Ethnische Statistik im Krankenhaus

Hallo ihr Lieben,

ich war vor einer Weile im Krankenhaus zur Nackenfaltenmessung und ein paar Wochen später zur Kontrolle. Bei den allgemeinen Fragen zur Gesundheit etc. Kam auch die nach der Ethnie meines Partner, der nicht dabei war und nach meiner Herkunft, um unser Baby in die Statistik einzuordnen.
Jetzt ist es aber so, dass ich halb weiß und halb schwarz bin und mein Partner weiß. Laut Ärztin war dieser Fall aber so in der Statistik nicht „vorgesehen“ (was auch immer das meinen soll) und so gab es einen gut 5 minütigen Diskurs, wie mein mein Kind nun in die Statistik einordnen soll.
Erst einmal frage ich mich warum das überhaupt so wichtig ist, mal abgesehen davon, dass mein Partner und ich beide hier geboren sind und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und zum anderen ist für mich nicht verständlich was „nicht vorgesehen“ heißen soll.
War die Ethnie eures Kindes auch ein Thema, vor der Geburt oder auch danach? Auf Nachfrage erklärte mir die Ärztin, dass diese Frage medizinisch nicht relevant sei.

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Manchmal laufen wissenschaftliche Studien von denen du gar nichts mitbekommst. Da geht es nur um statistische Datensammlungen zu irgendeinem bestimmten Thema, v.a. in Unikliniken. Ich nehme an mit "nicht vorgesehen" wird ein Datenblatt gemeint sein, wo das der Fragende ausfüllen sollte und eure Kombi gab es dort halt nicht zum Ankreuzen.

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Das vermute ich auch.
Hatte ne Freundin die ihre Masterarbeit auch in ner Geburtsklinik schrieb, die Fragebögen hatte sie selber erarbeitet. Und manchmal vergisst man schlicht spezielle Fälle und merkt erst zwischendrin das man noch eine extra sparte braucht.

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Das habe ich noch nie hier gehört. Keine Ahnung, ob nach der Geburt die Ethnie des Kindes irgendwie intern erfasst wird - gefragt hat hier noch niemand. Stattdessen wird hier extremer Wert auf die Berufsangabe der Eltern gelegt, was sich mir auch nicht erschließt...

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Das wurde tatsächlich auch gefragt und vermerkt. Warum auch immer😅

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Mich hat noch nie jemand gefragt, woher mein Mann kommt und welche Farbe mein Kind haben wird. Habe ich auch noch nie gehört.

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Hab ich ehrlich gesagt noch nie gehört 🤔🤷‍♀️ Könnte vielleicht ein Projekt oder eine Studie an der Klinik sein.

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Das höre ich auch zum ersten Mal und war mir bisher völlig unbekannt.
Und es ergibt sich auch erstmal kein Sinn für mich.
In meiner ersten Schwangerschaft war ich mit 2 Freundinnen zeitgleich schwanger. Die eine ist adoptiert und kommt aus Sri Lanka und von meiner anderen Freundin kommen die Eltern aus Thailand. Also optisch auf den ersten Blick zu erkennen, dass sie andere Wurzeln haben. Von einer Statistik ist mir nichts bekannt.

Liebe Grüße

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Wir mussten bei der nackenfaltenmessung angeben woher die abstammung von uns ist. Bei uns beiden wurde dann europäer eingegeben. Das macht wohl bei der risikoberechnung einen unterschied, daher wurden wir da vom fa gefragt. Die müssen da ja mehrere werte und daten im pc eingeben, damit dieser das berechnen kann.

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kenne sich schon aus den 80zigern.
Hat eine Grundlage, vorallem wenn du halb/halb bist!
eine Freundin von mir ist hellhäutig, der Vater schwarzafrikaner
Ihr mann hellblond, ihr kind dunkelhäutig ( sieht aus wie adoptiert) das 2 Kind auch, das dritte ist blond und baluäugig

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Hallo,
ich bin auch halb/halb und musste jetzt so eine Frage in Deutschland noch nie beantworten, allerdings haben wir auch die Nackenfaltenmessung nicht gemacht.
Da ich aber selbst Ärztin bin und eine Weile in der Gynäkologie in einem Krankenhaus in Brasilien gearbeitet habe, kann ich dir sagen, dass diese Frage dort jedem Patienten gestellt wird. Ich als Deutsche fand das auch befremdlich, aber es ist nun mal so, dass zB Afrikaner ganz andere Krankheiten haben als Europäer oder auch Asiaten. In Deutschland sind wir mit diesen Fragen aufgrund der Vergangenheit sehr vorsichtig, aber eigentlich ist es sinnvoll. Z.B. kommen Krankheiten wie Sichelzellanämie bei Europäern nicht vor oder der Kreatinin-Wert ist bei dunkelhäutigen aufgrund der höheren Muskelmasse meist viel höher, was bei uns zB immer kleingedruckt auf dem Laborausdruck steht, weshalb man ihn mit 1,5 multiplizieren kann. Denn sonst würde man ja denken, jeder Afrikaner hätte eine Nierenerkrankung, aber es gibt eine logische Erklärung dafür. Da die Nackenfaltenmessung eine reine Statistik mit Berechnung einer Wahrscheinlichkeit ist, ergibt es in diesem Fall auch Sinn.
Und ich denke auch, dass es halt einfach kein Feld für „mixed“ gab, somit konnte sie dich nicht einordnen. In Brasilien wäre man ganz klar unter Mulata eingeordnet worden, aber dafür gibt es von unserer Sorte in Deutschland zu wenige.

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Hallo 🙃
Ich arbeite selbst in einem Krankenhaus und ich denke dass da einfach eine Studie läuft.
Dass der Fall in der Statistik nicht „vorgesehen“ ist bestärkt meine Annahme, denn ich vermute es gibt ein Formular wo man ankreuzen kann
Vater/Mutter: Asiatische, afrikanische, europäische etc pp abstammung oder so.
Es gibt ja z.B. Erkrankungen die „rassenspezifisch“ sind, wie zum Beispiel die Sichelzellanämie die fast ausschließlich bei Menschen afroamerikanischer Herkunft vorkommt und eventuell geht es zum Beispiel um die Entwicklung solcher Erbkrankheiten aufgrund der „Vermischung“ der Menschheit. Ist aber nur eine Annahme… es gibt auch Unterschiede bezüglich der Wirkung verschiedener Medikamente unter unterschiedlich abstammenden Menschen..

Denke nicht, dass dies was mit Rassismus zutun hatte.

Liebe Grüße und alles Gute 🍀