"Beförderung" aber keiner weiß bisher von Schwangerschaft

Hallo ihr Lieben,

ich muss mich kurz mitteilen, da außer meinem Partner keiner von meiner SSW weiß. Ich komme am Mittwoch in die 8. SSW und habe morgen meinen ersten FA Termin.

Nun ist es so, dass ich in einem durch die Krise schwer angeschlagenem Unternehmen arbeite, bei uns aktuell Stellen wegfallen und nicht widerbesetzt werden. Aufgrund meines Know-hows, mit dem ich hier eine Monopolstellung habe, besteht die Überlegung mir einen Teilbereich eines Kollegen, der uns bald verlässt, zu übertragen. Wir reden hier aber nur von einer Aufgabenerweiterung, erstmal keiner neuen Rolle an sich.

Da ich aber nun weiß, dass ich nur noch eine begrenzte Zeit da bin und dann mindestens ein Jahr in Elternzeit gehen möchte, weiß ich überhaupt nicht mit der Situation umzugehen. Aktuell verteidige ich die Auffassung, dass diese Aufgaben nicht zu meinem Aufgabenbereich gehören und ich sie zukünftig auch nicht dort sehe. Jedoch weiß ich natürlich um die Chance mich der Aufgabe anzunehmen und mich zukünftig im Unternehmen zu positionieren. (Ich bin in einem Führungskräfteentwicklungsprogramm und werde mittelfristig Führungsrollen einnehmen).

Eine Bekanntmachung meiner Schwangerschaft steht absolut außer Frage, mein Chef ist neu, da ist noch kein Vertrauensverhältnis da, bei dem ich ihm schon stecken könnte "ich bin jetzt nicht die Lösung deines Problems".

War jemand von euch schon in einer ähnlichen Situation und weiß wie man da elegant rauskommt? Ich muss noch ein paar Wochen Zeit schinden. Jedoch scheint es so, als hätte ich sie nicht. :(

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Ganz klar:
Du bist dir selbst die nächste.

Also nimm die "Beförderung" (ohne Gehaltserhöhung??) an und teil deine Schwangerschaft dann mit, wenn es dir am besten passt.
Je nach Figur wird man sie z.b. in der 12.Woche noch gar nicht sehen. Frag deinen Partner oder Freunde - ich habe mir eingebildet, total unförmig zu sein aber im Nachhinein sieht man auf Fotos bis fast zur 20. Woche nichts. Im Herbst/Winter sowieso nicht.

Es gibt genug Frauen, die in der 16. Woche total überrascht sind, schwanger zu sein... Ob es dir auch so geht oder ob ihr das seit Jahren plant kann ein neuer Chef nicht wissen und es geht ihn auch nichts an.

LG!

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ich verstehe was du meinst und würde dir ganz klar zustimmen.

aber jetzt kommt das große Aber: wir schreiben hier Loyalität ganz groß und das Annehmen, aber dann sicher nicht Wahrnehmen der Aufgabe könnte meinen "politischen Untergang" bedeuten. Ich will es nicht überdramatisieren - aber mein Verhalten als "aufstrebender Stern" wird natürlich doppelt und dreifach auf die Goldwaage gelegt.

Es geht mir nicht darum das Thema nun komplett auszuschlagen, weil ich schwanger bin. Im Gegenteil - mit einer guten Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten kann ich es auch während der Elternzeit begleiten. Aber das denke ich mir und ich weiß nicht, ob das unsere Geschäftsführung dann genauso sieht oder doch lieber jemanden verfügbareres vor Ort möchte ;-).

Mein Problem ist - in diese Verhandlung kann und will ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht einsteigen. Ich kann moralisch aber auch die Aufgabe nicht annehmen oder ablehnen. Ich bräuchte irgendwie ein paar schlaue Zauberworte um noch ein paar Wochen rauszuschlagen.

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Ich kann dich grds gut verstehen. Aber wenn du es jetzt erstmal annimmst und dann in ein paar Wochen nochmal die Möglichkeiten der Übernahme der Aufgaben in Verbindung mit Elternzeit besprichst, steht dein Arbeitgeber ja nicht schlechter da, wie wenn du jetzt auf eine andere Art und Weise Zeit schindest. Ich glaube diese magischen Zauberworte gibt es nicht so richtig. Du kannst höchstens um ein paar Wochen Bedenkzeit bitten, aber vermutlich wird eine Antwort schon jetzt benötigt. Ich denke wenn du bei Verkündung der Schwangerschaft dann zusammen mit deinem Arbeitgeber nach einer Lösungsmöglichkeit suchst und ihn dabei unterstützt, zeigt das auch viel Loyalität. Hat dein Vorgesetzter vielleicht selbst Familie und kann es deshalb auch nachvollziehen?

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Hey :)

jeder AG, der Frauen einstellt, sollte sich im klaren sein, dass jederzeit eine SS eintreffen kann. Genauso gut kann es sein, dass bei einem männlichen Kollegen eine Krankheit eintritt, die ihn länger ausknockt.

Ich habe meinem Chef damals sogar gesagt, dass ich einen Kinderwunsch habe, er meinte nur, er stellt seit ueber 20 Jahren hauptsächlich Frauen ein, er weiß worauf er sich einlässt.. Hatte aber auch nur eine befristete Stelle, da wars mir ehrlich gesagt nochmal egaler^^

Ich an deiner Stelle, wuerde die neue Stelle annehmen und wie es schon gesagt wurde, deine SS mitteilen, wenn dir danach ist.

LG und alles Gute :)

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Loyalität von den Arbeitnehmer erwartet wird, vom Arbeitgeber aber nicht ganz so gelebt wird.

Ich bin letztes Jahr durch Corona gekündigt worden, die Kollegin, die bleiben durfte, obwohl sie kürzer im Unternehmen ist, ist dann ein paar Monaten später schwanger geworden... Dazu muss man sagen, dass überdurchschnittlich viele Frauen entlassen worden sind, in einem Unternehmen, bei dem die Belegschaft stärker männlich ist.

So wie ich es sehe, gibt es keinen Anderen, der die Aufgabe übernehmen kann. Daher sehe ich es auch eher als loyal dem Unternehmen gegenüber, wenn du ohne bessere Barzahlung weitere Verantwortung übernimmst. Du hast ja noch eine ganze Zeit bis zum Mutterschutz und wenn du es in ein paar Monaten erzählst, hast du noch genug Zeit jemanden einzuarbeiten.

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Mir fällt noch ein, dass du sagen könntest, dass du die Beförderung annimmst, aber in nächster Zeit aus gesundheitlichen Gründen die Stelle nicht ausführen können wirst. Alle weiteren Details sind privat, aber du arbeitest etwas loyaler, wenn man es so ausdrücken kann. Im Endeffekt kann dir niemand etwas vorwerfen.
Dein Chef kann dann entscheiden, was er macht.

Ansonsten wäre noch eine Option Zeit zu schinden bis du es preisgeben willst. Krankschreibung etc. Ich weiß aber nicht, ob das etwas für dich ist. 😄

Liebe Grüße und alles Gute

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Nimm die neuen Aufgaben an, verhandle eine gute Gehaltserhöhung und profitiere davon. Mach dir kein schlechtes Gewissen. Halte die Schwangerschaft noch ein paar Wochen geheim bis alles unter Dach und Fach ist. Bei so etwas habe ich mir ein schlechtes Gewissen längst abgewöhnt, Männer würden auch nicht anders handeln.

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In der 8. Woche muss man ja nun noch gar nichts sagen und man muss selbst auch noch gar nichts wissen davon. Da du noch nicht durch die kritischen Wochen durch bist würde ich auch noch keine Pferde scheu machen. In der 12./13 Woche kann man sich gemeinsam an den Tisch setzen und einen Kompromiss finden.
Auch wenn du jetzt aufgrund mangelnden Ausreden die Gespräche nicht aufschieben kannst dann nimm doch erst mal alles so an als wärest du nicht schwanger. Und in einem Monat bittest du eben um ein Gespräch aufgrund Änderung der Umstände. Für ein Unternehmen sind Frauen die schwanger werden keine Rarität und normalerweise kennen sie Strategien wie man eine sinnvolle Lösung findet.

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Ich war in einer ähnlichen Situation - ich wurde frisch schwanger zur Beförderung vorgeschlagen.
Ich habe mit offenen Karten gespielt und es bekannt gegeben und wurde trotzdem befördert. Das zeigt mir auch dass mein Unternehmen hinter mir und ich nicht nur hinter ihm stehe. Das galt übrigens auch für schwere Zeiten nach der Geburt und Wiedereinstieg in den Beruf zu Corona-Zeiten… ich kann von meinem
Arbeitgeber daher mittlerweile sicher behaupten er ist auch mir gegenüber loyal und ich bereue keine Sekunde ehrlich gewesen zu sein. Damals war ich mir, wie du, überhaupt nicht sicher ob das eine gute Idee ist. 😊 Eine andere Antwort hätte mir allerdings vermutlich gezeigt, dass es ggf doch nicht der (langfristig) richtige AG für mich ist.
Alles Gute für dich und deine Entscheidung 😊 🍀

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Wenn du die Aufgabe gerne machen würdest und du auch für die Stelle geeignet bist, würde ich es annehmen.

Und dann wenn du deine SS verkündest auch offen darüber sprechen, dass du gezögert hast, aber die Aufgabe super toll findest und so weiter.

Jeder weiss, dass Frauen im gebährfähigen Alter ausfallen können.

Ich wurde 2 Monate nach meiner Beförderung schwanger und es war natürlich nicht ideal für die Firma. Aber für mich hat es gepasst. Im Geschäft war aber niemand wütend auf mich.

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Ich würde noch 4 Wochen warten. Und ggf eine Zwischennotlüge nutzen, Sh unten.
Mein direkter Chef wusste von meiner zweiten Schwangerschaft vorab im Vertrauen. Ich hab das Kind 10 Tage später Anfang 4. Monat verloren. Die erste Reaktion war einfühlsam. Die zweite besch… und von Runde 3 reden wir mal gar nicht.
Er hatte mich dann mit weiteren Kindern abgeschrieben da die Op fürchterlich schief ging.

1.5 Jahre danach war ich schlauer. Ich hatte ab der 9. Woche „Rücken“, statt wochenlanger Bettruhe wegen Blutungen. Deswegen lag ich wochenlang mit dem Hinweis dass eine OP im Herbst nötig sein könnte. Die hab ich in 2 Wochen. Nennt sich Kaiserschnitt. Gesagt hab ich’s dann in der glaub 17. oder 18. Woche als wir ausm Risiko raus waren.

Karma beisst gern Ärsche. Im doppelten Sinne. Mein Chef hatte die Schwangerschaft seiner Frau mit dem zweiten Sohn ein paar Wochen vor mir verkündet. Zeitgleicher Termin, mit 4 Wochen Urlaub bei ihm, aka ich Vertretung. Das lief nun ein bisschen anders und er macht meine Jobs on top. Karma passiert… 🤷🏻‍♀️