Abstrich aussagekräftig?

Liebes Forum,

Letzte Woche wurden bei mir im Abstrich erhöhte Leukozyten festgestellt. Ich bekam daraufhin Fluomizin verschrieben. Am 2. Tag der Einnahme fing es aber schon heftig an zu brennen, weswegen ich die Tabletten nach 5 Tagen absetzen musste.
Meine FA hat heute noch einmal geschaut und nun eine extreme Schleimhautreizung im äußeren Bereich festgestellt. Ich soll nun alles außer Schutzsalbe weglassen. Der Abstrich ergab wieder erhöhte Leukozyten, aber ihrer Aussage nach keine gefährlichen Bakterien. Ph ist auch immer ok.

Sie kontrolliert den Abstrich immer direkt selbst unter dem Mikroskop, heute auch. Ist solch ein Abstrich ausreichend, um "gefährliche" Bakterien auszuschließen? Wie wird das bei euch gehandhabt?

Ich habe ziemliche Angst vor einer unentdeckten Bakterieninfektion, die dann zu einer extremen Frühgeburt führen würde.

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"Ist solch ein Abstrich ausreichend, um "gefährliche" Bakterien auszuschließen?"

Ja natürlich, wieso denn auch nicht? #kratz
Dafür mikroskopiert man doch...

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Weil mein FA auch einmal vor 6 Wochen einen Abstrich an ein externes Labor geschickt hat. Und ich ehrlich gesagt keine Ahnung habe, ob dann der Abstrich unter dem Mikroskop genauso aussagekräftig ist wie der vom Labor bzw.wo der Unterschied besteht?

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Der Unterschied liegt darin, dass man unterm Mikroskop natürlich nicht sagen kann "das sind E. coli-Bakterien". Man sieht Bakterien und andere Dinge, kann sie aber natürlich nicht definieren. Außerdem legt das Labor ein Antibiogramm an, d. h. es wird unmittelbar getestet, welches Antibiotikum bzw. welche Behandlung wirksam ist.

Man versucht bei dem Vorliegen einer bakteriellen Infektion erstmal solche Sachen wie Fluomizin oder Vagi C, am besten in Verbindung mit einer Milchsäurekur zum Aufbau der natürlichen Scheidenflora. Oder wenn man Sprosszellen sieht (Pilzinfektion) probiert man meistens erstmal Kadefungin. Nur bei anhaltenden Beschwerden schickt man den Abstrich ein, oder wenn Infektionen immer wieder auftreten.

Ob eine Infektion grundsätzlich vorliegt sieht man aber wie gesagt unterm Mikroskop und auch am pH-Wert, den man bei jeder Mutterschsftsvorsorge macht, bzw. nutzen wir manchmal auch Flüssigkeiten und geben die aufs Spekulum, wenn sich gewisse Gerüche entwickeln liegt eine bestimmte Form der Kolpitis vor. Das sind jetzt quasi schon drei Sachen, die wir bei jeder Mutterschaftsvorsorge machen, dazu kommt natürlich noch das Anschauen der Vagina, dort sieht man Rötungen, Ausfluss etc.

Die Einsendung des Abstrichs in ein Labor ist also in den wenigsten Fällen notwendig.

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