Geburtsplan / "Wunschliste" zur Geburt in Klinik?

Hallo zusammen,
ich habe nun schon öfter gehört, dass wohl von Hebammen vielen werdenden Mamas empfohlen wird, einen "Geburtsplan" zu erstellen, um eine möglichst genaue Vorstellung von der Wunschgeburt dem geburtsbegleitenden Personal zu vermitteln.

Meine Hebamme hat mir diesen Tipp auch im Vorbereitungskurs gegeben, aber ich tu mich sehr schwer damit. Für mich hat das irgendwie was mit einem Ablaufprotokoll zu tun...

Andererseits versuche ich mich gerade mental mit viel Meditation und Entspannung auf die Geburt vorzubereiten und weiß, dass mein Mann nicht von Anfang an bei mir sein kann - sonst würde ich ihn allein für mich sprechen lassen, da er meine Wunschvorstellung kennt ;-) Mit so einem Plan hätte ich meine Wunschvorstellung dann vorab schon mal kommuniziert und kann mich so ganz auf die Geburt konzentrieren, wenn ich erst mal im Krankenhaus bin.

Mir ist durchaus klar, dass man eine Geburt nicht planen kann, und das sich sowohl meine als auch die Bedürfnisse meines Kindes unter der Geburt jederzeit ändern können. Ich persönlich bin da auch voll flexibel und auf nichts festgelegt, wie gesagt, es geht ja auch um die persönliche WUNSCHvorstellung. Bin da hin und hergerissen, so einen "Plan" zu erstellen.

Macht man das generell im Krankenhaus? Oder reicht es, bei Ankunft eben kurz alles durchzusprechen? Soll man ein paar Stichworte schriftlich mitnehmen, falls ein Hebammenwechsel stattfindet und man dann nicht alles von vorne besprechen muss?

Was sagen die Hebammen dazu, wenn sie so einen Plan "aufs Auge gedrückt bekommen"; macht das nicht einen komischen Eindruck? Vielleicht mag ja jemand auch mal aus Hebammensicht erzählen :-)

Ist mein erstes Kind, daher kenne ich die Klinikabläufe nicht ;-)

Danke für eure Erfahrungen!

LG, Nini (39. SSW)

2

Hallo!

Mein Tipp, tue es nicht. Vor der Geburt hört es sich eh keiner an, und während der Geburt kommt eh alles anders....

Weniger Erwartungen heißt hier leider auch weniger Enttäuschungen.

Die Hebammen machen einen geilen Job. Vertraue ihnen einfach.

LG

1

Also meine Hebamme hatte mir damals nicht direkt empfohlen einen Wunschplan/Ablaufplan zu schreiben. Aber was sie gesagt hat war, einen Zettel vorne auf den Mutterpass zu kleben, mit Dingen die (einem) wichtig sind. ZB krankenheiten die man hat und die die Geburt beeinflussen, das man eine wassergeburt wünscht (da dürfen vorher bestimmte Medikamente nicht gegeben werden), das man bestimmten Geburtspraktiken nicht zustimmt oder ähnliches. Die im Krankenhaus kennen dich nicht und unter der Geburt sagt man gerne mal ja zu Dingen die man sonst nicht machen würde.

Bei mir stand zb drauf das ich auf keinen Fall eine PDA möchte. Bei mir ist der Rücken teilweise taub und ich hab furchtbare Angst das eine pda das verschlimmert. Da gibt es zwar keine Beweise für, ich will es aber nicht ausprobieren.
Außerdem stand da das ich gerne eine Wannengeburt hätte.

3

Ich kann dir vorn mir berichten.

Wunschvorstellung: ich wollte nie im Liegen entbinden und sämtliche Köpfe vor meinen Genitalien haben.
Realität: ich bin vor Schmerzen durchgedreht als ich mch hinstellen sollte und lag wie ein bewegungsloser Wal auf dem kreißsaal Bett mit dem einen Fuß gegen die Schulter der hebamme gestemmt.

Wunschvorsteling: ich wollte nie einen dammschnitt der dergleichen.
Realität: sie schnitten mich unter wehen auf weil das Kind sonst nicht aus mir raus gekommen wäre. Und ich bekam es nicht mal mit.

Lass es einfach auf dich zukommen und finde in der jeweiligen Situation für dich heraus was am angenehmsten für dich ist.

5

Ging mir genauso. Ich hatte keinen Geburtsplan aber einige Wunschvorstellungen und Vorstellungen, was ich auf keinen Fall möchte.
Alle Punkte haben sich zum Gegenteil erfüllt.
Also würde ich auch sagen, lass die Geburt auf dich zukommen.

4

Hallo, ich finde du hast eine recht gesunde Einstellung zum Geburtsplan. Ich kann mir schon vorstellen, dass das Personal dadurch besser auf deine Wünsche eingehen kann, so lange es die Geburtssituation zulässt. Irgendetwas auszuschließen (keine Schmerzmedikamente etc.) finde ich hingegen immer schwierig. Ich bin davon überzeugt, dass Ärzte und Hebammen immer das Ziel haben, dass Mutter und Kind die Geburt gesund überstehen und manchmal muss dafür interveniert werden (z.B. Dammschnitt, Saugglocke etc.). Wenn man daher für alle Eventualitäten offen bleibt, spricht für mich nichts dagegen seine Wünsche vorher zu äußern.

Ein Beispiel von unserem Geburtsplanungsgespräch... Da wir einige Schicksalsschläge bis zu unserem Regenbogenbaby überwinden mussten, wollten wir z.B. einen KS. Und wir wollten, dass das Baby z.B. direkt zum Kinderarzt gebracht wird und erst dann zu uns. Auch haben wir z.B. Äußerungen die ein jeder mal in der Hektik loslassen könnte uns aber emotional sehr getroffen hätten angesprochen (z.B. "Stellen Sie sich nicht so an etc...).

6

Als Erstgebärende ist es sicher schwierig eine Vorstellung davon zu haben was man möchte, vor allem wenn man keine Erfahrung mit den Abläufen im KH hat.
Ich kann dir ein paar Punkte nennen, die für mich z.B wichtig wären...

-Klare Absprache VOR Medikamentengabe!
-Kein Dauer CTG
-Keine Schmerzmittel ohne meinen ausdrücklichen Wunsch.
-Geburtsposition (gerne auch Motivation, falls ich mich alleine nicht dazu aufraffen kann)
-Keine ständige Störung (während der Eröffnungswehen- habe ich als sehr störend empfunden) durch Schüler oder sonstiges Personal
-Soll das Kind Konakion bekommen? Ja/Nein
-Möchte wissen wenn der Kopf geboren ist um ihn zu fühlen
-Möchte das Kind nach der Geburt selbst zu mir nehmen
-Möchte gerne die Plazenta sehen
-nach Bedarf des Kindes stillen

Ich denke es ist wichtig von vorne herein ein bisschen seinen Standpunkt zu kommunizieren. Auch wenn es von Hebammen und Ärzten nicht immer bewusst oder in böser Absicht geschieht wird gerne vorschnell und selbstverständlich gehandelt ohne die Mutter mit einzubeziehen.
So ein Plan führt vielleicht dazu, dass die persönlichen Grenzen nicht ganz so schnell überschritten werden.
Ich denke Mütter mit „schlechten Kreissaal Erfahrungen“ (damit meine ich nicht die Geburt selbst sondern das drum herum) verstehen was ich meine.

Im Internet gibt es Vorlagen für einen Geburtsplan, die verschiedene Dinge aufzeigen, an die man selbst erstmal gar nicht denken würde.

Lg junisternchen 🍀

7

Danke für eure Antworten! Mir geht es hauptsächlich darum, dass ich mich während der ganzen Geburt in mich selbst zurückziehen und allein darauf konzentrieren kann (sofern es denn klappt :-D), ohne, dass ich ständig gestört werde und mir (berechtigte) Fragen gestellt werden, auf die ich antworten muss.

Wir haben nunmal gerade das Problem, dass mein Mann erst ganz zum Schluss hinzukommen darf, daher bin ich ja nunmal die einzige Ansprechpartnerin.
Deswegen die Überlegung mit dem Geburtsplan....

Ich denke, ich werde die für mich wichtigsten Punkte in einer kleinen Liste zusammenfassen und sie am Tag X einfach mitnehmen, bzw wie schon vorgeschlagen, in meinen Mutterpass heften...

Ist aber auch echt ein blödes Thema, ich bin da so hin und her gerissen, möchte dort auch niemandem mit meiner Wunschvorstellung, die sich ggf auch zum Luftschloss entwickelt, auf die Nerven gehen - das Personal hat genug zu tun ;-)

8

„Das Personal hat genug zu tun... „ das stimmt und ist sehr löblich von Dir, sie sind aber auch dafür da dich zu begleiten und das möglichst so, das du dich wohl fühlst.
Mich haben, wie oben schon erwähnt die ständigen Störungen (in meinem Fall durch 5 verschiedene Schüler, also unnötiges „ist alles gut bei Ihnen“ ) sehr gestört und raus gebracht, ich war unter der Geburt auch sehr bei mir und mit mir, wie in Trance.
Das darfst und solltest du jederzeit auch kommunizieren und da wird auch sicher keiner genervt sein.

Alles Gute 🍀 Dir :)