Gefühlschaos

Ich muss mich mal ein wenig ausheulen und vielleicht geht es dem ein oder anderen auch so oder ihr habt ein paar Tipps für mich.

Ich habe derzeit ein totale Gefühlschaos.
Letztes Jahr im Juli würde ich direkt im
1. Üz schwanger , ich hab mich riesig gefreut und war total euphorisch es schon bei positiven Test jedem zu erzählen. Habe mich allerdings zurückgehalten aber ich war nur am strahlen.
Leider endete diese Ss in einer Fehlgeburt in der 7./8. Ssw. Es war zum Glück "nur" ein windei.
Die Trauer war allerdings sehr groß. Ich habe. sehr viel geweint und mich gestresst. Es hat dann jetzt 5 Üz gedauert bis es wieder geklappt hat. Ich war schon kurz vorm verzweifeln und ungeduldig weil ich dachte es will einfach nicht mehr klappen. Umso größer dann die Überraschung als der Test wieder positiv war. Ich war hin und weg hatte allerdings dennoch Angst vor der kommenden Zeit und dem 1. Us.
Letzte Woche in der 6ssw. war dann der 1. Us und ich war sehr nervös. Doch es war alles super entwickelt. Ich war mega glücklich aber konnte es nicht realisieren.
Embryo war allerdings noch nicht zu sehen, Den haben wir heute in der 7ssw mit pochendem Herzchen gesehen. Ich habe direkt gemerkt dass ich dieses Mal nicht so gerührt war wie beim letzten Mal und meine Gefühle irgendwie anders sind. Unsere beiden Eltern haben es auch Erfahren. Aber irgendwie hat die Euphirue gefehlt. Einspeist wollte ich doch endlich die Bombe platzen lassen zumal ja bis jetzt alles super ist. Anderseits war es mir auch total unangenehm. 😔 Ich weiß garnicht so wirkich was mich stört aber bei der letzten Schwangerschaft hatte ich durchweg Glücksgefühle und so seit 2-3 Tagen hab ich das bei aktuellen Ss nicht. Das macht mich total traurig aber ich realisiere das selbst noch nicht und es auszusprechen dass ich schwanger bin vor der Familie war irgendwie ein komisches Gefühl. Alle haben sich mega gefreut nur meine Freude hält sich in Grenzen. Tausend Ängste schießen mir noch zusätzlich in den Kopf... schaffe ich das ? bin ich überhaupt für Muttersein gemacht ? Werde ich mich noch freuen können und das Kind lieben? Irgendwie ist alles komisch dieses Mal und ich befinde mich in einem emtionalem Loch.

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Hallo,
ich kann das sehr gut nachvollziehen, da es mir letztes Jahr genau so erging.
Bin Anfang 2018 schwanger geworden und war - nach 2 „erfolgreichen“ Schwangerschaften - euphorisch. Aber 2 Tage nachdem ich es verkündet habe, verlor ich in der 7. ssw das Baby. Ich war darauf nicht eingestellt. Man liest zwar viel, aber bisher musste ich diese schmerzhafte Erfahrung nicht selbst erleben. Nach 2 Kindern war es (gedanklich) eine Selbstverständlichkeit, dass auch dieses Kind gut und gesund zur Welt kommt.
Erst ein knappes Jahr später hat es nun wieder geklappt. Ich bin in der 12 ssw. Aber auch wenn ich „es“ im Ultraschall zappeln sehe, bin ich sehr verhalten und demütig. Ich habe es ausschließlich meinen Eltern erzählt (auf drängen meines Mannes). Aber sonst niemandem. Ich habe unendlich Angst, dass es schief geht. Ich mich rechtfertigen muss. Oder ähnliches..
Da ich beruflich Stark eingebunden bin, wir bereits 2 Kinder und noch einen kleinen Bauernhof haben, gibt es auch keine Zeit zum schonen. Wir wohnen auf dem Dorf, wo Neuigkeiten gern breit getreten werden.. An manchen Tagen stehe ich vor dem Spiegel und betrachte meinen Bauch. Aber gefühlt, erlaube ich es mir selbst nicht mich zu freuen. Aus Angst, damit nicht fertig zu werden, wenn auch dieser Traum zerplatzt. Solange ich mich nicht freue, halte ich eine Art emotionalen Abstand. Finde ich selbst sehr kurios, aber ich muss das Vertrauen in meinen Körper erst wieder finden..
Ich kann dich also sehr gut verstehen...

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Mir geht es genauso. Ich denke, dass dies eine Art Selbstschutz ist.
Denn je mehr man sich freut, um so größer wäre der Schock/die Traurigkeit, wenn es wieder schief geht.
Ich habe am Donnerstag den nächsten Termin und fürchte mich schon sehr vor einer negativen Nachricht. Es kommen mir Gedanken, wie naja dann kann ich mich ja doch auf die andere Stelle bewerben, wie ich es eigentlich vor hatte oder ohne Babybauch ist es einfacher im Sommer/Herbst ins neue Haus zu ziehen.
Man versucht sich irgendwie einzureden, dass es nicht so schlimm ist, wenn die SS erneut in einer FG enden würde.
Um eben nicht in ein großes schwarzes Loch zu fallen, falls dies wirklich eintritt...

Bei meinen ersten beiden SS hatte ich immer nur pure Glücksgefühle, aber jetzt nach einer FG und einer biochemischen SS, traue ich mich nicht mehr mich zu freuen....

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Das ist alles völlig normal. Zum einen hast du Angst vor einer erneuten Fehlgeburt und dann noch die normalste Angst der Welt, die vor der Veränderung.
Das geht, so glaube ich, jeder Mutter so, auch wenn es ein Wunschkind ist.
Wir Frauen geben halt wesentlich mehr von unserem bisherigen Leben „auf“ und das ängstigt. Auch die enorme Verantwortung für ein anderes Lebenwesen, dass total von einem abhängig ist, sowas von normal.
Daran wirst du dich gewöhnen.

Und jemandem dem das alles egal ist, der würde sich die ganzen Fragen nicht stellen.
Also kannst du schon mal davon ausgehen, dass du eine gute Mama sein wirst.
Das Gefühlschaos wird sich mit der Zeit auflösen und sich in Freude umwandeln.
Ich wünsche dir alles Gute 🍀

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Hi,
ich kann dein Gefühlschaos sehr gut nachvollziehen. Ich hatte letztes Jahr eine MA in der 9. Ssw und danach einen Frühabort in der 6. Ssw. Bei uns hat es im 2.ÜZ wieder geklappt. Ich bin jetzt bei 6+3 und habe gestern das Herzchen schlagen sehen. Ich war wahnsinnig erleichtert und wir haben uns gefreut, doch die Freude ist sehr verhalten. Bei meinem Freund gefühlt noch mehr als bei mir. Ich glaube, dass ist einfach eine Art Schutzmechanismus und wir rechnen mit allem. So sind wir am Ende vielleicht nicht so wahnsinnig enttäuscht und unglücklich wie bei der ersten Schwangerschaft, falls doch wieder etwas passiert. Dieses Mal wollen wir auch bis zur 13. Ssw warten bis wir es überhaupt jmd erzählen. Aber meine Mutti ahnt glaub schon was.
Ich wünsche Dir alles Gute. :)

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Vielen Dank für eure ermunternden Nachrichten. 🌸Das baut mich etwas auf. Wahrscheinlich ist es wirklich ein Schutzmechanismus vom Körper. Ich hoffe das legt sich bald und ich werden wieder strahlen 😁 Negative Stimmung hatte ich die letzten Monate genug.

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Mach dich nicht verrückt, das ist ganz normal.

Ich hatte noch nie eine FG, aber meine beste Freundin kurz bevor ich schwanger wurde... dadurch hatte ich auch wahnsinnige Angst. Aber es ging alles gut (bin jetzt 35+5).

Trotzdem war ich zu keinem Zeitpunkt „nur happy“. Ich hab auch jetzt manchmal noch Zweifel, ob wir das alles schaffen. Grade beim ersten Kind weiß man ja so 0,0 was einen erwartet.

Mein mann und ich muntern uns immer gegenseitig auf, wenn einer mal von seinen Ängsten überrollt wird. Denn ganz rational - warum sollten wir es nicht schaffen? Wir sind ja nicht die ersten Menschen, die Kinder bekommen und das wird schon!!

Natürlich freuen wir uns auch total (wie wird die Maus wohl aussehen, wie wird sie wohl so sein), aber so ab und zu hat man trotzdem Angst oder Bedenken und ich glaube, das ist auch gut so.

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Hey,

ich verstehe dich sehr gut. Ich hatte im letzten Jahr eine Fehlgeburt. Ich war bis zur 12. Woche skeptisch, es hätte mich nicht gewundert, wenn man mir gesagt hätte, dass die Schwangerschaft nicht intakt ist. Doch als ich 11+0 unser Baby aktiv und so zauberhaft sah, verschwanden endlich die Zweifel und ich hatte ein gutes Gefühl. Alles wird gut gehen. 3 Wochen später ist meine Welt eingebrochen. #schmoll

Nach der AS habe ich mit meiner Hebamme gesprochen, wie man eine neue Schwangerschaft mit Freude genießen kann nach so einem Erlebnis. Tja. Leider ein Schicksal der betroffenen Frauen. Die Angst gehört ab sofort dazu. Angst hat man ja eh, aber sie ist nach dem Erlebnis anders.... Ganz anders!

Mitte Dezember durfte ich wieder positiv testen. Eine Freude war da- doch die Angst hat direkt draufgedrückt und die Freude nicht in der Form zugelassen. So habe ich mich von Tag zu Tag mit Angst gehangelt und die Wochen gezählt bis zu unserem Meilenstein. Dem Tag, an dem wir unser Sternenkind verloren haben. 10 lange Wochen sollten mir bevor stehen, so eine lange Zeit.

Aufatmen nach jedem Ultraschall. Und sofort wieder die Angst. Ständig der Gedanke, dass es beim nächsten Mal nicht mehr so aussieht. Dass alles wieder böse enden kann. Ich habe mich nicht getraut, weiter als bis zum nächsten Termin zu denken. Einladungen zu Geburtstagen o.ä. immer mit einem "ob ich dann noch schwanger bin", "ob ich da hin kann oder gerade nach der OP flach liege"... Schlimm war das!

Und dann war es endlich geschafft. Die 14+0 war erreicht und das Herzchen schlägt eifrig! Ja, das ist keine Garantie. Aber wir sind weiter gekommen als beim letzten Mal. #herzlich

Ich habe noch Angst. Aber langsam werde ich zuversichtlicher. Ich fange an, weiter als bis zum nächsten Termin zu denken. Ich lasse mal kurz Träumereien zu, wie es ab Spätsommer hier aussehen könnte- mit unserem Baby. Unsere Kinder wissen es nun, es ist ja auch nicht mehr zu übersehen. Sie freuen sich. Das macht mir etwas Angst, unser Großer ist wirklich voller Vorfreude. In dem Ausmaß habe ich es nicht erwartet.

Ich befürchte, dass das alles eine Schutzreaktion des Körpers ist. Man weiß, was passieren kann. Man setzt sich mit der Thematik auseinander. Lernt zudem noch andere Sternenmamas kennen, erfährt von deren Schicksal. Das alles zieht nicht spurlos an einem vorbei.

Ich hoffe, dass ich unser Regenbogen-Baby bald spüren darf und hoffe noch mehr, dass ich dann etwas entspannter werde.

Es fällt mir übrigens auch schwer, vor anderen zu sagen, dass ich schwanger bin. In allen Schwangerschaften habe ich mich nach dem Babybauch gesehnt. Jetzt habe ich so früh eine ordentliche Kugel und bin im Wechselbad der Gefühle, wenn ich angesprochen werde. Die liebe Angst...

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du mit der Zeit etwas mehr Freude empfinden wirst. Ich schätze das braucht seine Zeit... Doch von den meisten hört man, dass es bergauf geht, wenn das Kleine sich bemerkbar macht.

Deine Ängste vor dem Muttersein sind übrigens normal. :-) Was hatte ich plötzlich Angst, als ich dann endlich schwanger war mit dem ersten Kind... Und auch in der Schwangerschaft kamen große Ängste auf, dass ich überfordert sein könnte, nicht wissen werde, was mein Baby braucht wenn es schreit,...

Alles Liebe! #klee#herzlich

LG erdbeerchen mit 4 Kindern an der Hand, #stern fest im Herzen und Ü-Ei (14+6)

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Das ist sooo lieb von dir ! 🌸 Ich danke dir sehr für eine aufbauenden Worte und deine Geschichte.
Ich merke dass ich besonders depressiv bin wenn ich wieder sehr stark müde bin. Dann erreicht die "Depression" ihren Höhepunkt.
Ich dachte gestern Abend, dann gehe ich jetzt schnell schlafen dann sieht es morgen schon wieder ganz anders aus. Die Freude war zwar nicht wirklich da aber auch keine verstimmung. Die kam dann leider im Laufe des Tagss wieder. Musste mich dann wieder schlafen legen gegen Mittag, da die Müdigkeit echt enorm ist. Wenn ich dann aufwache nach 1-2 Stunden bin ich tito fertig und könnte weiterschlafen. Ich fühle mich wie von einem LKW überrollt und dann fangen wieder diese "depressionen" an. Zweifel an allem und irgendwie auch wieder an nichts. Ich weiß selbst garnicht so genau wo mein Problem liegt. Es stört mich einfach nur dass ich diese Euphorie und Glücksgefühle wie bei der 1. Ss nicht mehr habe. Das macht mich sehr traurig. Zusätzlich ist die Schwangerschaft noch sehr unrealistisch für mich.
Naja ... aber ich hoffe jetzt einfach darauf dass es spätestens ab dem 2. Trimester besser wird.
Ohwei wie soll ich das noch bis dahin aushalten... ich ertrage mich selbst schon nicht mehr.