Schwangerschaftsdiabetes: Grenzwerte für Zwischenmahlzeiten?

Hallo,

bei mir wurde gestern GDM festgestellt und ich soll für 14 Tage nach den drei Hauptmahlzeiten meinen Blutzucker messen. Der Maximalwert soll bei 140 liegen (1h nach Essen). Das kriege ich hin, denke ich.
Aber ich habe Probleme mit den Zwischenmahlzeiten: Ich weiß weder was eine vernünftige und angemessene Zwischenmahlzeit ist, und würde da wohl definitiv ins Fettnäpfchen greifen, es sei denn ich esse täglich dasselbe. Ich weiß, dass ich nicht nach Gefühl essen kann und Angaben wie eine handvoll Obst helfen mir nicht weiter, da ich weiß, dass eine handvoll Banane schlimmer ist als eine handvoll Beeren. Und ich bin unsicher was überhaupt eine handvoll ist. Mir ist das viel zu ungenau und das stresst mich. Ich würde daher gerne auch nach den Zwischenmahlzeiten meinen BZ messen, um ein Gefühl zu bekommen. Weiß jemand wie hoch der ansteigen darf? Dazu finde ich leider nichts.

Ratschläge, die an mein Gefühl appellieren bringen nichts, ich kann entweder komplett nach Gefühl essen oder muss mich an strikte/konkrete Zahlen halten, ansonsten führt es dazu, dass ich unsicher bin und einfach gar nichts esse - oder zu viel.

Irgendwer einen Rat außer zur Ernährungsberatung zu gehen, was mir für über das Wochenende nicht hilft? :)

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Guten Morgen,

Wie hoch der BZ nach Zwischenmahlzeiten sein darf kann ich dir leider nicht sagen, ich wollte dir nur den Tipp geben dass es über Google diverse Tagespläne für Gestationsdiabetes gibt in denen auch genaue Zwischenmahlzeiten aufgeführt sind, mir hilft das sehr, ich brauche auch einen festen Rahmen. Wenn du verschiedene Pläne nutzt kannst du ganz gut variieren.

Ich hoffe das hilft dir ein wenig.

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Danke :) Das hilft mir leider nicht weiter, weil die Angaben die ich finde den Empfehlungen des Diabetologen widersprechen. Wenn ich mir z.B. das hier ansehe, überschreite ich allein durch die Zwischenmahlzeit meine maximale Milchmenge pro Tag, die er mir erlaubt hat (1 Glas):

2. Frühstück:

1/4 l Milch oder Sauermilchprodukt, 1,5 % Fett
1 Portion Obst, z.B. 200 g Erdbeeren

Insgesamt stehen in dem Plan 3 Portionen Obst, eine Portion wäre eine handvoll, ich darf aber nur eine handvoll täglich? Also ich glaube die Angaben meines Diabetologen nicht (er hat zB gar keine Infos über BE, GI, GL und so gebracht..), daher brauche ich zur Absicherung, glaube ich, echt Zahlenwerte (bin Biochemikerin und seit gestern bin ich sicher, dass ich autistische Züge haben muss..)

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Hey 👋🏼
Da brauchst du dir nicht zu viel Druck machen,der Wert soll ebenfalls nicht über 140 gehen. Und du musst ein wenig für dich herausfinden,was bei dir wann geht.
Meine Zwischenmahlzeiten sind zum Beispiel Dinge wie Joghurt mit Müsli oder Obst,ein Eiscafé mit Gemüse,Gemüse mit Dipp,Brot etc.
Ich kann vollkommen problemlos Milch und griechischen Joghurt essen. Das Fett verlangsamt die Aufnahme und es sind super Lieferanten für Calcium und Co.
Manchmal mixe ich mir Beeren rein.
Ich esse gerne Melone…
Am Morgen lässt das meinen Wert ein wenig mehr steigen. Als Snack am Nachmittag ist’s kein Thema.
Ich habe eine sehr schwache Form. Seit ich messe,hatte ich 3 „Ausreißer“ mit einem Wert von ein wenig über 140.
auch mein auffälliger Wert war eine Punktlandung. 😒
Ich habe zu Beginn einfach öfter gemessen,um es herauszufinden.
Wichtig ist-iss genug. Gesunde KH. Sonst nimmst du ab und wenn du nicht satt bist,dann frustriert es.
Kartoffeln,Dinkel-und Vollkornprodukte sind sehr,sehr wichtig und sollten immer als sattmacher zum Gemüse und/oder Fleisch kombiniert werden.
Alles Liebe und liebe Grüße aus der 34. Woche💙

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Danke für deine Nachricht, ich glaube auch, dass es sich sicherer anfühlt, je mehr ich messe. Heute ist ja mein erster Tag. :-D

Ich esse heute erst einmal normal (nur eben ohne Softdrinks und Haribo #schein) und meine Werte sind ganz weit weg von 140 - gerade eben eine Stunde nach dem Mittagessen (Nudeln!) mit 87 gemessen. Ich komme mir dezent veräppelt vor. :-[

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Softdrinks und Haribo sind auch einfach böse 🤪

Ich kann sogar Milch mit Honig trinken. Bin gerade sehr krank und das habe ich getestet. Kein Problem.
Ich kam mir auch zwischendurch komisch vor.
Aber inzwischen freu ich mich drüber und denke mir,dass das doch gut ist. Ich musste eigentlich nichts ändern,da meine bzw unsere Ernährung so oder so sehr gesund ist. Von daher mach ich quasi weiter wie vorher-nur nochmal bewusster.
Und das,was wir geändert haben,behalten wir bei.
Pizzateig aus Dinkelmehl ist auch ohne Gestationsdiabetes gesünder. ☺️
Süßigkeiten esse ich gerne-aber schon immer selten. Und wenn ich mir mal was anderes zu trinken gegönnt habe,war es eh selten und dann ne eiskalte Cola Zero. Die tut auch keinem weh.
Liebe Grüße

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Hallo,

ich hatte in meiner Schwangerschaft auch Diabetes (ohne Insulin) und habe mir bzw. meiner Diabetologin genau diese Frage auch gestellt. Sie meinte, dass es für Zwischenmahlzeiten keine offiziellen Grenzwerte gibt und ich da auch nicht messen soll. Ich musste jedoch immer vor und nach den Mahlzeiten messen. Hatte ich z.B. vor dem Abendessen einen zu hohen Wert, war die Zwischenmahlzeit am Nachmittag wohl zuviel.
Mich hat das auch ziemlich gestresst und ich konnte viele Dinge, die oft vorgeschlagen werden (versch. Obst, Joghurt, Haferflocken, ...) tatsächlich nicht essen, weil ich dann sofort zu hohe Werte hatte. Daher habe ich Zwischenmahlzeiten, so gut es ging, reduziert.

Wenn ich dennoch Hunger hatte, gab es vor allem Gemüse, Vollkorn-Knäckebrot mit Frischkäse, ein Ei oder Würstchen, Nüsse.

Du willst ja nicht "auf dein Bauchgefühl" vertrauen - was ich sehr gut nachvollziehen kann. So ging es mir auch und mich hat das anfangs überfordert. Ich hatte ständig Angst vor dem Essen (zu viel? Ist es das richtige? Was mache ich, wenn ich nicht satt werde? Schade ich mit einem zu hohen Wert beim "Ausprobieren" meinem Baby?)
ABER: Deine Diagnose ist noch sehr "frisch". Du wirst durch das tägliche Messen in den nächsten Wochen Erfahrungen sammeln, was bei dir gut oder eben nicht so gut funktioniert. Daher konnte ich nach einiger Zeit recht sicher einschätzen, ob z.B. ein neues Rezept wohl funktionieren wird oder nicht. Bei mir war der Start voller Ängste, Rechnerei und dem ein oder anderen "Tiefschlag". Aber es wurde mit der Zeit entspannter. Was man genau essen kann, ist übrigens sehr individuell. Bei mir ging z.B. gar kein Obst (auch keine Beeren oder Äpfel, die oft empfohlen werden). Dafür hatte ich bei Nudeln, Reis, Kartoffeln je nach Beilagen etwas Spielraum und konnte sogar Pommes mit Mayonnaise essen.

Um auf deine Ausgangsfrage zurück zu kommen: Wenn du unbedingt nach dem Zwischenmahlzeiten messen möchtest, würde ich es wie bei den Hauptmahlzeiten machen (also Grenzwert nach 1 h bei 140). Da ist nichts verkehrt dran, denke ich.

Liebe Grüße

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Ich bin froh, dass du mich verstehst! Ich komme mir vor wie ein Idiot, weil ich gerne starre Regeln hätte. :-D Heute ist mein erster Tag und ich esse normal (halt nur ohne Softdrinks und Haribo) und ich habe nun z.B. eine Stunde nach dem Mittagessen einen Wert von 87? Mit Nudeln?! Um sicher zu gehen, dass mein Milchkaffee als Zwischenmahlzeit vorher ok war, habe ich vor dem Essen noch gemessen und der Wert war bei 70?
Immerhin kann ich meinem Blutzuckergefühl vertrauen, ich fühle mich tatsächlich hungrig bei niedrigem BZ. Also habe ich in der Vergangenheit zumindest alles richtig gemacht und gegessen, wenn ich das Gefühl der "Unterzuckerung" hatte. Darauf scheine ich mich also doch verlassen zu können. :-)

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Das ist ja super, dass deine Werte im Moment so toll sind!
Bei mir (ebenfalls bekennender Zahlenmensch und Kontrollfreak...) gab es bis zum Ende der Schwangerschaft immer mal wieder Schwankungen, sodass ich meine Ernährung ab und zu "neu anpassen" musste. Was heute gut geht, kann nächste Woche schon zu viel sein...leider! Außerdem gab es ab und zu "Ausreißer", die ich mir nicht erklären konnte (z.B. zu hohe Werte vor dem Essen, obwohl ich gar keine Zwischenmahlzeit gegessen hatte). Das hat mich echt manchmal wahnsinnig gemacht. Aber wir Menschen sind halt keine Maschinen ...
Meine Diabetologin hat immer meine Selbstdisziplin und Genauigkeit gelobt, mit der ich die Sache angegangen bin.
Du wirst das sicher auch ganz wunderbar machen!

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Zwischenmahlzeiten esse ich ca. 10g - 20g Kohlenhydrate gut gemischt mit Eiweiß, Fett und Ballaststoffe.

Zum Beispiel esse ich:
- 1 Apfel mit 20g Nüsse
- 2 Knäckebrot mit Aufstrich
- 1 Zuckerfreies Eis mit Beeren
- 1 Müsli mit Haferflocken und Chiasamen
- 100g Ananas mit dunkle 100% Schokolade

Die harte Grenze liegt bei 140mg/dl. Ich esse zum Beispiel zum Mittag und Abendessen 60g-80g Kohlenhydrate, somit weiß ich, dass ich mit 20g Kohlenhydrate nicht annährend an die 140 komme.

Interessant ist bei mir sogar, wenn ich hungrig meine Zwischenmahlzeit esse, dass mein BZ kaum dadurch ansteigt.

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Thumbnail Zoom

Hier ein Screenshot von 4 Beispieltage von mir, wo man sieht, dass die Zwischenmahlzeiten von 10-20g KH zu fast keinen BZ Anstiegen geführt haben.

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Als ich vorhin deine Zwischenmahlzeiten gelesen habe, bin ich neidisch geworden, denn die haben sich traumhaft gelesen. Gerade gestern Abend hatte ich noch gelesen, dass z.B. Ananas quasi gar nicht ginge.
Auch deine Kurven machen mir Mut. Scheinbar werden die Zwischenmahlzeiten besser verstoffwechselt und tragen nicht zum Ausschlag der Kurven bei. Das sollte man irgendwo festhalten. ;-) Bei mir gab es heute bisher Kaffee mit Milch (allerdings nur 5 g KH) keine erhöhten Werte vor den Hauptmahlzeiten - und doof gesagt reicht mir ein Kaffee, um Energie zu tanken. Vom Maximalwert bin ich richtig weit entfernt (nach meinem normalen Frühstück 122, vor dem Mittagessen 70, nach dem Mittagessen [mit Nudeln!!] 87 #gruebel).

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