Kurz vorm Insulin spritzen

Ich bin gerade echt verzweifelt. Vor einigen Wochen wurde SS-Diabetes bei mir festgestellt. Es war wirklich schon am Anfang haarscharf mit dem Insulin. Die Ärztin hätte mich am liebsten sofort auf die Spritzen eingestellt. Mit ganz viel Bewegung und Disziplin konnte ich es abschmettern und meine Werte waren stabil. Aber die Nüchternzucker-Werte früh haben mir schon immer einen Strich durch die Rechnung gemacht. Leider waren die grenzwertig erhöht. Sogar höher als Abend vorm schlafen. Nun hat mir die Ärztin noch eine Woche gegeben an meinen Werten "zu arbeiten", denkt aber das es nichts ist, was ich beeinflussen kann.
Es ist nicht so das ich völlige Panik vorm spritzen habe, wahrscheinlich gewöhnt man sich daran, aber es ist so schade und frustrierend. Ich könnte nicht mehr in der Klinik bei uns im Ort entbinden, wir müssten eine Stunde in ein geeignetes Krankenhaus fahren. Meine anderen beiden Kinder sind vom ersten ziepen und ziehen, innerhalb von 3 Stunden geboren. Die letzte Geburt wäre wahrscheinlich sogar noch schneller gegangen, hätte ich ordentliche Presswehen bekommen. Ich hab Angst es nicht zu schaffen. Bei meinem Sohn ging es nach dem Blasensprung ordentlich zur Sache, davor war nichts in Richtung Geburt zu merken.
Habt ihr noch irgendwelche Ideen wie ich den Wert früh runter bekomme? Mit dem Baby ist alles gut, ich bin jetzt in der 35 Ssw und es liegt vom Gewicht und der Größe genau in der mittleren Norm.

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Kann dich voll verstehen! Bei mir war es auch eine Zeit lang knapp mit dem Insulin. Ich hatte den Pen sogar schon zu Hause... habs aber trotz vehementer Empfehlung meines Diabetologen nicht genommen und hab meine Werte so runtergebracht. Laut S3 Leitlinie war die Insulin-Empfehlung aber auch völlig übertrieben und mit dem Baby passt nach wie vor alles. Sie ist sogar eher etwas zart.

Meine Tipps:

- abends noch mal spät langkettige KH mit Fett/Eiweiß essen (griech. Joghurt mit Obst und Nüsse haben bei mir geholfen, Brownies sogar noch besser 😅)

- abends einen EL Apfelessig (hat bei mir jetzt nicht geholfen)

- nach dem Frühstück eine Kapsel Traubenkernextrakt (war eher für die Tagwerte gut bei mir)

- Langzeit-Akkupunkturnadeln von meiner Hebamme (jeweils überm Knie und auf den Fußrücken)

- richtig doll Hände waschen vor dem Messen hat bei mir manchmal 10 Punkte ausgemacht

- variier mal den Messzeitpunkt. Je mehr ich mich vorm Messen frühs bewegt habe, desto schlechter war der Wert.

- kein Stress machen!!! Cortisol treibt den Blutzucker auch in die Höhe. (Leichter gesagt, als getan, ich weiß. Hab ich selbst erst geschafft, als meine Hebamme sagte, sie entbindet mich trotzdem zu Hause und der Feindiagnostiker bestätigt hat, dass es dem Baby hervorragend geht.)

Ich wünsche dir viel Glück! Vertrau auf dich und dein Gefühl und nochmal: du kannst Insulin immer verweigern, wenn du meinst deine Werte sind okay und deinem Baby geht es gut! (Laut S3 wird es erst bedenklich, wenn 50% deiner Werte erhöht sind UND der Abdomenumfang im Vergleich zum Kopf zu groß ist! Eine Grenze ist eine Grenze. Auch der obere Grenzwert ist noch innerhalb der Grenze! Sonst bräuchte man die Grenze ja nicht! Grade in Deutschland wird ja eh immer auf Nummer obersicher gegangen 🤷🏻‍♀️)

Lg Hannalala bei 36+1

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Abseits der guten Tipps von unten:
200 mcg gtf Chrom täglich
Mal Wecker stellen und ne Stunde vor dem üblichen aufstehen messen. Kann gut sein dass da der Wert noch ok ist. Falls nicht, mal zwei Stunden eher messen. Denn wenn’s nur um 2h etwas erhöhten Wert geht (die strenge Grenze ist eh n Witz und gilt ohne medizinische Indikation (ja, tatsächlich!) nur für Schwangere) würde ich niemals Insulin spritzen. Dann würde ich als Ausgleich dafür sorgen dass ich tagsüber nicht dauernd scharf an der Grenze bin… es zählt die gesamtzuckerbelastung und nicht die Einzelwerte!

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Huhu,
also ich hab nur einen minimal erhöhten Nüchternwert, da würde ich nie Insulin spritzen und hab das so der Diabetologin auch gleich gesagt. Trotzdem haben wir mal die Ernährung umgestellt. Grob: kein Obst mehr nach 17uhr, Kohlenhydrate bis 18,maximal 19uhr (in Form von Vollkorn), später nochmal sowas wie Quark/Quark+Joghurt pur, Gemüse mit etwas Öl und Nüsse. Sodass ich dann vorm Schlafen gehen zwischen 95-100 bin mitm BZ. Teilweise snacke ich zB auch nachts nochmal 4, 5 Nüsse, wenn ich eh wach bin (esse nur Cashews). Damit komme ich morgens dann zu 95% unter meinem Grenzwert von einem 90er BZ raus.

Ich finde, es kommt halt immer drauf an, wie sehr du erhöht bist. Ist es sehr hoch, würde ich spritzen. Ist es minimal, würde ich mal, wie schon von anderen erwähnt, die Messzeit variieren. Manchen hilft es zB gleich an der Bettkante zu messen, bei mir war der Wert jedoch immer besser, wenn ich erst in Ruhe aus dem Bett gekrabbelt bin, Pipi gemacht habe und dann in der Küche messe. Kann aber natürlich auch genau andersherum sein bei dir.
Alles Liebe 🍀

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Ich bin wirklich nur früh erhöht. Da liegen die Nüchternwerte 3x unter 5,1 und 4x zwischen 5,7 und 5,1 in einer Woche. Der restliche Tag übersteigt keinen der Grenzwerte. Deshalb habe ich heut auch garnicht damit gerechnet habe, dass sie schon wieder mit ihrem Insulin kommen. War eigentlich ziemlich zufrieden das ich mich bei den anderen Werten so gut eingepegelt habe und es stabil geworden ist. Ich dachte halt auch das man bei den kleinen Abweichungen nicht gleich die Spritzen raus holt. Am Donnerstag hatte ich den letzten Ultraschall und nachdem mich alle seit Wochen total verrückt gemacht hatten (riesen Baby, viel zu schwer) war die Messung der Kleinen völlig unauffällig und normal, genau die Mittellinie auf dieser Kurve. Ich bin halt selber auch sehr groß (fast 1,80m), ich werde auch kein zartes, kleines Kind erwarten.

Ich danke euch für die Tipps, werde ich auf jeden Fall probieren. Noch ist nix verloren!