Schwiegermutter schürt Ängste

Hallo ihr Lieben,

vor zwei Wochen haben mein Partner und ich seine Familie besucht, die wir relativ selten sehen, weil wir 6 Stunden Autofahrt voneinander entfernt wohnen.

Ich habe kein engen Kontakt zu meiner Schwiegermutter – wir sprechen vor allem nicht über Gefühle oder privates. Die gesamte Familie meines Partners ist eher kühl und reserviert, womit ich eigentlich bisher immer recht gut umgehen konnte.

Am letzten Abend unseres Besuchs fragte uns meine Schwiegermutter ob wir im Oktober in den Herbstferien noch mal wiederkommen würden – mein Partner sagte dann, dass wir die zwei Wochen nutzen wollen, um die Wohnung für das Baby einzurichten.

Daraufhin sagte sie: „das wird man ja dann noch sehen.“ Ich hab erst nicht verstanden, was sie sagen wollte, aber mein Partner war schon gereizt. Sie holte dann aus und sagte, dass man alle Anschaffungen und das Einrichten auf kurz vor die Geburt legen sollte – es könne ja immerhin immer noch was passieren (ich war da in der 20. Ssw) und packte dann noch ein paar Geschichten aus. Auch sagte sie, es sei ja löblich, dass mein Partner schon einen Nestbautrieb hätte, aber, wenn dann was passieren würde, dann müsste ja die Frau mit den ganzen Gefühlen umgehen können.

Dann sagte sie noch, dass sie bei allen ihren vier Kindern erst kurz vor der Geburt alles eingerichtet hat und dass das der richtige Weg sei. Dazu muss man sagen, dass meine Schwiegermutter sehr viel Geld hat; sie noch nie arbeiten musste und immer jemanden an ihrer Seite hatte, der die Kinder mit großgezogen hat.

Ich bin von Natur aus eher ein vorsichtiger Mensch und hab Probleme damit mich zu entspannen. Jetzt ist es so, dass jedes Mal, wenn ich mich freuen möchte, ich komplett blockiert bin, weil ich daran denken muss, was sie gesagt hat.

Ich bin auch einfach so wütend auf sie, weil sie mir anscheinend unterstellt, dass ich komplett naiv an die Schwangerschaft ran gehe, was eben überhaupt nicht stimmt – mir viel eher von allen Seiten gesagt wird, dass ich versuchen solle mich mehr zu entspannen.

Vorgestern hatte sie dann Geburtstag und wir hatten sie angerufen, um ihr zu gratulieren und auch um ihr zu sagen, dass es doch ein Junge wird (wir hatten bis dahin gesagt bekommen, dass es ein Mädchen wird) mein Partner scherzte dann, dass auch unser Kleiner die Kleider von der Tochter seiner Schwester anziehen könne und da sagte sie dann schon wieder: „nicht so voreilig.“

Ich überlege mittlerweile, ob ich den Kontakt zu ihr bis zur Geburt so gut wie möglich meiden sollte. Eigentlich wollte sie uns nächste Woche auf der Durchreise noch mal besuchen kommen und ich weiß wirklich nicht, ob ich das noch mal durchstehe.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit euren Schwiegermüttern oder Schwiegervätern gemacht und wenn ja, wie geht ihr damit um?

Beste Grüße

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Hast du ihr denn Mal gesagt wie das auf dich wirkt und wie du dich fühlst wenn sie sowas sagt? Ich find's immer wichtig ihr zu sagen was du dir wünschen würdest.

Wenn sie so ein distanzierter Mensch ist, ist ihr das vielleicht gar nicht so bewusst.

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Selbst mein Partner spricht nicht mit seiner Mutter darüber, wie er sich fühlt oder was er sich wünscht. Sie ist auch gar nicht der Mensch für sowas und ich weiß nicht, ob ich diejenige sein will, die jetzt damit anfangen will Gefühle mit ihr zu teilen.

Aber ja, es kann auch gut sein, dass es ihr überhaupt nicht bewusst ist, wie verletzend das für mich war oder ist, wenn sie sowas sagt.

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Naja in dem Fall ist es doch egal, ob sie "der Typ dafür ist". Du wünschst dir was, nämlich dass sie aufhört dir Angst zu machen. Entweder sagst du ihr das oder du meidest den Kontakt zu ihr.

Abgesehen davon: je weiter die Schwangerschaft fortschreitet desto unwahrscheinlicher wird eine Fehlgeburt. Lass dir da nix einreden :)

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Zu allererst:
So wie ihr das plant, wann ihr euch um etwas kümmern wollt etc etc ist eure Sache. Da hat Niemand reinzureden. Und es gibt nicht den einen perfekten Weg, denn wir sind alle verschieden. Was für mich gut sein kann, mag sich für dich falsch anfühlen. Das ist ganz normal.

Mein Tipp für dich ist ganz simpel.
Konzentriere dich auf dich. Gib ihr keinen Raum in deinem Kopf. Sie hat da keinen Platz verdient.

Es ist dein Kind, deine Besiehung, dein Leben. Ihr macht das wie ihr es für richtig haltet und euch wohl fühlt.

Achso! Und wenn sie sich telefonisch einmischt, hilft blocken. Auch unfreundlich. Die Leute dürfen und sollten merken, dass sie Grenzen überschreiten. Dann ist sie am Ende eben eingeschnappt. Aber das ist ihr Problem 😉

Alles Gute von einer Frau, deren Mutter hardcore Borderline hat und die sich leider mit Grenzüberschreitungen auskennt 😅

Nur nicht vergessen, dass Tipps lieb gemeint sind (auch meine), aber deinen Weg musst du selbst finden.

Du bist mit deiner Problematik definitv nicht alleine. ❤

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Meine Schwiegermutter hält in ganz vielen Lebensbereichen noch an alten Sitten fest und ist auch generell wenig bereit von ihren Standpunkten loszulassen oder andere Meinungen als gleichwertig anzuerkennen.

Ihre Tochter zum Beispiel hat mir erzählt, dass sie ihr während ihrer Schwangerschaft die ganze Zeit vorgehalten hätte, wie viel sie zugenommen habe und dass das ja nicht sein müsste und dass sie diese Kilos nie wieder runter bekommen würde.

Und auch sie gedrängt hat bis kurz vor der Geburt mit der Einrichtung zu warten und sie das dann auch genauso gemacht hat.


Vielen Dank für deine Worte und auch dir alles Gute mit deiner Mutter

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Ich denke die Hormone gehen gerade mit dir durch.. :-)
Ich könnte mir vorstellen, dass sie selbst Fehlgeburten erlebt hat und dementsprechend vorsichtig ist oder eben sich selbst im Falle eines nicht guten Ausgangs schützen will - oder tatsächlich ein schlechtes Gefühl hat. Alles hat nichts mit dir zu tun, sondern nur mit ihr. Ich kann verstehen, dass es dich nervt, aber aus meiner neutralen Position heraus verstehe ich nicht ganz, warum es dich schlecht fühlen lässt.
Ich würde, wenn es mich belasten würde, den Kontakt bis zur Geburt reduzieren, weil ich keine Lust auf eine Konfrontation hätte. Der erwachsenere Weg wäre es aber das anzusprechen.

"Dazu muss man sagen, dass meine Schwiegermutter sehr viel Geld hat; sie noch nie arbeiten musste und immer jemanden an ihrer Seite hatte, der die Kinder mit großgezogen hat."
Aus ehrlichem Interesse: Was hat das mit der ganzen Situation zu tun?

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Meine Schwiegermutter hat mir während der Schwangerschaft auch erstmal von ihrer Fehlgeburt in der 17./18. SSW erzählt. Und meine Schwiegeroma hat erzählt, wie sie früher die Fehlgeburten ihrer Mutter zum ansehen und spielen in die Hand bekommen haben. Keine Ahnung ob letzteres stimmt. :-D

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Ich habe meinen Partner gefragt, ob sie selbst Fehlgeburten hatte, er hat das verneint – sie hat wohl lediglich eine Abtreibung vornehmen lassen. Dann hätte ich das auch eher verstanden.

Sie ist bereits vierfache Großmutter und hat jetzt nicht die größte Bindung zu ihren Enkelkindern, also würde ich nicht sagen, dass sie sich vor einem nicht guten Ausgang schützen wollen würde. Und wenn sie, wie du schreibst: „oder tatsächlich ein schlechtes Gefühl hat“ dann sollte sie doch auch das für sich behalten, oder etwa nicht? Ich würde mir niemals rausnehmen einer Schwangeren zu sagen, ob ich jetzt ein gutes oder ein schlechtes Gefühl habe, was ihre Schwangerschaft angeht. Das ist doch vollkommen übergriffig. Und gerade der Gedanke daran dass jemand ein schlechtes Gefühl hat bezüglich meiner Schwangerschaft ist doch sehr belastend.

Natürlich liegt das mit Sicherheit auch an den Hormonen, dass ich so stark darauf reagiere, aber auch das müsste sie ja noch wissen, dass man sehr verletzlich ist.

Naja, ich finde es macht schon einen Unterschied, ob man sehr viel Geld, Zeit und Hilfe zur Verfügung hat, wenn es darum geht sich einzurichten und zu planen. Wenn man nur mit dem Finger zu schnippen braucht, damit alles in kürzester Zeit für einen erledigt wird, dann kann man natürlich eine Woche vor der Geburt damit warten sich auf das Kind vorzubereiten.

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Hey!
Klingt ja nicht sehr aufmunternd. Stimme ich dir zu. Und weil es dir anscheinend nicht gut geht damit, würde ich den Kontakt auf ein Minimum reduzieren. (Ihr seid ja eh nicht so eng miteinander, also warum die Freude nehmen lassen)?
Steiger dich da nicht so rein und freu dich. Dein Partner geht dir da mit guten Beispiel voraus.
Deine Schwiegermutter ist eine ganz andere Generation. Ich würde auch gar nicht behaupten, dass sie es böse meint. Wer weiß, was sie erlebt hat, gesehen hat oder gehört hat, worüber Sie bloß nicht spricht bzw. von dem du nix weißt.
Als Schwangere ist man aber empfänglich für solche Kommentare- versteh das!

Kopf hoch!!!

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Ich würde das eher schon jetzt als "Übungsaufgabe" ansehen, damit klarzukommen - es wird sich vermutlich nicht ändern und immer wieder bei ähnlichen Themen auftauchen. Menschen sind eben einfach verschieden, und für sie wird es gar nicht nachvollziehbar sein, warum da jemand so empfindlich ist. In unserem Umfeld gibt es auch einige ältere Frauen, die da sehr direkt unterwegs sind. Ihre Generation ist einfach auch noch anders geprägt.

Deswegen würde ich mich davon nicht runterziehen lassen, sondern einfach ganz entspannt sagen "Aber wir machen es anders". Fertig :-D

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Gut, dass sie so weit weg wohnt :-D So eine Schwiegermutter braucht man nicht direkt nebenan. Schade, dass sie so drauf ist. Eigentlich sollte sie dir eher Mut zusprechen und nicht noch Angst machen.

Wir haben unsere Kinderzimmermöbel und Kinderwagen an 16+4 bestellt, weil sie 11-12Wochen Lieferzeit veranschlagt hatten. Mit 5+0 musste ich mich bei der Geburtsklinik um die Ecke für die Geburt anmelden! Manche Sachen muss man einfach früher planen.

Lass dich von ihr bitte nicht verunsichern. Was auch immer sie damit bezwecken will, versuch nicht, es zu nah an dich ranzulassen. Dein Baby ist gesund und wird regelmäßig überwacht. Klar, KÖNNTE noch was passieren, bis das Kind bei sofortiger Geburt lebensfähig wäre, aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit??

Ich persönlich würde ihr wohl sehr deutlich sagen, dass ich ihre Meinung nicht möchte, weil ich nicht danach gefragt hätte. Wenn man das nicht kann oder will, dann würde ich den Kontakt so weit wie möglich eingrenzen.

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Geburtsanmeldung bei 5+0? Fehlt da eine 2 oder 3?

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Nein das ist hier in München in einer Klinik (dritter Orden) leider so. Anmeldung ab der 6. SSW.

Wurde direkt abgelehnt. Alles schon ausgebucht.

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Mooaaaah was soll denn das? 😤

Natürlich kann was passieren ja! Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering! Und außerdem ist man ja schließlich GUTER Hoffnung!

Außerdem: es KANN immer was passieren. Ein Leben lang, einem selbst, dem Partner, den Kindern, den Eltern.
So ist es leider einfach. Aber man kann doch nicht in permanenter Angst leben.

Sag deiner Schwiegermutter, dass ihr positiv an die Sache heran geht und sie das doch bitte auch tun soll oder ihre negativen Gedanken einfach für sich behalten soll. Die ist ja unmöglich 🙄

Lass dich nicht fertig machen und freu dich auf dein kleines wunderbares kleines Mäuschen!

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Ich finde die Aussagen der Schwiegermutter unmöglich. Warum muss man einer Schwangeren noch mehr Angst machen, als sie sowieso schon hat??
Ich würde ihr klipp und klar sagen, dass sie solche Aussagen unterlassen soll oder du den Kontakt erstmal abbrechen wirst.
Ich verstehe, dass du dich sorgst und ärgert!

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Hey,

wahrscheinlich hat sie schlechte Erfahrungen gemacht. Ich hatte auch drei Fehlgeburten und ja, da kann man schon vorsichtig werden. Ich kann verstehen, dass dich das stört und verunsichert, aber wahrscheinlich merkt sie das überhaupt nicht und redet eigentlich mehr oder weniger von sich. Oder sie ist generell ein vorsichtiger, pessimistischer Charakter und weiß vielleicht auch da nicht, wie das bei anderen ankommt.

Was ich als Mutter gelernt habe, ist, dass man verschiedene Meinungen und Haltungen zu den Kindern einfach aushalten bzw idealerweise unbeeindruckt stehen lassen können sollte. Du wirst noch ganz viel Quark bezüglich deiner Schwangerschaft und später deines Kindes hören. Und wahrscheinlich wird dich vieles davon verunsichern, aber das sollte es nicht. Ich meine damit, dass man da, denke ich, ein starkes Selbstvertrauen aufbauen sollte. Nicht Ignoranz oder Sturheit ("ich gehe meinen Weg aber wie ich will und es ist mir egal, was ihr alle sagt"), sondern wirklich ein Selbstvertrauen aufgebaut auf Wissen. Du hast dich informiert, du kennst dich aus und du kommst zu dieser oder jener Haltung. Und man muss wohl eine Ruhe in sich finden und die Tatsache aushalten, dass dem Kind (und einem selbst ja auch) jederzeit etwas passieren könnte. Das ist einfach so. Aber man muss lernen, das nicht die Gedanken bestimmten zu lassen. Wenn du dort angelangt bist, lebt es sich auf jeden Fall entspannter. Aber es ist natürlich ein Prozess.

Viele Grüße und alles Gute