warmsignal ist immer, wenn man nachts nicht mehr schlafen kann weil einem der Kopf vor lauter Aufgaben schwirrt.

Du musst ganz klar an dich und dein Baby denken! Wenn deine FA bereit ist, dir ein Bv zu geben, nimm es in Anspruch wenn du nicht mehr kannst.

Sicherlich schwingen auch bei deiner Chefin die Hormone Mit, aber sie muss doch für sich einen Plan haben, wenn du auch bald in Mutterschutz gehst, also spätestens dann?


Es dankt dir leider keiner, wenn du dich aufreibst!!
Ich kann auch immer schwer nein sagen, bzw Arbeit liegen lassen und bekomme auch immer mehr auf den Tisch statt weniger..aber mit z.b. vorzeitigen Wehen stressbedingt bis zum Ende der Schwangerschaft liegen musst.

Schlussendlich musst du für dich Fazit ziehen, ob du so weitermachen kannst😊

5

Hey!

Ich war in einer ähnlichen Situation.
Ich arbeite im Büro zusammen mit zwei Kolleginnen, allerdings bin ich die einzige „richtige“ Vollzeitkraft und die einzige die fast rund um die Uhr da ist, was bei mir allerdings das Hauptproblem war, war dass mich die beiden Kolleginnen gemobbt haben. Ich habe es immer über mich ergehen lassen, bin immer mit dem Gedanken zur Arbeit gegangen dass ich da durch muss, weil mir der Job wichtig ist und weil ich für meinen Chef da sein möchte weil der ja sonst teilweise allein da steht wenn ich mich zum Beispiel versetzen lasse, weil ich mit ihm und der Abteilung sonst super zurecht komme. In meiner Schwangerschaft nahm das Gemobbe auf jeden Fall zu und ich ging zu meinem Chef, der konnte nichts an der Situation ändern, das Problem mit den Kollegen ist bekannt und es sind schon einige Kollegen vor mir abgehauen.. also zog ich die Konsequenzen. Ich sprach mit meiner FA darüber, sie war schockiert, möchte auch dass ich dort in meiner Schwangerschaft nicht mehr hin gehe, kann mir allerdings KEIN BV ausstellen, sie schreibt mich jetzt bis zum MuSchu AU. Für mich persönlich ganz schlimm, bald ins Krankengeld zu fallen etc.. aber mein ungeborenes geht vor!
Ich habe mir das bis zur Schwangerschaft alles gefallen lassen, aber jetzt geht’s um mein Kind und da kann ich mir das auf der Arbeit nicht mehr geben 😔
Bei mir war es auch so dass mir als die Schwangerschaft bekannt wurde nur noch die Drecksarbeit zugeschoben wurde und Rücksicht (ich saß mit ganz fieser Übelkeit im Büro) war ein Fremdwort.

Ich würde an deiner Stelle jetzt an dich und das kleine denken und die Gelegenheit des BV wahrnehmen. Es wird dir wirklich niemand danken.

LG

Milla 🍀

6

Ich würde es davon abhängig machen, ob du da noch weiter arbeiten willst nach der Elternzeit oder nicht.

Ich würde mit ihr ein Gespräch suchen, zur Not mit einem Zeugen der neutral ist.

7

Ich glaube, eine solche Chefin wäre auch sauer, wenn du wegen einer Frühgeburt eher ausfällt...
Danken wird sie dir nicht, wenn du bis zum bitteren Ende durch hältst.

Möchtet du nach der Elternzeit wieder dort arbeiten?
Ansonsten: Der Arbeitsmarkt ist gut 😉

8

Sie:
-kein finanzieller Druck
-selbstständig
-verantwortlich für Personal/ Vertretung
-hat Hilfe in der Rückhand die sie nicht nutzt

Du:
-Angestellte
-recht auf Mutterschutz (nicht nur 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt)
-Wassereinlagerungen

Ehrlich?
Du kennst doch die richtige Entscheidung.
Zu das, was vernünftig ist. Und entschuldige dich nicht dafür. Personal zu suchen ist nicht dein Job.
Vergiss nicht auf die Frist für die Elternzeit zu achten und lass dir das schriftlich bestätigen. Beim Geld hört die "Freundschaft" auf. Das scheint deine Chefin zu wissen.

Dir alles gute!!

Liebe Grüße,
Suse

9

Ich bin noch ganz am Anfang der SS und wurde heute auch ins BV geschickt. Ich hab eine Leitungsposition und auch niemanden so wirklich der mich kompetent vertreten kann. Ich bin ein Mensch der zur Arbeit geht, obwohl er krank ist und Überstunden reißt bis zum umfallen. Aber ich versuche mir keine Gedanken zu machen, was jetzt mit der Firma ist.
Es geht ja um dich und die Gesundheit deines Kindes, da solltest du egoistisch denken.
Alles gute für dich.