Wie mit Angst vor erneuter Missed Abortion umgehen?

Ich bin zum 3. naja, eigentlich 4. mal schwanger.
Mein Mann und ich haben im November 2017 zum ersten mal einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand gehabt. Total unerfahren, total überfordert, gleichzeitig total erfreut, total ängstlich.
Wie es kommen musste, setzten wenige Tage später starke Blutungen ein, wir SCHWANGER ab ins Krankenhaus "Was? Sie sollen schwanger sein? ich seh da nix, da ist alles abgegangen, sie sind nie schwanger gewesen."
Heulend und Nicht-Mehr-Schwanger heim.
Einige Tage später werden die Tests stärker, die Blutung hatte nachgelassen...und so nahm das Schicksal seinen tragischen Lauf, eine US Untersuchung nach der anderen, normale Entwicklung, leicht verzögerter HCG Wert, dann alles wieder wunderbar und schlussendlich eine MA in der 10 Woche, Ausschabung an Silvester.

Im Januar 2019 durften wir unsere erste Tochter begrüßen, alles unkompliziert bis auf einige Frühwehen, im April 2021 begrüßten wir Tochter Nr. 2 - auch alles unkompliziert. in beiden Schwangerschaften keinerlei Blutungen, wie ich es aus der 1. kannte - gesunde, tolle, muntere Töchter.

Nun wieder schwanger, und Leute...ich habe eine Sch*** Angst.
Die Angst in drei Wochen auf dem Stuhl zu sitzen, dann in der 10. fast 11. Woche gesagt zu bekommen, kein Herzschlag, bitte einmal Ausschaben und auf Wiedersehen...raubt mir alle Kräfte, die ich jetzt für andere Dinge bräuchte.

Kaum habe ich mich an den Schock nochmal Mutter zu werden und dann auch so zeitig beeinander gewöhnt...kommt diese riesige Angst, dass etwas schief geht.

Wie geht ihr damit um? Habt ihr Tipps? Ich würde so gern in mich reinhören und gucken, ob alles ok ist.

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Hallo
und erstmal herzlichen Glückwunsch 🎊
Ich kann Dich super gut verstehen. Wir haben einen Sohn und drei 💫 (innerhalb von neun Monaten). Zwei frühe Abgänge und eins mussten wir in der 11. SSW gehen lassen. Wir haben uns dann eine Auszeit vom Kinderwunsch genommen und 1 Jahr und eine Woche nach dem letzten Test habe ich im Februar nun wieder positiv getestet. Ein absolutes Wunschkind. Aber vor lauter Angst war da wenig Freude. Als wir in der 22. SSW das Geschlecht erfuhren, schlich sich leichte Freude ein. Letzten Dienstag war ich beim kleinen zuckertest, Mittwoch der Anruf „Werte auffällig, großer Test nötig“ und ich stand da und weinte nach dem Anruf. Einfach, weil die Angst, die ich die letzten Monate weggeschoben habe, sich plötzlich breitmachte. Weil mir plötzlich wieder klar wurde, dass so viel unvorhersehbares passieren kann, unser Glück von heute auf morgen zerbrechen kann. Es gibt so vieles, was wir nicht in der Hand haben, nicht testen können, nicht verhindern oder behandeln können.
Donnerstag haben wir ein Beistellbett gekauft und auch hier die Angst „bitte, lass mich dieses Bettchen nicht ungenutzt weiterverkaufen müssen“
Ich versuche wirklich, an unseren Kleinen und unser Glück zu glauben und all die dunklen Gedanken wegzuschieben aber manchmal gehts halt nicht.
Ich drück euch die Daumen, dass alles gut geht und sich unter die Angst bald auch immer mehr Freude mischt.
LG und alles, alles gute 🍀

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Hallo Bibi,

Bei meinem 3. Kind hatte ich auch Schwangerschaftsdiabetes und es war kein Problem. Mein Kind kam gesund auf die Welt. Denk weiterhin positiv 😊.

Alles Gute!

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Hallo liebe Lauramaria,

Bitte denk positiv und einfach weiter. Alles andere bringt nichts. Ich hatte mit 27 2 MA und es tat wirklich weh, als die Ärztin bei der Ausscharbung mir gesagt hat, dass ich ja noch so Jung bin und so viel Zeit habe um Kinder zu bekommen. Ich weiß dass sie mich damit trösten wollte. Aber soetwas ist in jedem Alter schlimm. Trotzdem habe ich bei jeder Schwangerschaft positiv gedacht.Meine letzte Fehlgeburt hatte ich in der 16 SSW letztes Jahr..

Ich habe es nochmal gewagt und jetzt schläft gerade meine 18 Tage alte Tochter auf meine Brust!

Ich war insgesamt 10 mal Schwanger und hab jetzt 4 gesunde Kinder.

Bitte lass dich nicht von der Angst die Freude auf dein Kind nehmen. Alles andere bringt nichts.

Liebe Grüße!

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Hallo Liebes,
Ich verstehe dich total. Bevor im Januar 2020 unser Knirps zu uns kam hatte ich 2018 auch 2 FG. Und jetzt bin ich wieder schwanger und natürlich hab auch ich die Angst, dass es wieder eine Fehlgeburt wird.
Was mir tatsächlich hilft ist, diese Angst ganz bewusst zuzulassen und sie nicht zu verdrängen oder mich abzulenken. Ja, ich habe Angst, ja es gibt die Möglichkeit, dass das ganze schlecht ausgeht ABER es kann auch das Gegenteil der Fall sein und es geht alles super aus und im Februar 22 sind wir zu 4.
So oder so, ich kann es nicht beeinflussen, ich kann nichts tun damit es klappt! Und wenn ich es nicht beeinflussen kann, dann denke ich zumindest positiv.🤩

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Huhu,

Meine Taktik war: sich jeden Tag den ich schwanger bin freuen und das Kind lieben, so lange es bei mir ist. Selbst wenn es wieder gehen sollte, wurde es bis dahin geliebt.
Ich habe keine großen Zukunftspläne gemacht sondern mich immer nur von Termin zu Termin gehangelt.
Ich bin jetzt in der 23.ssw.
Alles Gute für dich 🍀

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Hallo du Liebe,

Beim Lesen habe ich Tränen in den Augen, weil ich sooo so gut nachfühlen kann, wie du dich gerade fühlst. Ich habe eine sehr ähnliche Erfahrung gehabt. Zwei problemlose SS und zwei gesunde Kids und dann letztes Jahr Ende 11. SsW kein Herzschlag mehr. Ich finde schon, dass es etwas traumatisches und überforderndes hat, wenn einem der Boden unter den Füßen so weggerissen wird. Dann den zyklus drauf einen frühen Abgang. Ich hatte wirklich jegliches Vertrauen in meinen Körper verloren.

Falls es dir hilft, erzähle ich mal, wie ich es gehandhabt habe:

Ich habe in der Zwischenzeit schon versucht, Frieden mit meinem Körper zu schließen. Ich habe dem Baby einen Platz auch außerhalb meines Herzens gegeben.
Als ich wieder schwanger wurde, war ich sehr angespannt. Ich hab es erstmal weggeschoben und den ersten US weit rausgezögert - musste dann aber hin, weil ich Schmerzen einseitig hatte und überzeugt war, jetzt eine EL SS zu haben. War nicht so.
Glücklicherweise hat meine Gyn mich sehr ernst genommen mit meinem Ängsten und mich 14 tägig eingestellt bis zur 12. SsW.
Dazu habe ich mir einen Fetal Doppler gekauft, den ich bestimmt alle zwei Tage verwendet habe, um mich zu beruhigen.
Das war nicht immer so sinnvoll, da ich oft auch suchen musste, bis ich den Herzschlag gefunden hatte, weil der Krümel ja noch soviel Platz hatte. ( mein armer Mann 🙄)... wirklich besser geworden mit der Angst, ist es erst, als ich den Kleinen regelmäßig gespürt habe. Das war eine lange Zeit bis dahin und auch jetzt, wo er sich täglich bewegt, werde ich gelegentlich unruhig, wenn er mal ruhiger ist.

Vielleicht hilft dir Meditation oder Yoga, um wieder mehr Ruhe und Vertrauen zu gewinnen. Fühl dich lieb umarmt und verstanden.