Erhaltet ihr auch so viele "gut gemeinte" Ratschläge?

Hi,
habt ihr auch die Erfahrung gemacht, dass bei eurer ersten Schwangerschaft gefühlt jeder mit gut gemeinten Ratschlägen kommt? Und wie geht ihr damit um?
Ich bekomme jedes mal innerlich einen Fön. 20 Jahre konnte ich tun und lassen, was ich will und plötzlich weiß jeder alles besser. Meine Zündschnur ist sowieso gerade recht kurz (Lockdown, Hormone, ihr wisst schon...).
Es kann durchaus sein, dass es die Leute wirklich gut meinen, trotzdem bin ich doch selbst in der Lage, selbst Entscheidungen zu treffen, oder? Zumal ich sowieso sehr vorsichtig bin. Außerdem kann ich mit 34 Jahren sehr gut selbst auf mich und den Krümel aufpassen.
Fremde Menschen wollen mir plötzlich einreden, welche Bücher ich unbedingt lesen muss, wie wichtig stillen ist, dass ich mein Kind unbedingt per hypnobirthing zur Welt bringen muss, dass es gar nicht geht, wenn ich mal im Schneckentempo mit dem Schlitten einen winzigen Berg runter fahre, etc.
Wird das irgendwann wieder besser?
Was tut ihr, um diesen "Ratschlägen" aus dem Weg zu gehen?

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Ja, sowas kommt immer. Und vor allem ungefragt von Menschen, von denen man nichtmal ein Kochrezept annehmen möchte.

Was ich am meisten hasse, sind die Aussagen von Scheinheiligen. Menschen die in einer Doppelmoral leben und das auch noch vollkommen okay finden.
Zb die Schwägerin meiner besten Freundin.
Sie hat zwei Töchter, die damals 5 und 7 waren (glaube ich). Was ich mir da alles anhören musste. Mein Kind ist extrem fordernd und stand schon mit 6 Monaten, lief wenige Tage danach. Er ist eine Art Schreibaby gewesen. Dementsprechend bekam ich kaum Schlaf und machte teilweise die Nächte mit ihm durch. Er ließ sich auch nicht ablegen, weswegen ich ihn in der Trage an mir hatte. Nur so war er entspannter. Sie fand es ein "hausgemachtes" Problem. Ich sei also selbst Schuld daran und sie bombardierte mich ungefragt mit, für mein Kind, total unpassenden Vorschlägen. "Er braucht dringend einen Schnuller" war eine der Aussagen. Und nein, wenn ein Baby keinen Schnuller will, braucht es auch keinen!
Ich habe die Ohren auf Durchzug gestellt, nett gelächelt und nichts von diesen "Supertipps" angenommen, weil sie alle durch die Bank weg purer Schwachsinn waren.
Karma ist aber toll, sag ich dir. Denn rate mal, wer nun ein Baby bekommen hat und mehr als nur überfordert damit ist, weil das Kind so "viel" schreit. Bei weitem noch nicht unser Pensum, aber anscheinend reichte das bisschen schon aus, um ihre Nerven zum platzen zu bringen.
Ich genieße mit meiner besten Freundin schadenfroh ganz still und heimlich die Genugtuung von Karma. Und siehe da, urplötzlich merken wir, dass tragen doch nicht so schlecht ist, wie wir zuvor immer sagten. Den Schnuller versucht sie anscheinend trotzdem mit aller Gewalt in das Baby reinzustopfen, was ich zwar unmöglich finde, aber da es nicht mein Baby ist, ist mir das so ziemlich egal. Außerdem, möchte ich Karma nicht all zu sehr ausreizen.
Am lustigsten ist die Tatsache, dass ich in der Facharztausbildung zur Gynäkologin bin und es doch immer noch tatsächlich Leute gibt, die glauben gewisse Dinge besser zu wissen und much belehren wollen, obwohl sie so weit von der Medizin entfernt sind, wie eine Kuh vom Fliegen.
Warte einfach. Die Leute bekommen schon noch ihre Quittung. Vertraue Karma und genieße die Show, sobald Karma sich einmischt. Manchmal muss man länger warten, aber es lohnt sich😉

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Kommt ganz drauf an... bei "fremden" finde ich es sehr einfach.
"Danke, werd ich mir überlegen/anschauen/kaufen"
Völlig egal, nur auf keine Diskussion einlassen.

Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, dass es erst richtig schlimm mit der Familie ist.... noch dazu das erste Enkelkind für meine Eltern und die Schwestern werden zum ersten mal Tante... juhuu...
Gefühlt werde ich unsere Mais auf Die Welt bringen und sie dann nie wieder sehen (übertrieben, aber es fühlt sich ein bisschen so an)
Es will jeder mitreden, wie lange ich stillen soll, in welchen Positionen. Wo das Kind schlafen soll, wie oft ich mein Kind auf den Arm nehmen darf und wann nicht. Im Grunde wird bei allen mitgeredet...
Meine Mama ist Kleinkinderzieherin...und naja... sie hat gute Ansichten, aber leider auch ein paar die nicht ganz zeitgemäß sind und bei diesen ist sie sehr verbohrt (zb. Tragetuch ist Schwachsinn, Kind wird nur verwöhnt und lässt sich dann nicht mehr ablegen) 🤦‍♀️

Was man gegen sowas macht?
Daran gewöhnen... auf Durchzug schalten und eine dicke Haut zu legen, den als Mama wird es nicht besser 🙈🌻

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Bisher eigentlich gar nicht.
Meine Mutter sagt nur zu jedem Thema das irgend eine schwangere, frisch gebackene Mutter oder mich selbst betrifft:"zieh den Hosenbund hoch!"(damit der Hosenbund das kleine nicht zerquetscht... Seit der 7.SSW)

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Guten Morgen 🙋‍♀️
Ja, ich kenne das auch nur zu gut...
ich muss sagen, bei mir kommt es ein bisschen darauf an, von wem diese Ratschläge kommen: bei Fremden kann ich die Ohren einfach auf Durchzug stellen, bei meiner eigenen Mutter nehme ich tatsächlich vieles an oder denke zumindest drüber nach. Meine Mutter ist aber auch nicht böse, wenn ich ihr sage, dass ich es anders sehe / machen will.
Am schlimmsten für mich ist meine Schwiegermutter: da kommen ungefragt die abstrusesten Ratschläge. Gestern zum Beispiel schlug sie vor, ich solle nicht mehr putzen, weil, wenn man zu viel im Wasser panscht, dann der Milcheinschuss ausbliebe... das putzen könnte ja meine Mutter für mich übernehmen... Bitte???? Ich finde das einfach nur frech... und natürlich verlangt sie informiert zu werden, sobald wir ins Krankenhaus fahren... äh... nö...

Ich glaube es geht uns da allen gleich... ich nehme aber mittlerweile kein Blatt mehr vor den Mund....

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Oh den Vorschlag mit dem putzen mach ich gleich mal meinem Mann 😅
Aber baden bzw duschen schadet dann dem Milcheinschuss nicht, oder wie? Manche Leute sind echt herrlich 🤦‍♀️

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Also bei mir hat keiner ungefragt sich eingemischt. Es wurde Hilfe angeboten und wenn ich Fragen habe oder Hilfe benötige, dann soll ich einfach auf denjenigen zu gehen.

Manche Sachen sind auch nur gut gemeint. Kommt immer drauf an wie etwas gesagt wird und wer es sagt und wieso. Wenn du jetzt hoch schwanger wärst und einen Berg runter rodelst (in dem Tempo wie man normalerweise einen Berg runter rodelt), hätte ich auch zu dir gesagt, lass das lieber bevor was passiert...andere können ja auch in einen rein rodeln...naja kommt immer auf den Berg an und wieviele da sind und wie weit du bist...insofern könnte ich die andern verstehen.

Ansonsten bzgl stillen halte ich mich eh raus, weil ich stille selber wegen Medikamenteneinnahme nicht.

Aber auf jedenfall ...es kommt immer drauf an wer was wie sagt und zu welchem Thema. Ich war da ziemlich entspannt. Ich habe mir gern Tipps angehört aber ob ich sie letztendlich umsetze ist ja meine Sache

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Hi,
zum Thema rodeln: die, die dabei waren, haben nichts dazu gesagt (und es waren 2 befreundete Mütter, ein Vater und mein Mann dabei), weil es absolut ungefährlich war. Natürlich hatten wir ausreichend Abstand zu unseren Freunden.
Leider war ich doof genug, ein kurzes Video in den Status zu machen, weil es einfach herrlich bescheuert aussah, wie ich im Tiefschnee kaum von der Stelle kam 😅 ich war zu dem Zeitpunkt in der 14. Woche.
Daraufhin haben sich die ersten 3 Leute mokiert, deshalb habe ich das Video ganz schnell wieder gelöscht. Gerade die, die nicht dabei waren wollen jetzt also anhand eines 3-Sekunden-Videos beurteilen, ob ich mich und meinen Krümel in Gefahr bringe?
Ich habe draus gelernt: solange ich schwanger bin, poste ich nur noch Bilder, wie ich auf der Couch Rum liege 😏

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Huhu,

Ja ich glaube das geht vielen so, ich glaube man muss da für sich lernen, da auf Durchzug zu schalten und/oder dem gegenüber nett zu sagen, „danke ich denk drüber nach“. Oder wenn es im Fall von den Schwiegereltern/Mama/Schwester o.ä. zu aufdringlich wird, wirklich offen zu reden auch mit der Konsequenz, dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlt, deutlich zu machen, dass jedes Kind und jede Mama mit ihrem Kind seinen eigenen Weg findet, du wenn du fragst gerne über Ratschläge nachdenkst aber nicht ständig belehrt werden möchtest.
Meine Schwiegereltern waren zum Beispiel total dagegen, dass ich noch mit Gewichten Sport mache. Ich habe das tatsächlich bis zur 25. ssw gemacht und danach nur noch mit eigenem Körpergewicht und Theraband. Alles mit Rücksprache mit meiner Ärztin und Hebamme.
Genau so schlimm finde ich die Muttis die einem ungefragt von ihrer Geburt erzählen und meistens sind’s genau die, die eine traumatische Geburt hatten und das oft (unterstelle ich mal) noch nicht richtig verarbeitet haben und es darüber versuchen.
Da habe ich mir auch angewöhnt, wenn es mir nicht passt zu sagen, „tut mir leid, aber ich möchte das gerade nicht so gerne hören, mir ist klar, dass nicht jede Geburt „schön“ ist aber ich probiere mich gerade mit einer positiven Einstellung an die Geburt zu begeben. Gerne können wir danach nochmal reden.“
Die meisten konnten das bisher verstehen.
Ich glaube da müssen wir Mamis ein dickes Fell wachsen lassen, weil die Mütterpolizei lauert überall und jede hat eine andere Ansicht oder Einstellung zu gewissen Dingen.
LG Jenny 40+4

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Huhu

Also bis jetzt hab ich keine "Tipps " oder der gleichen bekommen, abgesehen von der Hebamme. Meine Mutter lebt leider nicht mehr, denn ab und zu wäre ihr Rat oder ihre Erfahrung nicht schlecht gewesen. Ich weiß nämlich nicht ob mein Vater da so Up to Date noch ist, von ihren Schwangerschaften. 😅

Aber ich kann verstehen das es einen nervt, vor allem wenn es ungefragt ist. Das ist das gleiche, wenn jemand ungefragt kommt und den Bauch streicheln will bzw es einfach tut! Geht gar nicht! Das ist grad der Vorteil vom Lockdown.

Meine Schwiegereltern halten sich da interessanterweise echt zurück, obwohl (oder vielleicht gerade deshalb) sie schon stramm auf die 80 zu gehen. In allen anderen wird dazwischen gequasselt aber da halten sie sich echt zurück. Mal sehen ob das so bleibt 😅

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Huhu,
sei froh, dass deine Schwiegereltern sich so zurück halten.
Dafür eskaliert meine Schwiegermutter völlig 😅
Meine Mama ist auch schon vor langer Zeit gestorben. Die wäre entspannter gewesen.
Dafür übernimmt Schwiegermutter den Nervpart für 3 🤣
Sie hat ihr einziges Kind vor 37 Jahren in der DDR bekommen und meint, ich müsste alles so machen, wie sie damals. Ich kann nicht zählen, wie oft ich schon gesagt habe, dass das heute anders ist 🙄

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Ich kenne das sehr gut. Sogar noch in der dritten SS.
Wenn Ignorieren oder ein "Vielen Dank" nicht hilft lasse ich imaginäre Experten sprechen und antworte: Mein Arzt / meine Hebamme hat gesagt, dass...
Funktioniert bei mir ganz gut. 😊

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Ich kann dich total verstehen, ich krieg bzw hab am Anfang auch regelmäßig „gut gemeinte“ Ratschläge gekriegt. Jetzt hält sich das Gott sei Dank sehr in Grenzen weil man sich nicht trifft und am Telefon kann das anscheinend nicht so gut rübergebracht werden. Vor allem was das stillen bzw meinen Wunsch nicht zu stillen angeht hab ich super viele tolle Ratschläge in Form von entsetzten Gesichtern usw bekommen, und das nicht von fremden!
Auch meine lieben Freundinnen mit Kind meinen regelmäßig gut mit ihrem Ratschlägen bezüglich das musst du holen, dies das Ananas. Ehrlich gesagt geb ich da nix drauf. Ich sag dann nur wenn ich Rat brauch komm ich und frag sehr gerne nach, ansonsten möcht ich’s gern allein entscheiden und dann lass ich mich auch nicht mehr auf Diskussionen ein.

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Danke für deine Worte.
Vielleicht lerne ich noch, damit umzugehen 😅
Also bei mir geben die Leute auch sehr gern per Telefon Ratschläge. Dann treffe ich oft beim spazieren gehen Bekannte, natürlich mit viel Abstand. Aber kurz quatschen ist natürlich trotzdem möglich. Oder halt beim Einkaufen usw.
Schwiegermutter hat alles gegeben und offenbar dem ganzen Dorf schon gesagt, dass sie Oma wird. Klar, sie freut sich. Trotzdem hätte ich mit diesem Ansturm nicht gerechnet.
Den Vogel abgeschossen hat meine Physiotherapeutin. Da muss man ja angeben, dass man schwanger ist. Diese Frau, die ich das erste Mal in meinem Leben gesehen habe, hat mir bisher am allermeisten rein geredet. Gut, dass ich sie nur einmal für 20 Minuten gesehen habe 😅
Geil finde ich auch die Aussage von der Familie, die wissen, dass ich schon 2 Fehlgeburten hatte: "du musst auf dich aufpassen, du hast ja eine Vorgeschichte. Wenn dir das wieder passiert ist das für uns alle schlimm."
Das finde ich etwas frech. Wieso wird mir unterstellt, ich wäre nicht vorsichtig. Es liegt doch in der Natur der Sache, dass ich besonders gut auf mich aufpasse. Wenn mir das noch Mal passiert, für wen wäre das wohl am schlimmsten?! Wenn ich das dann erkläre kommt immer "wir meinen es ja nur gut." Mag ja sein, aber ich habe den Eindruck, dass die mir alle überhaupt nichts zutrauen und das macht mich traurig und ein bisschen wütend.
Sorry für den langen Text, dass musste ich mir anscheinend Mal von der Seele schreiben 😁

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Versuch dich ein bisschen zu entspannen, die werden damit nicht aufhören! Es wird immer jemand da sein der es Gut meint und seine Ratschläge weiter gibt.ich glaub nicht das die denken du wüsstest nicht was gut für dich oder dein Baby ist, aber Menschen müssen eben immer ihren Senf dazu geben und das wird sich nicht ändern, also Augen zu und durch😅🤷🏻‍♀️
Wart mal ab wie viele zum erziehungsratgeber mutieren, aber auch das kannst du nicht ändern, du kannst nur drüber stehen, dich nicht drüber aufregen und dir deinen Teil denken😊

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