Schwanger nach MA - vom Versuch, positiv zu denken

Hallo liebe Schwangere,

seit 1,5 Wochen weiß ich nun, dass ich wieder schwanger bin.
Im letzten November hatte ich eine MA und nach dem Verlust habe ich nicht nur unser Kind betrauert, sondern auch meine positive Einstellung zu der Schwangerschaft. Ich habe bereits einen Sohn und war in der ersten Schwangerschaft häufig sehr unsicher, was normal ist, was ich essen darf und was nicht, wie aktiv ich sein darf etc.
All diese Unsicherheiten hatte ich in der zweiten Schwangerschaft nicht und ich habe mich damit richtig gut gefühlt. Als die Schwangerschaft dann so früh wieder zu Ende ging, hatte ich Angst, dass ich damit auch meine Unbekümmertheit verloren hätte und wieder alles hinterfragen würde.

Nun bin ich vermutlich bei 5+3, meinen ersten Termin habe ich in zwei Wochen und es machen sich so langsam die lieben Zweifel in mir breit. Ich versuche natürlich, positiv zu denken und vertraue und hoffe, dass uns ein erneuter Verlust erspart bleibt, aber diese eine kleine Stimme in meinem Kopf kann ich doch nicht ausschalten.

Allerdings muss ich auch sagen: So unsicher wie befürchtet bin ich dann nun gerade doch nicht. ABER gibt es irgendeine Möglichkeit, diese leisen Zweifel aus dem Kopf zu streichen und das Vertrauen Oberhand gewinnen zu lassen, ohne dass ich mich dazu zwingen muss?

Vielleicht gibt es ja unter Euch Mamis, denen es ähnlich geht? Wie helft Ihr Euch über diese "Unsichere Zeit"?

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Ablenkung... Weil sonst vergeht die Zeit nicht. Und solange ich keine Blutung habe, gehe ich davon aus, dass alles ok ist.
Bei meinem missed abort war der Wurm nicht richtig entwickelt.

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Mir ging es auch so. Ich hab mich wirklich von Tag zu Tag und Woche zu Woche gehangelt und mir immer gesagt. Wieder ein Tag/ Woche geschafft, mit jeder Woche sinkt das Risiko. Nachdem das Herz geschlagen hat, war ich erst mal beruhigt aber nur ein paar Tage. Es ist ein innerlicher Kampf. Aber Versuch positiv zu denken. Aufhalten kann man es eh nicht wenn es passiert aber negativ zu sein hilft auch nicht. Wenn es passiert ist es schrecklich egal ob man vorher sich gefreut hat oder Angst hatte. Mit der Zeit wird die Angst weniger.

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Hallo,
streichel ganz oft deinen Bauch und genieße diese Momente. Egal was kommen mag, sie kann dir Niemand mehr nehmen!

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Hallo!

Ich habe auch bereits eine Tochter und hatte dann eine MA in der 13. SSW. Nun bin ich wieder schwanger und bereits im Endspurt.

Die ersten Wochen konnte ich mich auch nicht so unbedarft freuen und hatte viele Ängste und Zweifel.

Aber ich habe mir dann jeden Tag gesagt, dass das Baby im Bauch nichts dafür kann, dass es zuvor eine MA gab und es nicht verdient hat, dass ich nicht 100% an das Baby glaube und ihm 100% meiner Liebe schenke.
Das gab mir Kraft, dass die Sorgen gering blieben, weil ich nicht wollte, dass das Baby spürt, dass ich mich nicht 100% darüber freue. Das wäre unfair ihm gegenüber gewesen.

Ich wünsche dir alles Gute!
LG Bibi

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Mir hat geholfen:

1. Ablenkung: D.h. Nicht jeden Tag die Baby App checken. Schoene Aktivitaeten planen auf die man hinfiebern kann (selbst wenn es nur was Kleines ist), damit man auf etwas Positivies warten kann (statt jeden Tag auf etwas Furchtbares zu "warten").

2. Loslassen: Sicher immer wieder daran erinnern, dass was passiert absolut nicht in der eigenen Kontrolle liegt. Wenn etwas schief geht, steht das mit grosser Wahrscheinlichkeit jetzt schon "fest" und laesst sich von einem selbst ohnehin nicht aendern.

Klingt natuerlich alles einfacher als es ist, und man muss auch herausfinden, was fuer einen selbst am Besten funktioniert (andere Leute moegen es vllt lieber, jeden Tag auf dem Kalender abzuhaken). Alles Gute fuer dich :)

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Hallo,

also ich hatte eine wundervolle erste SS. Nie Angst, unbekümmert und voller Vertrauen. Im letzten Jahr hatte ich zwei FG, eine MA im Juni und ein Windei im Oktober. Im November war ich wieder schwanger. Die ersten zwölf Wochen waren einfach nur grässlich! Angst, Zweifel, schlechte Laune ohne Ende, Übelkeit - grässlich, grässlich, grässlich. Aber es war nicht alles nur Angst um die neue SS, es kam noch dazu, das im Januar ET gewesen wäre für das Baby, dass ich im Juni verloren habe. Erst als ich weit über ET war (genau genommen so weit über ET, wie meine erste Tochter geboren wurde), ging es mir besser (was ich auch erst bemerkt habe, als es mit besser ging.) Letzte Woche war Organscreening, wir haben die kleinen Füße gesehen, die Nase, das kleine zauberhafte Wesen und nun geht es mir richtig gut. Ich kann mich endlich freuen und auf die SS einlassen. Ich werde zwar nie wieder so unbefangen sein, wie bei der ersten SS, aber es geht für mich in die richtige Richtung. Ich hoffe, ich kann dir damit Hoffnung und Mut machen.

Ich drücke Dir die Daumen. Diesmal wird alles gut gehen. ☘️☘️☘️