Trauerfall SILOPO

    • (1) 08.04.19 - 12:06

      Hallo,

      ich muss mir das jetzt einfach mal von der Seele schreiben;
      ich bin mittlerweile in der 22. ssw und bisher ging es mir auch wirklich sehr gut.. nun ist mein Vater vor 2 Wochen gestorben und bis auf 3 Tage Sonderurlaub, um alles bezüglich der Beerdigung zu organisieren (bin die einzige Angehörige), habe ich danach normal weiter gemacht.. es ist der erste Trauerfall den ich überhaupt erlebe und da ich bei meinem Vater aufgewachsen bin, wirft mich das doch mehr aus der Bahn, als ich anfangs dachte.

      Ich habe seit einer Woche Hitzewallungen, bin nur müde und schlapp, Kreislaufprobleme und seit 3 Tagen könnte ich nur weinen. Ich hatte letzte Woche nach der Arbeit nicht mal mehr Kraft etwas mit meinem Sohn zu unternehmen, war regelrecht froh, dass er verarbredet war und ich mich einfach ins Bett legen konnte. Am Wochenende kümmert sich mein Freund wirklich ganz lieb um mich, wir unternehmen Sachen, verbringen viel Zeit zusammen und da gehts mir auch direkt besser.
      Heute morgen wieder das gleiche "Drama". Sitze auf der Arbeit und mir geht es körperlich richtig schlecht.. Habe mich nun breitschlagen lassen, beim Frauenarzt anzurufen, meine Situation geschildert und ich bekomme nun eine Krankschreibung. Habe sogar von ihm "Ärger" bekommen. Mit unserer Kleinen wird alles gut sein, mache mir da eigentlich keine Gedanken, da sie wirklich den ganzen Tag Ramba Zamba veranstaltet und sie mich eher an einen kleinen Oktopus erinnert, als an ein Baby :-D
      Werde aber vielleicht trotzdem mal fragen, ob er sie sich anschauen kann bzw über den GMH, nicht, dass sich da noch was tut aufgrund des Stresses?
      Ich hab einfach Angst, dass es nicht besser wird und ich die Schwangerschaft so gar nicht mehr genießen kann, weil ständig dieser Nebel über allem liegt.
      Zudem habe ich in den nächsten 6 Wochen Abschlussprüfungen meiner 3 jährigen Fortbildung und die Sorge, dass ich die nun auch komplett in den Sand setze und 3 Jahre quasi weg werfe.
      Ich hör immer nur, dass man sich schonen soll, dass ich zur Ruhe kommen muss. Aber so leicht, wie alle das immer daher reden, ist es einfach nicht :-(:-(

      • Es ist gut, wenn du dich erstmal krank schreiben lässt.

        In der 1. SS meiner Schwägerin ist ihre Mutter überraschend gestorben. Das ist echt so hart, grade wenn es in dieser besonderen Zeit passiert :(

        Auch wenn du es nicht hören willst - nimm dir die Ruhe jetzt, trauere bewusst und das ist auch ok so, ehrlich!

        Dann hast du auch Chancen, deine Abschlussprüfung zu schaffen. Wenn du dich immer weiter schleppst, zieht dein Körper die Notbremse und dann ist es noch unwahrscheinlicher, dass du es schaffst. Also, erstmal richtig trauern und dann nach vorne schauen.

        Mein Beileid wegen deinem Papa :( Dir alles, alles Gute und viel Kraft!

        Liebe Malima,
        Dass ein so etwas aus der Bahn wirft ist wohl selbstverständlich. Viele nehmen sich nicht die Zeit, die sie brauchen, weil man das oft auch erst verzögert merkt, wie sehr es einen doch umhaut. An deiner Stelle würde ich mich bis zur Abschlussprüfung krankschreiben lassen und dich nur auf deine Familie die Schwangerschaft und dann eben die Prüfung konzentrieren. Das ist schon viel genug. Wenn dein Freund so gut auf dich eingeht, dürfte das ja auch kein Problem sein. Nimm dir die Zeit und denk nicht an die Arbeit. Die ist auch noch da, wenn es dir wieder besser geht. :-)
        Ich war in Reha und habe viele Menschen mit Trauerfällen kennen gelernt. Die meisten von ihnen bereuen es, sich die Zeit nicht gleich genommen zu haben, wieder zu sich zu kommen. Das kann einem nämlich schnell einholen. Nimm dir die Zeit, um wieder zu dir zu finden und deiner Trauer den Raum zu geben, den du brauchst.
        Liebe Grüße und alles Gute

        Mein herzliches Beileid 😥! Wichtig ist, dass du die Trauer zulässt! Nimm dir die Zeit, schau dir bewusst Fotos an trauer! Mein Vater ist zwei Tage vor der Geburt meiner Tochter gestorben und mein Mann und ich haben uns um die Bestattung gekümmert. Ich bin so froh, dass mein Mann mich dabei unterstützt hat, auch bei der Organisation. Wenn du etwas an deinen Freund abgeben kannst, dann nimm es an! Und wenn er vielleicht einfach auf den Spielplatz geht mit deinem Sohn oder dir was schönes kocht! Du wirst deine Prüfung schaffen! Glaub an dich ❤!
        Liebe Grüße,
        Bienchen mit zwei Mädchen an der Hand und Krümel im Bauch ( 12+3 )

      • Hallo Malima,

        das mit deinemVater tut mir sehr sehr leid. Vor allem in dieser Lebensphase.
        Meine Mutter ist auch vor 3 Wochen völlig überraschend und plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben. Ich kann also etwas mitfühlen.
        Mir hat es den Boden unter den Füßen weggerissen und ich wache noch immer auf und denke, es war ein schlimmer Traum. Mein Kind wäre ihre erste Enkelin geworden. Ich bin so unendlich traurig und vermisse sie so sehr :-( Ich befinde mich in der 39. SSW und die Freude auf die Kleine ist deutlich getrübt. Wie ich den Alltag meistern soll...? Ich habe keien Plan...
        Anders als du befand ich mich bereits im Mutterschutz, als meine Mama verstarb. Und ehrlich gesagt...ich könnte auch gar nicht arbeiten. Ich würde dir auch raten, dich krankschreiben zu lassen. Trauer braucht Raum, Zeit, Kraft und muss auch mit allen Variationen durchlebt werden. Nimm dir die Zeit, wenn es irgendwie geht! Toll, wenn dein Mann dir zeitweise den Rücken freihalten kann.
        Kannst du die Abchlussprüfung verschieben? ...ich kann aber auch verstehen, wenn du das nicht willst (würde ich auch versuchen durchzuziehen)... Dann versuche alles andere an Arbeit durch Krankschreibung auszuschalten und dich neben der Trauer auf die Prüfung zu konzentrieren (Trauer braucht auch immer mal Pausen... die könntest du evtl. dafür nutzen?).
        Auf meine Kleine hatte der Schock und die Trauer keine merklich schlimmen Auswirklungen. Alle Untersuchungsergebnisse sind immer super und sie scheint sich Zeit bis zum ET zu lassen.

        Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit!
        Fühl dich gedrückt.

        Kati

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