Hatte das schon jemand?

Hallo Mädels,
Mir wurde Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert, aber mein nüchternwert war eine Punkt Landung zur Grenze. Die lag bei 5,1 und mein Wert war beim großen Zuckertest 5,1. Sonst waren alle Werte Top.

Jetzt muss ich meine Zuckerwerte testen, seid 2 Tagen. Diese sind seid 2 Tagen völlig normal auch der Nüchtern Wert. Selbst wenn ich auch mal nicht so gesund esse, bin ich in den guten Bereich.
Hatte das jemand auch?
Das ihr an der Grenze zu Schwangerschaftsdiabetes seid/wart und aber eure Messwerte, nicht einmal Auffällig war?

Wie geht es weiter.
Kann ich vielleicht erneut einen großen Zuckertest machen/ anfordern ?
Oder muss ich mich jetzt immer trotzdem weiter messen bis zur Geburt ?

Wie war es bei euch?

Liebe Grüße

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Hey bei mir ist es das gleiche mein nüchternwert war beim grossen test 93 und normal sind 92..
Ich muss mich jetzt schon seit über 1 woche den Blutzucker messen, ich esse auch nicht immer gesund und trotzdem ist seit den Tagen meine Werte top, kein einziges Mal erhöht ich muss mich pro Tag 4 mal messen und nüchtern muss er unter 92 sein und am Tag unter 140.. Habe Montag wieder Termin und bin gespannt wie es weiter gehen wird..

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Das ist gut zu hören.
Kannst ja mal berichten, wie es bei dir weitergeht. Würde mich freuen.
Ich muss Mittwoch wieder zum Termin.
Da bin ich auch schon gespannt.

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Ich habe das Gefühl, dass fast alle Frauen die Diagnose erst mal anzweifeln und den test wiederholen wollen (war doch nur ganz knapp, ich hab am Tag davor falsch gegessen, etc.)

Gehe erst einmal davon aus, dass dein Körper tatsächlich aktuell ein Problem damit hat Zucker zu verstoffwechseln. Die Grenzwerte sind schon recht großzügig bei diesem Test. Bei normalen, gesunden Menschen ist der Nüchternwert normalerweise deutlich niedriger (Mittelwert 3,9 laut einer großen Metastudie, die ich dir gerne verlinken kann, wenn du gut Englisch kannst). Dein Wert ist also schon ziemlich hoch, auch wenn er nur knapp über der Grenze ist.

Dazu kommt, dass die Insulinresistenz und damit der Schwangerschaftsdiabetes im Laufe der Schwangerschaft schlimmer wird. Das heißt, du kannst davon ausgehen, dass die Werte sich noch verschlechtern.
Das die Werte in den ersten Wochen nach der Diagnose meistens noch innerhalb der Grenzwerte (was auch nicht bedeutet, dass sie normal sind. Der Grenzwert einer Stunde nach einer Mahlzeit ist in Deutschland 7,8, der Mittlerwert bei gesunden Schwangeren 6,0) sind, ohne das man viel Aufwand betreiben muss, ist recht häufig.
Nach nur zwei Tagen kann man deshalb noch überhaupt gar keine Aussage darüber treffen, ob und wie groß dein Problem mit Zucker tatsächlich ist bzw. sein wird.

Und zu guter Letzt: Es geht am Ende ja um die Sicherheit deines Babys. Da würde ich sagen lieber ein bisschen mehr Aufwand auf sich nehmen, aber dafür die Sicherheit haben, dass alles okay ist.

Bei mir Verläuft der Schwangerschaftsdiabetes bisher tatsächlich sehr mild. Ich bin jetzt 34+6 und hatte in den letzten 9 Woche bei 4 Messungen täglich genau 2 Werte, die über der Grenze lagen, obwohl ich mich weiterhin völlig normal ernähre (inklusive pommes und donuts).
Aber weißt du was? Es ist mir trotzdem lieber so. Es ist mir lieber vorgewarnt zu sein und ein Auge darauf haben zu können, als den Test knapp zu bestehen und dann womöglich meinen ungeborenen Kind zu schaden.

Wenn es bei dir tatsächlich so bleibt und deine Werte weiterhin normal sind, dann ist dass doch eine win-win situation. Dann kannst du dich weiter ohne Einschränkungen ernähren, hast aber die Gewissheit, dass du deinem Baby nicht schadest. Das einzige was bleibt ist das bisschen Messen für ein paar Wochen, aber das empfinde ich als relativ fairen Tausch.

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Danke, das hast du gut geschrieben :-)
Witzig ist das meine Werte bis jetzt nach dem essen (1 Stunde) bei unter 6 liegen. Auch wenn ich nicht so was gesundes esse.
Ich wusste aber nicht das sich das Insulin noch steigern kann, während der Schwangerschaft.
Aber du hast recht, es geht um mein Baby und so hat man die Kontrolle ob alles gut ist mit den Werten. Sind ja nur noch für paar Wochen. Und man muss sich bestimmt erst noch dran gewöhnen an die Messerei. Ist ja totales Neuland für mich.
In meiner 1 Ss war nichts auffällig.

Alles Gute und noch eine schöne Kugelzeit.

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"Auch wenn ich nicht so was gesundes esse."
Schwangerschaftsdiabetes hat gar nicht mal so viel mit dem zu tun, was man landläufig als ungesundes essen versteht. Es geht ja um Kohlehydrate und die sind auch in vielen gesunden Lebensmitteln.
Ein Cheeseburger, der ja zum größten Teil aus Fett und Proteinen besteht, lässt den Zucker zum Beispiel weniger stark ansteigen als ein Teller Reis mit gedünstetem Gemüse.

Aber es scheint ja sowieso so zu sein, dass bei dir eher der Nüchternwert das Problem ist. Hat sein gutes (du musst dich mein Essen nicht einschränken), aber auch sein schlechtes (den kann man kaum mit Ernährung oder Diät beeinflussen. Die meisten Frauen, die irgendwann Insulin brauchen, brauchen es, weil der Nüchternwert zu hoch ist).

Beim Nüchternwert ist man auch noch mal strenger als bei den Mahlzeitwerten, weil der ja quasi repräsentiert, was in den 8-12 Stunden in der Nach passiert. Deshalb sind da schon kleinere Überschreitungen wichtiger, als wenn der Zucker nach einer kohlehydrathaltigen Mahlzeit mal ein oder zwei Stunden hoch ist.

"Ich wusste aber nicht das sich das Insulin noch steigern kann, während der Schwangerschaft."
Nicht das Insulin, sondern die Insulinresistenz. Normalerweise ist es ja so: Zucker geht ins Blut > Körper schüttet Insulin aus > Insulin sorgt dafür, dass der Zucker in die Zellen aufgenommen wird.

Insulinresistenz heißt, dass die Zellen erst bei höheren Mengen Insulin anfangen, den Zucker aufzunehmen. Je höher die Insulinresistenz desto mehr Insulin muss der Körper produzieren, um den Zucker von Blut in die Zellen zu befördern.
In der Schwangerschaft ist es total normal, dass die Insulinresistenz steigt. Das passiert bei allen Schwangeren. Man geht davon aus, dass dieser Mechanismus dafür sorgt, dass dem Fötus immer ausreichend Zucker zum Wachstum zur Verfügung steht.

Zu viel Zucker ist aber nicht gut. Insulin kann nämlich an der Plazenta nicht vorbei, Zucker hingegen schon. Heißt, dann Baby muss selbst Insulin produzieren, um den ganzen Zucker zu bewältigen und das ist schwierig, weil so einen winzige, unreife Baby-Bauchspeicheldrüse natürlich noch nicht annährend das leisten kann, was die eines Erwachsene kann. Das heißt, die Bauchspeicheldrüse des Babies läuft ständig auf Hochtouren. Das steigert nicht nur das Risiko für das Kind später selbst an Diabetes zu erkranken, sondern führt auch oft dazu, dass die Kleinen nach der Geburt unterzuckern (was lebensgefährlich sein kann), weil sie ihre Insulinproduktion ja an ein sehr hohes Zuckerlevel angepasst haben, dass dann nach der Entbindung plötzlich weg fällt.

Verursacht wird der ganze Schlamassel durch die Hormone, die die Plazenta produziert (Hauptsächlich Cortisol und Progesteron).
(Deshalb spielen Ernährung, Gewicht und Aktivitätslevel vor/in der Schwangerschaft auch nur eine untergeordnete Rolle. Diese "klassischen" Risikofaktoren machen die Sache zwar nicht besser, aber Auslöser ist in den meisten Fällen eine übereifrige Plazenta. 50% aller Frauen, die Schwangerschaftsdiabetes bekommen, haben keinen einzigen Risiko-Faktor. Es kann jeden treffen und man muss sich da selbst keine Vorwürfe machen.)
Der Cortisol-Spiegel beginnt etwa um die 26. Woche deutlich anzusteigen, deshalb ist das der Zeitpunkt wo normalerweise auf Schwangerschaftsdiabetes getestet wird. Progesteron steigt um die 32. Woche noch einmal deutlich an, deshalb erleben viele Frauen in dieser Phase eine sprunghafte Verschlechterung der Werte.
Etwa ab der 37. Woche fängt die Plazenta an, sich selbst abzubauen. Die Hormonausschüttung sinkt und die Zuckerwerte fangen an zu sinken.

Ich hoffe die Infos helfen dir ein bisschen dabei, deine Diagnose zu verstehen und zu verarbeiten. Wenn du noch Fragen hast, kannst du gerne Bescheid sagen.

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