⚠️ Lang! ⚠️ 22 SSW - Gyn will Beschäftigungsverbot für mich

Hallo ihr lieben,

Ich muss leider etwas ausholen 🙈

Also:
Ich arbeite als MFA beim Hausarzt, bin in der 22 SSW. Heute war ich zur Kontrolle und meine Ärztin fragte mich ob ich denn noch arbeite und wie die Arbeit so ist?
Ich habe dies bejaht und noch kurz erklärt das wir alle Hände voll zutun haben da wir seit Wochen Coronaimpfungen durchführen und es dadurch zu enormen Stress kommt.
Ich habe nur noch ganz minimalen Patientenkontakt und sitze nur noch am Telefon.
Ich bin auch die einzige aus dem Team die ungeimpft ist.

Sie fragte mich daraufhin ob mein Chef eine Gefährdungsbeurteilung erstellt hat, dies verneinte ich. Er wollte sich zwar mit unserem Betriebsmediziner in Verbindung setzten hat dann aber nie wieder ein Wort darüber verloren.

Nun bat sie mich mir die Gefährdungsbeurteilung schriftlich geben zu lassen und auch darum zu beten das er mich ins Beschäftigungsverbot schickt. Wenn er es nicht macht möchte sie mir ein individuelles ausstellen. Außerdem hat sich mich jetzt 2 Wochen krankgeschrieben.

Hattet ihr schonmal so eine Situation? Habt ihr euren Chef auch darum gebeten?
Arbeitet hier jemand als MFA beim Hausarzt? Wie war das bei euch?

Liebe Grüße
Michelle (21+0)

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"Sie fragte mich daraufhin ob mein Chef eine Gefährdungsbeurteilung erstellt hat, dies verneinte ich. Er wollte sich zwar mit unserem Betriebsmediziner in Verbindung setzten hat dann aber nie wieder ein Wort darüber verloren."

Dein AG ist dazu verpflichtet, eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung zu erstellen - übrigens unabhängig davon, ob es überhaupt eine Schwangere an diesem Arbeitsplatz gibt! Die Gefährdungsbeurteilung kann auch ein externer Experte machen (in dem Fall der Betriebsmediziner), wenn der Arbeitgeber selber keine Ahnung davon hat.
Über die Ergebnisse dieser Gefährdungsbeurteilung hat er dir ein Gespräch anzubieten, denn er muss dir ja mitteilen, welche Tätigkeiten du weiterhin ausführen darfst oder ob es keine mutterschutzgerechten Tätigkeiten mehr für dich gibt (und er dir dann ein BV ausstellen muss).

"Nun bat sie mich mir die Gefährdungsbeurteilung schriftlich geben zu lassen und auch darum zu beten das er mich ins Beschäftigungsverbot schickt. Wenn er es nicht macht möchte sie mir ein individuelles ausstellen."
Naja es steht außerhalb ihrer Kompetenz, über deine Arbeitsplatzbedingungen zu urteilen. Genaugenommen macht sie sich damit sogar haftbar. Ich finde es gut, dass sie darüber besorgt ist, aber sie darf nicht von sich aus einfach darüber entscheiden. Es wäre etwas anderes, wenn du zu ihr gehst und ihr sagst "Mein AG hält sich nicht an das Mutterschutzgesetz und mein Arbeitsplatz ist nicht mutterschutzkonform", dann darf sie dir ein vorübergehendes BV ausstellen, bis dein AG reagiert und deinen Arbeitsplatz entsprechend angepasst hat. Aber sie darf dir kein individuelles ausstellen, denn das darf sie nur, wenn durch das Arbeiten generell dein Leben oder das deines Babys gefährdet wäre. Als Beispiel wären hier vorzeitige Wehen oder ähnliches.

Man kann seinen Chef nicht um ein BV bitten. Man kann lediglich den rechtlich richtigen Weg gehen:
- Schwangerschaft bekanntgeben
- unmittelbar auf die Gefährdungsbeurteilung und das anschließende Gespräch bestehen
- sollte die Gefährdungsbeurteilung nicht gemacht werden, an die zuständige Aufsichtsbehörde wenden
- sollte sich dennoch nichts ändern, ein vorübergehendes BV durch den Arzt bewirken

Das ist übrigens unabhängig vom Beruf, also egal ob Bürokauffrau, Arzthelferin oder Bauarbeiterin ;-)

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Danke für deine ausführliche Antwort 🥰

Ja ich glaube da ist so einiges hinten runter gefallen bei mir auf der Arbeit. Wir fingen gleichzeitig an mit den Corona Impfubgen seit dem geht es drunter und drüber. Ich glaube er hat es einfach vergessen im ganzen Stress 🙈
Aber nun werde ich mich nochmal hinter klemmen.

Ich glaube sie hat gemerkt das es mir psychisch nicht gut geht, vielleicht ist sie deswegen dort so hinterher🤷🏼‍♀️

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Ich bin angestellte Ärztin und habe seit der siebten Woche (November) ein BV. In BW ist das aber auch klar geregelt, dass man keinen Kontakt zu Patienten haben soll wegen Corona und Ansteckungsgefahr. In Studien wurde ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf sowie eine höhere Mortalität in der Schwangerschaft festgestellt. Zudem wurde Corona anfangs in Gefahrenstoffklasse 3 einsortiert und damit muss eine Schwangere davor geschützt werden. Und in der fortgeschrittenen Schwangerschaft möchte man ganz sicher keinen schweren Atemweginfekt.. allerdings gibt es keinen Grund für ein BV, wenn du keinen Patientenkontakt hast.

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Ach und ich hab mit meinem Chef auch zwei Wochen lang darüber diskutieren müssen. Eine Gefährdungsbeurteilung hat auch nie stattgefunden, obwohl es seine Pflicht gewesen wäre..

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Wäre ich geimpft, hätte ich weiter gearbeitet. Aber zu dem Zeitpunkt gab es halt noch keine Impfungen..

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Ich arbeite nicht in einer Arztpraxis habe aber letzte Woche auch ein Beschäftigungsverbot erhalten. Das als Sekretärin beim Steuerberater am Empfang.

Eine Gefährdungsbeurteilung fand nie statt, da mein Chef das nicht für notwendig sei. Aufgrund von Stress und Mandanten Kontakt habe ich dies ausgestellt bekommen, da wie schon gesagt wurde in Baden-Württemberg es im muschu geregelt ist

Das war jetzt in der 17. Ssw davor war ich von der 8. Ssw krank geschrieben

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Oh Wahnsinn. Danke für deine Antwort.
Dann werde ich wohl auf der Gefährdungsbeurteilung bestehen, da mein Chef das wohl nicht sieht oder weiß. Komisch alles…

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Hi, ich bin auch MFA beim Hausarzt! Meine Chefs haben so eine Gefährdungsbeurteilung gemacht und ich arbeite jetzt nur noch außerhalb des Praxisbetriebes - Mittwoch und Freitagnachmittag. Home office soll ich auch noch bekommen, um die Impftermine zu organisieren.

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Hi!
Ich bin MFA bei einem Lungenfacharzt.
Ich habe kein BV bekommen und zu Anfang hatte ich auch Patientenkontakt in der Lungenfunktion. Bin dann aber zeitnah zur Anmeldung gekommen und habe da bis kurz vorm Mutterschutz gearbeitet. Anmeldung bestand für mich mit Backoffice (also organisatorisches, Verwaltungstechnisches ohne Kontakt) aber auch Patientenkontakt mit Abstand hinter einer plexischeibe. Bin nicht an Corona erkrankt, auch nicht als eine enge Arbeitskollegin mit der ich den ganzen Tag eng zusammen gearbeitet habe positiv getestet wurde. FFP2 Masken sind natürlich Pflicht bei uns.
Meine FÄ meinte Sie könne auch kein BV ausstellen, weil dies der AG machen müsste. Sie kann nur eins ausstellen wenn als medizinischer etwas wäre.
Aber das handhabt jeder anders, habe ich schon festgestellt .

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Ich bin seit 7.SSW im BV. Mein Chef hat eine Gefährdungsbeurteilung mit mir gemacht und das an die BÄ weitergeleitet. Die hat daraufhin ein BV erteilt. Dein Chef MUSS diese Gefährdungsbeurteilung mit dir machen.