Nabelschnurblut einlagern lassen ja/nein ...

Hallo,
ich bin am hin und her überlegen, ob wir Nabelschnurblut Einlagern lassen sollen oder nicht.
Mich würden eure Meinungen dazu interessieren.
Wer möchte das ebenfalls tun und bei welcher Bank.
Und wer ist dagegen und warum?

Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere seine Meinung mitteilen könnte.

LG
Knocknike mit Purzel 33+1

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Hallo..Wir hatten das damals auch überlegt, uns aber dann dagegen entschieden, weil es gar keinen Sinn macht. Für die wenigen Krankheiten bei denen man eigene Stammzellen gebraucht, kann man diese auch im Kranken Zustand entnehmen und so aufbereiten das sie zurückgegeben werden können (mein Mann hat genau so eine Stammzelltransplantation hinter sich.)

Einlagern kostet also nur und hat eigentlich gar keinen nutzen ,selbst wenn dein Kind sie irgendwann gebrauchen sollte( die Wahrscheinlichkeit ist wirklich gering, fast alle Krankheiten bei denen überhaupt eine Stammzelltransplantation in Frage kommt funktionieren nur mit fremden stammzellen)

Eine mögliche Überlegung wäre aber das Nabelschnurblut zu spenden. So profitiert vlt jemand anderes, krankes von den Stammzellen eures Kindes und wird dadurch gerettet

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Ich stimme meiner Vorrednerin absolut zu. Haben uns auch mit dem Thema befasst und gegen das einlagern, aber für eine Nabelschnurblutspende entschieden. So können wir vielleicht anderen helfen.

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Also wir haben das beim ersten Kind gemacht, aber auch nur als Spende.
Meine Erfahrung damit ist, dass es unglaublichen Stress im Krankenhaus verursacht hat und ich noch ein Gepäckstück mehr mit nehmen musste (man bekommt eine Box in der alles drin ist was mach braucht).
Das für mich entscheidende Argument dagegen ist aber, dass unglaublich schnell abgenabelt werden muss und meine Tochter ganz schlimme Gelbsucht hatte, während mein Sohn so lange an der Nabelschnur geblieben ist bis sie auspulsiert hat und nicht die Spur einer Gelbfärbung hatte. Ich würde es daher nicht wieder machen. Ich spende lieber Knochenmark und hoffe damit Leben retten zu können.

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Hallo,

ich bezweifle, dass die Gelbsucht damit etwas zu tun hatte bzw dass auf jeden Fall auch andere Faktoren da mit eine Rolle gespielt haben müssen.

Zum Verständnis:
Nach der Geburt baut sich das fetale Blut zu "unserem normalen" Blut um, genauer gesagt die Erythrozyten (rote Blutkörperchen). Dabei entsteht als Abfallstoff das Bilirubin, welches für die Gelbsucht verantwortlich ist. Dieses wird über Stuhl und Urin ausgeschieden. Da die Organe des Babys allerdings noch unreif sind, kommen sie nicht schnell genug mit der Ausscheidung des Bilirubin voran und es lagert sich unter der Haut ab. Dadurch werden die Kinder gelb. Dies ist bis zu einem gewissen Maße ein normaler und physiologischer Zugang. Es gibt aber Faktoren, die eine behandlungsbedürftige Gelbsucht begünstigen. Dazu gehören z.B. Frühgeburtlichkeit (die Organe sind noch unreifer, dadurch dauert der ganze Umwandlungsprozess und die Ausscheidung des Bilirubin noch länger) oder aber auch ein hoher Hb bzw allgemein ein erhöhtes Vorkommen fester Bestandteile im Blut (es entsteht durch den Umbau noch mehr Bilirubin, welches nicht so schnell ausgeschieden werden kann und sich daher unter der Haut ablagert).

In eurem Fall hätte der "Logik" nach also das Kind mit der auspulsierten Nabelschnur viel eher eine Gelbsucht entwickelt als das schnell abgenabelte Kind, da bei diesem ein höherer Hb zu erwarten ist.

Bei Frühgeborenen nimmt man die Gelbsucht übrigens "gern" in Kauf dafür, dass sie mit einem hohen Hb ins Leben starten können und nicht sofort bzw im besten Falle gar keine Bluttransfusion benötigen. Bei drohender Frühgeburt würde ich darauf bestehen, dass mein Kind das Nabelschnurblut selbst erhält. Bei einem gesunden und vitalen Neugeborenen KANN man darauf verzichten und das Nabelschnurblut spenden.

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Hallo,
wir haben vor drei Jahren bei unsere Tochter schon Nabelschnurblut einlagern lassen und werden das für unsere zweite Tochter jetzt auch wieder machen.
Wir haben es bei Vita 34 eingelagert.

Das eingelagerte Blut kann aber nicht für die eigene Stammzellen-Therapie hergenommen werden, sondern „nur“ für Geschwister-Kinder.
Wir haben uns trotzdem dafür entschieden!
Man hofft ja, dass man es nicht brauchen wird!
Die Stammzelkenbanken bieten aber auch an, bei Bedarf eines andern Kunden, dass eingelagerte Blut zu spenden.
LG

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Ich danke euch für die anregenden Worte und Meinungen.
Alles Gute euch.

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Wir haben es beim großen nicht machen lassen und werden es auch diesmal nicht machen. Der Nutzen ist nicht da der für mich noch wichtigere Grund war, dass 30-50% des gesamten Blutes des Kindes noch in Nabelschnur und Plazenta sind, wenn man so früh abnabelt. Dass das nicht gesund ist, dürfte ich jeder vorstellen können. Wenn uns nur 2L von unseren 6L Blut fehlen würden, wäre das wohl schon echt kritisch. Und unseren zarten Engeln muten wir das zu? Für mich persönlich ein No Go. Auspulsieren lassen der Nabelschnur ist für mich die einzig richtige Option (auch wenn Spenden nobel wäre, aber nicht auf Kosten der Gesundheit meines Neugeborenen).