Eifersüchtig auf Schwangere obwohl ich selbst schwanger bin?!

Hallo,

Ja wo soll ich anfangen, ich komme mir gerade so dumm vor aber muss einfach mal jemanden nach seiner Meinung fragen. Ich habe letztes Jahr mein Baby verloren.. der Schmerz sitzt immernoch extrem und ich vermisse ihn unendlich!! Nachdem festgestellt wurde dass wir überträger von einem Gendefekt sind, der an jedes Kind übertragen, aber geheilt werden kann, wurde ich wieder schwanger. Meine Familie hat sich gefreut, jedoch konnten Sie sich nie richtig freuen bis ich alle nötigen Tests gemacht habe und Gewissheit hatte. Das ging ca. Bis zum 5. Monat so, natürlich hatten wir als Eltern such Angst wieder mit dieser Krankheit konfrontiert zu werden, aber waren positiv da es ja die Heilung danach gibt und das Kind normal leben kann. Immer musste ich mir Sprüche anhören wie "hoffentlich wird alles gut" was mich immer sehr unter Druck gesetzt hat und leider konnte ich mich nie richtig freuen und die Schwangerschaft genießen, auch nicht nachdem ich wusste dass Gott sei Dank alles in Ordnung mit meinem Baby ist ❤ jetzt bin ich am Ende meiner Schwangerschaft und habe erfahren dass meine kleine Schwester auch schwanger ist. Ich habe mich sehr gefreut, aber es verletzt mich irgendwie zu sehen wie meine Familie damit umgeht. Sie freuen sich so sehr und reden die ganze Zeit drüber was Sie dem Kind kaufen wollen, was für Names es gibt, über elterngeld etc und das obwohl Sie grad erst im 3. Monat ist. Bei mir kam sowas eben erst richtig nachdem wir wussten dass mein Baby gesund ist und auch danach wurde immer krampfhaft auf meine Arzttermine gewartet um zu wissen ob nicht doch was ist. Es bedrückt mich einfach zu sehen wie viel Angst sie bei mir haben, bei ihr aber pure Vorfreude, also würde mir sowas jetzt immer passieren. Sie musste auch einen Gentest machen, der negativ war, was mich natürlich freut. Aber dann kommt sie zu mir und sagt einen spruch wie "gott sei dank bin ich kein träger 😂" als ob es nur ne kleinigkeit wäre, das war für mich wie ein schlag ins gesicht, einfach die Art und Weise wie Sie es ausgedrückt hat, hat mich verletzt.. oder sprüche wie "ich bekomm bestimmt einen jungen" obwohl Sie weiß wie extrem ich an meinen Jungen gehangen habe und mir wieder einen gewünscht habe. Um gottes willen, ich freue mich unendlich auf meine prinzessin!! Aber natürlich wäre es schön gewesn.. dann kommen noch so sachen dazu, dass sie zb sagt sie will es noch niemanden sagen, aber dann non stop ihren bauch streichelt und sich extra eng anzieht damit man was erkennen könnte und sie bloß jeder frägt, oder sprüche wie "ich bin sooo hungrig, ich könnte nur essen" also so offensichtlich. Ich weiß nicht ob das Eifersucht ist? Aber worauf ich bekomme ja selbst ein gesundes baby? Ich verstehe mich selbst nicht, aber ich bin irgendwie so genervt von ihr und ihrem Verhalten, ich war weder in der 1. SsW so, wo ich dachte dass alles gut ist, noch jetzt so, weil es einfach immer Leute gibt die sich das vielleicht auch wünschen und ich mich dann schlecht fühle damit "zu prahlen" . Bei ihr ist es (für mich) so extrem, dass ich jedesmal wenn wir zusammen sind, total genervt werde und meine stimmung im Keller ist und ich am liebsten sagen würde schalt mal einen gang runter! Ich hab auch das gefühl, dass alle denken dass mein Sohn jetzt einfach von meinem 2. Baby ersetzt wird, irgendwie versteht niemande wie stark der schmerz noch ist. Ich schäme mich irgendwie fpr meine Gedanken, aber vielleicht kennt jemand von euch ja solche Situationen.. ich werde auch mit meiner Therapeutein darüber sprechen, das ganze zerfrisst mich sonst.

Sorry für den langen Text 🙄

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Hey,

oh man, das tut mir total leid, dass Du Dein Kind verloren hast und auch Deine zweite Schwangerschaft nicht so richtig genießen konntest.
Ich habe jetzt garnicht viel zu sagen aber es hat mich sehr berührt Deine Geschichte zu lesen und wollte Dich nur wissen lassen, dass Du Dich garnicht schämen musst für diese Gedanken und ich das total nachempfinden kann.

Ich selbst hatte zwei biochemische Schwangerschaften und jetzt bin ich schwanger aber (meiner Meinung nach) zu 99 % nicht intakt. Wenn ich hier im Forum lese wie Frauen über einen positiven Test total ausrasten bin ich immer total verhalten und habe Gedanken wie "Naja, das muss ja garnix bedeuten" und kann selbst auch nicht mehr verstehen wie man sich über einen positiven Test so ausgelassen freuen kann. Denn eins habe ich gelernt: Ein positiver Test hat noch nix mit einer intakten Schwangerschaft und einem gesunden Baby in den Armen zu tun..

Naja und ich kann die Eifersucht Deiner Schwester gegenüber verstehen. Ich glaube Du bist nicht eifersüchtig, dass sie ein gesundes Baby bekommt (das bekommst Du ja auch), sondern dass sie eben so unbedarft und froh ist in der Schwangerschaft und sich alle ebenso mit ihr freuen können.

Ich habe leider garkeinen Tipp, aber Du schreibst ja, dass Du eine Therapeutin hast und das mit ihr besprichst.

Deshalb nur ein verständnisvolles virtuelles in-den-Arm-nehmen von mir!#herzlich

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Danke für deine Worte! Ich möchte hier auch gar nicht immer breit treten was mir passiert ist, ich möchte immerhin niemanden Angst machen.. musste das aber dazu schreiben um es besser zu verstehen.
Ich verstehe was du meinst und mir geht es genauso, natürlich sollte man immer positiv denken aber das ist alles eine Sache der Natur und ich kann auch nicht nachvollziehen wie man bereits im 2./3. Monat Kleidung, Möbel etc. kauft und sich ins engste Shirt zwengt damit bloß jeder den Blähbauch sieht, anstatt sich einfach für sich zu freuen und zu hoffen dass alles gut geht.

Ich wünsche dir wirklich von Herzen, dass deine Schwangerschaft intakt ist und falls doch nicht, dass du schon bald dein gesundes Baby in den Armen halten darfst 🙏❤

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Hey,
dein Weg ist kein leichter und du bist ihn ganz suverän gegangen... #herzlich

Ich denke, es ist eine Vielzahl von Gefühlen, die dich bewegen...
Zum einen bestimmt etwas Eifersucht, weil dort etwas passiert, was du dir auch gewünscht hättest...
Zum anderen aber auch unerfüllte Bedrüfnisse... Vermutlich nach all dem, was deine kleine Schwester erfährt... #herzlich

Ich denke aber auch, dass es pure Rücksichtnahme war, dass bei dir anders reagiert wurde.. Es fällt vielen Menschen schwer auf Behinderungen angemessen zu reagieren...

Anderes musst du aushalten, z.b. wenn es um das Geschlecht geht, das ist so. Da reagierst du vermutlich etwas zu empfindlich... #herzlich

Vllt. hättest du gerne ihre Unbeschwertheit gehabt und bist darauf etwas eifersüchtig?

Ich weiß ja nicht, wie dein Verhältnis zur Familie ist, aber all dass, was du hier schreibst, sollte an deine Familie gehtn..
Sprich mit deiner Mutter, dass sie dir einfach zuhört, mehr nicht...
Umarm deine Schwester und sag ihr, wie es dir geht...

ich drück dich mal und kann dich sehr gut verstehen.... Tanja

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Hallo liebes…
Dein Text hat mich sehr berührt und ich kann deine Gefühle, deine Empfindungen tatsächlich absolut verstehen.
Du konntest deine 2. Schwangerschaft absolut nicht genießen.. einerseits natürlich wegen den eigenen Ängsten, was absolut verständlich und normal ist. Und statt dass deine Familie dich aufbaut, dir Mut zuspricht und sich auf dein kleines Wunder freut, reagieren sie verhalten und setzen dich mit ihrer Zurückhaltung und einem gewissen Pessimismus noch mehr unter Druck!

Und als wäre das alles nicht genug, musst du jetzt bei deiner kleinen Schwester mit ansehen, wie es ist wenn es anders läuft, wie es gewesen wäre, wenn du nicht Trägerin dieses Gens wärst.

Ich verstehe deine Wut und das ist auch denke ich ganz natürlich.

Aber ich denke nicht, dass es böse gemeint ist von deiner Familie. Ich denke nicht, dass sie dich verletzen wollen!
Sie wissen vielleicht gar nicht wie es dir geht? Hast du es mal gesagt? Ich vermute sie wollen dich mit ihrem Verhalten nur schützen…

Bald hast du es geschafft und ich bin mir sicher, die Freude und die Erleichterung wird nach der Geburt deiner Tochter fast greifbar sein.
Wenn natürlich die Trauer über den Verlust deines Sohnes dich auf eine gewisse Weise immer begleiten wird…

Fühl dich unbekannterweise gedrückt!

Lg

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Erstmal mein Beileid für Euren Verlust!
Ich kann dich total nachvollziehen.
Auch wir haben ein Baby 2018 verloren und ich bin zwar jetzt "schon" in der 28.ssw, aber ich konnte mich am Anfang irgendwie selber nicht so richtig freuen. Also freuen schon, aber ich habe halt immer Angst. Dann noch ins KH usw.

Ich bin ehrlich, ich habe sehr lange alle Schwangeren von mir fern gehalten und als mir letztens eine Bekannte Mal sagte, sie sei schwanger (wobei das noch Mal nen anderen Hintergrund hat...), Habe ich mich ganz und gar nicht gefreut. Ich bin ehrlich.
Ich hab mich auch nicht für die Cousine von meinem Freund gefreut. Ich hatte immer das Gefühl, unser Baby ist zwar sehnlichst erwartet, aber es schwang immer "etwas mit".

Und ich bin wirklich froh, nicht in deiner Haut zu stecken. Würde meine Schwester sich so verhalten hätte ich auch ein großes Problem damit. Vor allem, wenn man die Hintergründe kennt, find ich das sehr unsensibel.

Ich kann dir nichts raten, aber dich verstehen.
Vielleicht Mal drüber reden?

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Fühl dich erst mal ganz fest umarmt! Deine Geschichte hat mich richtig berührt und ich glaube, viele hier können deine Gefühle durchaus nachvollziehen.

Ich hab nicht exakt dasselbe durchmachen müssen wie du, habe aber auch eine FG und eine biochemische SS hinter mir bevor wir nun unseren Sonnenschein vor 4 Monaten bekommen haben. Das alles mit dem Hintergrund, dass ich PCO habe und schwanger zu werden sowieso schwierig ist. Das ist natürlich alles trotzdem weniger heftig als das, was du anscheinend durchmachen musstest uns es tut mir sehr leid.

Aber aufgrund meiner Vorgeschichte kann ich ein Stück weit nachvollziehen, wie du dich fühlst. Andere werden scheinbar ganz leicht schwanger, verschwenden die ganzen 9 Monate keinen einzigen Gedanken daran, dass bzw was schief gehen könnte usw. und man selbst muss um sein Baby kämpfen und bangen...
Leider scheint deiner Familie nicht bewusst zu sein, wie sehr du unter der Situation leidest und dich der Vergleich mit deiner Schwester belastet. Ich bin aber sicher, dass sie Verständnis für dich haben werden und ein Stück weit Rücksicht nehmen werden, wenn du offen mit ihnen darüber sprichst. Vor allem solltest du offen deiner Schwester gegenüber sein, nicht dass sie dir Vorwürfe macht du würdest ihr eine unbeschwerte SS nicht gönnen.

Und sieh es positiv: dass deine aktuelle SS ebenso endet wie die vorherige ist ja jetzt unwahrscheinlich, ihr wisst was schief ging und könnt gegensteuern. Gleichzeitig ist es auch völlig verständlich, dass du an deinem Jungen noch hängst, das wirst du wohl auch immer tun und ist völlig normal. Denke, jede Frau hängt an ihrem Sternchen und diese Trauer zu unterdrücken nicht gesund, aber sie sollte deine Vorfreude auf eure Prinzessin auch nicht überdecken. Mit Hilfe deiner Therapeutin wirst du aber sicher einen gesunden Weg finden, deine Gefühle zu ordnen und zu verarbeiten. Und sei nicht allzu streng mit dir selbst ❤️

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Nichts und Niemand kann dein Sternchen ersetzen. Solche Verluste kann nicht jeder nachvollziehen.. und grade die engsten sollten da schon etwas rücksichtsvoller sein. Klar kann ich verstehen wenn deine Familie sich auch sorgen macht und sich vielleicht deswegen nicht so ausgelassen freuen konnte, aber das muss man dich nicht spüren lassen.
Es ist bestimmt nicht einfach und vorallem nicht für dich und deinen Partner.
Wenn ich mir deine Geschichte so durchlese muss ich dir ehrlich sagen, dass das was du da fühlst vermutlich vollkommen normal ist.

Du bist eine Starke Frau. Das ist alles was ich aus deinem Text filtern kann. Eine Starke Mama die viel durch gemacht hat und da darfst du auch mal "eifersüchtig" sein.

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Hallo,

Es tut mir sehr Leid um deinen Verlust!

Ich sehe das so: Eifersucht ist, glaube ich, das falsche Wort. Ich denke es ist vielmehr Neid gegenüber der unbeschwerten Situation deiner Schwester. Und der ist absolut nachvollziehbar. Jede Frau die jemals in irgend einer Form Probleme mit dem Schwanger sein oder werden hatte, wird dieses Gefühl mehr als verstehen. Es fühlt sich ungerecht an und man wird wütend.

Ich hatte "nur" Probleme mit dem Schwanger werden, das wusste meine Familie auch, so dass auch bei meiner Schwangerschaft alles sehr viel unromantischer, sehr viel pragmatischer abläuft als bei der meiner grossen Schwester. Sogar auf sie war ich im Nachhinein (4 Jahre später!) oft neidisch, weil sie damals gar nicht wusste was für ein Glück sie hatte,dass bei ihr alles so einfach ging, und sie sich nie um irgendwas Gedanken machen musste. Der Jubel war riesig bei ihrer SS. Bei meiner verhalten, aber auch weil meine Familie merkte, dass ich mich selbst nicht richtig freuen konnte. Nach vielen Jahren Kinderwunsch glaubt man dann irgendwie nicht mehr dran, dass es tatsächlich klappen kann. Zudem hat man sich gezwungenermassen in einem sehr viel tieferen Masse mit dem Thema auseinander gesetzt, so dass man über Dinge Bescheid weiss, an die "normale" Schwangere nie einen einzigen Gedanken verlieren.

Bei dir ist die Lage ja noch schmerzhafter, und die Gefühle gegenüber deiner Schwangerschaft müssen sehr ambivalent sein. Das kriegt deine Familie natürlich mit, und deshalb bangt sie auch mit. Vielleicht hilft es dir, es mal von der anderen Seite zu sehen:Vor einigen Jahren hat mein Cousin drei Tage vor ET sein kleines Mädchen verloren, die Kleine ist einfach im Bauch gestorben. Die ganze Familie hatte sich sehr gefreut über den Nachwuchs, und diese Tragödie traf alle wie ein Schlag ins Gesicht. Das klingt aus deiner Sicht nun vielleicht blöd, aber neben den Eltern, die damals selbstredend den schmerzhaftesten Verlust hatten, haben noch eine Menge anderer Menschen dieses Kind verloren. Man malt sich das Leben mit diesem Kind aus, welchen Platz es in der weitreichenden Familie haben wird, wie es nun auf Familienfeiern dabei ist usw. Es wird fest eingeplant, man sieht die eigenen Kinder eventuell schon mit ihm spielen. Und dann passiert so etwas und, neben der Tatsache dass man nicht weiss wie man den Eltern über solch einen Verlust hinweg helfen soll, werden all die eigenen Gedanken und Pläne und Visionen zunichte gemacht.

Als die Frau meines Cousins wieder schwanger wurde nach einiger Zeit waren die Reaktionen auch sehr verhalten. Es hat bei jedem die Erinnerung an diese Tragödie geweckt und, auch wenn bei ihr festgestellt wurde, dass sie eine Gerinnungsstörung hat die man gut mit Spritzen in den Griff bekommen kann, war die Angst gross, dass es nochmal passiert. Diese verhaltene Reaktion ging aber schon von den werdenden Eltern aus, und es traute sich ganz einfach niemand in der Familie dem mit überschwänglicher Freude entgegen zu treten. Die Unbeschwertheit war bei ihr einfach weg, so funktionieren die Menschen nunmal. Wenn sie einmal mit der Tatsache konfrontiert werden, dass sie eigentlich im Leben keinerlei Kontrolle haben, dann bleibt das sitzen, und ist für immer mit diesen bestimmten Personen, oder einem Ereignis, verknüpft.
Das macht deine Familie sicher nicht mit Absicht! Aber die meisten Menschen wissen nicht, wie sie mit solchen Tragödien umgehen sollen und, ob du es willst oder nicht, bei jeder Schwangerschaft wird diese Tragödie bei dir mitschwingen.

Was ich aber klar sagen muss: Die erste Tochter meines Cousins wurde niemals vergessen, und keiner dachte, dass ihre zweite Tochter die erste ersetzen würde. Auch heute noch gehen viele in meiner Familie ans Grab der kleinen Nora, die leider nie das Licht der Welt erblicken durfte,um ihrer zu gedenken. Sie wird für immer die Zweitgeborene unter uns Cousins bleiben, nach der Tochter meiner Schwester. Wie kommst du darauf, dass deine Familie denkt du würdest deinen Sohn ersetzen wollen? Hast du selbst diesbezüglich Schuldgefühle? Denn das brauchst du definitiv nicht!

Ich wünsche dir eine tolle Restschwangerschaft, und herzlichen Glückwunsch zu deiner Tochter!

Alles Liebe

Dragonflies

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Hallo Nane,
Ich kann sehr gut nachempfinden wie es dir geht. Mir geht es sehr ähnlich.
Ich erzähle einfach mal wie es bei mir ist, okay?
Ich habe meinen ersten Sohn in der 36.SSW verloren und bin nun in der 30.Ssw mit meinem 2.Sohn schwanger.
Um mich herum wurden in den letzten Monaten sehr viele Frauen schwanger (einige ungewollt) und das belastet mich auch. Zum einen, weil wir einen sehr langen und aufwendigen Kinderwunsch Weg haben, zum anderen, weil ich neidisch auf ihre Unbeschwertheit bin.
Die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch dieses Kind noch verlieren ist zwar nicht so groß (bis zu 20%), aber eben real, gefühlt sehr real und dann in der Familie, bei den besten Freunden und Arbeitskolleginnen überall Neugeborenen zu begegnen. Davor habe ich ziemliche Angst.
Und die Umgebung versteht diese Angst vor einem neuen Verlust und die gleichzeitige Trauer nicht. Schließlich bin ich ja schwanger und das Kind soweit gesund. Das war mein erster Sohn aber auch. Über ihn redet niemand mehr. Er wäre jetzt 11 Monate alt. Ich solle die Schwangerschaft genießen, sagt man mir.
Mein Schwiegermutter hat mich nach 5 Monaten nach seinem Tod gefragt, ob ich noch an ihn denke (und mir dann von ihren drei Abtreibungen wegen Verhütungspannen erzählt) und meine schwangere Schwägerin (auch sofort spontan schwanger geworden) meinte, dass wir nun "im selben Boot sitzen". Aber dem ist nicht so.
Ich fühle mich total einsam in einem Meer "normal Schwangerer", die weder meine Angst nie mehr schwanger werden zu können, noch meinen Verlust, noch die große Belastung dieser Schwangerschaft, besonders gegen Ende, bei der es jeden Tag einfach wieder passieren kann nachvollziehen können.

Ich glaube was du fühlst ist total normal. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen mit dem Tod eines Babys nicht umgehen können und diese Unbeholfenheit führt dann zu blöden Reaktionen, die aber gar nicht so gemeint sind.

Ich wünsche dir sehr, dass du Menschen um dich hast die dich verstehen und dass dich das Verhältnis zu deiner Familie wieder bessert, wenn die Babys da sind.
Alles Gute für euch! 🌈