Freud und Leid so nah beieinander - Blutungen 7. SSW

Hi Zusammen,

im Dezember hatten wir an Heilig Abend eine Fehlgeburt. Die Blutungen fingen an 6+2 und steigerten sich stetig bis zum nächsten Tag, also 6+3, an dem ich eine Sturzblutung erlitt. Ich empfand alles als sehr dramatisch und habe wirklich lange gebraucht, um das Erlebnis zu verdauen. Ich habe noch heute damit zu kämpfen.

Nun bin ich wieder schwanger und wir wünschen uns so sehr ein Baby. Gestern war ich an 6+2 und bekam Mittags erneut ganz leichte Schmierblutungen. Ich wollte positiv bleiben und weil ich sowieso für den nächsten Tag, also heute, meinen Gyn-Termin hatte, habe ich versucht, mir keinen Kopf zu machen. Gestern Abend dann der Schock auf der Toilette: die Blutung war deutlich (!!!) stärker und durch meinen Körper schoss einfach nur Panik.
Wir sind ins Krankenhaus gefahren und mussten 4 Stunden in der Notaufnahme auf meine Behandlung warten. Da saßen wir also, im exakt gleichen Krankenhaus wie im Dezember am exakt gleichen Zyklustag mit der exakt gleichen Problematik. 4 Stunden lang habe ich geweint und konnte nicht aufhören.

Als ich endlich auf dem Stuhl bei Ärztin saß, war ich überzeugt von dem, was sie sagen würde. Das gleiche wie im Dezember auch. Es täte ihr leid, aber es sei nichts mehr da. Als hätte ich ein Deja-Vu.

Stattdessen aber erfüllte der Ton eines Herzschlages den Raum!! Man sah ein Böhnchen von knapp 5mm und das Herzchen schlug kräftig. Ich konnte es gar nicht glauben. Es war alles bestens und exakt so, wie es sein soll. Ich habe wohl ein kleines Hämatom am unteren Rand der Gebärmutter/nahe Muttermund, welches abblutet. Ganz weit unter dem Baby, dass davon völlig unbeeindruckt zu sein scheint. Ich soll mich die nächsten Tage schonen, es sei aber auch nicht mehr viel Blut zu sehen.

Heute sollten wir dennoch unseren Gyn-Termin wahrnehmen, denn ich sollte eine Anti-D Spritze bekommen. Die Gyn hat auch wieder ganz lange geschallt und sagte, dass sich alles ganz prächtig und zeitgerecht entwickelt, das Hämatom ganz klein sei und vermutlich nicht mehr viel an Blut nachkommen sollte. Tatsächlich ist die Blutung heute wieder deutlich weniger als gestern. Erneut durften wir das Herzchen schlagen und hören sehen. Erneut habe ich geweint. Dieses mal vor Freude und Erleichterung.#herzlich

Das war einer der schönsten Momente in meinem Leben. Auch wenn ich natürlich weiß, dass dennoch noch alles passieren kann, bin ich erstmal so DANKBAR für dieses Wunder. #herzlich#herzlich

Entschuldigt den langen Text und danke an jeden, der Lust und Zeit hatte, diesen zu lesen.
Vielleicht mache ich ja der ein oder anderen damit ein wenig Mut. #klee#klee#klee

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Oh man das mit deiner Fehlgeburt tut mir mega leid😞 als ich mir deinen Text durchgelesen habe bekam ich andauernd einen Schauer vor traurigkeit und glück🥰 ich freue mich so dass es „nur“ ein Hämatom war und hoffe deine Schwangerschaft verläuft im weiteren super und gesund! Viel viel glück weiterhin und danke für diesen tollen Text❤️

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Ich danke dir und wünsche dir auch alles alles Liebe und eine langweilige Schwangerschaft #herzlich#herzlich#herzlich

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Beim lesen deines Textes schießen mir gleich die Tränen in den Augen 🙈
Diesmal geht sicher alles gut und du wirst am Ende dein Wunder im Arm halten 🤗 alles Liebe und eine schöne langweilige Kugelzeit ❤

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Dein Wort in Gottes Ohr, ich danke dir!! Ich bete auch dafür, jeden Tag!#herzlich

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Ich verstehe dich und deine Angst!
Bei meinem „großen“ hatte ich bis zur 17. SSW ständig Blutungen und wirklich jeden Tag Angst, das irgendwas sein könnte. Ich hatte auch ein Hämatom, das immer wieder blutete. Die Frauenärztin im KH, wo ich dann notfallmäßig hin musste, sagte mir sogar, dass das eine „drohende Fehlgeburt“ sei. Tja. Meine „drohende Fehlgeburt“ wird dieses Jahr drei Jahre alt.
Es kann also auch alles gut gehen. Mach dir nicht zu viele Gedanken. Alles gute. 🍀