Vaterschaftsurlaub oder nur Urlaub.

Hallo, ich werde ca Mitte September einen Kaiserschnitt haben. Mein Mann kann kein Vaterschaftsurlaub nehmen, da sie Personal schlecht aufgestellt sind. Darum hat ihn der Küchen Direktor gebeten. Er selber ist Küchen Chef. Meint aber immer das er dafür zu wenig Aufgaben hat und kaum was mit entscheiden darf.
Nun war er ja 6 Monate zu Hause, durch den lockdown. Er meinte deswegen kann er auch keinen Vaterschaftsurlaub nehmen. Er würde höchstens 3 Wochen Urlaub nehmen. Die Zeit fängt aber schon an, wenn ich im Krankenhaus bin. Da er sich um die große kümmern muss. Also haben ich 2,5 Wochen um fit zu werden und um alles zu Hause hinzubekommen. Wie das mit der Wundheilung ist, weiß ich nicht. Höre verschiedenes. Da er ja in der Küche arbeiten ist er gut und gerne 10-12 Stunden außer Haus. Er sieht es nicht so, er denkt wir schaffen das alles. Aber ich sehe nur das ich funktionieren muss. Ich hatte schon eine Blinddarm op und eine an der Gebärmutter. Daher weiß ich das 2,5 Wochen echt wenig sind. Vefürchte das ich genauso beeinträchtigt bin wie bei den vorigen OP‘s.
Er meinte aber es gibt ja auch noch eine Zeit nach dem Vaterschaftsurlaub und er glaubt er hat dann ein schweres Leben. Das ist seine Argumentation. Finde ich sehr schwach. Jetzt würde ich gerne eure Meinung hören, ob ich da zu fordernd bin oder nicht.

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Hi,

naja also im Grunde genommen kann er Natürlich in Elternzeit gehen für zwei Monate. Also die Partnermonate. Ich gehe davon aus, dass du das meinst.
Gesetzlich ist da natürlich alles auf seiner Seite.

Das Problem ist eben, dass es heutzutage immer wieder Kündigungen gibt. Wenn ein Betrieb dich raus haben will, dann kriegt er da in Regel hin. Vorallem, wenn es dort keinen Betriebsrat gibt oder nur sehr wenige Angestellte ist das kein Problem.

Und wie gesagt, auch sonst findet man Wege.

Das wären dann halt meine bedenken, wenn jetzt gesagt wird, dass das gar nicht geht. Das er dann zwar in Elternzeit geht und in dieser Zeit ja auch vor einer Kündigung geschützt ist, aber eben danach gekündigt werden würde.

Und wenn er dich danach dort nicht mehr wohl fühlt, weil ihm dort alle die kalte Schulter zeigen, macht das arbeiten natürlich auch keinen Spaß.

Ist eine schwierige Situation. Mein Mann fängt nun einen neuen Job an und wenn unser zweites Kind kommt ist er noch in der Probezeit, somit wird er auch nur Urlaub nehmen können und keine Elternzeit. Und eben auch maximal drei Wochen.
Allerdings ist es geplant, dass ich normal entbinde. 😊

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Ich glaube nicht daran das er danach ein schweres Leben hat. Seine Chefs sind sehr zufrieden mit ihm und wollen eh das er dann wenn das Hotel fertig ist, da küchen Direktor wird. Von daher kann ich seine Bedenken nicht teilen.
Ich sehe nur das ich dann mit 2 Kinder zu Hause alleine bin und klar kommen muss und mich bestimmt mehr bewegen muss als ich sollte oder könnte

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Naja, wenn nur weil ein Chef zufrieden, bedeutet das ja nicht das er dann kein schweres leben haben würde.

Da spielen ja oft die Kollegen mit rein. Und ich finde es ganz schwierig dem Mann zu unterstellen, dass er das nur so sagt und danach bestimmt alles in Ordnung wäre.

Du arbeitest dort ja nicht und kennst die Leute ja nicht und du musst danach auch nicht wieder dahin. 🤷🏼‍♀️

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Hallo,

Ich bekomme in zwei Wochen einen Kaiserschnitt. Und weiß auch nicht wie es nach drei Wochen sein wird.

Bei uns ist es leider auch so das mein Mann 3 Wochen Urlaub nimmt, da er noch einen unbefristeten Vertrag hat.

Mache mir auch meine Gedanken wie es mit der Wundheilung wird. Wenn es nicht anderst geht bleibt mein Großer Zuhause und geht nicht in den Kiga.

Es wird bestimmt alles gut.

Liebe Grüße Zaubernm mit Püppi 36+5

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Das ist alles großer Mist. Bevor ich schwanger geworden bin, hatte er mir versprochen Vaterschaftsurlaub zu nehmen. Da von vornherein klar war, dass es ein Kaiserschnitt wird.

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Schwierig, denn als ihr das ausgemacht habt, war ja noch alles anders (Corona, Lockdown und so weiter). Ich würde nochmal versuchen, ihn umzustimmen, und dann ggf. an Plan B arbeiten. Hieße für mich: Er kocht für dich vor und friert alles ein, das kann er ja vermutlich ;-) So, dass du an jedem Tag in den den ersten Wochen ein warmes Essen hast, was du dir nur auftauen musst. Dann würde ich klarstellen, dass Wochenbett auch Wochenbett heißt. Sprich: Er muss sich überlegen, wer in dieser Zeit die Wäsche macht, die Wohnung putzt, einkaufen geht. Schafft er das neben seiner Arbeit? Wenn nicht, braucht an eine Alternative (Haushaltshilfe durch die Krankenkasse, Putzfrau, Familienangehörige...).

Aus Erfahrung kann ich dir sagen: Sofern es das erste Kind ist und man kein kreischendes Kleinkind zuhause rumspringen hat, schafft man das. Ich hatte einen Notkaierschnitt, war hinterher auch länger ziemlich platt, aber mein Mann musste ebenfalls am Tag nach meiner Entlassung wieder arbeiten. Das ging recht gut, weil wir in der Zeit essen von der Familie oder dem Lieferservice bekommen haben, die Wäsche immer von Wochenende zu Wochenende gut reichte und er abends die Putzerei gemacht hat. Ich habe mich wirklich nur um das Baby und mich gekümmert - in dem Alter besteht das nur aus wickeln, stillen, schlafen, geht :-D

Für die Wundheilung kommt die Hebamme, deswegen kann man da auch entspannt sein. Aber mir hat sie damals auch gleich gesagt: Wochenbett bedeutet wirklich Ruhe. Nicht mal schnell ne halbe Stunde bügeln, nicht dem Mann eben noch was kochen oder nachmittags kurz einkaufen. Wenn man die Chance hat, sollte man es wirklich ernstnehmen. Ich habe den Unterschied deutlich gemerkt, habe mir auch zu schnell zuviel zugetraut und bekam die Quittung. Aber es ist auf jeden Fall wirklich machbar mit guter Organisation.

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Natürlich hat er die rechtliche Möglichkeit, bis zu 3 Jahre Elternzeit zu nehmen (taggenau - nicht nur die üblichen 2 Monate). Da hat der AG auch nicht mitzusprechen, es muss nichts genehmigt werden, dein Mann darf diese Zeit einfach anmelden.
Wenn er für den Zeitraum auch Elterngeld bekommen möchte, muss er mindestens 2 Lebensmonate nehmen.

Nur Urlaub zu nehmen ist da eine andere Sache, da kann der Chef natürlich im gewissen Rahmen mitentscheiden.

Insgesamt finde ich es ziemlich schwach von deinem Mann, mit so einer Argumentation um die Ecke zu kommen. Rede mit ihm! Lass vllt auch deinen Arzt oder deine Hebamme mit ihm sprechen, Meinungen von Fachpersonal haben bei Männern oft noch mal ein anderes Gewicht.

Bei der aktuellen Situation in der Gastronomie sollte dein Mann selbst im Falle einer Kündigung schnell wieder eine neue und vllt auch bessere Stelle finden. Da darf man ruhig mal egoistisch sein...

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Achso, ich gehe davon aus, dass du aus Deutschland kommst?!

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Ja, wir kommen aus Deutschland.
Die Argumentation finde ich auch sehr schwach und fühle mich auf 2 Position. Arbeit zu erst. Ich war Ende Januar schwanger geworden und da waren wir im lockdown. Trotzdem hatte er mir gesagt er nimmt den ersten Monat Vaterschaftsurlaub und dann den letzten. So wie schon bei unserer Tochter.

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Ne blöde Situation. Aber ich kann deinen Mann auch verstehen. Auch wenn er dir das vll versprochen hat, sieht es in der Regel oft anders aus.
Du darfst auch nicht vergessen, dein Mann arbeitet da und hat dort auch Verpflichtungen. Und wenn er hinter, keinen Spaß mehr hat ,ist es für ihn echt ärgerlich.
Versuch etwas positiv an die Sache ran zu gehen. Es muss ja nicht heißen, daß es dir so lange nach der Geburt schlecht geht. Vll heilt es ja gut und dir geht es schnell besser ??

Ich wünsche dir aufjedenfall alles Liebe

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Fällt mir schwer. Da wir uns zusammen für das Kind entschieden haben und ich finde er muss dann auch sein Versprechen halten. Er geht davon aus das ich Funktionen und alles hinbekomme.
Nach der letzen Geburt habe ich weder Hunger noch Durst gehabt. Ich habe Angst das es durch 2 Kinder wieder kommt und ich unbewusst in die gleiche Situation gerate.

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Ja aber was soll er denn machen ??
Einfach elternzeit anmelden und hinterher vll ein schweres Leben auf der Arbeit haben. ??
Klar ihm kann die Zeit nicht verweigert werden .
Aber ist euch dann damit geholfen ?

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Hi, hier ist es ähnlich. Mein Mann steckt in der Probezeit und kann nur 6 Tage nehmen. Den Tag der Geburt ganz und dann habe ich schon gesagt, dass er den Rest nur halbe Tage Urlaub nehmen soll. Dann kommt er erst ab 13:30 Uhr ins Krankenhaus. Dafür haben wir aber mehr Tage. Vielleicht auch eine Möglichkeit? Glaub sonst kannst du aber auch Hilfen vom Jugendamt oder Krankenkasse beantragen.

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Halbe Tage? Sowas ist schwer in der Gastronomie zumal wir ja auch noch eine Tochter von dank 3 Jahren haben.

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Hm also mein Mann nimmt sogar nur zwei Wochen Urlaub. Und wir wissen nicht wann sich der kleine auf den Weg machen will. Aber ich hab schon zwei Kids und bei keinem hab ich 8 Wochen im Bett gelegen und mir die Füße küssen lassen.
Wenn ich schmerzen hatte, ging halt alles langsamer. Bei meiner Tochter (1kind) war ich sogar ganz alleine da der Kindsvater nach positiven Test direkt Schluss gemacht hat.

Ich würde mich freuen wenn der kleine so kommt das mein Mann noch Urlaub hat aber nicht damit er mich groß entlastet sondern damit er die ersten paar Tage auch mit seinem Sohn verbringen kann.
Elternzeit nimmt mein Mann garnicht, da er eine Ausbildung macht und wir nicht wollen das sich dadurch die Ausbildung verlängert.
Deswegen 2 Wochen Urlaub, wird schon reichen.
Ansonsten gilt halt je nach schmerzen etwas langsam machen, Haushalt wird gemacht wenn das Baby es zu lässt. Und ich weiß das mein Mann nach der Arbeit auch noch eine Menge machen wird.

Alles gute euch

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Ich bin ein bisschen erschrocken.

Eigentlich weiß man ja, dass das Wochenbett 8 Wochen dauert. In dieser Zeit kann man nicht arbeiten, darum gibt es so lange auch Mutterschutz.

Und das gilt meiner Meinung nach auch für den Haushalt und die Kinderbetreuung. Was du schaffst ist gut, aber manchmal geht es einfach nicht.

Letztlich ist diese Ruhephase eine Investition in deine gesundheitliche Zukunft, denn wenn in der Zeit nicht ausreichend Schonung möglich ist, sind die Konsequenzen langanhaltend.

Leider ist in Deutschland kaum eine Wochenbettkultur vorhanden. In der Schwangerschaft kann man noch gut leisten, aber nach der Geburt benötigt der Körper Ruhe.

Wenn dein Mann kein Einsehen hat, informiere dich doch über eine Haushaltshilfe. In bestimmten Fällen (Wochenbett, nach einer OP) wird die von der Krankenkasse übernommen. Dafür benötigst du allerdings ein Attest vom Arzt.
Die Anbieter solcher Leistungen informieren für gewöhnlich auch und helfen bei der Antragsstellung.

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass er etwas versprochen hat und das auch halten muss. Auch im Lockdown war abzusehen, dass das Leben irgendwann weiter geht und die Arbeit wieder aufgenommen werden kann. Ich finde es unfair, wenn ihr euch auf der Grundlage für ein gemeinsames Kind entschieden habt und dann ist plötzlich alles ganz anders. Das ist unzuverlässig.

Ich wünsche dir alles Gute!

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Also erstmal , es tut mir leid das du in so einer doofen Situation jetzt bist. Ich kann dich absolut verstehen , Vorallem wenn er es dir versprochen hat. Ich würde nochmal mit ihm reden , schleißlich ist es ja auch sein Kind und nicht nur deins. Also muss er auch schauen wie alles zuhause geregelt wird wenn er arbeiten gehen will obwohl er sagte das er nicht geht.

Und das von wegen er hat es danach schwer , also was ist das bitte für eine Ausrede? Gleichberechtigung für alle , egal ob Mann oder Frau in Elternzeit geht, und dann ist es meiner Meinung nach der Falsche Betrieb in dem er arbeitet. Priorität hat jetzt Familie und nicht Job.

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Ich glaube, ich habe eine Verständnisfrage: Was meinst du mit Vaterschaftsurlaub? Soweit ich weiß, gibt es das in Deutschland nicht bzw. ist halt einfach ein Urlaub. Oder meinst du vielleicht Elternzeit?

So oder so: Ich finde schon, dass du da nicht allein durch musst. Ihr habt euch zu zweit für das Kind entschieden und ich verstehe nicht, warum du allein Haus und zwei Kinder stemmen musst, kurz nach dem du eine große OP am Bauch gehabt hast. Immer mehr habe ich (leider) den Eindruck, dass Männer (auf Urbia?) in so unentbehrlich Jobs stecken, während Frau IMMER verständnissvolle Arbeitgeber haben :)))))