Angst vor Geburt wird immer größer

Hallo ihr Lieben,

Kurz zur Info, es geht auch um meine erste Geburt, die sehr unschön war, daher ist dieser Text nicht für jeden was.

Muss mich mal ausheulen und mir was von der Seele schreiben. Hoffe es ist ok.

Ich habe 2015 per Kaiserschnitt meinen ersten Sohn geboren. Leider lief es für mich nicht ganz so gut. Ich bin fast dabei gestorben. Nach 2 Wochen heftiger Wehen, abfallen der Herztöne des Kindes und da sich sonst nichts tat, haben wir uns für einen Kaiserschnitt entschieden. Mein Sohn war einfach zu groß und zu schwer um normal raus zu kommen, wie sich dann rausstellte. Beim Kaiserschnitt wurde eine Ader getroffen, diese genäht und die Naht hat meinen Eileiter nachher punktiert. Bis man raus fand warum ich vor schmerzen alles zusammen geschrien habe und immer wieder ohnmächtig wurde, vergingen 2 Stunden. Im Ct sah man dann dass ich innerlich verblute. Also Not Op. Danach Intensivstation, 4 Wochen Krankenhaus, ständig Fieber etc. Nach 6 Monaten war ich wieder einigermaßen fit.

Hab das natürlich nicht therapeutisch aufgearbeitet (was sich jetzt als dumme Idee rausstellt). Beim Gedanken an Krankenhaus bekomme ich schon Panikattacken. Jetzt bin ich schwanger geworden und anfangs hatte ich da kaum Probleme mit. Und nun in der 28. ssw kommen immer mehr blöde Gedanken. Einfach absolute Angst vor der Geburt. Heute Nacht konnte ich nicht schlafen, weil ich nur Gedanken hatte wie „was ist mit meinem Sohn, wenn ich sterbe?“ „schreib ich ihm einen Brief für den Fall der Fälle?“ etc 😕

Meine Frauenärztin sagt, ich soll mal gucken, ob ein Therapeut für 3 gesprächstherapien zur Verfügung steht, aber es hat keiner Zeit.

Es ist so schwer im mom 😢 alle sagen, es wird sich anders drauf vorbereitet. Man würde den Kaiserschnitt nun geplant machen, damit man Ruhe und Zeit hat dafür, eh vorsichtiger sein, Medikamente zum blutstillen da haben, Blutkonserven direkt etc. Hab trotzdem Angst.

Sorry für den langen Text 🙈

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Guten Morgen, ich denke aber auch, das man bei deiner Vorgeschichte ganz anders und besonders behutsam im Krankenhaus umgehen wird. Ich würde dir raten, dich vor allem auf dein Baby zu freuen und gerade für es positiv zu bleiben, so schwer das fällt. Ich wünsch dir alles Gute! (Bin selbst zum ersten Mal schwanger, aktuell in der 21Ssw)

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Danke Dir!
Ja, ich hatte in der ersten Schwangerschaft schon Angst davor bei der Geburt zu sterben (welche Ironie). Hatte einen Film gesehen, in dem das passiert 😂🙈 zum Ende der Schwangerschaft war die Angst weg, weil ich so fertig war u nur noch den kleinen raus haben wollte. Hoffe etwas, dass wird dieses Mal ähnlich. Hab halt Angst, dass ich im Krankenhaus so in Panik verfalle, dass sie mich in Vollnarkose legen. Das möchte ich eigentlich nicht.

Wünsch dir alles gute!!!

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Ich verstehe Deine Angst sehr gut! Fakt ist, die Angst ist da und wird es auch wahrscheinlich bleiben. Die Sache ist nur wie man damit umgeht. Falls ihr wieder einen KS macht ist - wie Du schon selber sagst - eine gute Planung das A und O. Eine Geburtsplanung im KH wäre sehr sinnvoll- egal ob spontan oder KS. Falls ihr im selben Hospital entbindet holt euch einen Termin um nochmal über die letzte Entbindung zu sprechen! Ich selber habe vor fast 3 Jahren unseren Sohn entbunden dessen Geburt gut begleitet wurde . Im selben Hospital dann vor 14 Monaten unsere Tochter. Frag nicht. Die Geburt war nicht dramatisch wie Deine aber sie war sehr groß und ich dachte das ich definitiv nicht mehr lebend aus dem Kreissaal kommen würde. Zum Glück sollte es sowieso das letzte Kind sein. Meine Hebamme sagte mir ich solle unbedingt mit der Klinik nochmal reden um es aufzuarbeiten. Hab ich aber nicht gemacht... nun bin ich in der 9 ssw - nicht geplant. Mir graut es jetzt schon davor an die Entbindung zu denken- von daher verstehe ich dich sooo gut! Ich denke es hilft wirklich nur ; Klinik aussuchen und dort das Gespräch suchen! Falls ihr eine andere Klinik wählt definitiv den Bericht von der Geburt zukommen lassen ! So seid ihr bestmöglich abgesichert und Zuversichtlich! Alles Gute für Euch!! ❤️

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Sorry der Satz mit : „sie war sehr groß „ war natürlich auf unsere Tochter bezogen nicht auf die Geburt 😂🤪

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Oh da gehts dir ja ähnlich! Bei mir war die Schwangerschaft auch nicht geplant, weiß bis heute nicht wie das kann. Haben immer mit Kondomen verhütet. Ich wollte zwar immer noch ein Kind, hab mich nur nicht getraut. So wurde mir die Entscheidung abgenommen.

Der Chefarzt wurde damals hibzugerufen, wegen der Komplikation mit der Ader. Irgendwas lag wohl anders als normal. Da steht allerdings nicht in den Akten, sagt meine Frauenärztin. Sie wurde vom Chefarzt aber nach der Geburt angerufen und er erzählte, dass er sowas nie gesehen hat in seiner Laufbahn. Nach 3 Jahren sagte meine Frauenärztin (sie wusste vom Kinderwunsch und dass ich mich nicht traue) ich soll mir dem Arzt reden. Termin gemacht, er erinnerte sich null an mich. Sie mit ihm telefoniert, noch mal Termin gehabt. Er sagte er erinnere sich, war alles normal, ganz normale Komplikation, die mal beim Kaiserschnitt passieren kann. Er würde das nächste Kind aber nicht zur Welt bringen, er wäre vor belastet. Super Gefühl danach bei mir. Noch mehr Unsicherheit. Denn wenn alles normal war, warum macht er es nicht? Hab dann den Oberarzt von damals kontaktiert. Er ist mittlerweile in Ostfriesland in einer Klinik. Er hat den Kaiserschnitt gemacht und auch die Not op danach. Er konnte sich sofort erinnern, war telefonisch für mich da und hat mir alles erklärt. Stehe auch jetzt in Kontakt zu ihm, er würde sogar das Baby nun holen. War eigentlich auch mein Wunsch, allerdings hat die vertretungsärztin mich durcheinander gebracht. Sie sagte wieso ich wieder zu dem fahren wollen würde, der es quasi versaut hat bei mir? Und dann noch 600 km weit in eine miniklinik (Husum). Weiß auch nicht, ob ich das nun machen soll oder nicht. Meine Hebamme findet die Idee mit Husum immer noch gut, sie kennt den Arzt auch noch u dagt, er sei ein super Arzt. Ende des Monats hab ich wieder einen Termin bei meiner Ärztin, die sprech ich dann auch noch mal drauf an. Alles so kompliziert!

Ich wünsche dir alles gute! Wir beide schaffen das mit. Unseren Babys 🙂

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Hallo,

deine erste Geburt war traumatisch. Ich kann absolut nachvollziehen, dass du nun Angst vor einer Wiederholung hast. Auch wenn es rational betrachtet natürlich mehr als unwahrscheinlich ist, dass du das in dieser Form nochmals erleben wirst. Ganz ohne Sorge wirst du wahrscheinlich nicht ins Krankenhaus gehen können, aber ohne Panikattacken wünsche ich dir sehr.
Je nach Typ Mensch und auch, was du dir leisten kannst habe ich diese Ideen:

Kurztherapie, Gespräche mit einem Therapeuten. Kann deine Frauenärztin/Hausarzt einen Termin vermitteln? Es gibt teils auch Akutsprechstunden!

Gespräche mit Menschen, die entweder thematisch oder auf Trauma/Verarbeitung von Konfliktsituationen geschult sind: Telefonseelsorge, Hebamme, Doula, Geistlicher, ...

Meditation, Yoga, Akupunktur, autogenes Training, etc.

Kannst du mit dem Operateur alles detailliert durchgehen?

Alles Gute!
mavikelebek

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Hallo


es tut mir sehr leid, dass das bei deiner ersten Geburt passiert ist. Ob das nun ein Ärztefehler oder eine Laune der Natur war, ist wahrscheinlich schwer herauszufinden.
Der Chefarzt klingt für mich aber abwehrend und nicht vertrauenswürdig. Der OA in Husum dagegen schon.
Es gibt 3 Dinge, die ich dir empfehle:
-Das Buch „Meine Wunschgeburt“, das einfach sehr nüchtern und faktenbasiert Geburten und ihre Gefahren nach Kaiserschnitt analysiert.
-Eine private Hypno(birthing)- Therapeutin, die mit dir Entspannung und Geburtsvorbereitung macht. (Auch oder gerade wichtig, wenn du Ängste hast und einen Kaiserschnitt planst.) Such dir jemanden, der handfest und konkret arbeitet, ich zB käme mit jemandem der voll auf der Esoschiene fährt nicht klar.
- Suche dir einen Ort für die Geburt, wo du dich SICHER fühlst und Angenommen mitsamt deiner Geschichte. Dafür würde ich auch nach Husum fahren, am besten verbunden mit einem Urlaub. In eine Klinik zu gehen, die dir von vorneherein ein ungutes Gefühl macht, ist kein guter Start für eine Geburt.

Ach ja: bitte lese nichts mehr über schlechte Geburten, Todesfälle usw.. Umgib dich mit positiven Dingen. Höre zB den Podcast „Die friedliche Geburt“ und bitte auch dein Umfeld, dich mit Horrorstories zu verschonen. Schütze dich! Ich bin sicher, ihr werdet eine viel bessere Geburt haben, als beim ersten Mal.
Alles Gute!