Fetale Makrosomie - Erfahrung?

Hallo alle zusammen,

heute war ich wieder bei einer Vorsorgeuntersuchung. Mini-Kind hat sich von BEL in SL gedreht, was auch super ist, allerdings wurde er auf etwas über 3,5 Kilo geschätzt. Ich bin gerade am Anfang der 37. Woche und habe keine Diabetes (2x wurde der große Zuckertest gemacht)

Meine Ärztin meint ich soll auf jeden Fall nochmal Rücksprache mit der Entbindungklinik halten zwecks vorzeitiger Einleitung oder Kaiserschnitt. Keinesfalls soll ich über Termin gehen, da es bei meinem ersten Kind schon zu Komplikationen kam und dieses hatte auch über 4 Kilo Geburtsgewicht.

Kann mir jmd berichten wie das ist, wenn man vor ET einleitet? Wenn der Befund noch Geburtsunreif ist, dann funktioniert das doch nicht oder? Kann ich in dem Fall auf einen Kaiserschnitt bestehen?

Vielen Dank ☺️

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Hallo, bei Makrosomie würden die Ärzte einem KS bestimmt zustimmen, insbesondere wenn es bei deinem ersten Kind schon Komplikationen gab.
Wir hätten bei unserer jüngsten Tochter den geplanten KS der natürlichen Geburt vorgezogen, insbesondere wg. unserer Vorgeschichte aber auch wg. der Makrosomie und den damit verbundener höheren Risiken bei einer natürlichen Geburt im Vergleich zum Durchschnittsbaby.

Unsere Tochter hat dann allerdings schon bei 34+3 mit 3100 g und 51 cm das Licht der Welt erblickt. Der KS wäre für 37+0 geplant gewesen. SS-Diabetis hatte ich übrigens auch nicht.

Ich empfehle dir ein ausführliches Geburtsplanungsgespräch in deiner Wunschklink. Dort kann man dir am Besten erklären, was die individuellen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Geburtsmethoden in deinem individuellen Fall sind und wie die einzelnen Abläufe wären.

Alles Gute!

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Oh das würde mich auch sehr interessieren! Wir hatten beim letzten Kind auch ein überschweres Baby und die Geburt war 😣... Frage mich auch ob es diesmal besser ein Kaiserschnitt werden soll🤗...

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Hallo, also meine 3 Einleitungen fanden erst nach dem Termin statt, die Befunde waren aber immer „unreif“.
Die 1. und die 3. endeten in einer Spontangeburt, die 2. in einem Kaiserschnitt.

Die ersten beiden Kinder waren bei 4,5kg und das dritte bei gerade mal bei 4kg.

Also das Empfinden wie eine Geburt verläuft ist natürlich subjektiv, aber ich würde mir keinen Kaiserschnitt wegen einer Gewichtsschätzung wünschen. Vor allem wenn man schon einmal vaginal geboren hat :)

Das war aber gar nicht deine Frage...also eine Einleitung kann klappen, auch bei geburtsunreifem Befund. Ich habe gute Erfahrungen gemacht, auch wenn mein 2. Kind dann leider - wegen einer Lageanomalie und nicht wegen der 4,5kg - per KS kam.

Sollten die Schätzungen über 4.500g gehen, dann wird dir sicher ein KS empfohlen, denke ich. Dennoch würde ich erst eine Spontangeburt „versuchen“.

Alles Liebe :)

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Also mir wurde kein Kaiserschnitt empfohlen, aber ich musste unterschreiben, dass ich auf diesen verzichte.
Meine zweite Tochter kam mit 4650g,38cmKU und 60cm auf die welt.
Meine erste Tochter war aber auch schon nicht zierlich, sie kam mit 4240g, 37cmKU und 54cm auf die Welt. Ich hätte nur bei Nr 2 nicht in BEL entbinden dürfen, da dir Köpfe recht groß sind.
Wurde bei der 2.auch schon ab ET+2 eingeleitet mit Gel, bei unreife Befund.
Ich würde es nicht wieder machen, es hat sich so lange hingezogen, dass sie erst an ET+8 kam, nach wirklich heftigen wehen.

Ich persönlich würde warten bis von alleine los geht, aber wenn bei der Fragestellerin, schon bei der erste Geburt Komplikationen aufgetreten sind, wegen dem Gewicht, ist die Überlegung doch rechte sinnig, für den Kaiserschnitt, aber das sagen einen die Ärzte beim geburtsplanungsgespräch, in der Klinik.

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Ich kann ja mal von mir erzählen. Mein erstes Kind wurde, trotz Gestationsdiabetes die über Ernährung eingestellt wurde nur auf 3.3 kg - 3.8kg geschätzt. Zur Welt kam er dann nach sekundärer Sectio nach Geburtsstillstand in Endphase mit 4370g. Es kam zum Geburtsstillstand weil das Kind nicht nur recht schwer war, sondern auch einen großen Kopf (38cm) hatte und sich während der Geburt in Sternguckerposition gedreht hat. Mein Kreislauf hat es nach 23 Stunden Wehen nicht mehr geschafft und der Muttermund ging bei 9cm sogar wieder zu, sodass ich mich gemeinsam mit den Ärzten für einen Kaiserschnitt entschied. Ob das hohe Gewicht wirklich an der Gestationsdiabetes lag wage ich zu bezweifeln. In meiner Familie sind alle Kinder schwer und ich bin der Ansicht dass auch der große Kopf eher dagegen spricht.

In meiner zweiten Schwangerschaft wurde kein Gestationsdiabetes diagnostiziert. Der kleine Zuckertest war zwar auffällig, der große Zuckertest aber nicht. Meine Tochter kam unerwartet bei 37+1 nach vorzeitigem Blasensprung mit gerade mal 2770g zur Welt. Ja, sie kam 3 Wochen zu früh, aber es ist unwahrscheinlich dass sie in 3 Wochen mehr als 1kg zugenommen hätte. Sie war generell zart und ist bis heute (5 Jahre) immer am unteren Ende der Perzentile bei Gewicht und Größe. Ich hab sie spontan nach sanfter Einleitung (insgesamt 15 Minuten Oxytocin-Tropf bis zu den ersten Wehen, und dann 3 Stunden bis zur Geburt) geboren, absolut unkompliziert.

In meiner dritten Schwangerschaft wurde ebenfalls kein Gestationsdiabetes diagnostiziert. Diesmal war nicht mal der kleine Zuckertest auffällig. Meine zweite Tochter kam bei 39+0 mit 3920g zur Welt. Ich vermute zum ET hätte sie das gleiche Gewicht gehabt wie ihr Bruder. Ihr Kopf war mit 36cm kleiner als die ihres Bruders. Sie kam spontan zur Welt, hatte aber leider beim Weg durch den Geburtskanal die Hand am Kinn. So hat sie mir innerlich mit ihrem Ellenbogen ein heftiges Hämatom verpasst. Die Geburt war dennoch unkompliziert. Das Hämatom spürte ich erst eine Stunde nach der Geburt und ich denke das wäre mir auch bei einem leichteren Kind bei so ungünstiger Geburtsposition nicht erspart geblieben.

Jetzt bin ich in der 19. SSW und rechne auch diesmal wieder mit einem 4kg Kind, sehe es aber entspannt. Ich glaube das ist bei uns halt so. Meine erste Tochter ist da eher der Ausreißer, bei meiner Mutter war es aber tatsächlich auch so. Die bekam zwei sehr schwere Kinder und ein sehr leichtes ;-)

Hinsichtlich der schwere der Geburt ist der Kopfumfang meines Erachtens relevanter als das Geburtsgewicht und dazu hab ich auch Hinweise in der Literatur gefunden:

"Eine Regressionsanalyse konnte zeigen, dass ein größerer Kopfumfang bei normalem
Geburtsgewicht mit einem deutlich höheren Risiko assoziiert war, eine sekundäre Sectio zu erhalten, als bei Neugeborenen mit normalem Kopfumfang und normalem Geburtsgewicht. Ein absolutes Geburtsgewicht > 4.000 g mit einem normalen Kopfumfang war nicht mit einem erhöhten Risiko für eine Sectio während der Geburt assoziiert." (https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/160485/1/2018_38Geburtseinleitung_bei_fetaler_Makrosomie_Padiatrische_Praxis_Dez_2018_Kreft.pdf)
Vielleicht hilft dir der Artikel auch generell. Da geht es um Geburtseinleitung bzw. Kaiserschnitt aufgrund der Diagnose Makrosomie.

Ich glaube ehrlich gesagt dass es doch sehr von der Klinik abhängig ist wie offen sie deinem Wunsch nach einem Kaiserschnitt aufgrund von Makrosomie gegenüberstehen. Ich bin aber der Meinung dass mit dem zusätzlichen Argument der komplizierten Geburt von Kind 1 dem ganzen schon offen begegnet wird. In jedem Fall wünsche ich dir alles alles Gute! #klee

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Danke für deine Antwort.

Mein erstes Kind hatte einen KU von 36cm und nach 21 Stunden Wehen ging nichts mehr voran. Er war so in meinem Becken verkeilt, hatte abfallende Herztöne und es wurde letztendlich ein Kaiserschnitt. Danach ging es ihm so schlecht, das er 3 Wochen auf der Intensivstation lag - ich will das dieses Mal absolut vermeiden.

Mini-Kind Nr. 2 hatte vor 2 Wochen einen KU von fast 34cm und ich denke da kommt in den 3 Wochen auch noch was dazu 🙈 ich werde mich auf jeden Fall mit dem Oberarzt absprechen und hoffe das wir für alle eine gute Lösung finden ☺️

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Ja, ich denke das klingt absolut nach eine Indikation für einen Kaiserschnitt. Ich wäre da auch kompromisslos.